Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Freie Luft für Freie Bürger!

with 34 comments

Bayern hat gewählt und was auch immer man gegen den eigenbrötlerischen Freistaat im Süden der Republik sagen mag, diesmal waren sie echt fortschrittlich drauf da unten…. ach was sage ich, zukunftsweisend, vorbildlich, einsame Spitze war das!
Der von Politikern gerne beschworene Mündige Bürger hat’s denen da oben mal gezeigt – und interessanterweise bemühen sich jetzt alle Parteien darum, festzustellen, dass sie ja eigentlich auch schon immer dafür waren.
Gut so.
Parteiengezänk bringt uns hier nicht weiter.
Und dass Glimmstängel, Giftnudeln, Sargnägel, Krebsstäbchen, Fluppen, Ziggis und Zichten jetzt in Bayern weitgehend aus der Öffentlichkeit verbannt werden, ist schlicht und einfach ’ne feine Sache.
Was höre ich da? „Verbotsstaat“? „Intoleranz“?
Nee, Leute, damit Ihr mich nicht missversteht: Ich missgönne keinem Suchtbolzen seine tägliche Dosis Qualm. Sofern dieser Suchtbolzen seiner Sucht dort nachgeht, wo niemand – und ich betone noch einmal: niemand, absolut niemand! – sonst davon betroffen ist. Also entweder in seinen eigenen vier Wänden oder unter freiem Himmel mit mindestens zehn Meter Abstand von potentiellen Mitrauchern.
Denn darum geht es, versteht Ihr?
Wenn ich in einem Restaurant sitze und mir jemand seinen Rauch ins Gesicht bläst, dann finde ich das ungefähr so unappetitlich als ob mir dieser jemand in die Suppe spucken würde.
Schön, dass ich mir das nicht mehr bieten lassen muss. Zumindest in Bayern nicht.

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Written by medizynicus

6. Juli 2010 um 06:50

34 Antworten

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  1. Jetzt sollte noch ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit kommen.

    psychoMUELL

    6. Juli 2010 at 07:14

  2. Oh je, jetzt hagelt es sicher wieder ganz viele bitterböse Kommentare.

    Hier bei uns in Hessen haben sich viele im Radio gegen eine Verschärfung des „Raucherdiskriminierungsgesetzes“ ausgesprochen. Ja ne is klar, ich diskriminiere einen Süchtigen, der seine selbstmörderischen Tendenzen gerne überall und auch in meiner Nähe ausüben will…

    Rauchfreie (seit nunmehr >5 Jahren) Grüße aus Fulda

    Manül

    6. Juli 2010 at 07:20

  3. Nichts gegen das Nichtrauchergesetz.
    Das Jeder im Restaurant rauchfrei essen kann, finde auch ich als Raucher, ist eine Wohltat, aber die kleinen Eckkneipen sollen sie in Ruhe lassen, lasst sie dort weiterrauchen, gehen ja sowieso nur Raucher hin.
    Die Umsatzeinbussen die die Wirte am Anfang hinnehmen mussten waren hoch, bis die Ausnahmen zugelassen wurden (s. Raucherclub), sollen die Pleite gehen?

    Das wars für mich mit dem Oktoberfest…WER WILL 6000 schwitzende, besoffene in den Bierzelten riechen(von den kotzenden red ich nicht). Der Zigarettenqualm hat dem ganzen ein angenehmeres (nicht besseres) Aroma gegeben.

    Gerard

    6. Juli 2010 at 07:56

  4. Ich fand, als Nichtraucher, die bisherige Lösung für ausreichend. Das was jetzt gelaufen ist, grenzt für mich an Aktionismus. Wenn wir alle, von solchen und ähnlichen Süchten, Betroffenen so ausgrenzen wollten, wäre es auf Münchens Straßen bald ziemlich leer oder? Man sinniere doch mal über eine öffentliches Alkoholverbot – los, wer macht beim Volksbegehren? Und danach sind die Fetten drann, die gehören auch verboten. Vielleicht sollte man in Bayern doch über die eine oder andere Sache mal eine Nacht mehr schlafen, siehe auch Beispiel Mehrwertsteuervergünstigung fürs Hotelgewerbe – auch so ein hirnfreier wenn auch völlig anders gelagerter Vorstoß aus Bayern. Aber zum Glück wohn‘ ich in Berlin 😉 Schönen Tag noch.
    MfG

    Peter

    6. Juli 2010 at 09:03

  5. Seit dem in der Schweiz das Rauchverbot in der Restaurants gilt, finde ich es super dort sitzen zu können, ohne dass mir jemand vom Nachbartisch das Essen verqualmt. Mann kann auch mal in ein Pub gehen, ohne danach die Kleider vor lauter Rauchgestank im Sondermüll entsorgen zu müssen.

