Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for Juli 2009

„ist ja alles nur psychisch!“ – Teil 2

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„Also, diese Unterleibsschmerzen, wissen Sie Herr Doktor, da stehen alle Ärzte vor einem Rätsel!“
Frau K. ist ein wenig stolz darauf, ein medizinisches Rätsel zu sein.
„unzählige Ultraschalluntersuchungen, Darmspiegelung, Magenspiegelung, Bauchspiegelung, alles mehrfach gemacht und nie etwas gefunden! CT und MRT natürlich auch und bevor Sie fragen, beim Frauenarzt war ich selbstverständlich auch.“
„Und woher kommen Ihre Beschwerden, Frau K.?“
„Woher soll ich das wissen?“
„Fragen wir anders: was glauben Sie denn, wo Ihre Beschwerden herkommen?“
„Was soll ich das wissen? Ich bin doch kein Arzt. Letztens war ich beim Heilpraktiker. Der meinte, eventuell käme es von Erdstrahlen oder Elektrosmog…“
„Und glauben Sie das?“
„Wenn ich ganz ehrlich bin…“
„Ja?“
„Ich weiss nicht so recht.“
„Und woher kommen Ihre Schmerzen dann?“
„Hmmmm…..“
„Sagen Sie mal, wie sieht es denn bei Ihnen mit Stress aus?“
„Stress? Man kämpft sich halt so durch…“
Sie schaut mich an und bricht eine halbe Minute später in Tränen aus. Die Details seien nur ganz kurz zusammengefasst: Mutter schwerstpflegebedürftig, aber will keinen Pflegedienst. Vater ein achtzigjähriger Haustyrrann. Ehemann Alkoholiker. Einziger Sohn derzeit im Gefängnis „wegen einer Dummheit“.
Das reicht.
„Sagen Sie mal, das ist ja wirklich eine Menge Stress. Könnte es sein, daß Ihre Bauchschmerzen vielleicht damit zusammenhängen?“
Sie starrt mich verständnislos an.
„Also, stellen Sie sich mal vor. Sie haben Stress. Und das, was Sie gerade erzählt haben, das klingt nach einer Menge Stress! Natürlich verkrampfen sich Ihre Muskeln dann. Nicht nur der Rücken, sondern auch die Muskeln im Bauch. Also nicht nur die Bauchmuskeln, sondern auch die Muskeln drinnen, also im Darm und im Magen. Und verkrampfte Muskeln tun weh. Können Sie sich das vorstellen?“
Die Patientin denkt nach und nickt.
Die anatomisch nicht ganz korrekte Darstellung mag man mir nachsehen, und geheilt ist Frau K. immer noch nicht, aber immerhin sind wir jetzt allmählich auf dem richtigen Weg…

Written by medizynicus

30. Juli 2009 at 10:34

Gesundheitssysteme einfach erklärt für jedermann. Heute: Modell Wladiwostok (oder: “Es lebe der Sozialismus!”)

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Andere Bezeichnungen: Staatsmedizin, Pfui!, Würg!, Ekel… Kotz! (sowie zahlreiche weitere Bezeichnungen, die leider nicht jugendfrei sind)
Besonderheit Kommt inzwischen ein wenig aus der Mode, man findet es aber zunehmend da, wo man es gar nicht vermutet hätte, (z.B. in den USA)
Wie es funktioniert Väterchen Staat sorgt für Dich. Väterchen Staat gibt Dir Arbeit, Väterchen Staat gibt Dir Lohn und wenn Du mal krank bist dann stellt Väterchen Staat Dir Ärzte und Krankenhäuser kostenlos zur Verfügung. Ja, wirklich kostenlos. Du zahlst keine Kopeke, keinen Centavo, keinen… (wie hiess denn jetzt bloss noch die Währung von Nordkorea?).
Die Ärzte und Krankenschwestern die dort arbeiten kriegen einen festen Lohn. Sie haben ihre regelmässigen Arbeitszeiten und wenn sie Feierabend haben gehen sie nach Hause wie alle anderen Arbeitnehmer auch.
Im Prinzip ist das doch eine feine Sache für alle, oder? Oder einfach zu schön um wahr zu sein?
Fassen wir zusammen: Dieses System ist gut für: Alle Kranken, die kein oder wenig Geld haben, Ärzte welche weniger Lust auf Achtzigstundenwochen haben sondern auch mal Freizeit haben wollen.
Dieses System ist schlecht für: Hypochonder, Anhänger der Kristallaurahokuspokustherapie und Ärzte, die wo Wert auf Porsche, Jaguar und Yacht am Mittelmeer legen.
Nachbemerkung: Eigentlich braucht man für dieses System ja noch nicht einmal einen Sozialismus. Ein ganz normaler Staat reicht. Es kann und darf auch ein kapitalistischer oder sogar demokratischer sein.

