Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for Juli 2010

Morbus Bahlsen Reloaded

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Erinnert Ihr Euch noch an das denkwürdige Küchengespräch mit Jenny aus dem frühen Frühjahr?
Es ging um Morbus Bahlsen, zerebrale Flatulenzen und so. Heute ist nun ein geheimer Videomitschnitt des Gespräches aufgetaucht. Aber…. pssst… streng geheim alles!

(alternativ: hier – und herzlichen Dank an Herrn Hellimhals für die Idee!)

Written by medizynicus

23. Juli 2010 at 15:29

Kann man Bloggern trauen? Oder: Desmond, die Krankheit und die Pharmaindustrie

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Desmond ist so ein bißchen der nette junge Schwule von nebenan. Er lebt in Köln, ist neunundzwanzig und HIV-positiv. Darüber bloggt er.
Okay.
Desmonds Blog ist spannend zu lesen, designmäßig aufwändig gemacht, eine Facebookseite gibt’s natürlich auch und alles was dazu gehört.
Wer Desmond wirklich ist, das erfährt man, wenn man auf seiner Seite ganz nach unten scrollt: Hinter Desmond – und der angeschlossenen HIV-Info-Seite „Garten der Lüste“ steht nämlich die Pharma-Firma Abbott. Und die stellen zufällig unter Anderem auch HIV-Medikamente her. Dafür werben dürfen sie nur in „Fachkreisen“ nicht jedoch bei potentiellen Patienten. So steht’s im deutschen Heilmittel-Werbegesetz.
Und was hat das mit Desmond zu tun?
Existiert der überhaupt? Lebt er wirklich in Köln? Ist er gar nicht schwul und noch weniger HIV-positiv?
Wird sein Blog vielleicht in Wirklichkeit von den Mitarbeitern einer Werbeagentur geschrieben?
Ondamaris hat die Geschichte von Desmond ausführlich recherchiert. Einige seiner Kommentatoren wollen ihn wirklich getroffen haben. Es scheint ihn also zu geben.
Aber schreibt er wirklich jeden Artikel in dem nn seinem Namen veröffentlichten Blog? Werden diese redigiert oder redaktionell bearbeitet? Wer beantwortet an ihn gerichtete Emails, wer scannt die Kommentare in seinem Blog (von denen es verdächtig wenige gibt)? Wieviel Authentizität bleibt also noch übrig?
Es gibt Blogs, in denen ganz normale Leute über ganz normale Dinge schreiben. Einige Leute erleben vielleicht spannendere Dinge als andere oder können besser darüber schreiben als andere und werden daher häufiger gelesen. Andere Blogs sind fiktiv. Und dann gibt’s die Blogs, in denen halt mal ein bißchen geschummelt oder übertrieben wird. Es ist nicht leicht, herauzufinden wie authentisch ein Blog wirklich ist – und wieweit Anspruch und Wirklichkeit zusammenpassen.
Dass Pharma-Firmen sogenannte „Disease-Awareness-Kampagnen“ schalten und Selbsthilfegruppen ist nichts Neues – und keineswegs verwerflich, solange die Karten offen auf dem Tisch liegen.
Ein großer Teil aller medizinischen Publikationen, viele Fortbildungen und auch zahlreiche wissenschaftliche Studien würden ohne die finanzielle Unterstützung der Pharmaindustrie nicht existieren. Und damit kann man leben. Nur ganz wenige Puristen lehnen das ab.
Dennoch wirft Desmonds Blog eine Menge Fragen auf.

Danke an die Stationäre Aufnahme für den Link.