    Jetzt ist Sommer, auch bei uns. Nun sind überall die Gärten geöffnet. Und schon sitze ich wieder im Qualm vom Nachbartisch.
    Oder auf meinem Weg zur Arbeit muss ich ca. 10 Min vom Bahnhof zur Firma laufen. Da passierst, dass vor mir ein Raucher läuft, der qualmt. Ich finde den Rauchgeruch zum Kotzen, also Gas geben und überholen…

    Deswegen aber ein Rauchverbot im Freien?
    Sorry, dass wäre dann effektiv ein „Verbotsstaat“. Das Problem ist nicht das Rauchen selbst. Das Problem ist, dass kein Mensch mehr willens ist auf andere Rücksicht zu nehmen. Ich, ich, ich, das ist heute die Devise. Das Bewusstsein, dass sich jemand am eigenen Verhalten stören könnte ist gar nicht mehr vorhanden.

    Gefühlte Jahrzehnte her, seit einer am Nachbartisch gefragt hat, während ich noch am Essen war: „Stört es Sie wenn ich rauche?“. Die Antwort war „Nein“. Nicht weil es mich nicht gestört hat, sondern weil ich mich gefreut habe, dass ein völlig Fremder mich wahrnimmt und mein Recht auf saubere Luft respektiert. Dafür „stört“ mich dann der Qualm auch nicht mehr! 😉

    lorem42

    6. Juli 2010 at 09:05

  6. Tja, ich hätte da ja differenziert:
    – Restaurants: Rauchverbot
    – Kneipen / Bars / Clubs: Rauchverbot, aber Möglichkeit, einen Raucherraum einzurichten, wenn dieser von den allgemeinen Räumlichkeiten abgegrenzt ist
    – Kneipen bis sangwermal 50 qm: kein Rauchverbot
    – Bierzelte (sei es bei Oktoberfest oder Schützenfest): kein Rauchverbot

    Im übrigen bin ich dafür, Rauchen, Alkoholkonsum (halte ich für schlimmer, wer einen Alkoholiker im Bekanntenkreis hat, kann das vielleicht nachvollziehen), Onlinespielabhängigkeit usw. durch Aufklärung und, soweit möglich, Besteuerung zu bekämpfen. Wenn man das nicht so spießig-southparkmäßig macht wie diese fürchterliche Bätzing, könnte das vielleicht sogar Erfolg haben.

    Till

    6. Juli 2010 at 09:35

  7. Ich bin seit jeher absoluter Nichtraucher, aber diese Aktion am Sonntag war nur rausgeworfenes Geld.

    Davon abgesehen war die Regelung bisher auch so, dass in einem Restaurant einem beim Essen keiner Rauch ins Gesicht blasen konnte (Ausser man geht in einen Raucherclub zum Essen)

    Ist sowieso traurig, was hier für Aussagen von Leuten im Raum standen (allgemein), die sich rein gar nicht informiert haben, was Sache ist.

    Leider wird dieser „erfolgreiche“ Bürgerentscheid zu weiteren sinnfreien Bürgerentscheiden führen.
    Autofreie Autobahnen zum Bleistift. Sind optimale Radstrecken…..

    phantomaniac

    6. Juli 2010 at 09:37

  8. Ich finde das Rauchverbot gut. Auch in Eckkneipen usw., es geht ja nicht nur darum, das dort wenig Nichtraucher hingehen, sondern auch darum, da die Menschen die dort arbeiten vor dem Rauch geschützt werden.
    Ich rauche übrigens selbst, und das auch nur draussen, wo keiner davon belästigt wird.

    shortend

    6. Juli 2010 at 09:47

  9. Eben, es geht ja auch um die Mitarbeiter…..und deren Lungenkarzinom wird dann wieder brav von allen Einzahlern gezahlt….
    Bisher gabs ja auch die differenzierte Raucherlaubniss, mit so vielen Bestimmungen und Ausnahmen, dass keiner so richtig Bescheid wusste….
    Der Bürger will eine klare Regelung. Bekommt er !