Written by medizynicus

28. Juli 2009 at 07:22

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

Die Kristallaurahokuspokustherapie – dann gehen wir es doch einfach mal an, Leute!

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So schwer ist das ja gar nicht. Zunächst einmal müssen wir natürlich eine internationale Fachgesellschaft gründen. Die Internationale Gesellschaft für Kristallaurahokuspokustherapie, oder das ganze natürlich auf Englisch: Interational Society for Crystal-Aura-Hocuspocus-Therapy. Wichtig ist, gleich mit einer schicken Abkürzung aufwarten zu können: also zum Beispiel ISCAHT.
Der Präsident bin natürlich ich. Da gibts keine Diskussionen. Das ist auch notwendig, weil ja schließlich irgendwann mal ein wenig Personenkult um den Präsidenten gemacht werden muss, so werden bei einschlägien Veranstaltungen natürlich Devotionalien wie signierte Bücher, T-Shirts, Duftkerzen, gebrauchte Unterwäsche usw. verkauft.
Okay, aber es gibt noch genügend freie Jobs im Präsidium der ISCAHT. Schatzmeister, Vizepräsident, Beigeordneter, Schriftführer, Kassenführer und so weiter. Ja, und dann müssen wir uns erstmal treffen. Wichtig für das erste Treffen ist, dass der Ort einen gewissen Klang hat. Monte Carlo zum Beispiel. Dass die Gründungskonferenz im verräucherten Hinterzimmer einer Kaschemme stattfindet, die nachts als Stripclub dient, wo morgens um halb elf aber nichts los ist braucht ja keiner zu wissen.
Ja, da könnten wir beschliessen, unser Konzept noch ein wenig auszufeilen: Jeder Teilnehmer verpflichtet sich, genau zwei Sätze aus der Beschreibung einer sogenannten alternativen Heilmethode seiner Wahl aufzuschreiben, die Sätze werden dann gesammelt und irgendwie zusammengestellt dass es halt passt.
Ach ja, und falls jemand nen guten Draht zu einer Uni oder nem Pharmaunternehmen hat, dann könnte er vielleicht bei Gelegenheit ein paar Studien faken. Also: Hundert Patienten KAH gegen Placebo. Das sieht so aus: Die einen Patienten kriegen von ihrem Arzt gesagt: „Sie haben nix und Sie kriegen nix von mir!“ und die anderen kriegen KAH-Therapie. Wetten wir, die KAH-Therapie schlägt wunderbar an?
Bei den Studien gehts übrigens nicht darum, irgendwelche Professoren zu beeindrucken, die glauben uns sowieso nicht, es geht nur darum sagen zu können, dass die KAH-Therapie wissenschaftlich erforscht worden ist.
Ja, und dann – ganz wichtig – legen wir unsere Forderungen fest und sagen dass wir Wert darauf legen, dass Krankenkassen eine KAH-Therapie niemals genehmigen oder finanzieren sollten, wenn sie nicht von einem zertifizierten KAH-Therapeuten durchgeführt wurde (Nicht, dass irgendeine Krankenkasse daran gedacht hätte, aber darauf kommt es nicht an).
Ja, und das Diplom, das kommt ausschliesslich von uns. Nach Grund-, Aufbau-, und Abschlusskurs.
Vielleicht könnten wir auch noch das zugehörige Zubehör vermarkten, ein Kristallset für 899.- EUR zum Beispiel. Von Kleidungsstücken wie Zaubermänteln und -Hüten oder Zauberstäben würde ich allerdings abraten. Ein KAH-Therapeut trägt einen weißen Kittel und Stethoskop, entweder um den Hals baumelnd oder in der Tasche steckend.

