Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Arztkittel wissenschaftlich betrachtet

with 10 comments

Der durchschnittliche Arztkittel bringt samt Kitteltascheninhalt 1,6 Kilogramm auf die Waage, haben Wissenschaftler festgestellt. Zwischen männlichen und weiblichen Kitteln… äh, Kittelträgern gibt es keinen statistisch signifikanten Unterschied, wohl aber zwischen Berufsanfängern – die schleppen sich halb tot – und Oberärzten, welche mit leichtem Gepäck über die Station schweben. Internisten tragen schwerer als Chirurgen, welche übrigens attraktiver sind als Internisten, aber nicht so attraktiv wie Filmstars.
Was tragen Herr und Frau Doktor in der Kitteltasche so alles mit sich herum? Abgesehen von Fluppen natürlich jede Menge Keime. Ziemlich eklig, was da in verschiedenen Studien rausgekommen ist!
Also hat man Ärzte und Patienten darüber befragt, ob weisse Kittel denn nun wirklich sein müssen. Den Ärzten wars eher egal, aber die Patienten stehen drauf.
Also machte man die Probe aufs Exempel. Eine randomisierte und kontrollierte Studie verglich verschiedene Outfits miteinander.
Erstaunlicherweise wirkten Doktoren, welche Jeans, Hawaii-Hemden oder Nasenringe trugen, eindeugig weniger Vertrauenserweckend. Eine der Fragen, welche Patienten beantworten sollten, lautete: „Würden Sie diesem Herrn einen Gebrauchtwagen abkaufen?“

p.s.: Dank an Cheffe Monsterdoc, der die interessante Frage in die Runde gestellt hat.

Written by medizynicus

5. November 2009 um 22:00

10 Antworten

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  1. Bei Dir müsste sich der Kittel nun auch im Laufe der Zeit etwas leeren, oder? Aber ich meine die Krawatten der Chefärzte sind noch etwas schlimmer bezüglich der Verkeimung …
    Und: Die Frage hat der Doc Blog (der Chirurg) losgetreten.

    chefarzt

    5. November 2009 at 23:48

  2. Das mit den Keimen stimmt natürlich, wenn man mal so darüber nachdenkt… deswegen trage ich in den Kitteltaschen auch nie irgendwelche Lebensmittel (wie z.B. Müsliriegel, auch wenn die verpackt sind) mit mir rum. Und: ab und zu versuche ich die Kulis usw. zu desinfizieren. Meistens wirds aber vergessen…

    schwestertrauma

    6. November 2009 at 09:33

  3. Mein Hausarzt hat immer Jeans und bunte Hemden an. Ich vertraue ihm dennoch 🙂

    Aber ich würde wohl im KH erstmal doof schauen, wenn da jemand in so einem Aufzug rumrennt. Auch wenn man davon nicht auf Kompentenz schließen kann, irgendwo gehört der weiße Kittel einfach zum Bild „Arzt“ das man im Kopf hat.

    DeserTStorM

    6. November 2009 at 14:51

  4. Beutelschneider….

    Der Chefarzt guckt in seine Kitteltaschen. Ich auch: In meiner Brusttasche befinden sich roter und blauer Kugelschreiber (ein Geschenk meiner Station zu meinem Examen 1996), ein Edding, ein……

  5. Es geht nun wirklich nicht um die Kugelschreiber, die der der akademisch belastete Kittelträger mit sich herumtträgt, in meinen Augen sind die Ärmel ganz oben in der Hitliste der Keimüberträger (abgesehen von Ringen, Uhren, Armbändern, etc…*würg*). Kittel gehören abgeschafft, haben sie doch eh nur noch historischen/nostalgischen Wert! Einen Schutz (und als solches war der Kittel ursprünglich mal gedacht, wenn auch nicht ganz zu Ende…) bietet er nur mäßig. Es gibt schon einen Grund, warum z.B. Bekleidung von Pflegepersonal _immer_ kurzärmelig ist.

    Aber da stehe ich, glaube ich, relativ einsam auf weiter Flur, vertrauen doch die Leute – wie im Text schon geschrieben – einem Kittel zu 100% eher (von der eigentlichen Qualifikation mal ganz abgesehen).

    In diesem Sinne
    S.

    Steve

    7. November 2009 at 12:47

  6. Im Chemiestudium ging es nicht anders, wenn man sich nicht dauernd die Säure auf die Hosen kippen wollte.
    Später, im Referandariat, dachte ich, ich lass es besser. Die Versuche sind nicht so gefährlich, die man da macht. Bis ein Kollege sagte, er benutze ihn als Abstandhalter. Dann habe ich begriffen, warum an dieser Schule sogar Erdkundelehrer weiße Kittel trugen. Und ich benutzte den Abstandhalter fortan nur noch, wenn ich mit gefährlichen Substanzen hantiere. Das Vertrauen in mich hat aber eher zu als abgenommen.

    croco

    7. November 2009 at 15:26

  7. Nicht zu vergessen die Kinderärzte, die gleich noch irgendwelche Aufmunterungskleinigkeiten in den Taschen haben.

    Blogolade

    7. November 2009 at 15:38

  8. Genau, ich war’s gewesen…

    Aber was die Ärmel der Kittel angeht, muss Steve schon recht geben. Deswegen ziehe ich vor (invasivem) Patientenkontakt meinen Kittel gerne aus. Habe jetzt auch einen kürzeren bekommen, sieht doof aus, löst aber das Problem auch noch nicht ganz.

    Im Sommer trage ich eh nur Hemden, das hat allerdings zu wenig Taschen und so fehlen immer wichtige Dinge.

    Vielleicht wäre eine Bauchtasche eine Möglichkeit…?

    Doc Blog

    Doc Blog

    8. November 2009 at 14:10

  9. Ärmel hochkrempeln hilft auch nicht?

    Kurzärmelige Kittel mit Taschen sehen zu sehr nach Schwester aus, oder?

    Blogolade

    8. November 2009 at 20:00

  10. Hochkrempeln ist nur die halbe Miete, nach multipler Desinfektion der Hände sind die umgeschlagenen Ränder dann „angegriffen“.

    Doc Blog

    Doc Blog

    10. November 2009 at 14:41


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