Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for Oktober 2010

Leichen zu verkaufen

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Zum 2. November macht ein neuer Online-Shop auf. Eine ziemlich exklusive Angelegenheit: die Waren können schonmal zwanzig- bis fünfzigtausend Euro kosten. Was es zu da kaufen gibt?
Leichen und Leichenteile.
Nee, nicht Don Corleone betreibt den Laden, sondern Gunther von Hagens, „Anatom, Erfinder der Plastination und Begründer der anatomischen Ausstellung „Körperwelten“.
Anatomische Präparate von echten Leichen sind seit seit über hundert Jahren aus der medizinischen Lehre (weniger der Forschung) nicht wegzudenken. Und es ist auch kein Geheimnis, dass die Herstellung solcher Präparate zu einem großen Teil durch kommerzielle Firmen erfolgt. Aber kaum jemand hat die Kommerzialisierung so weit getrieben und es gleichzeitig so herrlich verstanden, die Medien für sich einzuspannen wie jener Gunther von H. Von daher ist auszugehen, dass auch dieser Onlineshop nichts weiter ist als ein weiterer Pressecoup.
Fragt sich, wer die Menschen sind, die dort posthum verkauft werden. Angeblich haben diese zuvor schriftlich ihr Einverständnis gegeben. Verkauft wird übrigens nur an „Qualifizierte Nutzer“, womit jeder Arzt gemeint ist, der einen ausgefallenen Raumschmuck für sein Wartezimmer sucht.
Für alle anderen gibt es in der Lifestyle-Ecke des Shops Ohrringe aus Bullenhoden (EUR 23,68) und weiteren Klunker aus Pferde- und Giraffenteilen.
Zur Geschäftseröffnung gibts sogar zehn Prozent Rabatt.
Quellen:

Written by medizynicus

24. Oktober 2010 at 06:18

Für eine handvoll Pillen: Güntär, der Kristallaurahokuspokustherapeut

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In den Blogs nebenan läuft seit einiger Zeit eine Soap. Die Idee kam von Monsterdoc und die Handlung ist, wie bei Soaps üblich, sehr komplex und verworren. Nur soviel: Hermione ist letztens nach einer Fehldefibrilation im Krankenhaus gelandet.
Ort der Handlung ist die Kleinstadt Defihausen, die sich eigentlich ganz in der Nähe von Bad Dingenskirchen befinden muss.
Heute bekam ich dort eine Mail. Sie kam von dem Güntär. Güntär war früher mal Kollege hier auf Station, ist dann aber nach einigen undurchschaubaren Geschehnissen plötzlich verschwunden. Aber lassen wir den Günthär doch mal selbst zu Wort kommen. Lest also, was er schreibt:

Liebe Kollegen!
letztens, als ich letztens in meinem neuen Porsche mal an Eurem Krankenhaus vorbei gefahren bin, da hab ich mir doch gedacht: Junge, das hast Du richtig gemacht.
Obwohl ich natürlich zugeben muss, dass ich mich damals schon ziemlich geärgert habe. Damals, als der Chef mich hochkant raus… äh, ich meine, als ich mich dafür entschieden habe, meine Karriere anderweitig fortzusetzen. Und ich habe Recht behalten! Den ollen Grauen Kasten da, den könnt Ihr behalten und was der Chef mich mal kann, das weiss er ja. Und wenn er’s nicht weiß, dann soll er sich melden, dann sag ich’s ihm.
Was ich jetzt mache, wollt Ihr wissen?
Ja, ich habe mich selbständig gemacht! Als KAH-Therapeut. Was das ist? Total geniale Sache! Erkläre ich Euch mal später. Aber zunächst wollt Ihr doch sicher wissen, wie es mir geht: Nämlich Super. Super, super, super! Ich wohne in einer schönen Villa inmitten von einem großen Park, der wo alles mir gehört. Unten drin in der Villa ist meine Praxis und oben drüber meine Wohnung. Und Mandy wohnt auch bei mir, die war früher mal Model und jetzt modelt sie nur noch für mich ganz privat. Ja, mir gehts richtig super gut. Und wie es dazu gekommen ist, das erzähle ich Euch demnächst mal.
Nur’n kleinen Tipp: Mit der Krankenkassenmedizin kann man heutzutage wirklich keinen Blumentopf mehr gewinnen.
Also liebe Leute, ich muss weiter, Mandy wartet schon, ich habe noch nen wichtigen Termin!
Also viele Grüße,
Euer Güntär