    @ Gerard: Eine neue Marktnische ist gefunden! Wird bestimmt bald „Geruchsübertöner“ geben….dann riechen die Kneipen nicht mehr nach Rauch sondern nach ähhh….Lavendel? 😉

    DayLight

    6. Juli 2010 at 10:36

  10. „Wenn ich in einem Restaurant sitze und mir jemand seinen Rauch ins Gesicht bläst, dann finde ich das ungefähr so unappetitlich als ob mir dieser jemand in die Suppe spucken würde.
    Schön, dass ich mir das nicht mehr bieten lassen muss. Zumindest in Bayern nicht.“

    Damit hast du dich verraten: du wohnst ja gar nicht in Deutschland!

    Felix Nagel

    6. Juli 2010 at 11:46

  11. So, jetzt wo die Luft dafür sauberer ist, kann man ja vielleicht auch mal wieder die Konsequenzen aus der 60%Erkenntnis ziehen, dass Rauchen eine mutwillige Beschädigung ist. Ich habe in diesem Blog http://www.der-andere-hausarzt.de/2010/06/fall/ die These vertreten, schwer vorgeschädigte Raucher sollten das Rauchen verboten bekommen können. Wer nicht böswillig nur Gängelei unterstellt, sondern mit etwas medizinischer Empathie mal die Beschreibung dieses „ausgebrannten Falles“ durchliest, der wird verstehen, dass wir Ärzte uns positionieren müssen. In den Details warten viele Missverständnisse aber deswegen jedem AVK-2b Raucher das Kombi-Inhalativum auf unsere Regressrechnung schenken und jedem Komasäufer das RTW-Taxi in die Intensivstation spendieren, dass kann man jetzt vielleicht mal bleiben lassen?

    Kreativarzt

    6. Juli 2010 at 13:37

  12. Das Rauchverbot ist ja an sich eine nette Idee, das Problem ist nur, dass man sich beim Rein-und Rausgehen aus den Kneipen/Restaurants usw. erstmal durch 15 bis 20 direkt vor der Tür stehende Raucher kämpfen darf, mag jetzt nicht die mega-Gesundheitsbelastung sein, aber die Klamotten und Haare stinken trotzdem

    stolpertantchen

    6. Juli 2010 at 13:47

  13. Gott, oder wer auch immer, schütze mich davor, dass diese Regelung bald auch für Hamburg gilt!
    1. Bin ich der Meinung dass es durchaus Alternativen für Nichtraucher gibt – in Restaurants ist es ja sowieso schon lange verboten – meinetwegen… und 2. hab ich als Barkeeper die Nase voll von Schweiss, Pupsgeruch und extremen Parfumunfällen..

    Liebe Nichtraucher – bitte zerstört nicht anderer Leute Existenzen weil ihr der Meinung seid Priorität vor allen anderen zu haben..
    Die Eckkneipenkultur wird es eindeutig zerstören..

    Anna

    6. Juli 2010 at 14:30

  14. Wie traurig – da erwähnt Medizynicus explizit die Mitarbeiter*, und doch kommen wieder Argumente, die man sonst nur aus dem Kommentarbereich von MSN-News kennt.

    Ich würde sogar – trotz der nicht Realisierbarkeit – soweit gehen, dass Rauchen in allen Räumen, in denen sich Kinder regelmäßig aufhalten (= Umschreibung für Wohnung) zu verbieten.

    * da fällt mir ein: Ich könnte mit Raucherkneipen leben, wenn es ein Aussteigerprogramm für deren Angestellte gibt: Letztes Gehalt solange, bis man wieder ne adequate Stelle gefunden hat (finanziert von Rauchern). Denn kein Mitarbeiter kann es sich doch heutzutage erlauben, irgendwo zu kündigen.

