Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Zum Doktor nur ohne Kopftuch!

with 31 comments

In dieser Praxis herrscht Ordnung: ohne „Grundkenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift und Aussprache“ wird man hier nicht behandelt. Islamische Frauen mit Kopftuch müssen draußen bleiben. Und wenn sie „mehr als fünf leibliche Kinder“ haben, dann haben sie hier erst recht nichts zu suchen.
Unglaublich, aber wahr:
Ein Allgemeinmediziner aus dem hessischen Wächtersbach hat in seinen Räumlichkeiten ein drakonisches Regelwerk ausgehängt.
Es gehe nicht an, dass sich Patientinnen zur Behandlung erstmal „sieben Unterhosen ausziehen müssten“, äußerte er sich gegenüber der örtlichen Presse, da sei ihm halt einfach „die Hutschnur hochgegangen“.
Will er provozieren?
Oder ist er einfach nur genervt, desillusioniert, überarbeitet und ausgelaugt, wie so viele Hausärzte?
Wie auch immer. Längst hat seine Aktion überregional Wellen geschlagen und berechtigte Empörung hervorgerufen.
Allerdings ist ist zu befürchten, dass solch ein Vorgehen hier und dort doch klammheimliche Zustimmung findet.
Und jetzt stelle ich mir mal vor…
….also einfach nur mal angenommen…
…angenommen, ich packe meinen Koffer und ziehe in die Neuen Bundesländer – oder von mir aus auch irgendwo anders hin, jedenfalls in die tiefste, allertiefste Provinz: dorthin wo der größte Ärztemangel herrscht, wenn man unseren Funktionären glauben mag.
Und irgendwo da mache ich eine Praxis auf.
Vor der Praxis steht ein großes Schild:
„Skinheads und Neonazis ist der Zutritt zu diesen Räumlichkeiten verboten! Das Tragen Kleidung sowie Schmuck und jegliche Art von Accessoirs mit neofaschistischen Symbolen – auch in versteckter Form – ist in dieser Praxis nicht erlaubt. Im Falle von rassistischen Äußerungen wird umgehend vom Hausrecht Gebrauch gemacht. Falls Patienten oder Mitarbeiter angepöbelt, beleidigt oder beleästigt werden ist mit Anzeige und strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. „
Wie lange würde ich wohl überleben???
Via: Ärztezeitung.

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Written by medizynicus

5. September 2010 um 09:42

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

31 Antworten

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  1. Ewig. Die Antwort ist genauso blöd wie die Frage, die Lebensgefahr bei solchen Äußerungen in den 5 Bundesländern unterstellt. Deine Einschätzung der gar nicht mehr so neuen Bundesländer bedarf dringend eines Urlaubs dort. Ach, ich vergaß, kann sich ein Arzt Urlaub überhaupt noch leisten? (OK, die Frage unterstellt genauso was zu Unrecht)
    Neonazis und Biologisten sind wahrscheinlich ganz gerecht über Deutschland verteilt, sie können sich nur bei höherer Einwohnerdichte besser vor Journalisten verstecken. Außerdem sind letztere nur in den neuen Ländern so aufmerksam, in den alten Ländern treiben sie andere Säue durchs Dorf.

    Wolf

    5. September 2010 at 09:54

  2. Also ehrlich Medizynicus. Ich habe eine Weile nach den Ironiezeichen gesucht, aber scheinbar meinst Du diesen Beitrag ernst.

    Wie schon Wolf geschrieben hat, Du hättest keinerlei Probleme mit solch einem Schild.

    Es macht mich aber traurig, dass im Jahre 20 nach dem Beitritt (vulgo Einheit) in vielen Köpfen der gebrauchten Bundesländern solche Vorstellungen herrschen. Ja auch wir im Osten essen mit Messer und Gabel, wissen wie man eine Serviette benutzt und ziehen nicht brandschatzend mit Baseballschläger und Hakenkreuzfahne durch den undurchdringlichen, lediglich von Trampelpfaden erschlossenen Urwald.