Written by medizynicus

20. Juli 2010 at 17:30

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Homöopathie und Kristallaurahokuspokustherapie

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Homöopathie-Bashing ist „In“.
Seit dem Aufmacher im Spiegel in der letzten Woche darf jetzt jeder seinen Senf dazu geben.
So ganz neu ist die Sache nicht: Schon im Januar haben britische Skeptiker beschlossen, kollektiv Selbstmord zu begehen indem sie öffentlich eine Überdosis homöpathischer Medikamente geschluckt haben. Natürlich sind alle immer noch wohlauf.
Die Frage, ob homöopathische Medikamente wirken oder nicht ist fast so alt sie die Homöopathie selbst und hat oft die Qualität einer quasi-religiösen Debatte: Entweder man glaubt dran oder halt nicht. Wobei, nüchtern gesehen, die Skeptiker die besseren Argumente haben. Tatsache ist: Den Millionen-Jackpots für denjenigen, der wissenschaftlich korrekt nachweisen kann dass Homöopathie wirkt hat noch niemand abgeräumt.
Trotzdem werden mit homöopathischen Tropfen und Globuli Millionen verdient.
Warum auch nicht? Das Zeug hat wenigstens keine Nebenwirkungen, ist gar nicht mal so teuer und wer halt dran glaubt… wir haben in diesem Land schließlich Religionsfreiheit.

Und für die Ungläubigen gibt’s die Kristallaurahokuspokustherapie nach Medizynicus.

Written by medizynicus

19. Juli 2010 at 10:40

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Schöner kochen mit Medizynicus – Heute: Die Aldi-Pfanne

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Es ist Sonntagabend in Bad Dingenskirchen, Magen und Kühlschrank sind leer. Schon wieder mal das Einkaufen vergessen, äh, wie denn auch wenn man sich am Samstag mal gönnt auszuschlafen und dann nachmittags etwas vorhat und dann ruck-zuck war es schon zwanzig Uhr.
Also, schon wieder Tanke oder Pizza?
Nix da, hier ist das ultimative Gourmet-Rezept:

Pfanne auf den Herd stellen, Öl rein und einschalten.
Man nehme zwei mittelgroße Zwiebeln. Kleinschnippeln. Rein ins Öl. Brutzeln lassen.
Ein Stück Bauchspeck, oder auch Salami oder irgendeine andere Wurst. Dazuschnippeln und rein in die Pfanne. Vegetarier können das natürlich auch gerne weglassen, ersatzweise kann man getrocknete eingelegte Tomaten nehmen, die gibts inzwischen auch bei Feinkost-Albrecht!
Noch mehr Zwiebeln schnippeln. Eine Dose Mais aufmachen und mit dazu. Eine Dose Champions aufmachen, immer rein damit in die Pfanne. Gut umrühren! Drei Eier darüber (es dürfen auch sechs sein, je nach Hunger). Zum Schluß ein großes Stück Käse (am besten Vakuumverpackten Gouda am Stück, ansonsten halt das was man so im Kühlschrank hat) reiben, in die Pfanne geben, sobald geschmolzen vom Herd nehmen.
Mit ausreichend Knoblauch, Tomatenmark, Pfeffer und Paprika abschmecken.
Auf einen großen Teller häufen, ein kühles Bier aufmachen (hat man als Mann immer im Haus, notfalls gibts ja auch noch die Tanke), Glotze an und genießen!

Written by medizynicus

18. Juli 2010 at 18:17

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Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch!

