Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for März 2010

auf dem Raucherbalkon nachts um halb eins…

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Es ist still.
Alles ruhig soweit.
Ich schleiche über die nächtlichen Flure, schaue hier noch einmal vorbei und dort, kurzer Smalltalk mit den Nachtdienst-Schwestern, bevor ich mich hoffentlich für ein paar Stündchen zurückziehen kann.
Im zweiten Stock steht die Tür zum Balkon offen.
Auf dem Balkon steht Herr Schröder und raucht.
Als er mich sieht, versucht er schnell, seine Zigarette hinter dem Rücken zu verstecken.
„Ich weiß, was Sie jetzt sagen, Herr Doktor!“
Ich sage erstmal gar nichts.
Herr Schröder auch nicht.
Dann holt er die Zigarettenhand wieder hervor, nimmt einen Zug, inhaliert, und bläst den Rauch in die feuchtkühle aber nicht mehr frostige Nachtluft.
„Was kann mir denn noch passieren, Herr Doktor?“ fragt er.
Ich sage immer noch nichts.
Herr Schröder lacht, oder versucht zu lagen aber es wird nur ein ziemlich schiefes Grinsen draus.
„Nee, Sie brauchen keine Angst zu haben. Ich springe nicht runter!“
Dazu hätte er allerdings Grund. Denn etwa zwölf Stunden zuvor habe ich ihm mitteilen müssen, dass er ein Bronchialkarzinom hat, und zwar ziemlich fortgeschritten, Operation wahrscheinlich nicht mehr möglich und Metastasen gibt es auch schon. In den nächsten Tagen werden wir ihn durch die Mangel drehen, Blut abzapfen, röntgen, sonografieren, endoskopieren, einmal- zweimal und dreimal durch verschiedene Röhren schieben und ihn bei allen möglichen Experten vorstellen um herauszufinden, was man noch machen kann. Trotzdem ist das Ergebnis vorhersehbar.
„Denken Sie daran, die Tür wieder zuzumachen, wenn Sie zurück aufs Zimmer gehen!“ sage ich.
Er nickt.
Ich gehe weiter und hoffe, dass er wirklich nicht springt. Aber er hat mir ja sein Wort gegeben.

Written by medizynicus

22. März 2010 at 07:27

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beraten und verraten

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Kalle sitzt im Arztzimmer. Er hat sich in seinem Bürostuhl zurückgelehnt und seine Füße liegen auf dem Schreibtisch direkt neben einer Batterie von dreckigen Kaffeetassen. Er blättert in einer Zeitschrift. In seiner rechten Hand hat er einen gelben Textmarker und ab und zu streicht er etwas an.
Er blickt nicht auf, als ich hereinkomme und ihm über die Schulter schaue.
„Du liest Stellenanzeigen?“
„Hmmm.“
„Du willst uns verlassen?“
„Hmmmmmmm.“
„Darf ich daraus schließen, dass aus der Oberarzt-Sache nichts geworden ist?“
„Wie man’s nimmt!“
„Aha?“
„Vom Ersten an bin ich befördert!“
„Oh! Gratuliere!“
„Pech für Dich: Du hast jetzt mehr Dienste. Ich mache stattdessen Hintergrund.“
„Das klingt ja spannend!“
„Noch spannender würde es klingen, wenn ich auch entsprechend bezahlt werde.“
„Wirst Du das nicht?“
„Ich bleibe Assistenzarzt. Also Funktionsoberarzt. Also jede dritte Nacht Hintergrunddienst fürs gleiche Geld wie zuvor. Aber wenigstens kann ich im eigenen Bett schlafen. Zumindest so lange bis Du mich da rausholst.“
„Und wieso…?“
„Wieso ich mich auf diese Scheiße einlasse? Weil es sich in meiner Bewerbung besser macht.“
„Nein, ich meine, wieso machen sie Dich nicht zum richtigen Oberarzt?“
„Da musst Du diese Beratungsfuzzis fragen! Weniger Geld ausgeben ist halt billiger als seine Leute anständig zu bezahlen.“
„A propos: Hast Du von diesen Beratungsheinis noch irgendwas gehört?“
„Die sind wie vom Erdboden verschwunden. Aber freu Dich nicht zu früh! Die hecken irgendwas aus, und das wird nichts Gutes sein, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!“