    Joachim

    6. Juli 2010 at 15:55

  15. Lustig, dass so gut wie nie das Argument kommt, dass auch Mitarbeiter im Gastrobereich das Recht auf einen rauchfreien Arbeitsplatz haben, egal ob sie selber rauchen oder nicht.

    Der Volksentscheid war doch vor allem Folge der staendigen Aenderungen und Verkomplizierung des alten Gesetzes. Momentan, also bis 1. August gelten Regeln, die man als klar denkender Mensch einfach nicht umsetzen kann oder dass man sich hinterher streiten muss. Jetzt kann man auch einfacher kontrollieren ob das Rauchverbot eingehalten wird oder nicht.

    Nun ist fuer alle gleich und die Welt wird nicht untergehen. Die Gastronomie wird deswegen nicht Pleite machen. Dazu ein paar Zahlen:
    2007 325 Insolvenzen im bayer. Gaststaettengewerbe (kein Rauchverbot),
    2008 281 Insol. (strenges Rauchverbot),
    2009 298 Insolv. (Lockerung des Rauchverbots). Kein Rauchverbot sorgt nicht dafuer dass Kneipen bestehen bleiben, da haben andere Faktoren (Wirtschaftskrise) einen wesentlich nachhaltigeren Einfluss. In Anbetracht der Tatsache, dass „nur“ 25% der Bevoelkerung rauchen, duerfte der Anteil der gaststaettenbesuchenden Nichtraucher fuer die Gastwirte doch sowieso wichtiger sein.

    Im Uebrigen scheint es die meisten Menschen sowieso nicht sonderlich zu interessieren ob in den Kneipen geraucht wird oder nicht, sonst waeren ja wohl nicht nur 37% zur Wahl gegangen. Insofern kann man dann auch auf die Nichtraucher Ruecksicht nehmen.

    @Gerard: Es gibt auch jetzt schon rauchfreie Zelte beim Oktoberfest.

    Turtle

    6. Juli 2010 at 16:49

  16. Als Nichtraucherin finde ich es natürlich gut, wenn das Rauchen nicht mehr überall erlaubt ist.

    Allerdings habe ich nix dagegen, wenn es noch explizite Raucherkneipen gibt. Ich erinnere mich gerade an das „Havanna“ in Mannheim, ein Lokal was der Zigarre gewidmet ist und durchs Rauchverbot irgendwie weniger Flair hat. Ich bin kein Kunde dort aber es muss auch noch Mittelwege finden, oder?
    Ein Schild an der Tür „Raucherkneipe“ finde ich zB super. Da weiß ich, wo ich einen Bogen drum machen sollte 🙂

    Was mich allerdings immer sehr nervt ist, wenn ein Raucher irgendwo draußen in meiner Nähe steht und genüsslich seine Kippe anzündet, den Rauch beobachtet wie er Kinderwagen und Co einhüllt und weder eine Entschuldigung verlauten lässt noch etwas beiseite geht. Nein, da muss ich mit meinen 2 Kindern immer erst einen Bogen um die Raucher laufen, auch wenn ich zuerst da war. *narf*

    Blogolade

    6. Juli 2010 at 20:01

  17. @Blogolade

    Du hast ein Problem damit, wenn Leute draußen für wenige Minuten die Luft mit einer winzigen Rauch-Konzentration (da draußen) deine Kinder vollstinken, erwartest aber von abhängig Beschäftigten, dass ihr Arbeitgeber sie verletzen darf? [Und wer mir bei 3 Monaten Sperre beim ALG und gleichzeitiger Selbstversicherung bei der KK, x-Millionen Arbeitslosen und einem von Politikern aufgestachelten Hass auf Arbeitlose davon redet, dass ja jeder freiwillig dort arbeitet, denkt auch nur von 12 bis Mittag]

    Es gibt bei uns in der Straße einer Raucherkneipe, hängen auch lustige „Warnhinweise“ (wie auf Zigarettenschachteln) wie „Rauchen kann köstlich sein“ – davon merke ich nichts, wenn ich schon aus 10 Metern Entferung weiß, dass sie geöffnet hat, weil es bestialisch stinkt.