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Also gut, ich muss ja noch erzählen, wie die Geschichte ausgegangen ist. Kann Euch ja nicht immer an den Klippen hängen lassen. Also gut:
Wenige Minuten später gibt’s also einen langgezogenen Quietscher, Koffer werden krampfhaft festgehalten und manch einem schwappt auf dem Weg vom Bordbistro der Kaffee über die Vorderflossen. Zum Glück ist der grundsätzlich immer lauwarm, sonst hätte ich noch die eine oder andere Verbrühung zu behandeln.
„Meine Damen und Herren, unser Zug hält außerplanmäßig in Kleinkleckersdorfhausen. Wir bitten Sie, nicht auszusteigen, dies ist ein außerplanmäßiger Halt!“
Am Bahnsteig stehen schon zwei rotgewandete Herren mit einer Krankentrage und vorn auf der Zufahrtsstraße zum Bahnhofsgebäude sehe ich das zugehörige Fahrzeug.
„Äh, es geht aber schon wieder!“ sagt mein Patient müde lächelnd, „ich glaube, ich fahre lieber weiter!“
„Entschuldigung, aber die haben hier jetzt extra für Sie…“
„Nee, ich brauche doch nicht ins Krankenhaus!“
„Nicht?“
„Nee, wirklich nicht!“
„Und Ihnen geht’s wirklich besser?“
„Ja, selbstverständlich!“
„Keine Schmerzen? Keine Übelkeit? Kein Schwindel?“
„Nee, gar nix! Ich steige eh die nächste Station aus.“
„Wie lange dauert das noch?“
„Normalerweise eine Dreiviertelstunde…“
Der Uniformträger wird ungeduldig.
„Jetzt sagen Sie dem Mann gefälligst….“
„Wenn er nicht will…“
„Auf Ihre Verantwortung!“
Ich trete hinaus auf den Bahnsteig und rede mit den Rettungsdienstlern. Ein paar Neugierige stehen herum und natürlich ein paar Nikotinjunkies, welche die Chance nutzen.
Ein paar Minuten später fährt der Zug weiter, mein Patient immer noch an Bord.
„Entschuldigung, Herr Schaffner, ich meine Herr Zugchef, könnte man nicht vielleicht am nächsten Bahnhof einen Krankenwagen…?“
„Hat er doch abgelehnt!“
„Dann vielleicht zumindest jemanden von der Bahnhofsmission, der ihm mit dem Gepäck hilft?“
„Gibt’s da nicht!“
„Vielleicht einen Kollegen von Ihnen? Nur einfach zur Sicherheit….?“
„Mal sehen!“
Mal sehen heißt natürlich soviel wie: jetzt kannste mich mal kreuzweise. Also steige ich gemeinsam mit dem Herrn aus, helfe ihm mit seinem Gepäck bis zum Taxistand und nehme ihm das heilige Versprechen ab, sich dennächst irgendwann mal bei seinem Hausarzt vorzustellen.

Written by medizynicus

18. Juli 2010 at 09:58

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Lassen Sie mich durch, ich bin Arzt!

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„Wo ist hier der Verletzte?“
Etwas atemlos betrete ich den Waggon Nr. 23. Stickige Hitze schlägt mir entgeen, dazu eine Wolke aus dem säuerlichen Aroma von Erbrochnem.
„Sind Sie der Doktor?“ fragt ein Uniformträger. Natürlich weiß ich, dass es sich nicht um einen Schaffner sondern um einen Zugbegleiter handelt oder vielleicht sogar um den Zugchef persönlich.
„Ja, ich bin Arzt,“ sage ich, nenne meinen Namen und versuche, einen Blick auf den Endsiebziger zu erlangen, der da der Länge nach im Gang liegt, den Kopf auf ein Kleidungsstück gebettet, um ihn herum eine Lache aus… okay, lassen wir das.
„Geht schon!“ sagt er und will sich aufsetzen, „machen Sie sich nur keine Umstände!“
„Sie sind also einverstanden, dass dieser Herr die Reise fortsetzen kann?“ fragt Mr. Uniform.
Momentmal!
„Was ist denn passiert?“
„Er hatte einen Krampfanfall,“ erzählt ein anderer Passagier, „ist plötzlich bewußtlos geworden und zusammengeklappt und dann hat er erbrochen.“
Okeeh.
„Was ist Ihre Diagnose, Herr Doktor?“
„Geht doch schon wieder besser. Ist gar nicht mehr so schlimm.“
Mein Patient zwingt sich ein Lächeln ab, steht auf und setzt sich auf den kontaminierten Sitz.
„Wir brauchen jetzt eine Entscheidung ob wir anhalten sollen oder…“
Ich erinnere mich an das gastronomische Angebot aus dem Speisewagen, ähem, Bordbistro.
„Könnten Sie dem Herrn vielleicht ein Glas Wasser besorgen?“
Der Uniformträger wetzt los und kommt erstaunlich rasch mit einem Glas Sprudelwasser zurück.
Der ältere Herr lächelt dankbar.
„Und geht’s?“
„alles halb so wild!“
„Sie übernehmen also die Verantwortung, dass keine gesundheitliche Gefährdung besteht und…“
Ich drehe mich um.
„Ich bin noch nicht sicher, aber…“
„Ich lasse den Zug im nächsten Bahnhof anhalten und rufe einen Krankenwagen!“
Die Geschichte wird ja noch richtig spannend!