Written by medizynicus

19. März 2010 at 07:00

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Die Seelenverkäufer von Bad Dingenskirchen

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Die Stimmung ist gereizt.
Der Versammlungsraum ist brechend voll, fast die gesamte Belegschaft ist versammelt. Draußen am Flur ist so eine Art Buffet aufgebaut, mit matschigen Wurst- und Käsebrötchen ohne Gürkchen, dazu gibts Kartoffelsalat mit Salzstangen, Mineralwasser und Kaffee. Die Verwaltung gibt einen aus und läd ein zur Mitarbeiterversammlung.
„Nun gedulden Sie sich doch noch einen Moment…“ sagt unser Personalchef und klopft ans Mikrofon. Auch er ist nervös.
Endlich taucht der Verwaltungsdirektor auf. Dunkelblauer Anzug, graue Krawatte, Schweißperlen auf der Stirn.
„Meine Damen und Herren…“
Und dann folgen erst einmal die üblichen Floskeln. Schleimig-freundlich, nichtssagend, unverbindlich.
Und dann hat ein schlanker Yuppie-Typ das Wort. Er ist Unternehmensberater. Was auch sonst. Seine Firma heißt Schlagmichtot, Haumichblau und Collegen. Collegen mit C. und abgekürzt wird das Ganze zu SHC-Consulting und klingt damit noch schicker.
SHC-Consulting ist also mit der Restrukturierung unseres Krankenhauses beauftragt worden.
Im ersten Schritt wird unsere Anstalt nun vom Kreiskrankenhaus zum Krankenhaus des Kreises Bad Dingenskirchen Geh-emm-be-hah und bleibt vorerst im Besitz des Landkreises, also in kommunaler Trägerschaft, aber nur so lange, bis ein „Partner“, will sagen Käufer gefunden ist.
Die Mitarbeiter von SHC-Consulting werden nun in den nächsten Wochen und Monaten unsere Arbeitsabläufe studieren und darüber Dossiers und Berichte anfertigen, alles natürlich streng geheim, zumindest für uns. Ist ja alles zu unserem Besten. Anschließend werden die Arbeitsabläufe optimiert und… und spätestens hier höre ich nicht mehr zu.
Ich stehe auf, gehe raus und hole mir einen Kaffee.
Draußen steht Kalle und kaut lustlos auf einem Wurstbrötchen herum.
„Geht’s Dir auch so wie mir?“ fragt er.
Ich zucke mit den Schultern.
„Ich glaub‘, ich muß kotzen!“ sagt er, läßt das angebissene Brötchen liegen und verschwindet in Richtung Toilette.

Written by medizynicus

18. März 2010 at 13:00

Wieder mal Suchbegriffe

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soll ich rauchen oder nicht stop vielleicht haben sie wieder nicht ernst stop verarscht mich nicht stop kognitiv suboptimiert stop jungs, schwanzgröße stop wie werden promille kommastellen stop rauchen ist ungesund weil… stop untersuchung hoserunter stop besserer ausdruck für verarschen stop supranasal flatulenz stop darf man mich duzen stop warum sind ärzte so dämlich stop sieh mir beim ausziehen zu stop wie kann inch mensche helfen stop

Ach ja.

Lassen wir’s….

Written by medizynicus

17. März 2010 at 23:20

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Hilfe, wir werden verkauft!

