Schwanger vom Planschen im Pool…
An einem regnerischen Sonntagnachmittag sitzt Medizynicus also ein wenig gelangweilit in seiner Wohnung – der Kater vom Volksfest gestern hält sich in Grenzen, aber davon später – und surft bei Kaffee und Keksen ein wenig in der Gegend herum, zum Beispiel auf die Seite vom Blick, das ist wohl das Schweizer-Äquivalent zur Bild-Zeitung:
Eine Dreizehnjährige ist schwanger aus dem Urlaub zurückgekommen.
Sie habe nur im Pool geplanscht, hat sie Mama erzählt.
Und Mama glaubt die Story.
Nun haben wir heute erstens nicht den ersten April und zweitens hab ich schon bessere Aprilscherze gehört. Aber immerhin ist Saure-Gurken-Zeit. Es lohnt sich also, der Geschichte mal ein paar Gedanken zu widmen:
Also, wenn ein Junge und ein Mädchen in einem Pool…. nun ja, ähem, unter anderem auch planschen, dann…. ja, dann sind halt gewisse Dinge nicht auszuschließen.
Aber die Kleine hat ja angeblich steif und fest behauptet, sie hätte eben nicht… sondern wirklich nur geplanscht.
Das führt uns zu der alten Bravo-Dr.-Sommer-Frage: Kann man vom Petting schwanger werden? Und die Antwort ist in der Tat ein relativ klares „Jein“, wie jeder Bravo-Leser weiß.
Nun ist das mit dem Bravo-Lesen bei mir zugegebenermaßen schon eine ganze Weile her… aber die Frage wäre wirklich mal interessant: Wie lange können Spermien eigentlich ausserhalb des menschlichen Körpers überleben und befruchtungsfähig bleiben (z.b. im Chlorwasser eines Plansch-Pools)?
Gute Frage. Nächste Frage…




Sweet! Ich glaub ich hätte in ihrer Situation auch versucht, meine Mama mit dieser harmlosen Geschichte abzuspeisen… xD
Allerdings hätte meine Mutter es wohl nicht geglaubt.
Hoffentlich weiß das Mädel noch, wer der (glückliche) Vater ist…
Hermione
12. Juli 2009 um 16:32
Nun, ich bin ja kein Arzt. Aber so viel ich lesen konnte:
- problematisch ist bereits die Wassertemperatur, die die Lebenszeit der Spermien bereits massiv verkürzen kann
- Das Chlor wird für den Rest sorgen, da es ziemlich sauer ist.
- Angenommen, da wären tatsächlich Spermien im Wasser befruchtungsfähig herumgeschwommen, dann hätten die Spermien noch immer zwei Hindernisse zu überwinden: Die Strecke, die sie zur Vagina schwimmen müssten und dann auch noch dort hinein. Die Badehose wird sie wohl angehabt haben, die müsste eventuell auch noch umschwommen werden.
Wie auch immer: Blick sollte man nie senkrecht halten, denn sonst läuft der „Seich“ heraus(Schweizerdeutsches Wort für Mist, aber auch vulgär für Urin – ein Wortspiel).
anonym
12. Juli 2009 um 17:04
Sicher nicht lange genug – sonst würde die Geburtenrate ja 9 Monate nach jeder Sommerferienzeit jährlich explodieren…^^
Avialle
12. Juli 2009 um 17:17
Ich glaube beim oben erwähneten Magazin gelesenzu haben, dass Spermien der Badewasser nur 1-2sec überleben können (Artikel über petting in der Badewanne). Mit gechlortem Wasser wird es sich wohl ähnlich verhalten…
medizinblogleser
12. Juli 2009 um 17:28
..und dann müssten sich die Schlingel ja auch noch ihren Weg durch sämtliche untere Innereien bahnen, na viel Spaß!:-)
gesundheitsexpertin
12. Juli 2009 um 18:18
Das Leben findet immer einen Weg
Knaller
12. Juli 2009 um 22:14
Ähm ja ne is klar^^ Warum haben dann nicht alle von dem Harnstoff Hautallergien zb?
Mal ehrlich und sowas ist eine Meldung in einem Nachrichtenblatt Wert? Das ist ansich unter Journalistenehre sowas zu schreiben….
gr3if
12. Juli 2009 um 23:29
Immerhin erklärt das etwas, das der Landarsch letztens schrieb http://landarsch.blogger.de/stories/1439353/ – wenn man tatsächlich quasi per Tröpfcheninfektion schwanger werden kann, ist Enthaltsamkeit logischerweise *kein* wirksames Verhütungsmittel mehr.
Ich reich dir mal ein saures Gürkchen zu deinen Kaffee&Keksen, Medizynikus
Benedicta
13. Juli 2009 um 00:31
derzeit lebt ein großer Teil der amerikanischen Presse von sinnlosen, schwachsinnigen, philosophischen und moralischen Fragen und Vermutungen über Jacko’s Tod. Warum – um Gottes willen – sollte da der Schweizer Blick hintanstehen und mit Fragen und Vermutungen über die unbefleckte Empfängnis (zu denen man dann wieder viele Fachleute und Sachverständige anhören und zitieren kann) nicht auch auf alt bewährte Weise sein Sommerloch füllen?
der Landarsch
13. Juli 2009 um 08:11
Überraschend finde ich das eigentlich nicht so sehr – die Reaktion der Mutter (und der Tochter), meine ich jetzt.
Schon vor etlichen Jahren ergab sich im Rahmen eines Hausbesuchs im organisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst (damals noch: Notfalldienst), daß die Bauchschmerzen der jungen Dame (immerhin deutlich volljährig) eher Wehencharakter hatten. Auf Befragen erklärten beide – Patientin und anwesende Mutter -, die junge Dame sei sicher nicht schwanger. Auf Befragen nach der letzten Regel gaben beide (!) an, diese liege etliche Monate (so ungefähr 8-9) zurück. Weitergehende Gedanken machte die Mutter sich dabei aber offensichtlich nicht … Eine Ultraschalluntersuchung bestätigte dann die Verdachtsdiagnose; es folgte die Einweisung in die örtliche Gynäkologie zur Entbindung.
-thh
13. Juli 2009 um 09:04
Solche Geschichten kennt wohl jeder, der irgendwann mal auf der Gyn, als Notarzt oder im hausärztlichen Notdienst gearbeitet hat.
Zu meinem persönlichen Highlight gehört der entrüstete Kommentar des Vaters (also Großvaters in spe) bezüglich seiner Tochter: „Nein, die ist doch nicht etwa schwanger !?“
Und die schlagfertige Antwort des Kollegen: „…jedenfalls nicht mehr lange!“
(hab ich in meinem Buch dokumentiert.)
medizynicus
13. Juli 2009 um 10:20
„jedenfalls nicht mehr lange“… ich lach mich weg.
You made my day
Benedicta
13. Juli 2009 um 11:16