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Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Angelo und Angelina – eine Weihnachtsgeschichte (Teil 2)

with one comment

Aus technischen Gründen erscheint der heutige Beitrag leider mit einigen Stunden Verspätung. Ich bitte meine Leser untertänigst um Vergebung!

Da war ein großer Knall und dann fand Angelo sich am Ufer eines breiten Flusses wieder. Neben ihm war ein Boot und darin saß ein nach Schweiß riechender Typ in Feinripp-Unterhemd mit Fluppe im Mundwinkel.
„Komm schon her!“
Angelo stieg ins Boot und der Typ warf den Außenborder an. Am anderen Ufer stand ein mehrstöckiges hässliches Gebäude, es sah aus wie eine Art Büro.
„Meldestelle, Buchstabe A bis C ist im ersten Untergeschoss!“ sagte der Pförtner und drückte Angelo ein Formular in die Hand.
„Was soll ich damit?“
„Ausfüllen!“
„Und dann?“
Der Pförtner atmete betont langsam aus und dann schaute er Angelo durch seine dicken Brillengläser an.
„Dann wird der zuständige Sachbearbeiter-Engel eine Entscheidung treffen. Amtliche Todesbescheinigung haben Sie dabei?“
„Wie bitte?“
„Amt-li-che….“
„Hab ich schon verstanden, aber ich bin doch nicht….“
Der Pförtner begann zu lachen.
„Hier, schauense mal!“
Er deutete auf einen Fernsehbildschirm. Darauf sah man ein kleines Boot, welches von zwei Männern mit Feinripp-Unterhemden und Fluppe im Mundwinkel auf das Meer hinausgesteuert wurde. Im Hintergrund sah man die Skyline von Neapel und man konnte sogar den Vesuv erkennen. Im Boot lag ein ziemlich unförmiges, gut verschnürtes, etwa Einmeterachtzig langes Paket.
Soeben wurde dieses Paket von den beiden Feinripp-Fluppen Herren angehoben und über Bord gehievt.
„Ciao, Angelo!“ sagte einer von ihnen und grinste dreckig bevor das Ding ins Wasser plumpste.
„Glauben Sie mir jetzt?“ fragte der Pförtner.
Angelo nickte.
„Und…?“
„Und jetzt melden Sie sich bitte bei dem für Sie zuständigen Engel im ersten Untergeschoss!“
Kopfschüttelnd schlufte Angelo die Treppe hinunter.
Auf dem Flur kamen ihm ein paar Engel entgegen. Die waren ausnahmslos männlich, muskulös und trugen Motorradwesten mit einem Abzeichen, welches Angelo ziemlich bekannt vorkam. In der Vergangenheit hatte er mit einigen von denen gute Geschäftsbeziehungen gepflegt.
An den Wänden standen ungemütliche Holzbänke. Auf einer von denen saß eine Frau. Sie war blond und sah einsam und verlassen aus.
Ich will Dir helfen und Dich beschützen, dachte Angelo. Aha. seine Schutzinstinkte funktionierten also noch. Und im nächsten Moment fragte er sich, welche anderen Körperfunktionen wohl noch funktionieren würden.

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Written by medizynicus

15. Dezember 2010 um 21:57

Veröffentlicht in Soap

Eine Antwort

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  1. Da bekommt doch die Redewendung himmlische Freuden eine ganz neue Dimension.

    Der Maskierte

    16. Dezember 2010 at 09:06


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