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Im Schwesternzimmer ist es ungewöhnlich laut.
„Nein, das gibt es nicht!“ sagt Schwester Anna, „das können die doch nicht machen.“
„Wenn die wollen, dann können die alles!“ erwidert Schwester Paula.
„Aber da muss es doch Widerstand geben!“ Schwester Anna wird immer lauter, „Nein, nicht irgendwer, sondern wir müssen uns wehren! Jeder einzelne von uns!“
Jenny schüttelt den Kopf.
„Glaubt Ihr etwa, irgendwer hört auf uns?“
Ich trete ein und greife wie üblich zunächst mal zur Kaffeemaschine.
„Könnt Ihr mir vielleicht einmal sagen…?“
„Widerstand!“ wiederholt Schwester Anna, „Aktiver Widerstand, bis zum Letzten!“
„Hallo!“
Keiner nimmt mich wahr.
„Haalloo!“
Jenny grinst in meine Richtung.
„Könnt Ihr mir vielleicht einmal sagen, worum es hier geht?“
„Lies doch selbst!“
Jenny schiebt mir ein zerlesenes Exemplar des ‚Dingenskirchener Anzeigers‘ hinüber, aufgeschlagen auf der Lokalseite. Da ist ein Bild von unserem Herrn Verwaltungsdirektor.
„Krankenhaus beschreitet neue Wege!“ lautet die Überschrift. Im Artikel geht es zunächst einmal darum, dass sich alle Fraktionen des Kreistages einig darüber sind, wie wichtig das Krankenhaus ist und dass man den Standord auf jeden Fall sichern will, und so weiter, blablabla, alles schon tausendmal gehört und nie geglaubt, aber fatalistisch wie ich nunmal bin hätte ich auch das Gegenteil niemals so richtig wahrhaben können.
Der Hammer folgte im vorletzten Absatz.
„…allerdings sind Alternativen zur kommunalen Trägerschaft ernsthaft zu erruieren. Hierzu wurden bereits erste Sondierungsgespräche mit Vertretern mehrerer großer Klinikkonzerne geführt. Vor einer Privatisierung sind jedoch zunächst wichtige Umstrukturierungen und auch Mitarbeiteroptimierungen notwendig…“
Ich nehme die Zeitung in die Hand und schleiche mich nach nebenan ins Arztzimmer.
Kalle sitzt am Schreibtisch und diktiert.
Wortlos lege ich ihm den Artikel vor die Nase.
Kalle hält inne und dann wird er kreidebleich.
„Mir ist schlecht!“ sagt er.

Written by medizynicus

17. März 2010 at 07:00

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Ein Bier mit Kalle (3)

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„Mit der Bemerkung heute früh hast Du Dir ja nicht unbedingt Freunde gemacht!“ sage ich und grinse.
Kalle nimmt einen tiefen Schluck aus dem Bierglas.
„Viel Feinde, viel Ehr!“ sagt er.
In der letzten Zeit kommt es immer häufiger vor, dass Kalle und ich ein Bier trinken gehen. Vor allem dann, wenn Martin Dienst hat. Einmal haben wir sogar mit verstellter Stimme im Krankenhaus angerufen, den diensthabenden Arzt verlangt und einen Zugang angekündigt. Martin weiß bis heute nicht, warum der Zeh-Zwo intoxikierte Alkoholiker nicht zur Entgiftung aufgekreuzt ist. Aber wir fanden es tierisch lustig.
„Glaubst Du denn, dass bei dem Streik etwas für uns herumkommt?“
„Glaubst Du an den Osterhasen?“
Ich trinke mein Glas aus und bestelle ein Neues.
„Was wird denn aus Deiner Oberarztstelle?“ frage ich, um das Thema zu wechseln.
Kalle seufzt.
„Der Chef hatte heute erst wieder ein langes Gespräch mit der Verwaltung. Aber die mauern. Haben etwas von Restrukturierung erzählt und geheimnisvolle Andeutungen gemacht.“
„Geheimnisvolle Andeutungen? Worüber?“
„Irgendwas ist da im Busch. Keine Ahnung, was. Der Chef hat sich auch nichts zusammenreimen können. Angeblich soll es in den nächsten Tagen eine große Mitarbeiterinformation geben. Aber noch sei alles nicht spruchreif.“
„Und? Gut oder schlecht für uns?“
„Wenn die Verwaltung irgendwas plant, kann es nichts Gutes sein. Ich habe da meine Erfahrungen!“

Written by medizynicus

16. März 2010 at 00:15

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Mehr Geld für Ärzte?!