    Im Gegensatz zu manch Anderen haben viele von uns schon vor der Wende den Medien und der Politik nicht alles geglaubt, sondern aus eigenem Antrieb den Horizont erweitert.

    Matthias

    5. September 2010 at 10:30

  3. Ihr habt alle recht , es gibt in den neuen Ländern solche Orte wie beschrieben … und sie gibt es im Westen, grade in Hessen gibt es Täler wo man mit solchen Sprüchen ärger bekommen kann.

    Und der Arzt aus Wächtersbach hätte im Gallus/Bahnhofsviertel von Frankfurt erhebliche Probleme.

    Martin

    5. September 2010 at 10:35

  4. Es gibt Gegenden in Sachsen da würde die Praxis nach ein paar Tagen vermutlich lichterloh brennen. Das hat nichts mit Ost und West zu tun sondern ist einfach Fakt. Wer es nicht glaubt möge sich den letzten Verfassungsschutzbericht zu Gemüte führen.

    Denis

    5. September 2010 at 10:57

  5. „Im Gegensatz zu manch Anderen haben viele von uns schon vor der Wende den Medien und der Politik nicht alles geglaubt, sondern aus eigenem Antrieb den Horizont erweitert.“
    Stimmt! Ich konnte im Osten genau diese Erfahrung mit sehr offenen Menschen machen.
    Aber „Heil Hitler“ als Verabschiedung (und nicht einmalig oder scherzhaft gemeint) habe ich bisher auch nur im Osten gehört. Genauso wie Aussagen das es mit Mauer besser war.

    Ich bin im Westen aufgewachsen und seit einigen Jahren im Osten. Bevor ich umgezogen bin habe ich die Begriffe Ost und West fast nicht gebraucht aber ich musste auch feststellen dass es eindeutig Unterschiede gibt.

    Blogleserin

    5. September 2010 at 11:29

  6. es würde gar nichts passieren – solche Typen gehen doch nicht zum Hausarzt, würden so ein Schild also gar nicht finden (lesen / verstehen können ?!)…

    solche Typen kommen nachts besoffen als „arme unschuldige Opfer, die verhauen wurden“ in unsere Notaufnahme (Ostsachsen), pöpeln die Schwester und den diensthabenden Arzt an, die Kumpels randalieren derweil im Wartezimmer…
    Polizei braucht man nicht zu rufen, die tun eh nichts und stellen sich teilweise noch auf die Seite der Typen…

    …ich spreche aus langjähriger Erfahrung… 😦

    Antje

    5. September 2010 at 11:37

  7. @antje, nachdem du vor einiger Zeit Annette unterstellt hast, frustriert zu sein(wer von uns ist das nicht mal?), höre ich jetzt bei dir deutlichen Frust raus…
    @medizynicus: lebe inzwischen mehr Lebenszeit im Westen als im Osten, habe aber noch meine ganze Familie und Freunde im Osten. Also, ich würde diesbezüglich meinen Vorrednern zustimmen. Also, die Praxis würde ewig halten. Die freuen sich über jeden Arzt und Neonazis gibt´s nicht nur im Osten. Man erinnere sich nur der letzten Aufmärsche…
    Aber mal ehrlich, wart ihr noch nie sauer auf unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund, die sich nachts um zwei theatralisch auf der Trage wälzen und man kann nicht herausfinden, warum, da die Deutschkenntnisse gegen null gehen???? Wobei ich ganz klar das Schild für überaus frech halte!!!
    Was ist mit der Pflicht zu helfen??? Damit bricht man doch mit Sicherheit irgendein Gesetz??!!

    Mausel

    5. September 2010 at 12:00

  8. … hier in den „neuen“ Bundesländern herrscht kein Arztmangel.

    Früher war alles besser? Es gibt sie heute noch, diese Sprüche wie „Beim Adolf hätte es das nicht gegeben“. Unabhängig ob Alt- oder Neuebundesländer … Auf internationaler Ebene? … Rechtsradikale …in den Staaten wie in Russland.
    Warum handeln diese Menschen so?