Written by medizynicus

23. Oktober 2010 at 06:28

Veröffentlicht in nicht so richtig ernst, Soap

Grundlagen der Blogologie

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In den letzten Tagen wogt eine Rolle von Verlinkungsposts durch die medizinische Blogosphäre. Anlass ist die monatliche Rangliste auf Wikio, auf der seit einer Weile vermehrt kommerziellen und pseudomedizinischen Blogs auftauchen.
Grund genug also, einmal darüber nachzudenken, was ich an Blogs mag und was ein Blog für mich lesenswert macht. Was also?
Drei Dinge sind es. Und zwar Authentizität, Interaktivität und der Inhalt.
Klingt kompliziert? Okay, dann also nochmal auf Neudeutsch:
Du willst ein guter Blogger sein? Dann:
Be-Yourself!
Denk an Community-Spirit!
Und vergiss nicht Deine Message!
Kapiert?
Okay, dann bringe ich Euch mal ein paar Beispiele:

  • Authentische Blogs: Das sind Blogs die eine Geschichte erzählen, also mehr oder weniger echte Web-Tagebücher (So hat die ganze Bloggerei ja mal angefangen, vor zehn Jahren oder so. Damals hießen Blogs wirklich noch Webtagebücher). Ob die Geschichten echt sind oder erlogen spielt gar nicht so eine große Rolle, aber sie sollten überzeugend sein, und meistens wirkt eine Sache überzeugender wenn man so etwas ähnliches wirklich erlebt hat. Josephine-Chaos-Heldin, Anna-8er-Tubus alisas Kinomaniac, Avialle, Honorararzt Kormak, Sternenmond und Patrick aus Schweden. Aber auch die etwas stiller gewordene Assistenzärtzin von der Waterkant.
  • Community-Blogs – die haben zunächst einmal eine aktuelle und gut gepflegte Blogroll. Außerdem kommentieren, zitieren und verlinken sie gerne andere Blogs und beziehen sich in ihren Einträgen aufeinander. Community Blogs sind die Netzwerker und Vernetzer. Die besten davon sind Hermione und Monsterdoc. Es gibt noch weitere, aber bei denen ist der eigene Inhalt oft zweitrangig.
  • Blogs with a Message Das sind Blogs, die ein ganz spezielles Anliegen haben und eine Nachricht rüberbringen wollen und hierzu manchmal sehr gut recherchierte Beiträge schreien. Diese Blogs sind sachbezogen, manchmal nicht ganz so einfach zu lesen und nicht so spaßig locker-flockig wie die Community-Blogs. Dafür haben sie Hand und Fuß. Beispiele sind die Stationäre Aufnahme, Dr. Geldgier und der Landarsch

Natürlich gibt es auch Blogs, welche die zwei oder mehr Eigenschaften kombinieren und natürlich gibts auch Negativbeispiele, Laberblogs, verbale Diarrhö und Desinformationsblogs – aber die werden hier nicht verlinkt.

Written by medizynicus

22. Oktober 2010 at 06:12

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Internetverbot am Arbeitsplatz: Wie man trotzdem bloggenkann

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Anstatt einer langen Einleitung (die gab’s schon hier) aus aktuellem Anlass also hier die hoffentlich vollständige Zusammenstellung aller Tipps:

