Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Fortbildung – so geht’s auch

with 8 comments

Das Wochenende neigt sich dem Ende zu und ich bin wieder einmal schlauer geworden.
Jawoll, ich habe mich fortgebildet. Ganz allein. Ohne halsbrecherische Autobahnfahrten, ohne missgünstige Kollegen, ohne zuspätkommende, mikrofonklopfende, unmotivierte und hüstelstimmige Referenten.
Ich habe mich daheim in meiner kuscheligen Studierstube in meinen gemütlichen Ledersessel an den Schreibtisch gesetzt, mit sanfter klassischer Hintergrundmusik, prasselndem Kaminfeuer (…okay, das war gelogen) und einer leckeren Kanne Tee und knusprigen Keksen, wahlweise auch ab und zu ein Tässchen Espresso, ein kleiner Cognak oder ein Gläschen Wein.
Mein Compi war natürlich auch dabei.
So habe ich dann gelernt.
Ich trage nämlich im Dienst immer (okay, nicht immer. Aber fast immer. Wenn ich dran denke. Jedenfalls manchmal, zumindest ab und zu) ein kleines Notizbuch mit mir herum und da schreibe ich rein, was mir auffällt.
Wissenslücken zum Beispiel. Oder einfach Dinge, über die ich gerne mehr erfahren würde. Oder Situationen, in denen ich mich blamiert habe oder mich nur durch geschicktes Klugschwindeln (sowas lernt man mit der Zeit!) aus der Affäre gezogen habe.
Und ab und zu mal – wenn es draußen regnet und stürmt, im Fernsehen nur Mist läuft und sich keine schöne Frau mit mir verabreden will, dann veranstalte ich ein Lernwochenende.
Ich blättere in meinen gesammelten Lehrbüchern und auf guten medizinischen Webseiten und am Ende des Wochenendes fühle ich mich ein wenig kompetenter.
Viel kompetenter als nach so einem teuren Pflicht-Seminar.

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Written by medizynicus

16. Mai 2010 um 20:03

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

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8 Antworten

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  1. Mit nur einem Haken, oder doch zwei…
    die „guten … Webseiten“ muß man erst mal haben. Und was in Büchern steht, ist doch meist das Wissen vom letzten Jahr.
    Beide erlauben es kaum, Rückfragen zu stellen.

    Und wie ist das mit dem Innern Schweinehund, der einen dazu verleitet, dann eben NICHT zu lernen?

    Wolfram

    16. Mai 2010 at 20:37

  2. Man lernt wohl nie aus – und in den Büchern steht ja nicht nur falsches, wenn sie nicht gerade 10 Jahre alt sind. Per Uniaccount gibt es dann aber auch Zugriff auf die ganzen Fachzeitschriften, gute Sache!;)
    Bei den Fortbildungen mag ich eigentlich nur die praktischen Kurse. Liebe Grüße

    Avialle

    16. Mai 2010 at 20:50

  3. Naja, Wolfram, ich vermute mal als Mediziner kann man abschätzen, welche Quellen gescheit sind?!

    Ich finde es ja sehr löblich und fleißig, dass du u.a. aus deinen Fehlern lernst. 🙂

    Blogolade

    16. Mai 2010 at 20:51

  4. wow. ich hoffe dereinst auch so diszipliniert zu sein. finde ich echt super. also eigentlich hoffe ich gerade das physikum zu bestehen, um mal realistisch zu bleiben *g*

    ch-student

    16. Mai 2010 at 22:17

  5. Sehr gut, so etwas macht einen guten Arzt aus. Hoffentlich dehnen sich die Lernorgien aber nicht zu lange aus, sonst könnte der Cognac/Wein-Vorrat knapp werden …
    Ehrlich gesagt lernt man auch durchs Bloggen enorm dazu. Beispielsweise beim Recherchieren eines medizinisch vernünftigen Artikels oder Diskussionen mit anderen … bringt mir selbst ziemlich viel Fortbildung …

    chefarzt

    16. Mai 2010 at 22:36

  6. Mal aus Interesse: Schaust du als Arzt auch mal in die Datenbanken von dimdi.de ?
    Müsste doch eigentlich die ideale Fundgrube sein, oder?

    Klabund

    20. Mai 2010 at 21:31

  7. So halte ich es auch immer! Dank internetfähigem Handy kann man so manche Wissenslücken auch prima unterwegs schließen oder so manches mal überraschen, wenn man plötzlich mit allen wichtigen Infos kommt über die vor wenigen Minuten noch in der Gruppe diskutiert wurde.

    Marcel

    25. Mai 2010 at 13:38

  8. […] Selbststudium zu Hause bringt mehr […]


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