Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Liebe und Sex im Krankenhaus… Die Sache mit der Stewardess

with 8 comments

Inzwischen ist es halb vier und ich kann immer noch nicht schlafen. Stattdessen träume ich. Träume davon, dass sie jetzt an meine Tür klopft, leise die Klinke hinunter drückt und hereinkommt, mit offenem Haar undwehendem Nachthemd. Trotz Hinkebein ist sie eine Sekunde später bei mir, klettert zu mir ins Bett und kuschelt sich zu mir. Und dann… Die Sache ist: Ich weiss ja ganz genau, wie sie unter ihrem Nachthemd aussieht! Ich kenne das kleine Muttermal am linken Oberschenkel und die Narbe auf ihrer rechten Schulter. Und ihre Brüste kenne ich auch. Wunderschöne Brüste. Ich habe sie untersucht – während ich Herz und Lunge abgehört und ihren Bauch abgetastet habe hatte sie natürlich noch ihre Unterwäsche an, aber später im OP lag sie splitterfasernackt vor mir. Ich habe ihr in die Augen geschaut, dann ihre Hand gedrückt und ihr alles Gute gewünscht. Und dann habe ich mich nur noch für den gebrochenen Fuß interessiert und habe brav Maul und Haken gehalten. Sie hat von mir erwartet, dass ich mich professionell, sachlich und kühl verhalte. Ich war für sie ein Dienstleister, ein Profi, der weiss, was er zu tun hat, der seine Aufgabe erfüllen soll, nicht mehr und nicht weniger. Und sie war für mich ein gebrochener Fuß..
Wirklich?
Nur ein gebrochener Fuß? Heißt es nicht immer, wir Ärzte sollen unsere Patienten als Menschen sehen? Sie ist ein Mensch.
Und ausserdem eine verdammt attraktive Frau.
Nein, ich darf sie nicht anrufen.
Ich muss an Robert denken, und auf das, was ihm passiert ist, habe ich keine Lust.

Written by medizynicus

13. Juni 2009 um 16:42

8 Antworten

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  1. Sicher hat sie von dir erwartet, dass du dich wie ein Profi benimmst. Welche Frau würde sonst bereitwillig vor einem männlichen Operateur auf einen OP-Tisch steigen?
    Aber auf der anderen Seite hat sie dich offenbar auch als etwas anderes gesehen, denn sonst hätte sie dir wohl kaum ihre Handynummer abgetreten :-). Sie ist ja nun keine Patientin mehr und wenn sie denken würde, dass du sie nur wegen ihrer Brüste und ihres Körpers anrufen würdest, die du ja schon kennst, wäre sie sicher nicht auf dich zu gekommen :-).
    Das alles aber ohne das Wissen, was mit Robert passiert ist.

    sternenmond

    13. Juni 2009 at 17:20

  2. […] Die Sache mit der Stewardess […]

  3. zufällig bin ich hier gelandet und muss einmal sagen – falls dieser blog wirklich medizinischem personal gehört – dass ich mich sehr wundern muss. ich wurde schon öfter operiert und klar hat man unter einem op-hemd nicht viel an aber ich lag nie „splitterfasernackt“ auf dem op-tisch! hier wurde auch nur ein gebrochener fuß operiert. der ganze blog liest sich wie der eines pubertierenden spinners. das macht mir ehrlich gesagt angst vor meinen arztbesuchen, die ich wegen einer krankheit sehr oft antreten muss! es hat schon einen grund, warum ich nur zu frauenärtinnen gehe….

    wtf

    13. April 2010 at 15:43

  4. Liebe wtf, ich muss mich doch sehr wundern.
    Anstatt den Medizynicus als pubertierenden Spinner zu bezeichnen, sollten Sie lieber mal ihre eigene Weltfremdheit überdenken.
    Aus eigener Erfahrung kann ich ihnen versichern: was Frauenärztinnen über ihre Patientinnen denken und sagen, entspricht ganz offensichtlich zu mind. 90% ebenfalls nicht Ihren Wunschvorstellungen und ist sehr oft weder neutral noch nett noch frei von sexuellen Anspielungen. Willkommen in der echten Welt 😀

    TheX

    25. April 2010 at 14:26

  5. Wow, okay das hier ist schon alles etwas länger her, aber dazu muss ich einfach mal was schreiben:
    Liebe wtf, in welchem OP liegt denn der patient nicht nackt auf dem OP tisch??!?!? Das OP-hemd wurde in allen KKH in denen ich bis jetzt arbeiten durfte vor der OP ausgezogen, außer nem netten grünen tuch über dem körper is da nicht viel und allein beim lagern eines patienten ist er eben splitterfasernackt vor dem operateur und dem kompletten OP-pflegepersonal. Das ist völlig normal und NIEMAND stört sich daran oder findet das in dieser situatuion sexuell erregend!
    Und wenn du wirklich findest der ganze blog lese sich wie der eines pubertierenden spinners, dann kann ich nur sagen: schade, wirklich sehr sehr schade, dass du nicht in der Lage bist so etwas nach zu vollziehen.

    2d

    21. Mai 2011 at 09:50

  6. Gibt es eine Möglichkeit Sie per email zu kontaktieren? Mich „quält“ seit meinem letzten Arztbesuch ein Wunsch, eine Frage, die mir wahrscheinlich nur ein Arzt beantworten kann. Da es ein sehr persönliches Anliegen ist, möchte ich dies nicht öffentlich posten…

    Annett

    28. November 2011 at 01:05

  7. @Annett: selbstverständlich: m e d i z y n i c u s – ät – g m x – punkt – n e t

    medizynicus

    28. November 2011 at 12:12

  8. Darf ein arzt keine fantasie haben er ist doch auch nur ein mensch aus fleisch und blut. meine güte da hat er halt wilde fantasieen deswegen ist er kein monster mir kommt es so vor als würden manche menschen denken das ärzte niemals lüste verspüren als wenn sie nur funktionieren. für mich ist es wichtig das ein arzt bei den ich in behandlung bin einfach menschlich ist und am schönsten finde ich wenn ein arzt auch durch meine art nervös wird denn dann weiß ich das er menschlich ist und nicht so tut als sei er fehlerfrei. hey doc ich finde es super das du einfach mensch bist ich finde es nicht schlimm wenn du mal die eine oder andere fantasie hast denn dafür sind wir menschen auch du.

    Fenta

    27. Juli 2013 at 23:33


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