Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Generation Fax

with 12 comments

Ich will mich mal wieder fortbilden. Muss ja auch mal sein, zumindest ab und zu. Also nach interessanten Kursen gesucht, einen gefunden und jetzt mal schnell per Mail anfragen, ob noch Plätze frei sind…
Äh, wie bitte?
„Anfragen bitte an Frau Wuszilikowski im Sekretariat, Telefonnummer sowieso und Fax blablabla.“
Email-Adresse? Is nicht.
Okay. Anrufen is natürlich auch nicht, Telefon ständig besetzt oder geht niemand ran, das übliche halt.
Bleibt als einzig erfolgsversprechende Möglichkeit das Fax. Aber äh…. jetzt mal Hand aufs Herz: Wer von Euch hat zu Hause ein Faxgerät? Also ich wenigstens nicht.
Okay. Dann mache ich halt ’nen kurzen Brief fertig und faxe ihn morgen von der Klinik aus, aber…. ich kann es ja gar nicht ausdrucken! Mein letzter Drucker ist vor einem halben Jahr kaputt gegangen und seitdem habe ich mir keinen neuen angeschafft weil ich schlicht und einfach nie einen gebraucht habe.
Was mich zum Aufstellen einer interessanten Hypothese bewegt hat: Die Kommunikationsmittel sind halt Generationenspezifisch:

  • Generation handgeschriebener (oder mit Schreibmaschine getippter) Brief: das sind die Ü-Sechzig. Zum Beispiel die netten Patienten, welche handgeschriebene Dankesbriefe verfassen.
  • Generation Fax: Fünfzig bis knapp unter siebzig Jahre, also ein Großteil aller derzeit aktiven Chefärzte
  • Generation Email: Ende Zwanzig bis Ende vierzig. Also wir.
  • Generation SMS: Zwanzig bis Dreißig
  • Generation ICQ und wasweissichdennwasesdaalles gibt… ja, da kann ich nicht mehr mitreden…

Könnte man doch glatt mal ne wissenschaftliche Arbeit drüber schreiben.

p.s.: Für den Kurs anmelden geht interessanterweise auch nur per Post oder Fax…

Written by medizynicus

14. September 2010 um 05:22

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

12 Antworten

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  1. Die Generation ICQ müsste relativ Deckungsgleich mit der Generation Email sein, auch wenn es da viele Nachzüglinge aus der Generation SMS gibt.

    Gruß
    Generation ICQ 😉

    Der Maskierte

    14. September 2010 at 08:42

  2. Da bin ich mit 40 wohl zu alt für die vielen SMS, die ich so verschicke und wohl auch für mein ICQ. Fax schicke ich direkt vom PC. Ohne ausdrucken. 🙂

    Andrea

    14. September 2010 at 09:16

  3. Und warum den Brief nicht als PDF abspeichern und dann über einen der vielen Web-to-Fax-Dienste verschicken?

    petschge

    14. September 2010 at 09:27

  4. Ich verschicke meine wenigen Faxe über gmx. Kostet zwar ein paar Cent, aber es ist insgesamt billiger als die Abschaffung eines Fax-Geräts.
    Diese Herangehensweise erfordert aber wahrscheinlich auch die Zugehörigkeit zur Generation ICQ/Skype/Facebook/Twitter? (Für die ich theoretisch zu alt bin, aber ein HomeOffice-Job hat echt Vorteile. 😉 )

    me

    14. September 2010 at 09:31

  5. Achso: Jeder, der eine aktuellere Fritzbox Zuhause stehen hat, kann faxen. 😉

    Der Maskierte

    14. September 2010 at 12:38

  6. Also ich bin mit 20-30 dann nicht mehr Generation ICQ? Hmm , gleich mal alle ICQ Kontakte anschreiben und sagen das ich zu alt für ICQ bin. Und meine SMS Flatrate kann ich dann ja auch kündigen … 😉

    krankeschwester

    14. September 2010 at 12:55

  7. *lach* Oha, – ‚wichtige‘ Dinge via Icq regeln? Auch, wenn ich laut der Altersbestimmung absolut in die icq-Kategorie falle… wenn man was verbindlich festlegt, schreibt man wohl eher ne e-mail, – mindestens?
    Auch sms als wirkliches Absprache und festlege Medium find ich merkwürdig…
    Nun ja, – jedem das seine 😉

    schneckenhaeuschen

    14. September 2010 at 14:38

  8. Für privat ist ICQ ganz praktisch oder schnell ne SMS oder Mail übers Smartphone, aber ich gucke immer zuerst, ob ich jemanden per Mail erreichen kann. Telefonieren kostet so viel Zeit, dann ist besetzt, man versucht es zig Male, in der Zeit kann ich viele Mails schreiben. Und das geht auch zu unmöglichen Zeiten.

    Anise

    14. September 2010 at 15:14

  9. Hm, und wer zählt dann zur „Generation Twitter“? Oder ist das generationenübergreifend?

    Hermione

    14. September 2010 at 20:00

  10. eine anständig formulierte Mail dauert schnell mal länger als ein kurzes Telefonat. Von daher…
    Fax hab‘ ich allerdings auch keines. Wozu auch: notfalls nutze ich das meiner Eltern oder faxe von der Firma aus (auf Privatkosten, versteht sich).

    Ach ja: Generation 30-40. Email häufig, Fax nur wenn notwendig, SMS selten, ICQ-Kontaktliste enthält drei Personen 🙂

    Engywuck

    15. September 2010 at 06:49

  11. ich würde davon ausgehen, dass es in der soziologie schon wissenschaftliche arbeiten darüber gibt. das wird zwar wahrscheinlich nicht übers zahlenjonglieren (quantiative methoden…) hinausgehen, aber für eine bloße beschreibung der verhältnisse reichts aus.

    nur so viel: in der altersgruppe bis 30 jahre ist der pc und damit das medium internet mittlerweile ind er durchschnittlichen tagesnutzungsdauer gleichauf mit dem fernsehen.
    quelle dazu hab ich grade nicht zur hand, entstammt aber irgendeinem aktuellen forschungsbericht von dem ich irgendwann diesen monat im radio (oha…) gehört habe

    hubert

    15. September 2010 at 17:24

  12. looooool
    Das ist mal eine interessante Klassifizierung .
    Ich nutze ja einiges aber Twitter/ICQ etc finde ich einfach nur Nervig.
    Faxen kann an auch mit einem Computer nebst Fritbox auch über Mailaccounts bei GMX oder WEB.

    aga80

    16. September 2010 at 11:09


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