    DocConsult

    5. September 2010 at 12:01

  9. @ mausel
    ja, bin frustiert, bei Z. n. Dienst in der Notaufnahme immer… (mit mal wieder den üblichen, oben beschriebenen Jugendlichen)
    … warum mache ich als Gynäkologin eigentlich immer noch chirurgische Dienste?! 😦

    Antje

    5. September 2010 at 12:17

  10. @DocConsult
    …weil es doch einen Ärztemangel gibt!
    (in unserer chirurgischen Abteilung, Hausärzte im Umkreis gibt es noch ausreichend)

    Antje

    5. September 2010 at 12:48

  11. Leute, es geht mir hier nicht darum, eine Ost-West-Debatte anzuzetteln! Wächtersbach liegt ja schliesslich auch im Westen….
    Worum es mir geht:
    Ein offenbar frustrierter Hausarzt irgendwo aus der Provinz dreht durch und verkündet rassistische Parolen. Die Öffentlichkeit reagiert empört. Aber was machen seine Patienten? Vielleicht Klammheimliche Freude?
    Und was wäre, wenn man genau das Gegenteil tun würde, also sich öffentlich gegen Rassismus aussprechen?
    Öffentliches Lob – aber hinten herum Gemeinheiten durch die aufgewühlte Volksseele?

    medizynicus

    5. September 2010 at 12:57

  12. So, jetzt habe ich den Beitrag etwas geändert. Wie gesagt, es geht mir nicht um Ost-West sondern um brauenen Provinzmief, egal ob im Osten, Süden, Norden oder Westen.

    medizynicus

    5. September 2010 at 13:04

  13. Die armen Skinheads werden schon wieder generell als Nazis verunglimpft, dabei sind auch viele ohne oder mit sogar linker Gesinnung dabei, siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Skinhead#Gesinnungen_und_Vereinigungen_der_Skinheads .
    Ich glaube aber leider auch, dass die Praxis in einigen Gegenden ein Problem hätte. Wenn auch nicht gleich mit Brandsätzen, dann aber wegen sich mit den „armen deutschen Hartz-4-Empfängern“ solidarisierenden Patienten, weil die ja nur durch die „Arbeitzplätze klauenden Türken/Araber/Fidjis (nichtzutreffendes streichen)“ in diese Lage geraten sind. Und das sicher nicht nur in Ostdeutschland, sondern sicher auch in diversen ländlichen westlichen Gegenden.
    Was den Herrn Dr. Peters angeht, so hat er sich (bewußt?) einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht. Ich glaube ihm durchaus, dass er mit türkischen Patienten kein Problem hat. Ich hätte auch keinen Nerv, mir von schlecht erzogenen Blagen die Praxis verwüsten zu lassen, egal ob türkisch, deutsch, Hartz-4 oder Akademikerkinder. Er hat wohl seine Erfahrungen gemacht, die ihn jetzt verzweifeln lassen haben.
    Da kann man eine solche Reaktion durchaus emotional nachvollziehen.
    Gerade schlecht integrierte Mitbürger geben einem leider gerne das Gefühl, dass man für deren schlechte Sprachkenntnisse verantwortlich ist, wenn sie im Laufe des Gespräches aggressiv werden. Dies passiert gerne dann, wenn man mit der Klärung von Dingen nicht vorankommt, weil z.B. gerade im medizinischen Bereich oder der Apotheke Präzision gefragt ist, um Gefahren für den Patienten auszuschliessen. *duckweg*

    Mr. Gaunt

    5. September 2010 at 13:18

  14. sobald man in Deutschland was gegen Mitbürger mit Migrationshintergrund sagt oder schreibt, ist man gleich der böse Rassist – Meinungsfreiheit?!