    Eben wieder gelesen, sehr genialer Satz, der den ganzen Mist ziemlich gut resümiert:
    „Tobacco is the only legal consumer product that kills when used exactly as intended by the manufacturer.“

    Stu

    6. Juli 2010 at 21:03

  18. Dass Nichtraucher und Kinder vor Qualm geschützt sein sollen, unterschreibe ich.
    Aber dass es überhaupt gar keine Lokalitäten geben darf, wo erwachsene Raucher unter sich miteinander zum Bier qualmen dürfen – das geht m. E. zu weit.

    buchstaeblich

    6. Juli 2010 at 22:09

  19. Hehe … mein Mann hat ja nach der Abstimmung gesagt dass das Gesetz einen entscheidenden Fehler hat: Das Rauchen im Freien ist immer noch erlaubt!

    Und wer mir jetzt mir „Stört doch keinen“ etc daherkommt, der sei mal darauf hingewiesen, dass 90% aller Raucher Schweine sind, die ihre Kippen auf Kinderspielplätzen und im Freibad einfach in die Wiese schmeissen, auf der kleine Kinder rumkrabbeln. Ich krieg echt regelmäßig das kalte Kotzen wenn ich im Sandkasten Kippen finde oder im Freibad erstmal 20 Kippen aufsammeln muss bevor ich mich irgendwo mit meinem Kleinkind niederlassen kann.

    Und wieso geht es zu weit, wenn Erwachsene nur noch in ihrer Wohnung rauchen dürfen? Kiffen oder Heroin spritzen dürfen sie nicht mal da.

    tibia

    6. Juli 2010 at 23:27

  20. P.S.: Hab übrigens auch amüsiert festgestellt dass auf einmal doch alle irgendwie schon immer für das strenge Rauchverbot waren. Das muss für Politiker, die vor jeder krakeelenden Lobby sofort einknicken, ja schon mal ein interessantes Erlebnis gewesen sein, wenn der Souverän einfach mal „So nicht!“ sagt.

    tibia

    6. Juli 2010 at 23:32

  21. Sorry – die Spinnen die. Bayern

    Klinkenputzer

    7. Juli 2010 at 02:22

  22. Rauchverbot überall ist geil, kann ich gar nicht genug von kriegen…(*wegduck*)

    docangel

    7. Juli 2010 at 08:09

  23. Zitat @ Peter: „Man sinniere doch mal über eine öffentliches Alkoholverbot – los, wer macht beim Volksbegehren? Und danach sind die Fetten drann, die gehören auch verboten.“

    Der Unterschied ist ja wohl offensichtlich. Mit den hier genannten Sucht- und Genussmitteln schädigt man nur sich selbst. Beim Rauchen sind andere mit dran. Was jemand seinem eigenen Körper antut ist mir ziemlich egal. Und die Unterstellung von @ Gerard, in Eckkneipen gehen sowieso nur Raucher ist ja wohl der größte Quatsch! Natürlich gehe ich als Nichtraucher auch gern abends mit Freunden mal ein Bierchen trinken. Ich mache es nur seltener, weil mir in den meisten Eckkneipen schon ein blauer Dunst entgegenkommt, wenn ich nur die Tür aufmache. Ich hasse es, wenn bereits nach einer halben Stunde in der Kneipe Klamotten und Haare zum Himmel stinken. Von gesundheitlichen Risiken will ich gar nicht reden. Ich war vor kurzem in Schottland. Dort gibt es eine lebendige Pub-Kultur. Geraucht wird selbstverständlich draußen – überhaupt kein Problem dort.

    Ich mag den Spruch: Raucherecken im Restaurant sind wie Pissecken im Pool.

    Betty

    7. Juli 2010 at 09:44

  24. @Betty
    „Mit den hier genannten Sucht- und Genussmitteln schädigt man nur sich selbst.“

    Erzählen Sie das mal den Tausenden Verprügelten und Überfahrenen. Gutmenschen und ihre Argumentation.
    Wie Sie argumentieren müssten wir auch sofort ein Tempolimit ala EU Schnitt durchsetzen. Is schließlich auch gefährlich (Unfälle, mehr Abgase) für die Allgemeinheit.

    Wir hatten das Rauchverbot doch schon, is ja nich so als wüssten wir nicht wie es ausgeht. End vom Lied ist das die Raucher, zusammen mit den Nichtrauchern, vor der Kneipe stehen. Die Nachbarn und der Wirt freuen sich.