Written by medizynicus

15. Juli 2010 at 07:33

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Ist hier ein Arzt an Bord?

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Okay, okay.
Jeder erlebt sowas irgendwann mal. Zumindest jeder Arzt. Fast jeder.
Meine Wenigkeit hatte bislang noch nicht das Vergnügen… bislang… bis jetzt.
Also.
Medizynicus sitzt im ICE von Weißgottwohausen nach Irgendwo. Bad Dingenskirchen ist weit entfernt und das Kreiskrankenhaus sowieso.
Medizynicus hat frei. Kein weißer Kittel, kein Stethoskop und zum Glück sieht man ihm seinen Beruf nicht an der Nase an.
Draußen hat’s so um die dreißig oder vierzig Grad im Schatten und hier drinnen säuselt die Klimaanlage (immerhin funktioniert sie!) und Medizynicus dämmerdöst bei Tempo zweihunderfünfzig durch blühende Sommerlandschaften.
Der Lautsprecher knackst. Was kommt jetzt? Zum hundertsten Mal die Ansage mit den Hinweisen auf das überteuerte gastronomische Angebot des Bordrestaurants? Nächster Halt wasweißichwo?
Nichts dergleichen.
„Falls sich ein Arzt an Bord befindet, wird dieser gebeten, sich in Waggon dreiundzwanzig zu begeben!“
Nix da. Ich bin heute Privatmensch. Demonstrativ schließe ich die Augen und atme tief ein. Einatmen, ausatmen, aufs innere Chakra-Karma-Ying-und-Yang hören und entspannen, entspannen, entspannen….
„Entschuldigung, wir wiederholen noch einmal die Durchsage, falls sich ein Arzt…“
Jajaja, weiß schon Waggon dreiundzwanzig. Wo ist der denn überhaupt? Was geht mich das an? Schlechtes Gewissen? Oder Neugier? Okay, etwas Bewegung kann nicht schaden.
Also mache ich mich auf den Weg, bemühe mich um eine wichtige Miene und klettere über Kofferberge.
Am Eingang zu Waggon 23 kommt mir ein wohlbekannter Geruch entgegen. Und eine grauhaarige Gestalt in den Fünfzigern.
„Sie sind Kollege nehme ich an? Na, denn übernehmen Sie mal!“
Mit einem erleichtert wirkenden Lächeln begibt er sich zurück in Waggon 24, während ich mich für den Auftritt bereit mache.

Written by medizynicus

14. Juli 2010 at 12:02

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Nee. Nicht wirklich. Muss nicht sein… nicht hier!

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Also Schätzchen, ich weiß, Du bist jung, weiblich und hältst Dich für hübsch.
Du verstreust Deine Aura aus Oh-de-irgendwas drei Meter gegen den Wind und die pheromongeschwängerte Luft hat Deinen Bewußtseinszustand negativ beeinflußt… jaja, ich weiß, Schätzchen, Du hältst das für Verliebtheit oder sogar für die Große Liebe, aber glaub mir, im Gegensatz zu Dir habe ich ein bißchen Lebenserfahrung angesammelt, bin ja auch knapp doppelt so alt wie Du, ist ja egal, jedenfalls kann ich Dir genau sagen, was dieser Kerl da von Dir will.
Und ob er das kriegt oder nicht geht mich ja nix an, wirklich nicht, aber bitte schön, nicht hier, okay?
Okay??
Das hier ist ein Krankenhaus und kein…. ähem…. ist ja auch egal, was das hier nicht ist.
Also, Schätzchen, würdest Du jetzt bitte Deine Zunge dahin tun, wo sie hingehört, dann eine halbwegs aufrechte Position einnehmen und Dich ins Behandlungszimmer nummero zwo begeben.
Dein Schatzibärli kann gerne mitkommen.
Darf sogar Händchen halten, wenn er möchte.
Aber nur Händchen, okay?