Written by medizynicus

27. Juli 2009 at 10:21

Die Kristallaurahokuspokustherapie nach Medizynicus – auf vielfachen Wunsch hiermit erstmalig dargestellt

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Die Kristallaurahokuspokustherapie (kurz auch KA-HKP oder KAH) ist eine hochwirksame Therapieform, welche allerdings leider von der einseitigen Sichtweise der sogenannten Schulmedizin noch nicht anerkannt worden ist.
Der KAH-Therapie zugrunde liegt ein Hollistisches, also ganzheitliches Verständnis von Körper und Seele. Sowohl unser Körper als auch unsere Seele sind von pulsierenden Energieströmen durchzogen, welche einander durchdringen und beim Gesunden Menschen in völligem Einklang zueinander stehen.
Diese Energieströme sind nicht sichtbar, lassen sich aber durch den geschulten KAH-Meister erfühlen, indem dieser mit geschlossenen Augen beide Arme und Hände über den vor ihm liegenden, entkleideten Patienten ausbreitet. Damit bietet sich vor dem Inneren Auge des KAH-Meisters ein sehr detailreiches Bild dar, die sogenannte Aura.
Die Energieströme – und damit die Aura eines Menschen – können durch verschiedene Einflüsse gestört werden. Hier sind an erster Stelle zu nennen: Wasseradern, Erdstrahlen, Lebensmittelzusatzstoffe, Amalgamfüllungen in den Zähnen, bestimmte Infektionen (z.B. seronegative Borreliose oder Ganzkörpercandida) und Elektrosmog.
Gelegentlich läßt sich die Aura eines Menschen durch den gezielten Eingriff von Kristallen wieder ins Lot bringen.
Dabei werden diese Kristalle für einen bestimmten Zeitraum in einer ganz bestimmten Anordnung an Kreuzungs-und Bewegungspunkten von Energieströmen (den sogenannten Merianen) aufbewahrt (selbstverständlich nur ausserhalb des Körpers. Es hat allerdings auch schon erfolgreiche Versuche mit Kristallimplantaten gegeben). Manchamal kann auch das längerfristige Tragen solcher Kristalle in Form von Piercings oder Schmuck indiziert sein.
Zusätzlich ist es dem erfahrenen KAH-Meister vergönnt, mit bestimmten Formeln tief in das Unterbewusstsein des Patienten einzudringen und blockierte Energieströme wieder zu lösen. Auch wird ein KAH Meister zu Beginn einer jeden Therapiesitzung bestimmte Formeln anwenden, um den Patienten in einen Zustand der tiefen Entspannung zu versetzen.
Dieses Vorgehen wurde in der Vergangenheit oft belächelt und als „Hokuspokus“ verspottet. Die KAH-Meister haben sich den Spott jedoch zu Eigen gemacht und tragen das Wort jetzt mit Stolz.
Lernen kann man die Terapie auf speziellen Lehrgängen, zum Beispiel bietet Medizynicus dreistündige Basis-Seminare für EUR 499.- an.
Wer übrigens 100 Exemplare seines Buches gekauft hat, bekommt zehn Prozent Rabbatt. Wer fünfhundert Exemplare gekauft hat, kriegt sogar zwanzig Prozent Rabatt.