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„Seid doch mal ehrlich: Ihr Ärzte verdient doch genug!“ sagt Schwester Anna, „Wenn so ein Hartz-4-Empfänger Euch beim Streiken zuschaut…“
„…dann soll der gerne meinen Job machen, wenn er dazu in der Lage ist!“ erwiedert Kalle.
„Wir Pflegekräfte streichen ja auch nicht unbedingt die Spitzengehälter ein.“
„Dafür haben wir auch mehr Verantwortung!“
„Ach komm! Was würdet Ihr denn tun, wenn Ihr uns nicht hättet?“
„Darum geht es doch gar nicht: Ihr fangt mit Achtzehn Jahren an, Geld zu verdienen. Okay, ich weiß, als Schülerin verdient man nicht viel, aber man kann sich damit über Wasser halten. Wir hingegen verdienen mindestens sechs Jahre lang keinen Cent…“
„…aber dafür anschließend um so mehr…“
„Mehr als Ihr schon. Aber wir brauchen auch mehr.“
Schwester Anna lacht.
„Ach, Du meinst, als Arzt muss man sich halt ein dickeres Auto leisten? Oder den standesgemäßen Freizeitbeschäftigungen frönen?“
„Nee, gar nicht. Aber wenn mein Auto kaputt ist, muss ich in die Werkstatt und werde dort ein Heidengeld los. Du kennst vielleicht irgendeinen Kumpel, der sowas für wenig Geld macht, ich nicht. Und wenn meine Wohnung nicht völlig verwahrlosen soll, brauche ich eine Putzfrau. Nach einer Sechzigstundenwoche habe ich nämlich einfach keine Zeit mehr für Haushalt. Das ist es: All diese vielen Kleinigkeiten, die eine Menge Geld kosten, wenn man keine Zeit hat, um sich darum zu kümmern! Und deswegen ist es auch richtig, wenn jetzt gestreikt wird!“

Written by medizynicus

15. März 2010 at 07:14

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Wird jetzt gestreikt?

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Die Golfclub-Mitgliedschaft ist schon wieder teurer geworden und den Fahrer meiner Stretch-Limo werde ich wohl entlassen müssen. Komm ich halt demnächst wieder mit dem Lambo zur Arbeit, in die engen Krankenhaus-Parklücken passt der eh besser rein.
Aber spätestens dann, wenn ich meine Yacht oder gar die Villa im Tessin verkaufen muss, dann wird’s allmählich echt eng, dann wird gestreikt.
Nee, mal im Ernst.
Vor ein paar Jahren noch, da war der Marburger Bund ein zahnloser Tiger, inzwischen entwickelt er sich zu einer richtigen Gewerkschaft.
Ob wir aber wirklich in ein paar Monaten mehr Geld in der Tüte haben werden… da bin ich noch sehr gespannt!

Written by medizynicus

14. März 2010 at 10:00

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Diamorphin (2)