    der Frust des Kollegen in Wächterbach ist verständlich und sicher von vielen Ärzten nachvolziehbar
    … wenn er das vorgeschlagene Schild von medizynicus aufgestellt hätte, wäre ihm der Applaus der Politik und das Lob der Medien sicher gewesen…

    ich mag keine Neonazis (siehe oben) und distanziere mich auch von deren Aussagen, aber ich habe mich schon viel zu oft über Migranten und Asylbewerber geärgert (die mir in gleicher Art und Weise die Nachtdienste versauen) – doch wehe-wehe, man sagt / tut was gegen ausländische Mitbürger!

    kurz: es gibt unausstehliche Deutsche und Migranten, nur gegen letztere darf man kein böses Wort verlieren, um nicht gleich als Rassist bezeichnet zu werden.

    Antje

    5. September 2010 at 13:23

  15. ist das dein ernst, antje?
    mir ist ja viel mehr aufgefallen, dass die meisten schrecklichen nervenden menschen blaue hosen tragen. seitdem denke ich einfach bei allen menschen mit blauen hosen: vorsicht! der könnte dies und das tun und höchstwahrscheinlich ist der doof und wird mir noch den tag versauen. da gehe ich lieber gleich überkritisch und genervt in die situation.

    und um es weniger metaphorisch auszudrücken: wenn du etwas sagst, das gegen „die ausländer“ ist und andere bezeichnen dich hinterher als rassist_in, dann solltest du dir vielleicht über den inhalt und die art und weise, wie du es gesagt hast, gedanken machen. denn: ob es nötig war „der türke aus zimmer 5“ zu sagen oder ob die nationalität bei deinen problemen wirklich gar keine rollte spielt, solltest du dir am besten vorher überlegen.

    das was du sagst, ist aber nichts neues. tatsächlich habe ich immer wieder genau solche äußerungen erlebt. und tatsächlich wurden die dann bald mit waschechten xenophoben äußerungen unterlegt. und das war in ost- und westdeutschland gleich.

    endoscopia

    5. September 2010 at 13:56

  16. Meinungsfreiheit bedeutet, dass man seine Meinung frei äußern kannst, ohne Repressalien zu erleiden.
    Meinungsfreiheit bedeutet aber NICHT, dass Andere die eigene Meinung mögen müssen und nichts dagegen sagen dürfen!

    Deswegen ist es Quatsch von Redeverboten oÄ zu faseln, sobald jemand anderer Meinung ist.

    Zum Thema: Vor Rassismus ist kaum einer gefeit. So wie ich das mit bekomme, gibt es durchaus nen ordentlichen Prozentsatz Leute in der Bevölkerung, die jetzt denken „Da hatter doch Recht!“.
    Über genau solche Fragen des Rassissmus wurde in den letzten Jahrhunderten bereits ausführlich nachgedacht. Die Erkenntnisse daraus stehen in den ersten paar Artikeln des Grundgesetzes.

    Ja, Deutschkenntnisse sind unbedingt wichtig! Aber das heißt noch lange nicht, dass Menschen, die nicht so gut Deutsch können, behandelt werden dürfen, als wären sie minderwertiges Vieh.

    NK

    5. September 2010 at 14:05

  17. kleines Beispiel aus meiner Zeit im Kreißsaal:
    Ein „ausländischer“ Kollege benimmt sich im Kreißsaal den gebärenden Frauen gegenüber sehr grob, bekommt mehrfach Hinweise der Hebamme, es zu unterlassen – bis die Hebamme die Geduld verliert und sagt „das können sie bei sich zu Hause IN AFRIKA machen, aber nicht hier!
    –> Hebamme hat wegen dieser „rassistischen“ Äußerung richtig Ärger bekommen und fast ihren Job verloren

    wenn ich mich als diensthabende Ärztin in gleicher Weise den Frauen und der Hebamme gegenüber so benommen hätte, dann wäre der Satz „das können sie bei sich zu Hause AUF DEM DORF so machen, aber nicht hier!“ gekommen
    –> und kein Nichtbeteiligter hätte sich aufgeregt

    das meine ich!