  • Webbook mit UMTS-Stick besorgen und lossurfen (natürlich nur in den Pausen oder nachts im Dienst wenn nichts los ist!) – klappt eigentlich fast immer und fast überall, wenn man nicht irgendwo im tiefsten Keller arbeitet.
  • Ei-Phone, Bläckberry und andere Smartphones – etwas handlicher als ein Webbook, aber eben fiddeliger zu bedienen, vor allem bei längeren Blogbeiträgen (Abhilfe: externe Tastatur)
  • Blogeintrag am Dienstcomputer schreiben und auf USB-Stick abspreichern und dann zu Hause hochladen – klappt nur dann, wenn die USB-Slots nicht gesperrt sind, was zunehmend häufiger geschieht. Auch stehen an vielen Arbeitsplätzen inzwischen keine PCs mehr sondern nur noch Terminals
  • Vom Dienstcomputer per Webmail eine Email an sich selbst schicken – klappt dann, wenn Webmail-Seiten (GMX, Web.de,googlemail, yahoo, Freenet, Hotmail) nicht gesperrt sind. Notfalls auf exotischere Webmail-Seiten ausweichen.
  • Vom Dienstcomputer eine Email an sich selbst schicken, vom dienstlichen Outlook aus – klappt auch dann, wenn Webmail-Anbieter gesperrt sind, lässt sich aber durch Administrator kontrollieren. Vorsicht!
  • Proxy nutzen um einzelne gesperrte Webseiten zu umgehen
  • Bei WordPress das „post by Email“-Feature nutzen – geht dann, wenn irgendein Email-Zugang noch vorhanden ist (Webmail oder Outlook)
  • Google-Text oder eine andere Platform nutzen
  • kündigen und sich einen neuen Job suchen – Internet ist ein ebenso grundlegendes Grundrecht wie das Recht auf Kaffee!

Written by medizynicus

21. Oktober 2010 at 06:16

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Fieser Ärztewitz Reloaded

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Ja, ich weiß.
…manche Dinge sind einfach überflüssig, böse, fies, zynisch und gemein. Und sie machen trotzdem Spaß…
Und deshalb also…
Medizynicus Animations proudly presents…. den mega-fiesesten, mega-flachsten und mega-zynischsten Ärztewitz aller Zeiten, so richtig trashig in Szene gesetzt, dass man ihn eigentlich nur mit mindestens zwei Promille anschauen kann.

Written by medizynicus

20. Oktober 2010 at 05:31

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Grundlagen der Kristallaurahokuspokustherapie (Teil 2)

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Lieber Herr Kollege, liebe Frau Kollegin,

geht es Ihnen auch so dreckig?
Sie nudeln sich den Finger im Ar… äh, also ich meine, Sie rödeln bis zum Umfallen und dabei reicht es kaum für die Butter aufs Brot? Alles Geld was Sie von Ihren Kassenpatienten einnehmen geht für Kreditzinsen, Miete, GEZ-Gebühren, Schutzgeld, Steuer und das Gehalt für den Steuerberater drauf? Und das, obwohl Sie schon Check-Ups machen wie ein Blöder und alles an extrabudgetären Leistungen einheimsen was möglich ist und herum-IGeLn wie ein Blöder?
Ihnen kann geholfen werden!
Es gibt eine Lösung für Ihr Problem. Und die lautet: Sie brauchen mehr Geld! Klingt einfach, nicht wahr?
Aber woher nehmen?
Nicht stehlen? Fast richtig! Schauen Sie sich um: Das Geld liegt vor Ihnen! In den Taschen Ihrer Patienten. Nur: Wie kommen Sie heran?
Nein, nicht mit doofer Schulmedizin!
Sie könnten es mit Naturheilkunde probieren. Ein ganzes Arsenal verschiedenster Methoden steht Ihnen zur Verfügung. Nur: Die Methoden muss man lernen. Und das dauert. Aber die Zeit haben Sie nicht.
Dann gibt es Methoden, die man nicht lernen muss, sondern kaufen kann. Aber die kosten Geld. Und wozu Geld bezahlen wenn Sie doch welches verdienen wollen?
Richtig! Sparen Sie sich die teuren Kurse. Entwickeln Sie Ihre eigene alternativmedizinische Methode. Und das ist einfacher als Sie denken. Wie das geht, das erfahren Sie in der nächsten Folge dieser Serie!

p.s.: Lesen Sie unbedingt auch meine Nachricht an Patienten. Wenn Sie Angst davor haben, dass Ihre Patienten all das, was Sie Ihnen anbieten künftig selbst machen anstatt zu Ihnen zu gehen, dann gibt es nur eine Möglichkeit: Zahlen Sie mir viel, viel Geld damit ich künftig das Maul halte!

