Medizynicus

Arzt-Blog aus der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archiv für die Kategorie ‘nicht so richtig ernst

Die Berliner Mauer Homöopathisch…

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Pharmamahat’s gefunden, den medizynischen Beitrag zum 20jährigen Mauerfall-Jubiläum:
Eine britische Pharma- (oder besser Quacksalber?-) bude verkauft zerbröselte und millionenfach verdünnte Berliner Mauer, als homöopathisches Arzneimittel. Hier zu bestellen. Wirkt angeblich gegen eingesperrt sein und Soziophobie. Also, so richtig in echt, keine Verarsche!
Was kommt als Nächstes? Zerbröselter Reichstag als Mittel gegen Logorrhoe? Man darf gespannt sein!
Also, ich schwöre nach wie vor auf die Kristallaurahokuspokustherapie.

Geschrieben von medizynicus

9. November 2009 um 19:54

Die Kristallaurahokuspokustherapie – dann gehen wir es doch einfach mal an, Leute!

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So schwer ist das ja gar nicht. Zunächst einmal müssen wir natürlich eine internationale Fachgesellschaft gründen. Die Internationale Gesellschaft für Kristallaurahokuspokustherapie, oder das ganze natürlich auf Englisch: Interational Society for Crystal-Aura-Hocuspocus-Therapy. Wichtig ist, gleich mit einer schicken Abkürzung aufwarten zu können: also zum Beispiel ISCAHT.
Der Präsident bin natürlich ich. Da gibts keine Diskussionen. Das ist auch notwendig, weil ja schließlich irgendwann mal ein wenig Personenkult um den Präsidenten gemacht werden muss, so werden bei einschlägien Veranstaltungen natürlich Devotionalien wie signierte Bücher, T-Shirts, Duftkerzen, gebrauchte Unterwäsche usw. verkauft.
Okay, aber es gibt noch genügend freie Jobs im Präsidium der ISCAHT. Schatzmeister, Vizepräsident, Beigeordneter, Schriftführer, Kassenführer und so weiter. Ja, und dann müssen wir uns erstmal treffen. Wichtig für das erste Treffen ist, dass der Ort einen gewissen Klang hat. Monte Carlo zum Beispiel. Dass die Gründungskonferenz im verräucherten Hinterzimmer einer Kaschemme stattfindet, die nachts als Stripclub dient, wo morgens um halb elf aber nichts los ist braucht ja keiner zu wissen.
Ja, da könnten wir beschliessen, unser Konzept noch ein wenig auszufeilen: Jeder Teilnehmer verpflichtet sich, genau zwei Sätze aus der Beschreibung einer sogenannten alternativen Heilmethode seiner Wahl aufzuschreiben, die Sätze werden dann gesammelt und irgendwie zusammengestellt dass es halt passt.
Ach ja, und falls jemand nen guten Draht zu einer Uni oder nem Pharmaunternehmen hat, dann könnte er vielleicht bei Gelegenheit ein paar Studien faken. Also: Hundert Patienten KAH gegen Placebo. Das sieht so aus: Die einen Patienten kriegen von ihrem Arzt gesagt: „Sie haben nix und Sie kriegen nix von mir!“ und die anderen kriegen KAH-Therapie. Wetten wir, die KAH-Therapie schlägt wunderbar an?
Bei den Studien gehts übrigens nicht darum, irgendwelche Professoren zu beeindrucken, die glauben uns sowieso nicht, es geht nur darum sagen zu können, dass die KAH-Therapie wissenschaftlich erforscht worden ist.
Ja, und dann – ganz wichtig – legen wir unsere Forderungen fest und sagen dass wir Wert darauf legen, dass Krankenkassen eine KAH-Therapie niemals genehmigen oder finanzieren sollten, wenn sie nicht von einem zertifizierten KAH-Therapeuten durchgeführt wurde (Nicht, dass irgendeine Krankenkasse daran gedacht hätte, aber darauf kommt es nicht an).
Ja, und das Diplom, das kommt ausschliesslich von uns. Nach Grund-, Aufbau-, und Abschlusskurs.
Vielleicht könnten wir auch noch das zugehörige Zubehör vermarkten, ein Kristallset für 899.- EUR zum Beispiel. Von Kleidungsstücken wie Zaubermänteln und -Hüten oder Zauberstäben würde ich allerdings abraten. Ein KAH-Therapeut trägt einen weißen Kittel und Stethoskop, entweder um den Hals baumelnd oder in der Tasche steckend.