Written by medizynicus

26. Juli 2009 at 07:28

Gesundheitssysteme einfach erklärt für jedermann. Heute: Modell Texas (oder: „Es lebe der freie Kapitalismus!“)

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Andere Bezeichnungen: Raubtierkapitalismus, Manchester-Kapitalismus, Freieste Marktwirtschaft
Besonderheit: Das Älteste und auch heute noch das weltweit am meisten verbreitete Gesundheitssystem der Welt
Wie es funktioniert: Willssu zu Dokter mussu zahlen. Hassu nix Zaster tut Dokter nix für Dich tun.
Also: Grundsätzlich gibts jede ärztliche Leistung nur gegen Bares.
Der Patient verhandelt direkt mit dem Arzt. Zwischenhändler, Versicherungsgesellschaften oder irgendwelche anderen Institutionen gibt es nicht.
Ob der Arzt auf Vorkasse besteht oder auch schonmal einen wackeligen Kredit einräumt, ist ihm überlassen. Wenn er aber zu nett ist, dann ist seine Existenz vielleicht gefährdet, weil dann die Reichen und lukrativen Patienten anderswohin gehen. Vielleicht gibt es irgendwo ein paar Idealisten, welche aus religiöser Motivation oder einfach aus echter Nächstenliebe die Patienten umsonst behandeln (Vielleicht werden ja auch von religösen oder wohltätigen Institutionen – früher waren das bekanntlich die Klöster – hier und dort gewisse Armenambulanzen unterhalten), aber auch das dürfte nicht allzu häufig sein.
Tatsache ist: Man muss es sich leisten können, zu einem guten Arzt zu gehen.
Dieses System ist gut für: Diejenigen Ärzte, die sich gut verkaufen können, Sehr gut begüterte Patienten die sich das Wartezimmer nicht mit dem Pöbel teilen müssen, die Gesunden (die zahlen auch nix), Reiche Hypochonder (jeder Arzt wird sie lieben), Solvente Anhänger der Kristallaurahokuspokustherapie und diejenigen Kristallaurahokuspokustherapeuten, welche sich gut verkaufen können.
Dieses System ist schlecht für: alle Anderen
Nebenbei:Es handelt sich wirklich auch heute noch um das weltweit häufigste Gesundheitssystem. Ich rede hier nicht von den USA, darauf kommen wir noch später zu sprechen. Aber es dürfte allgemein bekannt sein, dass viele Milliarden Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern keinerlei soziale Absicherung haben!

Written by medizynicus

25. Juli 2009 at 12:13

Rationierung im Gesundheitswesen: Wie hättet Ihr es denn gerne?

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Nur mal so gefragt für den Fall, dass ich vielleicht doch einmal Gesundheitsminister werden sollte. Monsterdoc hatte mir diesen Job ja mal angeboten im Rahmen seines Europa-Wahlkampfes für die Gesundheits-Partei.
Und der wusste auch genau, warum er den Job nicht selber machen wollte, der Schlawiner! Als Gesundheitsminister ist man nämlich immer der Arsch vom Dienst, auf gut Deutsch gesagt.
Woran das liegt?
Ganz einfach:
1.) Je besser die Medizin wird, desto teurer wird sie. Je länger wir leben, und je länger wir gesund leben, desto mehr Gesundheits-Dienstleistungen verbrauchen wir im Laufe dieses Lebens.
2.) Gesundheitsdienstleistungen kosten Geld. Ärzte, Pflegepersonal, der Krankenhauspförtner und die Putzfrau im Pharma-Labor, sie alle wollen am Ende des Monats ihr Gehalt. Gut, Gehälter und Löhne kann man drücken – so lange, bis sie unattraktiv werden und sich die Leute was anderes überlegen. Und wer liefert dann die Gesundheitsdienstleistungen?
3.) Die Gesundheitsdienstleistungen müssen bezahlt werden, von irgendwem, in der Regel von denen, die sie in Anspruch nehmen. Dabei müssen die Belastungen für den Einzelnen „irgendwie“ sozial abgefedert werden, man kann sagen die Reichen sollen mehr zahlen, aber auch das geht nur bis zu einem gewissen Limit.