Written by medizynicus

10. Juli 2010 at 19:26

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Knallt das?

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Atze ist so um die Mitte dreißig und hat eine große Leidenschaft: das Heroin.
Und weil das ein ziemlich teures Hobby ist, betreibt er nebenbei einen kleinen Gemischtwarenhandel. Früher mal war er auch im Import-Export-business tätig, aber davon ist er längst weg.
„Die Gewinnmargen sind gering, das betriebswirtschaftliche Risiko zu hoch!“ sagt er. Das sind allerdings nicht ganz seine Worte. Er drückt sich da natürlich etwas anders aus.
Atze und ich, wir respektieren uns. Oder sagen wir mal besser: Wir haben eine Art Stillhalteabkommen geschlossen. Er verzichtet inzwischen auf die Überfallstrategie (z.B. Auftauchen nachts unter Vorspiegelung starker opiatpflichtiger Schmerzzustände) und hat auch sonst versprochen, sich zu benehmen. Das war, nachdem Schwester Paula ihn an den Ohren aus dem Stations-Dienstzimmer gezogen hat, wo er zu frühmorgendlicher Stunde (es herrschte gerade das übliche Frühstücksausteilechaos) seinen Kopf etwas zu tief in den Medikamentenschrank gesteckt hatte.
Aber sowas macht er jetzt nicht mehr. Und zum Dank dafür schmeißen wir ihn nicht immer gleich sofort wieder hochkant raus.
Atze führt seine Geschäfte gelegentlich auch vom Krankenbett aus. Das theortisch immer noch geltende Handyverbot wird von uns schon längst nicht mehr durchgesetzt. Das Rauchverbot hingegen schon, zumindest von mir, aber Atze umgeht das indem er geschickt mit dem nikotinabhängigen Teil des weiblichen Pflegekörpers flirtet und sich bei deren Rauchpausen einfach mit dazu auf den Balkon stellt. Aber wir kommen vom Thema ab.
Atze sitzt also aufrecht auf seinem Bett und telefoniert. Mein visitliches Erscheinen quittiert er mit einer kurzen grüßend gemeinten Handbewegung.
Dann legt er das Handy weg.
„Sag mal Doc,“ spricht er und reicht mir einen kleinen Notizzettel, „kennste das?“
Atze duzt übrigens unterschiedlos jeden, sogar den Chef.
Ich lese den Zettel. Da stehen ein paar Medikamentennamen drauf.
„Hat ’n Kumpel von mir organisiert!“ fährt Atze fort. Ich frage ihn lieber nicht, wie das mit dem Organisieren zu verstehen ist.
„Aha?“
„Und?“
„Was und?“
„Ja, knallt das Zeug?“
Ich muss innerlich grinsen. Da hätte ich Atze doch etwas mehr Sachverstand zugetraut. Auf dem Schriftstück stehen ausschließlich harmlose Vitaminpräparate und – man höre und staune – Pentoxyphyllin-Infusionslösung. Das Zeug gibt man zur Durchblutungsförderung nach einem Hörsturz, allerdings ist die Wirksamkeit eher umstritten. Und eine wie auch immer geartete andere Wirkung ist mir nicht bekannt.
Aber das braucht Atze ja nicht unbedingt zu wissen.

Written by medizynicus

8. Juli 2010 at 15:19

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Wir sind draußen…

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…Halbfinale versemmelt.
Vuvus verstummt.
Knappe Entscheidung, aber die Spanier, ähem die Australier haben’s verdient, und die sind jetzt im Finale der Blog-WM, gegen die Pommeswelt.
Jungs, ich gratuliere Euch ganz herzlich und drücke Euch die Daumen!

Written by medizynicus

7. Juli 2010 at 23:38

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