    Felix Nagel

    7. Juli 2010 at 09:50

  25. hmmmm

    ich finde es so wie es jetzt ist, eigentlich vollkommen in Ordnung…
    Warum also das Gesetz noch Verschärfen? Warum sollten denn Diskotheken, Bars und Clubs plötzlich auf einen extra Raum für Raucher verzichten?
    Und wie wollen denn Pozilei, Securities und Co. das nächstes Jahr auf dem Oktoberfest konsequent verfolgen und verbieten?

    Ich finde es auch vollkommen in Ordnung, dass der Staat dies in Öffentlichen Einrichtungen komplett verbietet… aber ich finde es geht ein bisschen zuweit, dass man dies den Selbstständigen Wirtschaftern verbietet… Sie sollten selbst entscheiden können ob sie eine Kneipe mit Raucherbereich oder gänzlich rauchfrei bleiben wollen.

    Kaeks

    7. Juli 2010 at 10:14

  26. @ Turtle:

    Hast du eine Quelle? Dann bitte bitte schreib sie doch dazu… sry aber wenn es eins gibt was ich nicht mag, dann sind es Statistische Angaben in Foren, Kommentaren und Co. ohne eine Quelle!

    Kaeks

    7. Juli 2010 at 10:21

  27. Wer sich in einer Raucherkneipe bewirbt oder in einem Lokal, was schon alleine durch den Namen „Havanna“ und die Deko eindeutig als „Pro-Rauchen“ zu erkennen ist, der sollte damit rechnen dass die Gäste qualmen.

    Sorry aber wenn ich bei der Müllabfuhr anfange ist mir ja auch klar, dass das ein Job ist wo ich mir den Rücken kaputt machen kann.

    Auch wenn wir teilweise immer mehr amerikanische Verhältnisse bekommen. Etwas gesunder Menschenverstand sollte zu erwarten sein. Wer in einer Kneipe arbeiten will, muss auch damit rechnen vollgequalmt zu werden.

    Blogolade

    7. Juli 2010 at 14:35

  28. Häääh? Im Restaurant Rauch ins Gesicht blasen?
    Wann denn, ohne Zeitmaschine in Deutschland wohl kaum möglich. Und zwar seit vielen Jahren nicht mehr.

    Von mir aus gut und richtig in Restaurants usw.
    Aber wenn ich Abends weggehe, in Clubs, dann will ich da rauchen.
    Wenn die Raucher dann in ihre Ecken gehen, dann folgen zwangsläufig auch alle Nichtraucher in die bösen Raucherecken, weil da einfach mehr Stimmung ist xD

    Abmahner

    7. Juli 2010 at 18:38

  29. Sehr gute Entscheidung der Bayern! Ich hoffe der Rest der BRD zieht nach!

    Dr Mang

    7. Juli 2010 at 19:10

  30. Echt spannend hier (und natürlich auch anderswo) als Nichtraucher, der gegen das „überarbeitete“ Rauchverbot war, mitzulesen.

    ———

    @Kaeks: Sowas wie von Turtle stört mich auch, aber die Zahlen der Insolvenzen dürften in etwa passen.

    Was aber (bewusst, oder unbewusst) unterschlagen wird, ist die Anzahl der Kneipen, die „ohne Insolvenz“ zugesperrt haben. Noch weniger ist der Zusammenhang erwähnt, das eine Insolvenz üblicherweise schleichend, und nicht von heute auf morgen kommt. Hier bei uns haben inzwischen mehrere Kneipen zugesperrt. Insolvenzen waren zwar auch dabei, aber die meisten haben vor der Insolvenz zugesperrt.

    ———

    Was jetzt noch fehlt ist ein Nachbarschaftsraucherschutzgesetz. Also die Nachbarn, die neben einer Kneipe wohnen, müssen ja geschützt werden, wenn Sie auf dem Balkon sitzen, und unter Ihnen die ganzen Raucher qualmen.
    Und der ganze Lärm, der von den Rauchern vor den Eckkneipen ausgeht….hmm, ok, die werden von der Polizei wieder in die Kneipe gescheucht (Natürlich wird gleich noch kontrolliert, ob in der Kneipe geraucht wurde).

