Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Was hab ich? – Studierende übersetzen medizinische Befunde

mit 15 Kommentaren

Ärzte drücken sich nicht immer verständlich aus. Manchmal ist eher das Gegenteil der Fall. Und ab und zu hat man den Eindruck, als seie diese Unverständlichkeit mehr als Absicht, sondern ein unverzichtbar wichter Teil unseres Gesundheitssystems.
So ist es eben.
Und deshalb ist in unseren Arztbriefen auch immer schön von Cor und Pulmo die Rede, obwohl man natürlich genausogut auch Herz oder Lunge schreiben könnte ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen.
Schon im ersten Semester belegen die meisten Studierenden den Kurs in “Medizinischer Terminologie”, wo sie lernen, sich wie ein Arzt auszudrücken.
Lernen, mit Patienten zu reden, das kommt erst sehr viel später.
Um so lobenswerter ist daher diese Initiative von Studierenden: Auf www.washabich.de kann man seine medizinischen Befunde oder Arztbriefe anonymisiert hochladen und bekommt dann per Mail eine Übersetzung ins “Normaldeutsche”. Kostenlos und ohne weitere Verpflichtungen und – wie die Macher der Seite betonen – unter Wahrung der Schweigepflicht.

Geschrieben von medizynicus

5. Februar 2011 um 11:04

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

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15 Antworten

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  1. Ich habe mir die Seite soeben angeschaut und finde diese sehr interessant. Das werde ich bestimmt mal nutzen. Danke für den Tipp.

    MSchnettel

    5. Februar 2011 um 11:27

  2. Man könnte natürlich auch den Arzt seines Vertrauens bitten das Ganze verständlich zu formulieren :)

    Sigi

    5. Februar 2011 um 11:58

  3. Stimmt ansich – nur müsste da das Ganze überhaupt vom Arzt des Vertrauens formuliert werden. Die Bezeichnung hätte von den, mit dem ich bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt zu tun hatte, keiner verdient… (Und ob ein anderer Arzt, wenn es jetzt nicht gerade jemand aus dem Freundeskreis ist, Lust hätte, das mal eben zu übersetzen ist die andere Frage ^^)

    Also, ich find das Angebot der Seite schonmal interessant :)

    Kolyma

    5. Februar 2011 um 12:15

  4. Das ist mal wirklich ein tolles Angebot. Respekt, das in dem Stress und der Hektik noch zu machen.
    Schließlich vergisst man in der Aufregung schnell eine Kleinigkeit oder kann sich einfach nicht alles merken, gerade bei unbekannten Fachwörtern.

    Chaoskatze

    5. Februar 2011 um 14:39

  5. Heißt es jetzt “Studierende” oder “Studenten”? Ist mir nur so bei der Überschrift aufgefallen, ich glaub, da gibt es einen juristischen Unterschied in der Definition…

    Vollspasti

    5. Februar 2011 um 16:17

  6. @Vollspasti
    Nein, einen juristischen Unterschied gibt es nicht, Studierende ist der neuerdings politisch korrekte Ausdruck, da geschlechtsneutral.

    Aber es gibt einen praktischen Unterschied: Nicht alle Studenten sind auch Studierende ;-)

    drkall

    5. Februar 2011 um 18:21

  7. @drkall
    Hmm, wahrscheinlich hat sich der Sprachgebrauch inzwischen verändert. Ich erinnere mich zu meiner Zeit an eine Diskussion über eben dieses Thema- Studenten = Hochschule (Uni, TH, FH), Studierender = Berufs- oder Fachakademie etc.
    Aber egal, war ja nicht Thema des Posts…

    Vollspasti

    5. Februar 2011 um 18:50

  8. “Studierende” ist – wie schon gesagt – der angeblich politisch korrekte Ausdruck.

    M.E. genau so eine unsägliche Sprachvergewaltigung wie Gender gap oder Binnen-I.

    Das Angebot finde ich super. Ärzte sind nun mal absolut fabelhaft darin, einfache Sachverhalte maximal kompliziert zu verschachteln.
    Der Mediziner wird da m.M.n. nur vom Juristen und / oder Verwaltungsangestellten übertroffen.

    Jan

    6. Februar 2011 um 11:41

  9. @sigi: Das Problem ist ja auch eher selten der Arzt, den man seit Jahren kennt und den man aller paar Monate mal heimsucht. Interessant ist sowas vor allem für Krankenhausaufenthalte und eine Überweisung zum Spezialisten. Da ist eh keine Zeit für eine lange Fragenrunde, von Vertrauen “zum Arzt” kann ohnehin nur selten die Rede sein da man “ihn” eher selten kennt.
    Nachdem mir vor einigen Jahren mit knapp 30 die Mandeln rausgenommen wurden war ich gute andertalb Wochen im Krankenhaus. Die Schwestern kannte ich (inklusive der Intensivstation…) danach in allen Schichten persönlich, gleiches galt für die “Grünen Damen”, die Mitarbeiter die die Essensbestellung aufgenommen haben, … – aber von den Ärzten habe ich nur einen 2x gesehen. Ich war froh, dass die Betten gebraucht wurden und sich daher jemand um den Brief kümmern musste. Die festgestellte Antibiotika-Allergie fehlte trotzdem und wurde nachträglich angefordert…

    Tommy

    6. Februar 2011 um 22:22

  10. nee, nee. als patient sage ich (und ich verstehe das ärztelatein): studenten muss patientenkommunikation beigebracht werden! oder wie war das doch? ärzte reden mit und nicht über pats. von wegen wenig zeit und vertrauen – da ist der pat gefragt! solange bohren und nerven und quengeln, bis eine info rüberwächst. immerhin ist es meine gesundheit, mein leben und auch meine mit-verantwortung….

    was hilft es, dass ich meinen arztbrief auf normaldeutsch habe, wenn ich denn sinn nicht kapiere?

    polymyo

    8. Februar 2011 um 23:53

  11. [...] Medizinstudenten aus Dresden, die ein neue Website mit dem Namen Washabich.de vorstellen wollten. Medizynicus und Psychomüll berichteten bereits. Natürlich plante ich zunächst ihr Angebot, [...]

  12. Patienten kommen zu uns schon seit 5 Jahren und lassen sich Befunde in verständliches Deutsch übersetzen.

    http://www.patientenfragen.net/medizinische-befunde-uebersetzen/

    Michael

    12. März 2011 um 20:29

  13. Vier Monate sind nun vergangen, seitdem Medizynicus über unser Projekt berichtete. Was daraus geworden ist, gab es gestern Abend bei “Quarks & Co.” (WDR) zu sehen: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2011/0531/007_arzt.jsp

    Johannes Bittner

    1. Juni 2011 um 16:25

  14. Weitere sieben Monate später: “Was hab’ ich?”-Mitgründerin Anja Kersten im Gespräch bei “Tietjen und Hirschhausen” im NDR: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/tietjen_und_hirschhausen/tietjenundhirschhausen507.html

    Johannes Bittner

    21. Januar 2012 um 17:16

  15. Hallo meine Frage was ist ein Rezidivierendes Cervialsyndrom mit reversiblen Dysfunktionen/ RezidivierendesCervicobrachialsyndrom und Keratosis superfacialis
    Vielen Dank im Voraus Gunnar Thiel

    Gunnar Thiel

    18. Februar 2012 um 16:49


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