Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Sind alle Krankenhausärzte doof?

with 11 comments

Also gut, wollen wir fair sein. Nach dem heutigen Rundumschlag gegen die bösen, bösen, doch in Wirklichkeit gar nicht so bösen und eigentlich ganz lieben Hausärzte sollten wir Krankenhausdocs uns mal an die eigene Nase fassen… also, womit tun wir unsere niedergelassenen Kollegen ärgern?
Böse Entlassungen nach Praxis-Schluss, wilde Medikamenten-Umstellungen… was gibt’s sonst noch?
Feuer frei, liebe Kollegen!

Written by medizynicus

25. Januar 2010 um 20:00

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

11 Antworten

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  1. Komischerweise wird bei diesem Artikel nicht so viel diskutiert wie beim vorhergehenden. Was im Umkehrschluss bedeutet: Hausärzte sind vermutlich doofer als Krankenhausärzte?

    chefarzt

    25. Januar 2010 at 22:04

  2. Läuft Fußball irgendwo?
    HrrHrr

    muckeltiger

    25. Januar 2010 at 22:16

  3. mmmh ich hab keine Erfahrung mit Krankenhausärzten… mein Hausarzt ist so gut dass ich gar nicht erst ins Krankenhaus komme 😉

    Blogleserin

    25. Januar 2010 at 22:37

  4. Tut mir leid, ich bin nicht so schnell.

    Also, grundsätzlich, wenn ich einen Patienten (internistisch ist hier gemeint) stationär einweise, dann natürlich, weil er mit der bisherigen Medikation (incl. meinen bescheidenen Änderungen) nicht mehr klar kommt: eine Umstellung ist also erwartet.

    Wenn er aber eine Woche später aus einem anderen Grund nochmal rein muss (in die selbe Klinik auf die selbe Station!) und dann die Entlassungsmedikation wieder zu 100% anders ist, dann wird da schon die Frage laut: wissen die eigentlich, was sie tun?

    Ebenso unverständlich ist es, wenn der Patient kurze Zeit später (z.B.wegen eines gebrochenen Arms) auf die Chirurgie kommt und dann – weil die Chirurgen ja nix davon verstehen – vom internistischen Konsiliarius ebenfalls komplett umgestellt werden! Da fragt man sich dann schon, kennen die nicht einmal ihre eigene „Handschrift“?

    Und dann noch: Vielleicht ist das eine regionale Marotte, aber bei mir wird von allen Häusern der Umgebung (ob Innere, Chirurgie, Neurologie, HNO, Augen oder sonst was) keiner ohne Simvastatin 40 (Anm.: Cholesterinsenker) und Pantoprazol 40 (Anm.: Magensäureblocker) entlassen (z.T. mit der expliziten Empfehlung die weiterzuverordnen!). Ja wenn er denn was mit dem Magen (gehabt) hätte, oder wenn er schwer Herzkrank ist (mit zusätzlich erhöhten Blutcholesterin und hohem Blutdruck)…. Aber wenn er wegen einer Nasenscheidewandoperation …. womit hab ich das verdient, dass der mich ….?
    (Man muss sich ja immer vor Augen halten, dass der Patient das nicht versteht und der Überzeugung ist, dass der Herr Professor/Chefarzt für ihn sicher nur das Beste gewählt hatte, während der ignorante Hausarzt doch nur sparen will – aber nicht bei mir!!!)

    der Landarsch

    26. Januar 2010 at 07:51

  5. Der Kinderdok fragte doch mal, warum um alles in der Welt man mit dem Kind immer einen Tag nach KH-Entlassung beim Kinderarzt/Hausarzt vorbei gehen soll. Diese Empfehlung gibts ja wirklich immer im KH (auch bei mir) und ich habs nie verstanden, wenn doch alles gut ist.

    Blogolade

    26. Januar 2010 at 11:27

  6. Hmm. Cholesterinsenker und Magensäureblocker – werden vielleicht alle Krankenhäuser von derselben Großküche beliefert?

    …nur so ein Gedanke…

    Benedicta

    26. Januar 2010 at 13:12

  7. Weil der Patient im deutschen (Kassen-)Gesundheits(Un)wesen nicht eigenverantwortlich sein darf! Es muss ihm immer ein verantwortlicher Fachmann sagen, wo’s lang geht. Und dieser Fachmann ist dann natürlich auch (u.a.kostenmäßig) für ihn verantwortlich – und schon haben wir jmanden, der an allem Schuld ist wenn die Politikerträume nicht in Erfüllung gehen: die Ärzte

    der Landarsch

    26. Januar 2010 at 16:22

  8. 1) Die Arroganz zu glauben, draussen arbeitet nur alte Trottel, die sich jahrelang nicht mehr fortgebildet hätten und sowieso keine Ahnung mehr hätten, wie RICHTIGE Medizin geht.
    … ein Oberarzt hatte einem niedergelassenen Kollegen mal angeboten, er könne doch bei ihm gerne hospitieren, wenn er was lernen wolle.
    2) Die Zulassung für ein Medikament scheint oft völlig uninteressant, weshalb bei fast jedem 2. Patient off-label verordnet wird, was ich umgehend absetzen muss. Kostet meist 20min Gespräch mit dem Patienten
    3) Der Arztbrief des Patienten kommt meist Monate später, manchmal post mortem …

    drgeldgier

    26. Januar 2010 at 16:36

  9. zu 1) (ist meinem Schwager passiert): 6 Jahre 1. Oberarzt in großer orthopädischer Klinik, dann niedergelassen. Wollte nach 3 Wochen 1. Patienten in seiner früheren Klinik telefonisch zur Einweisung anmelden. Bekam neuen Jungassi (2 Wochen im Haus) an die Strippe, und der will ihm dann erklären, wie das so geht, und dass das so, wie er sich das vorstellt nicht geht!

    der Landarsch

    26. Januar 2010 at 17:28

  10. Ist nicht nur bei Kindern so. Bei meiner Famulatur auf der Rettungsstelle wurde routinemäßig bei Entlassung jedem (egal wie gesund oder krank und ob sich die Situation verbessert hat oder nicht) geraten, am nächsten Tag nochmal zum Hausarzt zu gehen.

    chefaerztininspe

    27. Januar 2010 at 13:26

  11. Hausärzte hecheln von Hausbesuch zu Hausbesuch und von Patient zu Patient. Die kommen nicht zum Bloggen.

    Krankenhausärzte bloggen in ihrer Arbeitszeit munter drauf los und können deshalb auch mehr „diskutieren“ hier

    drgeldgier

    27. Januar 2010 at 16:50


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