    Antje

    5. September 2010 at 18:22

  18. Der erste Spruch ist deshalb rassistisch, weil er ein Fehlverhalten mit ganz Afrika und dessen Menschen assoziiert.
    Wenn sie nur über die betreffende Einzelperson geredet hätte, statt ohne Not Afrika mit reinzuziehen, wäre es kein Problem gewesen.

    Der Spruch mit dem Dorf wird deshalb nicht geahnded, weil Diskriminierung aufgrund von Stadt/Land-Herkunft momentan einfach kein so großes Problem darstellt, dass man eine Bestrafung dafür einführen müsste.

    NK

    5. September 2010 at 18:59

  19. An Matthias und Wolf:

    Einmal mit Vorurteilen auf Rügen Urlaub gemacht und direkt Theater mit Neonazis gehabt, genau so wie Sprüche bzgl. „protzige Wessis“ kamen. Dann noch in der lokalen Zeitung die ganzen Beiträge mitbekommen, wie sich jedes Wochenende die alkoholisierte, ostdeutsche Jugend in irgendeiner Allee kaputt gefahren hat.

    Und nun? Die Vorurteile, die ich vorher gegenüber Ostdeutschland hatte, wurden bestätigt.

    Ich kann im Übrigen den genannten Arzt verstehen, wenn er gefrustet ist, dass er sich da mit Migranten befassen darf, mit denen er nicht mal einfachste Gespräche zur Diagnose bzw. Therapie führen kann. Aber das gibt es auch genau so bei deutschen Patienten, die sehr einfach gestrickt sind.
    Die erste und letzte „Regel“ verstehe ich nicht.

    Graf Zeppelin

    5. September 2010 at 19:32

  20. @ nk
    ich will jedem A…loch sagen dürfen, dass er ein A…loch ist – unabhängig von seiner Herkunft und Nationalität und unbedacht gefallene Worte wie „Westen“, „Osten“ „Afrika“ u.s.w. hinterher nicht mit Repressalien büßen müssen – es geht in der Situation immer nur um eine Person / kleine Gruppe und nie gegen ALLE „Wessis, „Ossis“, „Afrikaner“ …

    und glaub mir, es gibt unterschiedliche Behandlung differenziert nach Stadt und Land!

    PS: ich behandle nicht-deutsch-sprechende Kranke nicht wie Vieh!, genauso wenig, wie ich zu allen Deutschen immer freundlich bin – jeder ist anders und wird dementsprechend behandelt (wie es in den Wald hineinschallt…)

    Antje

    5. September 2010 at 20:08

  21. Du darfst ja auch jedem Arschloch sagen, dass er/sie ein Arschloch ist* – niemand verbietet dir das. Was du eben nicht darfst ist, noch ne rassistische Bemerkung hinterherzuschieben.
    Die Strafe muss natürlich gewissenhaft bemessen sein. Ob das bei der Hebamme der Fall war kann ich letztlich nicht beurteilen.

    Das mit dem Vieh ist vor allem auf Sarrazin und Co gemünzt, die meinen, irgendwelche Leute wären genetisch dumm und würden sich zu stark vermehren etc.

    *natürlich freundlich und sachlich verpackt, sodass es keine Beleidigung darstellt.

    NK

    5. September 2010 at 21:40

  22. @ Graf Zeppelin

    …wie sich … DIE alkoholisierte, ostdeutsche Jugend…

    Soll die Verbindung von alkoholiert und ostdeutsch jetzt zeigen, dass DIE westdeutsche Jugend entweder _nicht_ alkoholisiert ist (und sich trotzdem tot fährt), oder dass es in Westdeutschland keine Alleen gibt, an denen sich DIE alkoholisierte, westdeutsche Jugend kaputt fahren kann?

    Soviel zu Vorurteilen und Klischees.