    Da aber die Kneipen zudem noch relativ laut sind, sperren wir die am besten gleich ganz zu. Dann hat man die Lärmbelästigung der Nachbarn, die von den Kneipen ausgeht auch geregelt (Gut, Arbeitsplätze sind dann auch weg, aber egal, hauptsache die Arbeitnehmer sind geschützt).

    Und wegen den Arbeitsbedinungen….. in den Discos muss die Lärmbelastung für die Angestellten reduziert werden. Wäre ja auch was für ein neues Bürgerbegehren… Obwohl… neee….im Gegensatz zu denen in den „Raucherkneipen“ haben die ja die Wahl, und können sich einen anderen Job suchen. Das ist für diejenigen, die in einer Raucherkneipe arbeiten (sich den Job i.d.R. selbst gesucht haben, als noch voll geraucht wurde) ja nicht möglich.

    Alles in allem könnten wir ja alles verbieten, was ungesund oder unvernünftig ist und in Kombination dazu noch alle Bücher verbieten und verbrennen….

    Ohje, ich bin abgeschweift….man möge bitte alles überlesen, war Ironisch, übertrieben, oder unangemessen war.

    ——–

    PS: Frage an die Ärzte: Kann man eindeutig sagen dass Lungenkrebs von absoluten Nichtrauchern aufgrund von Passivrauchen zustande kam ?

    phantomaniac

    8. Juli 2010 at 09:01

  31. @P.S. In seltenen Fällen gibt es Lungenkrebs ohne Rauchexposition. Das ist aber unwichtig, denn der Zusammenhang von Rauchen und Krebs ist bewiesen.

    Wer mit Raucherbein weiterraucht sollte eine Geldstrafe bekommen. Das wäre noch deutlich billiger als ihn an den zigarettenbedingten Gesundheitskosten zu beteiligen.

    Kreativarzt

    8. Juli 2010 at 10:49

  32. @Kreativarzt

    Ohhh, mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig. Da hätten wir Kaffee und Magenprobleme, da hätten wir Alk und die Leber, da hätten wir Fußballer und ihre Knie, Sonnen (bzw. Solarium) Anbeter und Hautkrebs, Menschen mir Körperumfang Kohl…

    Und ich wünsche mir doch etwas mehr Würdigung für unseren Kampf gegen den Terror.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tabaksteuer_%28Deutschland%29#cite_note-DT-2001-09-19-0

    😉

    Felix Nagel

    8. Juli 2010 at 10:55

  33. Ich will hier niemandem zu nahe treten, aber die Argumentation der Raucher klingt für mich immer so als würde man einem Heroinsüchtigen sein Besteck wegnehmen und er argumentieren das wäre auch noch gesund was er da macht…..

    Wie süchtig muß man denn bitte sein….?

    Melanie

    8. Juli 2010 at 16:13

  34. Jeder hat gleich Angst um seine kleinen Fluchten. Wenn ein Raucher mit Raucherbein eine Geldstrafe für`s Weiterrauchen bekommt, dann ist das genauso wie wenn ein Kokainsüchtiger für den Konsum der Droge verknackt wird. Da kommt auch niemand auf die Idee zu sagen: egal, dass er gesundheitlichen Schaden erleidet, jedem 14 jährigen seinen Koks ist Bürgerrecht. Schließlich verknackt auch niemand den Fußblaller der sein Knie ruiniert. Das ist aber etwas völlig Anderes. Man darf nicht immer alles verallgemeinern, dann ändert sich nie etwas. Das ist Kinderkram: der hat auch einen Lolly, jetzt will ich ein Eis! Ich würde erst bei vollbrachtem fortgeschrittenen Schaden durch Zigaretten oder Alkohol den Mist verbieten. Wenn jemand zu beschränkt ist die Zeichen seines Körpers zu deuten, dann muss halt jemand von aussen das tun. Aber allen Bürgern mit den Folgen der Selbstzerstörung einiger Unbelehrbarer auf der Tasche liegen, dass ist mehr als das Ausleben persönlicher Freiheiten.

    Kreativarzt

    12. Juli 2010 at 21:56


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