Geschrieben von medizynicus

27. Juli 2009 um 10:21

Die Kristallaurahokuspokustherapie nach Medizynicus – auf vielfachen Wunsch hiermit erstmalig dargestellt

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Die Kristallaurahokuspokustherapie (kurz auch KA-HKP oder KAH) ist eine hochwirksame Therapieform, welche allerdings leider von der einseitigen Sichtweise der sogenannten Schulmedizin noch nicht anerkannt worden ist.
Der KAH-Therapie zugrunde liegt ein Hollistisches, also ganzheitliches Verständnis von Körper und Seele. Sowohl unser Körper als auch unsere Seele sind von pulsierenden Energieströmen durchzogen, welche einander durchdringen und beim Gesunden Menschen in völligem Einklang zueinander stehen.
Diese Energieströme sind nicht sichtbar, lassen sich aber durch den geschulten KAH-Meister erfühlen, indem dieser mit geschlossenen Augen beide Arme und Hände über den vor ihm liegenden, entkleideten Patienten ausbreitet. Damit bietet sich vor dem Inneren Auge des KAH-Meisters ein sehr detailreiches Bild dar, die sogenannte Aura.
Die Energieströme – und damit die Aura eines Menschen – können durch verschiedene Einflüsse gestört werden. Hier sind an erster Stelle zu nennen: Wasseradern, Erdstrahlen, Lebensmittelzusatzstoffe, Amalgamfüllungen in den Zähnen, bestimmte Infektionen (z.B. seronegative Borreliose oder Ganzkörpercandida) und Elektrosmog.
Gelegentlich läßt sich die Aura eines Menschen durch den gezielten Eingriff von Kristallen wieder ins Lot bringen.
Dabei werden diese Kristalle für einen bestimmten Zeitraum in einer ganz bestimmten Anordnung an Kreuzungs-und Bewegungspunkten von Energieströmen (den sogenannten Merianen) aufbewahrt (selbstverständlich nur ausserhalb des Körpers. Es hat allerdings auch schon erfolgreiche Versuche mit Kristallimplantaten gegeben). Manchamal kann auch das längerfristige Tragen solcher Kristalle in Form von Piercings oder Schmuck indiziert sein.
Zusätzlich ist es dem erfahrenen KAH-Meister vergönnt, mit bestimmten Formeln tief in das Unterbewusstsein des Patienten einzudringen und blockierte Energieströme wieder zu lösen. Auch wird ein KAH Meister zu Beginn einer jeden Therapiesitzung bestimmte Formeln anwenden, um den Patienten in einen Zustand der tiefen Entspannung zu versetzen.
Dieses Vorgehen wurde in der Vergangenheit oft belächelt und als „Hokuspokus“ verspottet. Die KAH-Meister haben sich den Spott jedoch zu Eigen gemacht und tragen das Wort jetzt mit Stolz.
Lernen kann man die Terapie auf speziellen Lehrgängen, zum Beispiel bietet Medizynicus dreistündige Basis-Seminare für EUR 499.- an.
Wer übrigens 100 Exemplare seines Buches gekauft hat, bekommt zehn Prozent Rabbatt. Wer fünfhundert Exemplare gekauft hat, kriegt sogar zwanzig Prozent Rabatt.