    Vielleicht sind es aber auch einfach nur dumme, besoffene Jugendliche, die mit ihren (Proll-)Karren am Wochenende nach der Disco über die Straßen rasen?

    Ich bitte um Entschuldigung, aber ich reagiere gerade etwas verschnupft, wenn einerseits immer gefordert wird, man solle differenzieren (die Skinheads, die Migranten etc.) und andere Klischees (ost-/westdeutsch) munter bedient werden. Dabei spielt natürlich die ganze Debatte um die Äußerungen von Sarrazin mit rein.

    Und ja, wer in manchen Gegenden Ostdeutschlands sein Auto mit Antifaaufklebern nachts vor der Dorfkneipe oder auf manchem Campingplatz parkt, könnte am nächsten Morgen vielleicht einige Schäden am Auto haben. Allerdings könnte das jemandem mit Antiraucheraufklebern vor einer bayrischen Kneipe wohl zur Zeit genauso passieren. Oder jemandem mit Pro-Köln-Aufklebern in machen Stadtteilen in Köln.

    Ansonsten denke ich, hat der Arzt sein Schild einfach nur dämlich formuliert.

    Es dürfte keinen Unterschied machen, ob ihm das Wartezimmer von zwei handvoll ungebändigten deutschen, russischen, oder türkischen Kindern auseinandergenommen wird.

    Er würde eine deutsche Zisterzienserin wahrscheinlich auch bitten, ihre Haube abzunehmen, um ihren geschwollenen Hals zu untersuchen.

    Und eine möglichst korrekte Diagnose zu erstellen, wird dem Arzt sowohl bei nur russisch-, nur chinesisch- als auch nur türkischsprachigen Patienten/-innen enorm schwerfallen. Ein Dolmetscher als entweder fremde Person oder vielleicht gar in Form von Vater oder Schwiegermutter sind für das vertrauliche Verhältnis Arzt/Patientin eher hinderlich.

    Und von einem Polarforscher, der erst im Arztzimmer nach Aufforderung durch den Arzt beginnt, sich Fellmütze, Sturmhaube, Parka und drei Schichten Funktionsunterwäsche zu entledigen, damit einfach mal die Lunge abgehört werden kann, wird der Doktor ob der Verzögerung auch nicht begeistert sein.

    Vermutlich sind es aber in der Praxis des hessischen Arztes zu einem weit überwiegenden Teil Menschen mit islamistischem Hintergrund, welche ihm Probleme bereiten und die hat er auf seinem Aushang eben leider auch so undifferenziert benannt.

    Matthias

    6. September 2010 at 10:37

  23. Es war darauf bezogen, dass sich eben manche Klischees bewahrheiten. Ich behaupte aber auch nicht, dass ganz Ostdeutschland von alkoholisierten Neonazis bevölkert ist, genausowenig wie in Berlin oder westdeutschen Großstädten ausländische, des Deutschen nicht mächtige Banden brandschatzend durch die Straßen laufen..

    Was ich aber auch noch fragen wollte: Kann man als Arzt eigentlich gezwungen werden, jemanden zu behandeln, der absolut unkooperativ bzw. einem unangenehm ist?

    Graf Zeppelin

    6. September 2010 at 10:44

  24. Ich hoffe doch mal das Herr Sarrazin zumindest etwas positives in den Medien anregt. Zum Beispiel das man Tatsachen sagen darf, ohne gleich als Nazi beschimpft zu werden.
    Ich komme aus Schleswig-Holststein, habe dort in 25 Jahren einmal einen Skinhead gesehen. Kann also bei dem Thema nicht so mitreden.
    Hab in der Praxis aber reichlich Erfahrungen mit Südländern, die fleißig untereinander die Personalausweise und Krankenkassenkarten tauschen, bereits im Wartebereich Prügeleien anfangen oder Frauen belästigen…. usw. usw.
    Ein Klischee ist keines mehr, wenn man in der Mehrheit der Fälle die Vorurteile erfüllt werden.