Written by medizynicus

19. Oktober 2010 at 05:35

Wie man macht, dass ein Placebo wirkt

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„Und? Hat’s was gebracht?“ fragt Kalle.
„Was?“
„Na, das mit dem Placebo für Frau Müller!“
Ich schüttele den Kopf.
„Leider nicht. Habe ich aber auch nicht anders erwartet!“
„Warum nicht?“
„Da haben sich schon viele Kollegen die Zähne ausgebissen!“
„Aber ich noch nicht.“
„Kannst es gerne versuchen!“
Kalle klopft mir auf die Schulter.
„Genau das werde ich jetzt tun!“
Er ist schon aufgesprungen und nickt mir zu.
„Komm mit!“
Eher skeptisch folge ich ihm in den hinteren Teil des Schwesternzimmers, wo die Medikamente lagern.
„Was hast Du ihr denn gegeben?“
„Ein Placebo.“
„Das weiß ich. Was für eins?“
„Na ein Placebo halt… ich habe es einfach in die Akte geschrieben und den Schwestern gesagt, sie sollen es ihr geben.“
Kalle schaut mich tadelnd an und schüttelt den Kopf.
„Jetzt zeige ich Dir mal etwas!“
Eine Weile wuselt er in verschiedenen Schränken herum, dann hat er gefunden, was er gesucht hat: Eine Fünfhunderter Ringer-Lösung und eine Ampulle mit einer dunklen Flüssigkeit.
„Was ist das?“
„Vitamin B12“
Kalle zieht das Zeug in eine Spritze auf und gibt es in die Infusionslösung, die sich daraufhin leuchtend rot verfärbt.
„Wozu soll das gut sein?“
„Für Frau Müllers Rückenschmerzen.“
„Aha?“
„Placebos wirken am besten, wenn sie eklig aussehen und bitter schmecken. Spritzen sind stärker als Tabletten. Und Infusionen wirken noch besser als Spritzen.“
Mit Flasche, Infusionsbesteck und ensprechendem Werkzeug bewaffnet machen uns auf dem Weg zu Frau Müllers Zimmer. Kalle baut sich vor ihr auf und drückt ihre Hand.
„So, jetzt kriegen Sie etwas Gescheites!“ sagt er.
„Was denn?“
„Ein Schmerzmittel, das wirkt!“
Frau Müller runzelt die Stirn.
„Es handelt sich um eine Kombination aus Vitaminen und Wirkstoffen, die in Deutschland noch gar nicht zur Schmerzbehandlung zugelassen sind!“ erklärt Kalle geheimnisvoll, „aber in Amerika wird es im Rahmen von Forschungsprojekten eingesetzt!“
Kalle legt einen venösen Zugang und hängt die Infusion an.
„In ein paar Minuten werden Sie zunächst ein leichtes Kribbeln im Arm verspüren,“ sagt er, „oder auch ein leichtes Kältegefühl, das ist normal!“
Frau Müller schaut uns andächtig an.
Kalle nickt ihr noch einmal zu, dann verlassen wir den Raum.
„Du hast ja ziemlich dick aufgetragen!“ sage ich.
Kalle grinst.
„War aber noch nichtmal gelogen!“
Da hat er streng genommen sogar Recht.

Written by medizynicus

18. Oktober 2010 at 05:41

Blogger-Treffen in Köln HEUTE!

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….und noch einmal zum Mitschreiben:
Heute, Sonntag der 17.10. um 18 Uhr im Starbucks hinterm Dom (am Hof 3, zwischen Heinzelmännchenbrunnen und Traditionskneipe „Früh“).
Ich mache mich dann mal auf den Weg und bin gespannt!

Edit:Es ist jetzt 19:30 Uhr und der Starbucks macht jetzt bald zu. Wir gehen jetzt zum

    Starbucks im Hauptbahnhof!

Written by medizynicus

17. Oktober 2010 at 14:35

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Gallige Steine und Leberreinigung

