Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Wie lange kann man ohne Arzt leben?

with 12 comments

Bei der Durchsicht meiner Suchbegriffe finde ich immer wieder mal wahre Perlen:

wie lange kann man ohne arzt leben

Das ist doch ein Highlight! Eine sehr philosophische Frage.
Aber wie lange kann man denn nun ohne Arzt leben?
Es soll Hundertjährige geben, die in ihrem ganzen Leben noch nie einem Weißkittelhalbgott begegnet sind und all ihre Wehwehchen mit Pfefferminztee und heißer Zitrone kuriert haben. Andererseits ist es unbestritten, dass die Erreichbarkeit einer guten medizinischen Versorgung die Lebenserwartung erheblich verlängert. Und hier reden wir von „moderner“ Medizin, also Schulmedizin, nicht von schamanischer Kräuterheilkunde, Bachblüten oder Schüssler-Salzen. Für Letztere ist nämlich gar nichts bewiesen, übrigens auch nicht dass sie nicht wirkt.
Nun gibt es in unserer Gesellschaft jene Zeitgenossen, die alle paar Wochen wegen irgendwelcher Kleinigkeiten zum Doktor rennen und – da der Doktor schließlich nicht als Blödmann dastehen will – in ihrem Krankenblatt eine beachtliche Zahl von Diagnosen angesammelt haben.
Und dann gibt es die oben erwähnten knorrigen Gestalten, die Ärzten grundsätzlich aus dem Weg gehen.
Wer lebt nun länger?
Ich weiß es nicht. Aber es wäre ein interessanter Forschungsgegenstand…

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Written by medizynicus

22. Mai 2010 um 12:56

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

12 Antworten

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  1. Daraus ergibt sich aber auch gleich die Gegenfrage: Wie lange kann man mit Arzt leben?
    Je nach Arzt und dessen Handlungen kann das im schlimmsten Fall auch mal lebensverkürzend werden 😉

    Chris

    22. Mai 2010 at 13:36

  2. Ich kann da nur folgendes Buch empfehlen:
    „Matt und elend lag er da: Berühmte Kranke und ihre schlechten Ärzte“ von Jörg Zittlau. Nicht immer ganz sauber recherchiert, aber trotzdem ganz nett zu lesen und mit einigen Aha-Effekten 😉

    Maia

    22. Mai 2010 at 13:42

  3. Gute Frage.

    Ich denke man kann mit ein wenig Glück auch ohne Arzt lange leben. Mit ein wenig Pech erlebt man seinen 5. Geburtstag nicht.

    NK

    22. Mai 2010 at 14:12

  4. kommt auf den Arzt drauf an.
    ich selbst bin bisher nur alle jubeljahre zum Arzt, jetzt bi ich auf eine Auge fast blind und jeder neue Labortest ruft neue Diagnosen hervor 😉

    Wenn wir einfach nihct zum Arzt gehen würden, wüssten wir ja von vielem nichts, und demzufolge würden wir uns weniger sorgen machen. „Was der Bauer nicht weiß macht ihn nicht heiß.“ passt in dem Sinne ganz gut finde ich.

    azubi

    22. Mai 2010 at 16:54

  5. Liegt doch bestimmt an der Person an solcher und ihrer Verfassung. Es gibt eben Leute, die permanent kränkeln und solche, die bei -15 Grad mit nassen Haaren durch die Stadt gehen können.

    stef

    22. Mai 2010 at 18:42

  6. Interessante Studie – wird aber nicht funktionieren… denn zur Überwachung des „noch lebens“ müsste man ja einen Arzt hinzuziehen. Und damit wäre dann ja das „nie beim Arzt gewesen“ korrumpiert.
    (Von den Schwierigkeiten, das Ganze doppelblind durchzuführen, ganz zu schweigen)
    😉

    Benedicta

    22. Mai 2010 at 22:27

  7. Ich denke das Menschen, die Ärzten aus dem Weg gehen vielleicht nicht unbedingt länger leben, aber dafür eine weitaus höhere Lebensqualität besitzen
    (ich schließe jetzt einfach mal von mir auf andere).

    Klabund

    24. Mai 2010 at 09:40

  8. :-)…interressant,interressant…und wenn mans eng sieht ,würde manches leben ohne arzt gar nicht erst anfangen (und ich meine jetzt zum beispiel schwierigkeiten bei der geburt ! Grins)..aber ich glaub auch,das alte bauernsprichwort hat was,gibt genug krankheiten,die auch ohne ärztliche behandlung nicht gegen ein gutes und! langes leben sprechen..aber in der heutigen zeit mit nem absoluten hype zu ständigen arztbesuchen führen…:-)..jaajaa..der allseits geschätzte sekundäre krankheitsgewinn….frohe pfingsten übrigens!

    4lph4

    24. Mai 2010 at 11:36

  9. Na so lange, bis man todkrank ist (oder sich vor Schmerzen selbst umbringt).

    Nurpatientin

    24. Mai 2010 at 11:56

  10. Also, ich wäre inzwischen tot. Sogar mehrfach, vermutlich 😀

    Chaoskatze

    24. Mai 2010 at 12:59

  11. Da hat Chris Recht. Selbst mit Ärzten um sich herum muss es nicht heißen, dass man länger lebt. Nicht alles ist behandelbar und auch Ärzte machen Fehler, die dann vielleicht schneller zum Tod führen, als wenn man ohne Arzt verblieben wäre. Stichwort Falschdiagnose = Falschbehandlung..
    So war es bei mir, aber wie mein Kommentar vermuten lässt, habe ich überlebt. 🙂

    Ob mit oder ohne Ärzte, sterben müssen wir doch eh irgendwann alle. Und das ist auch gut so.

    alexa

    24. Mai 2010 at 14:40

  12. Hhm, eine sehr gute Frage. Ich fuer meinen Teil habe bisher die Erfahrung gemacht, dass ich nur so lange gesund bin, wie ich nicht zum Arzt gehe. Tue ich es doch, findet sich immer was neues, wo aber immer ein neuer Fachmann ran muss, angeblich. Eine Ueberweisung fuehrt zu naechsten und jeder erzaehlt was anderes. Verarschen kann ich mich auch alleene.
    Ich habe aufgehoert das alles zu glauben. Gott sei Dank, habe ich nichts(!) was ernsthaft als Krankheit durchgeht und ich bin in der Lage auch mal Fachliteratur zu lesen. Das Schlimmste was ich bisher hatte war eine etwas anhaengliche Bronchitis und ein Krankenhaus habe ich bisher nur als Besucher von innen gesehen (abgesehen von der eigenen Geburt, aber daran erinnert sich ja keiner).

    Verallgemeinern will ich das natuerlich nicht und bin auch sehr froh, dass wir eine gute Gesundheitsversorgung haben. Vielleicht erwischt es mich ja auch mal. 🙂

    Turtle

    25. Mai 2010 at 15:32


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