    Abmahner

    6. September 2010 at 12:42

  25. Ich kann Martin nur zustimmen. In Hessen gibt es verschiedene Käffer in denen sich bei Stadtfesten nicht mal die Polizei hin traut. Von wegen national Befreite Zonen gebe es nur in der ehemaligen Zone…

    @Abmahner
    Ihr Bild vom rechten Glatzkopf ist auch vor 25 Jahren stehen geblieben — deswegen haben Sie seit 25 Jahren keine mehr gesehen.
    Und wer mit Sarrazin argumentiert hat eigentlich keine Argumente.

    @NK
    Das A Wort solltest du nur sagen wenn du die passenden Moneten dazu hast. Kostet nämlich ordentlich, so eine Beleidigung.

    Felix Nagel

    6. September 2010 at 18:49

  26. Drum steht der Sternchen-Text unter meinem Post 😉

    NK

    6. September 2010 at 20:16

  27. @Felix Nagel
    Ich hab nicht mit Sarrazin argumentiert, sondern ihn nur erwähnt.
    Ich finde ein paar seiner Äußerungen auch nicht gut – das ist leider immer so; Sobald einige richtige krtische Äußerungen, die auch stimmen, zu dem Thema kommen, werden gleich wieder unsinnige Theorien mit reingeworfen über Genetik usw., die dann alle Argumente mit in den Dreck ziehen. Davon abgesehen ist Inzucht z.B. in der ländlichen Türkei natürlich nach wie vor verbreitet, und auch belegt, hat aber trotzdem in diesem Zusammenhang nichts zu suchen.

    Abmahner

    7. September 2010 at 14:49

  28. Der Kollege hat sich inzwischen bei seinen moslemischen Patienten entschuldigt:
    http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/article/618217/kopftuchverbot-praxis-aufgehoben.html

    medizynicus

    8. September 2010 at 15:42

  29. Ich kenne einen erzkonservativen Chefarzt (ACh), der einen Patienten mal höchstpersönlich aus der Ambulanz warf aufgrund seiner rassistischen Äußerungen. War aber im Westen und er hatte ein ganzes Krankenhaus hinter sich…

    Avialle

    8. September 2010 at 20:02

  30. Auch wenn ich mich oute: Ich kann das gut nachvollziehen. Es kann nicht sein, dass aus einem 10minütigem Termin ein 60minütiger wird, weil a) der Patient kein Wort deutsch spricht (geschweige denn lesen kann), b) ein (Ehe)Partner dabei ist, der sich andauernd einmischt und c) währenddessen die Praxis von einer Horde von Blagen auseinandergerupft wird.

    Die Reaktion ist voreilig und ziemlich polemisch, aber m.E. nachvollziehbar.
    Dass es hier in Deutschland Wellen schlägt, weil sofort die Xenophobie-Keule herausgeholt wird, und sowohl Einheimische als auch Vertreter von Zuwanderern mit Vergnügen darauf herumreiten – wundert das jemanden?

    INTensivling

    12. September 2010 at 16:33

  31. Interessant ist es, dass anmscheinend niemand merkt, dass sich es bei diesem Thema um reine Spiegelfechtereien handelt. Es dreht sich nicht um arme Türkenmädchen, die beim bösen Onkel Doktor ihr Kopftüchlein nicht mehr tragen dürfen. Nach meiner Überzeugung handelt es sich beim Kopftuch um ein Zeichen/Erkennungsmerkmal des mitilaristischen Islam. Wie hat es der türkische Präsident erst vor drei Jahren ausgedrückt : Zur Eroberung des Westens brauchen wir keine Kanonen (mehr), das geschieht nun alles mit den Schößen unserer fruchtbaren Frauen… Insofern hat der Kollege in Wächtersbach nur konsequent gehandelt. In meiner Praxis werden ebenfalls keine vermumten/verschleierten Menschen behandelt. Egal welcher Herkunft!

    Medicus_X

    16. September 2010 at 21:41


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