Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Geheimverhandlungen im Gesundheitsministerium

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Wir befinden uns wieder in dem geheimen abhörsicheren Konferenzsaal. Die Sekretärin hat noch frischen Kaffee und Kekse bringen dürfen, dann hat sie die schalldichte Tür hinter sich abgeschlossen.
„Fassen wir zusammen,“ sagt der Vorsitzende, „Wir wollen die Anzahl der Ärzte reduzieren. Was können wir tun?“
„Wir schicken sie nach Spelunkistan!“
„Hmmm. Warum nicht? Gerade habe ich eine Anfrage der Regierung von Nordspelunkistan auf dem Tisch. Und südspelunkistanische Krankenhäuser inserieren ja sowieso ständig in unseren Fachzeitschriften…“
„Wirft das nicht ein schlechtes Bild auf uns?“
„Warum?“
„Na, wenn es heißt, dass uns die Ärzte weglaufen?“
„Das kann uns doch egal sein!“
„Kommt aber bei den Wählern schlecht an.“
„Da haben Sie Recht.“
„Den Wählern, also den möglichen Patienten, müssen wir das Bild vermitteln, dass es bei uns die beste Medizin der Welt gibt und weder Kosten noch Mühen gescheut werden…“
„Auch richtig. Also sollten dafür sorgen, dass die doch Ärzte hierbleiben.“
„Sie brauchen ja nicht glücklich zu sein. Im Gegenteil. Sie dürfen jammern. Und wir rechnen der Öffentlichkeit vor, wie viel unsere Mediziner verdienen. Braucht ja nicht zu stimmen, was wir ihnen da vorrechnen. Hauptsache, es hört sich nach ganz viel Geld an. Und dann…“
„Dann gründen wir eine neue Komission. In diesem Sinne, meine Herren, darf ich Ihnen für Ihre Teilnahme meinen herzlichen Dank aussprechen. Bis zum nächsten Mal!“

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Written by medizynicus

14. August 2010 um 07:10

Eine Antwort

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  1. Lasst sie jammern und lasst sie bluten Freunde. Solange sie mit ihren abzuzahlenden Praxiskrediten geknebelt sind, wird außer Aufheulen nicht viel passieren. Ganz langsam driften sie in ihre Rententräume davon und nur ein paar wenige verschwinden. Die für uns Schwierigsten gehen weg, auch kein Schaden. Wenn der Widerstand zu pressewirksam wird, dann geben wir ein wenig Geld in ihre Börsen ABER! Immer einen Gesamtbetrag nennen, niemals das Einkommen der Einzelnen, das klingt viel eindrucksvoller. Wichtig bleibt unsere Absprache: Nichts darf nach draußen dringen von unserer “verschleppten Insolvenz”! In einem etwas langatmigen Pamphlet hat dieser Arzt
    hier ( http://4url.de/n3Ov559pn ) die Wahrheit aufgedeckt aber das liest keiner und das sitzen wir aus. Wo bleibt eigentlich der Schampus?

    Kreativarzt

    14. August 2010 at 10:46


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