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Frau Kübler ist ein medizinisches Rätsel.
„Was werden Sie jetzt mit meinen Gallensteinen machen?“ fragt sie und strahlt mich an.
„Frau Kübler, Sie haben keine Gallensteine!“
„Selbstverständlich habe ich Gallensteine!“
„Bei unseren Untersuchungen…“
„…haben Sie offenbar nicht gut genug hingeschaut. Sonst hätten Sie meine Gallensteine gefunden!“
Haben wir aber nicht: Mehrere Ultraschalluntersuchungen, zuletzt wiederholt von Oberarzt Heimbach und Chef gemeinsam und ein CT waren ergebnislos verlaufen. Das heißt nicht ergebnislos sondern: klare Diagnose, keine Gallensteine.
„Und doch habe ich welche!“ hat Frau Kübler steif und fest behauptet, „Wer hat denn Ihre Gallensteine diagnostiziert?“
„Die habe ich selbst gesehen. Mit eigenen Augen!“
„Wie bitte?“
„Augen! Sie wissen doch, was Augen sind?“
„Ähem…. Sie haben das Ultraschallbild gesehen?“
„Kein Ultraschall! Von Ärzten halte ich mich fern. Die haben doch alle keine Ahnung. Ärzte sind gefährlich. Die vergiften einen mit Medikamenten und…“
„Moment mal. Sie sind sich sicher, dass Sie Gallensteine haben aber waren deswegen gar nicht beim Arzt?“
„Selbstverständlich nicht. Ich bin doch nicht lebensmüde.“
„Und wer hat die Diagnose gestellt?“
„Ich!“
„Wie bitte?“
„Ich selbst habe das herausgefunden!“
„Aha…?“
„Also, ich bin ja nicht dumm. Im Internet kann man sich ja prima informieren. Ich habe da also meine Beschwerden gegoogelt und habe auch gleich eine interessante Seite gefunden. Dabei war mir natürlich die ganzheitliche Sicht wichtig…“
„Ach ja…“
„…ja, und da gab es einen Heilpraktiker, der hat mich online beraten. Er hat mir eine Leberreinigung empfohlen. Das Mittel hat er gleich in seinem Webshop verkauft. Also habe ich das gemacht und tatsächlich sind die Steine rausgekommen…“
„Wie bitte?“
„Die Gallensteine sind rausgekommen!“
„Aha?“
„Ja, die habe ich in der Toilettenschüssel gesehen… mit eigenen Augen! Sagte ich doch! Aber Sie wollen mir ja nicht glauben….“
Nee, das will ich wirklich nicht. Aber ich kann auch googeln. Und so läßt sich bald herausfinden, was es mit dieser
Leberreinigung auf sich hat: Wenn man zunächst große Mengen Olivenöl einnimmt und dann ein saures Getränk sowie eine Lösung aus bestimmten Salzen, dann bilden sich daraus im Magen-Darm-Trakt seifenartige Krümel, die dann im Stuhl ausgeschieden werden. Mit Gallensteinen hat das zwar wenig zu tun, aber es soll sehr eindrucksvoll aussehen.
„Wie wäre es mit einem Selbstversuch?“ fragt Kalle.
Nee, das muss jetzt wirklich nicht sein.

Written by medizynicus

17. Oktober 2010 at 07:00

Lecker kochen mit Medizynicus – Heute: Das Cholesterinbrötchen

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Heute also wieder mal etwas für die echten Gourmets unter uns.
Sieben Uhr früh, akutes Kaloriendefizit und vielleicht sogar noch einen dicken Kater vom Feiern gestern Abend?
Dem kann abgeholfen werden.
Also:
Man nehme
1.) ein handelsübliches Brötchen (Rundstück, Schrippe, Weckle, Semmel) – schneide selbiges mit einem scharfen Messer horizontal in etwa zwei gleich große Hälften. Jede dieser Hälften wird zunächst dick mit Remulade eingestrichen (notfalls, aber wirklich nur notfalls tut’s auch gesazene Butter)
2.) Alsdann belege man beide Brötchenhälften reichlich mit Käse und Salami (mindestens jeweils zwei dick geschnittene Scheiben – Vegetarier können Letzeres weglassen, dann die Anzahl der Käsescheiben entsprechend erhöhen).
3.) Ein hartgekochtes Ei, mindestens zwei Essiggürkchen und eine Tomate in Scheiben schneiden und auf der unteren Hälfte plazieren. Man kann auch ein nicht ganz hartgekochtes Ei nehmen, dann aber bitte reichlich Pfeffer drauf.
4.) Falls die Fitness-Variante gewünscht wird, das Ganze mit einem oder zwei Salatblättern bedecken, dann die obere Hälfte drüberklappen.
5.) Reinbeißen und genießen. Dazu passt starker Kaffee Marke Bad Dingenskirchener Herztod.
Tipp: Das Ganze läßt sich übrigens auch prima aus den Zutaten eines Frühstücksbuffets in einem Mittelklassehotel fertigen, zum Beispiel nach einer etwas feuchteren Fortbildung.

Written by medizynicus

16. Oktober 2010 at 06:10

Veröffentlicht in nicht so richtig ernst