Es geht kein Weg daran vorbei:

Im Gesundheitswesen ist eine bestimmte Menge Geld drinnen und mehr wirds nicht.
Und dieses Geld soll irgendwie gerecht verteilt werden.
Wir sind uns einig, dass jemand, der mit einem Herzinfarkt in der Notaufnahme eingeliefert wird, bestmöglich behandelt werden soll.

Aber wo können wir dann Geld einsparen?
Bei der Kristallaurahokuspokustherapie vielleicht?
Aber wenn der Bruder vom Schwager vom Nachbarn vom Willi, dem sein Onkel dadurch von seinem langjährigen Tinnitus geheilt worden ist?

Written by medizynicus

24. Juli 2009 at 17:12

Rationierung im Gesundheitswesen – Beispiel Nr. 2

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Eine Gesundheitsreform jagt bekanntlich die nächste. Jetzt stellen wir uns mal vor, irgendwann nach der nächsten oder übernächsten Gesundheitsreform ist der Markt der Krankenkassen und Privatversicherungen völlig liberalisiert. Jede Kasse darf mit Ärzten verhandeln wie sie gerade lustig ist und den Patienten anbieten was auch immer sie will.
Herr Müller sucht eine Krankenkasse.
Zunächst unterhält er sich mit dem Vertreter von Big Spender Inc.
„Bei uns bekommen Sie alles!“ sagt der gelackte und gegelte Typ im blauen Anzug.
„Wie meinen Sie das?“
„Wenn Sie Massagen haben wollen oder Infusionen oder Aufbauspritzen… oder vielleicht einmal eine Kur zwischendurch, das genehmigen wir sofort und natürlich kriegen Sie bei uns auch die „richtigen“ Medikamente, nicht nur die billigen Immitationen, also Markenprodukte anstatt Generika!“
„Und was ist mit der Kristallaurahokuspokustherapie?“
„Die zahlen wir selbstverständlich auch – wenn Ihr Arzt das für notwendig hält.“
„Wird das nicht irgendwann zu teuer?“
„Nee, das regeln wir so, dass wir uns das Geld von den Ärzten zurückholen, wenn die zuviele zu teure Sachen verordnen!“
„Dann ist es also möglich, dass sich mein Arzt nicht traut, mir die teure Kristallaurahokuspokustherapie zu bezahlen?“
„Sollte das der Fall sein… dann wechseln Sie halt einfach Ihren Arzt! Dann wird der sich das in Zukunft schon ganz genau überlegen, ob er nochmal einem Patienten eine Behandlung verweigert! Wie heisst es so schön? Konkurrenz belebt das Geschäft!“
Herr Müller verabschiedet sich.
Irgendwie kommt ihm das alles sehr bekannt vor.
Am nächsten Tag hat er einen Termin bei der Pfennigfuchser-Kasse.
„Wir garantieren Ihnen stabile Beiträge!“ sagt der Typ in dem abgeschabten Sakko, „und das erreichen wir durch klare Kostenkontrolle. Sie halten sich an Ihre Regeln, wir uns an unsere und Ihr Arzt hat auch ein paar Regeln.“
„Und wie lauten diese Regeln?“ fragt Herr Müller.
„Eigentlich ganz simpel: Wir bezahlen das, was medizinisch sinnvoll ist. Wir haben einen dicken Katalog von Leistungen, die wir bezahlen. Wissenschaftlich fragwürdiger oder sogar gefährlicher Hokuspokus ist da nicht bei. Genauso haben wir eine Liste an Medikamenten, die von uns bezahlt werden. Ihr Arzt darf jede Therapie und jedes Medikament verschreiben, was auf der Liste steht. Aber nichts, was darüber hinaus geht.“
„und was ist mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen?“
„Wenn eine neue Therapie entwickelt worden ist und nachweislich wirksam sowie entweder kostengünstiger oder deutlich besser ist als das, was es vorher gab, dann wird sie in unseren Katalog aufgenommen. Allerdings wenden wir da strenge Kriterien an.“
Herr Müller weiß nicht, was er davon zu halten hat.

Written by medizynicus

23. Juli 2009 at 09:44

Veröffentlicht in Nachdenkereien

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