Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Grundlagen der Blogologie

with 4 comments

In den letzten Tagen wogt eine Rolle von Verlinkungsposts durch die medizinische Blogosphäre. Anlass ist die monatliche Rangliste auf Wikio, auf der seit einer Weile vermehrt kommerziellen und pseudomedizinischen Blogs auftauchen.
Grund genug also, einmal darüber nachzudenken, was ich an Blogs mag und was ein Blog für mich lesenswert macht. Was also?
Drei Dinge sind es. Und zwar Authentizität, Interaktivität und der Inhalt.
Klingt kompliziert? Okay, dann also nochmal auf Neudeutsch:
Du willst ein guter Blogger sein? Dann:
Be-Yourself!
Denk an Community-Spirit!
Und vergiss nicht Deine Message!
Kapiert?
Okay, dann bringe ich Euch mal ein paar Beispiele:

  • Authentische Blogs: Das sind Blogs die eine Geschichte erzählen, also mehr oder weniger echte Web-Tagebücher (So hat die ganze Bloggerei ja mal angefangen, vor zehn Jahren oder so. Damals hießen Blogs wirklich noch Webtagebücher). Ob die Geschichten echt sind oder erlogen spielt gar nicht so eine große Rolle, aber sie sollten überzeugend sein, und meistens wirkt eine Sache überzeugender wenn man so etwas ähnliches wirklich erlebt hat. Josephine-Chaos-Heldin, Anna-8er-Tubus alisas Kinomaniac, Avialle, Honorararzt Kormak, Sternenmond und Patrick aus Schweden. Aber auch die etwas stiller gewordene Assistenzärtzin von der Waterkant.
  • Community-Blogs – die haben zunächst einmal eine aktuelle und gut gepflegte Blogroll. Außerdem kommentieren, zitieren und verlinken sie gerne andere Blogs und beziehen sich in ihren Einträgen aufeinander. Community Blogs sind die Netzwerker und Vernetzer. Die besten davon sind Hermione und Monsterdoc. Es gibt noch weitere, aber bei denen ist der eigene Inhalt oft zweitrangig.
  • Blogs with a Message Das sind Blogs, die ein ganz spezielles Anliegen haben und eine Nachricht rüberbringen wollen und hierzu manchmal sehr gut recherchierte Beiträge schreien. Diese Blogs sind sachbezogen, manchmal nicht ganz so einfach zu lesen und nicht so spaßig locker-flockig wie die Community-Blogs. Dafür haben sie Hand und Fuß. Beispiele sind die Stationäre Aufnahme, Dr. Geldgier und der Landarsch

Natürlich gibt es auch Blogs, welche die zwei oder mehr Eigenschaften kombinieren und natürlich gibts auch Negativbeispiele, Laberblogs, verbale Diarrhö und Desinformationsblogs – aber die werden hier nicht verlinkt.

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Written by medizynicus

22. Oktober 2010 um 06:12

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

4 Antworten

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  1. Super! Stimmt das hier geht ja schon in die Richtung (auch wenn es alles Medizinblogs sind soweit ich sehen kann).

    Ich freue mich sehr das du bei „Stiftung Bloggertest“ mitmachen willst. Hach das wird SUPER!

    Kat

    22. Oktober 2010 at 11:00

  2. Apropo Verlinkung.
    Schon gesehen, wer dich da verlinkt?
    http://blog.esowatch.com/

    Hellebora

    22. Oktober 2010 at 11:54

  3. Mir sind die Nischenblogs am liebsten und meistens sind das authentische Blogs: Ärzteblogs, Taxifahrer, Bestatter, Pizzaboten, Transsexuelle, was auch immer.
    Die lese ich am liebsten.

    Svenja-and-the-City

    22. Oktober 2010 at 12:15

  4. …Und Blogs, in denen man völlig ohne es zu merken, Dinge lernt, die man sonst nie gewusst hätte… und merkt, das einen Themen interessieren, auf die man von allein nie gekommen wäre…
    Ich finds aber auch wichtig, dass es kein Schlussendliches ‚Das ist meine Meinung und die müsst ihr alle haben!‘ gibt, so das man sich, insofern man denn möchte eine eigene Meinung bilden kann…
    Pardon, – das wollte ich loswerden 😉

    schneckenhaeuschen

    23. Oktober 2010 at 23:04


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