Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Brief von dem Güntär

with 10 comments

Liebe Leute,
also ich wollte Euch ja erzählen, wie es mir so geht, was ich so mache und wie die Oma Kasuppke mich glücklich gemacht hat. Ja, gute Oma Kasuppke, möge sie ruhen in Frieden, wenn die nicht wäre…. aber davon später!
Was mache ich also?
Jeden Morgen um neun gehe ich ausgeschlafen und frisch geduscht und parfümiert aus meiner Wohnung hinunter in die Praxis. Meine Dienstkleidung besteht übrigens aus wallenden regenbogenfarbigen Gewändern und ich habe mir einen langen Bart wachsen lassen. Ich hatte auch mal überlegt, meinen Namen ändern zu lassen, so irgendwas mit Yogi Guru Vishmob Sing-Sing Haram Kiri oder so ähnlich, aber das ist mir im Moment noch zu teuer.
Ja, und dann gehe ich also gemessenen Schrittes durch mein Wartezimmer, wo ich meine Patienten huldvoll grüße. Manchmal verweile ich auch einen Moment zu einem kurzen Morgenhokuspokus…. ähem, ich meine natürlich zu einer kleinen Meditation, sowas kommt immer gut, aber das hängt davon ab, wie viele Leute und vor allem wer da gerade alles wartet.
Ja, und dann begebe ich mich in mein kleines Privatkabuff. Dort serviert mir meine bezaubernd hübsche Assistentin – die trägt übrigens einen transparenten Seidensari, das ist auch gut fürs Geschäft – serviert mir erstmal einen dreifachen Espresso. Derweil bereitet sie dann schonmal das Audienzzimmer vor, mit Aromatherapieduftlampen, sphärischer Hintergrundmusik undsoweiter. Und vor allem sorgt sie dafür, dass die Kristallkugel dort liegt, wo sie hingehört.
Die Kristallkugel ist wichtig.
Aber das erzähle ich Euch alles beim nächsten Mal.
In diesem Sinne also, Love and Peace undsoweiter,

Euer Güntär

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Written by medizynicus

31. Oktober 2010 at 05:46

10 Antworten

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  1. Vielleicht sollte ich mal zu Dir in die Praxis kommen, ich bin momentan etwas angespannt.

    rotschopfstories

    31. Oktober 2010 at 08:39

  2. Hmmm…der dreifache Espresso passt nicht ganz ins Bild1
    Wie wärs mit Yogi-Tee oder was ähnlichem?

    Seifenfrau

    31. Oktober 2010 at 10:28

  3. @seifenfrau: Der Güntär unterscheidet klar zwischen dem, was die Klienten zu sehen bekommen und seinem Privatleben. Mit seinen Klienten trinkt er selbstverständlich nur Rosenblütentee. Aber, mal im Ernst, glaubst Du wirklich, dass er deswegen morgens auf seinen Dreifach-Espresso und abends auf sein leckeres Schnitzel mit Pommes verzichtet, bloß weil er den Leuten eine streng vollkornvegetarisch-ayurveda-schmanische mondphasengerechte Ernährung empfiehlt? Wenn man reich werden will, darf man an den Mist, den man da predigt bloß nicht selber glauben!

    medizynicus

    31. Oktober 2010 at 12:08

  4. Passend zum WE kam dein Buch an und ich werde mich heute auch in mein Privatkabuff zurückziehen und weiterlesen, was sich auf der “Zwei” und rund um Marion und Uwe noch so tut. Allerdings bin ich aber auch mächtig gespannt, welch sagenhaften Geheimnisse die Kristallkugel umgibt. Ich werde immer mal wieder in deinen Blog illern und auf Erleuchtung hoffen. Bis dahin…die Giftspritze.

    Giftspritze

    31. Oktober 2010 at 12:13

  5. @Giftspritze: Marion und Uwe haben inzwischen gekündigt, nachdem Marion schwanger geworden ist. Jetzt ist er an der Uni-Klinik und sie in der Familenpause. Sollte ich eigentlich bei Gelegenheit auch mal drüber bloggen… Wenn Du das Buch ausgelesen hast, erzähl mal, wie es Dir gefallen hat! :-)

    medizynicus

    31. Oktober 2010 at 12:25

  6. [...] 31.10. Brief von dem Güntär (Medizynicus) [...]

  7. Mach ich doch glatt. Kannste Gift drauf nehmen. ;-)
    Danke fürs Feedback.

    Giftspritze

    31. Oktober 2010 at 12:29

  8. Wenn ich groß bin, mache ich es auch mal so wie Güntär :-D

    anna

    31. Oktober 2010 at 15:32

  9. [...] Was bisher geschah… Brief von dem Güntär [...]

  10. [...] keine Ahnung, ich red mal mit Güntär unserem KAH-Therapeuten reden. Mal schaun, was er von solch einem Hokus-Pokus hält. Vieleicht [...]


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