Washabich.de am Ende?
Vor ziemlich genau einem Jahr hat es begonnen: eine der besten und innovativsten medizinischen Internetprojekte seit langer Zeit.
Eine Gruppe von Medizinstudierenden bot unter www.washabich.de an, mediznische Befunde aus unverständlichem Fachchinesisch ins Normaldeutsche zu übersetzen.
In den folgenden Monaten konnten sich die Leute vor öffentlichem Interesse kaum retten: zahlreiche Beiträge erschienen in der überregionalen Presse, hinzu kamen mehrere Fernsehauftritte – zuletzt trat die Studentin Anja Kersten im Gespräch mit Hirschhausen im NDR auf.
Höhepunkt der Initiative war eine “lange Nacht des Übersetzens” im Sommer 2011 – aber seitdem herrscht Funkstille.
Wer einen Befund zum Übersetzen “einreichen” möchte, wird an das “Wartezimmer” verwiesen.
Der letzte – übrigens sehr gute – Eintrag auf dem Blog stammt vom 28. Juli 2011.
Was ist seither passiert? Ist die gute Initiative Opfer ihres eigenen Erfolges geworden?
Es wäre schade.
Hoffen wir also auf einen erfolgreichen Reanimationsversuch!




Es gab vor ca. 2 Wochen auch einen Bericht im Hessischen Rundfunk, HR Info, glaube ich …
Hesting
22. Januar 2012 um 07:33
Bei uns an der Uni haben sie im Herbst noch nach Verstärkung gesucht.
Max
22. Januar 2012 um 08:13
Auch wenn ich selbst keinen Gebrauch von der Homepage machen muss, weil ich meinen “Privatübersetzer” habe, finde ich es ein super Projekt und hoffe nur, dass sie durch ihre Öffentlichkeitsarbeit noch viele, viele Mitstreiter finden werden, die sie in ihrer Arbeit unterstützen. Vielleicht findet sich ja auch unter den Lesern hier der ein oder andere, der sich vorstellen könnte, beim ein oder anderen Brief zu helfen – Kleinvieh macht sicherlich auch hier den berühmten Mist.
Caro
22. Januar 2012 um 13:16
Es wäre sehr schade, wenn es auf der Seite nicht mehr weitergeht. Hoffen wir also, dass es nur ein kurzzeitiger Engpass ist. Eigentlich sollte jeder Arzt verpflichtet werden, vor seiner Approbation eine bestimmte Zahl an Diagnosen in allgemeinverständliche Sprache zu übersetzen. Wie der Ansturm auf WasHabIch zeigt, gibt es da leider ein echtes Manko.
Mr. Gaunt
22. Januar 2012 um 20:33
Die fleißigen Freiwilligen bei washabich.de übersetzen weiterhin Befunde, da ist inzwischen mehr oder weniger Routine eingekehrt. Von “am Ende” kann gar keine Rede sein.
Es gibt aber schon ein gewisses Missverhältnis zwischen Leuten, die sich darum kümmern und da etwas beitragen, und dem Eingang an zu übersetzenden Befunden. Von daher macht mehr Werbung für das Projekt meiner Meinung nach auch wenig Sinn — die Warteschlange wird ja ohnehin immer länger. Eher sucht das Projekt noch nach weiteren Mitstreitern.
Wer das Projekt gut findet und Medizinstudent oder gar Arzt ist: Mach mit!
Matthias
23. Januar 2012 um 09:48
Wir haben erst letzte Tage alle über den Studentenverteiler noch eine Info-Mail bekommen, dass Unterstützung (ab 8. Fachsemester) gesucht wird… scheint also nicht tot zu sein!
stef
24. Januar 2012 um 11:07
Ist definitiv nicht tot (ich bin im “Konsildienst” für washabich.de), aber akut überlastet da nach o.g. Talkshow einfach zu viele anfragen eingingen, und eine gut gemachte Übersetzung seine Zeit dauert. Also mitmachen!
pan
26. Januar 2012 um 09:58
@pan: danke für Deinen Kommentar! Genau das war eigentlich auch die Intention meines Beitrages: Mitmachen, Leute! Es ist eine tolle Idee – hat aber leider das Potential, am eigenen Erfolg kaputt zu gehen, wenn ich das so mikriege….
medizynicus
26. Januar 2012 um 18:27