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„Heroin als Medikament?“
Schwester Paula schüttelt den Kopf.
„Sagte ich doch. Hier in Deutschland allerdings nur zur Behandlung von Drogenabhängigkeit…“
„Heroin für Drogenabhängige? Das ist doch fast so, als wenn die AOK eine Kneipe aufmacht mit Freibier für alle Alkoholiker…“
„Nun ja, nicht ganz…“
Ich trinke an meiner Tasse Krankenhauskaffeeplörre und verziehe angewidert den Mund.
„…das muss man sich so vorstellen…“
Kalle stopft sich ein Stück Kuchen in den Mund.
„Wisst Ihr was?“ fragt er kauend, „Ich wünsche mir, dass man Heroin demnächst im Supermarkt kaufen kann. Für zwei Euro fünfzig das Päckchen.“
Jenny grinst.
„Cool!“ sagt sie.
Schwester Paula hingegen starrt ihn mit großen Augen an.
„Sind Sie jetzt völlig verrückt, Herr Doktor?“
Kalle schüttelt den Kopf und klopft sich die Krümel vom Kittel.
„Nee. Ich habe da nur meine Theorien.“
„Und die wären?“
„Theorie eins: An Alkohol und Nikotin bringen mehr Leute um als Heroin. Und trotzdem sind die ersteren beiden Drogen legal.“
„Genau! Und deswegen sollte man sie auch am besten verbieten, weil..“
Kalle schüttelt erneut den Kopf.
„Theorie zwei. Verbote haben noch niemanden wirklich davon abgehalten, sich das Zeug zu besorgen. Wer etwas haben will, der kriegt es. Egal ob auf legalem oder nicht legalem Weg.“
„Aber die Kriminalität…“
„Theorie drei: Wenn man Heroin im Supermarkt für zwei Euro fünfzig kaufen kann, wird die ganze Sache für die Mafia und alle anderen Gangster plötzlich uninteressant. Und auch die Junkies selbst brauchen weder mein Auto zu knacken noch in meine Wohnung einzubrechen um ihre Sucht zu finanzieren…“
„Und was passiert mit den Abhängigen selbst? Gesünder werden die nicht!“
„O doch! Es gibt zumindest keinen Anlass mehr, sich mit verdreckten Spritzbestecken alle möglichen Infektionen zuzuziehen. Und abgesehen davon glaube ich an das Recht eines jeden Menschen, unvernünftig zu handeln und mit dem eigenen Körper anzustellen, was man will. Sofern man keinen anderen schädigt dabei.“

Written by medizynicus

13. März 2010 at 22:26

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Diamorphin

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Wieso bin ich jetzt eigentlich Fortbildungsbauftragter?
Ich kann mich nicht erinnern, diesen Job jemals in mündlicher oder schriftlicher Form aktiv willentlich übernommen zu haben. Ist aber auch egal. Jedenfalls hat’s der Chef mitgekriegt und jetzt darf ich demnächst bei der Mittagsbesprechung einen Vortrag über Schmerzmittel halten.
So verbringt unsereins also den Freitagabend.
Also Schmerzmittel.
Beim Blättern im Pharmakologiebuch findet man ja durchaus interessante Sachen.
Über Diamorphin zum Beispiel. Das ist ein sehr starkes, gut wirksames und gut verträgliches Schmerzmittel, welches billig hergestellt werden kann und in vielen Ländern eingesetzt wird.
Auch in Deutschland wird es von vielen Menschen eingenommen. Die aber zahlen viel Geld dafür und kriegen schlechte, meist auf fragwürdige Weise hergestellte Ware dafür.
Wie kommts?
Auf dem Markt ist Diamorphin seit dem späten neunzehnten Jahrhundert, und zwar zunächst als Hustenmittel. Die meisten der heutigen Konsumenten dürften allerdings weniger an der hustenstillenden Wirkung interessiert sein. Auch gegen Bluthochdruck und bei Herzerkrankungen soll es gut sein, behauptete die Herstellerfirma seinerzeit. Und als Schmerzmittel habe es den großen Vorteil, dass es nicht abhängig mache.
Behauptete man.
Damals.
Heute ist Diamorphin in Deutschland den meisten Menschen ein Begriff. Fast jeder kennt es. Allerdings nicht unter seinem chemischen Namen, sondern unter dem Markennamen, welcher ihm anno 1898 von der Herstellerfirma verliehen wurde. Und der lautet….
Heroin.
Seit 2009 ist Heroin übrigens auch in Deutschland wieder ein verschreibbares Medikament. Allerdings nicht als Schmerzmittel, sondern ausschließlich zur Behandlung von Drogenabhängigkeit.

Written by medizynicus

12. März 2010 at 22:49

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