Geschrieben von medizynicus

26. Juli 2009 um 07:28

Sterbehilfe einmal anders: Einladung zu einer ganz besonderen Reise

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Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
nachdem Ihr Rentenversicherungsträger so nett war, uns Ihre Adresse mitzuteilen möchten wir es nicht versäumen, Ihnen ganz herzlich zum Renteneintritt zu gratulieren. Wir gehen davon aus, dass Sie sich darauf freuen, noch viele gesunde Jahre im wohlverdienten Ruhestand genießen zu können.
Dennoch werden auch Sie sich sicherlich schon Ihre Gedanken über das Unausweichliche gemacht haben: über Krankheit und die Angst vor qualvollem Siechtum und menschenunwürdigem Dahinvegitieren.
Vielleicht haben Sie auch schon einmal erwogen, Ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen: Ein Ende ohne Schrecken anstatt Schrecken ohne Ende.
Wir von Terminal Tours möchten Ihnen dabei helfen.
Was spräche dagegen, das Leben zu einem selbstgewähltem Zeitpunkt mit einer schönen Reise – etwa in die Schweizer Bergwelt – zu beschließen? Als stilvolles Ende eines Wellness-Urlaubes zum Beispiel, oder im Rahmen einer kleinen privaten Feier im Kreise Ihrer Lieben? Auch ein großes, rauschendes Fest mit allen Freunden und Angehörigen ist möglich.
Selbstverständlich haben wir auch Fernreisen im Angebot, insbesondere in solche Länder, deren Gesetzgebung und Implementierung derselben ein wenig flexibler gehandhabt wird.
Sprechen Sie mit uns! Heute noch.
Unsere freundlichen Berater kommen selbstverständlich auch zu Ihnen ins Haus.

Vielleicht werden ja die Kosten für derartige Maßnahmen demnächst auf Antrag von der Kranken- oder Rentenversicherung übernommen.
Ach: Und falls irgendwer interessiert daran sein sollte, diese Geschäftsidee umzusetzen, bitte ich um Rücksprache!

Ärztesoap-Charaktere (Teil 2)

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Noch ein paar Ergänzungen:

1.) Assistenzarzt – die Urheberin dieser Diskussion –  hat in ihrem Blog  die  “Schwester Hildegard“ genannt:  „meist stellvertretende Stationsschwester, die keine Hemmungen haben, einem arroganten Privatpatienten verbal einen Einlauf zu geben, kein nein-das-dürfen-sie-nicht kennen, die dem Oberarzt Linie geben, wenn er den Assistenzarzt vorm Patienten grundlos zusammenstauchen will (Chirurgie!) und einfach eine gute Seele haben… nennen“.

2.) Schwester Trauma wünscht sich: „eine kaffeeschnorrende-über-die-Brille-schielende-und-beim-Frühstück-doofe-Fragen-stellende Sekretärin, die mit ihrem Aktengewirr regelmäßig den Vorbereitungsraum zukleistert und dann spurlos verschwindet.
Assistenzarzt hat den Charakter noch erweitert um: „Doppelnamen und nen spirituellen Tick mit Yoga-Matte hinterm Schreibtisch und Räucherstäbchen auf dem Monitor und irgendwas gegen Elektrosmog aufm Schreibtisch.“

3.) Kranke Schwester denkt an eine: “ Teilzeitschwester und Vollzeitmutti von 3 Kindern, die bevorzugt ihre Sätze beginnt mit :” Hab ich dir schon erzählt was Justine-Nathalie-Chantalle gestern gemacht hat?….“

4.) Und dann wäre noch das  Kollegenschwein. Assistenzarzt im Xten Jahr, Vom Aussehen her hat er inzwischen eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Suppositorium weil er sich immer beim Chef… ähem, das war jetzt nicht nett, also, nach oben schleimen und nach unten treten. Selbstverständlich ist er vom Chef zum “Dienstplanbeauftragten” ernannt worden. Und er schafft es immer, dafür zu sorgen, dass seine Briefe von wem anderes diktiert werden, meistens von dem jüngsten Assi. Die Facharztprüfung hätte er längst machen können, aber er verschiebt sie. Außerdem würde er wahrscheinlich durchfallen. Bei ihm geht nämlich ständig irgendwas schief, aber er schafft es immer, Anderen die Schuld zuzuschustern…
Also so einen hätte ich gerne. Aber bitte nur in der Soap, nicht in der Bad Dingenskirchener Realität.

Weitere Vorschläge und Bewerbungen werden jederzeit gerne entgegengenommen!

Geschrieben von medizynicus

8. Juni 2009 um 10:39

Veröffentlicht in nicht so richtig ernst

Was man für eine Ärztesoap braucht

mit 8 Kommentaren

Assistenzarzt hat mich hierzu inspiriert:
Wenn wir unsere eigene Ärztesoap schreiben dürften – was für Charaktere müssten wir casten?
Also: Ort der Handlung ist natürlich das Kreiskrankenhaus Bad Dingenskirchen, was sonst. Und die Akteure sind:
1.) Der Chef. Der Chef ist der Chef und heißt auch so. Natürlich hat er auch einen Namen, aber der steht nur vorn auf dem Schild in der Eingangshalle, sonst wagt es niemand, ihn auszusprechen. Alle reden nur ehrfürchtig von „DEM Chef“ und wenn man ihn anredet, dann mit „Herr Chefarzt“.
2.) Der alte Oberarzt. Würde gerne Chef werden und hat inzwischen bald das Alter erreicht, welches Verwaltungsdirektoren dazu veranlaßt, sich im Zweifelsfall für einen Jüngeren zu entscheiden. Dieses Manko kompensiert er durch Porsche, Goldkettchen und Schnauzbart.
3.) Der junge Oberarzt: Großgewachsen, gutaussehend, jung, dymamich, nett, und der Schwarm aller Schwestern. Fachlich aallerdings… reden wir besser nicht drüber.
4.) Der alte Dauerassistent: Schon seit über zehn Jahren am Krankenhaus, inzwischen deutlich älter als der junge Oberarzt und Kraft seiner Berufs- und Lebenserfahrung auch fachlich deutlich besser als dieser. Die Schwestern schätzen ihn als jemanden, auf den man sich verlassen kann. Aber kein Womanizer sondern Kumpel-Typ. Er ist ein bißchen langsam, und vor allem nimmt er kein Blatt vor den Mund und wird daher niemals Oberarzt werden.
5.) Die junge Assistenzärztin: Frisch von der Uni. Attraktiv (trotz Brille), engagiert, ehrgeizig weiß zumindest theoretisch sehr viel, aber verzweifelt an der Praxis im Biotop Krankenhaus. Die Schwestern mögen sie, aber nehmen sie nicht so recht für voll.
6.) Die Oberschwester. Ein Drachen, wie er im Buche steht. Standardspruch Nr. 1: „Ich und der Chef haben beschlossen…“ Standardspruch Nr. 2: „Das haben wir schon seit zwanzig Jahren so gemacht…“
7.) Die engagierte Schwester, ledig, Anfang Vierzig
8.) Die junge, engagierte und attraktive Schwester

Geschrieben von medizynicus

7. Juni 2009 um 14:05

Veröffentlicht in nicht so richtig ernst

Schlechte Nachrichten (Teil 4) – Vorsicht, der ist ziemlich flach….

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Kommt ‘n Mann zum Arzt.
Mann: Herr Doktor, was ist los mir mir?
Arzt: Sie haben Krebs und werden sterben!
Mann: Ich muss wirklich sterben?
Arzt: Ja
Mann: Und es gibt keine Hoffnung mehr?
Arzt: Nein.
Mann: Und Sie können gar nichts machen?
Arzt: Doch.
Mann: Ich wusste, Sie sind ein Held. Was denn?
Arzt: Ich könnte Ihnen ein paar Fangopackungen verschreiben… Mann: Und die helfen?
Arzt: nicht direkt, aber….
Mann: …aber?
Arzt: Sie gewöhnen sich schon einmal an den Geruch von feuchter Erde…

Geschrieben von medizynicus

5. Juni 2009 um 16:48

Veröffentlicht in nicht so richtig ernst