Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Angeklagte Palliativärztin ist tot

with 9 comments

Vor ein paar Tagen habe ich über eine Ärztin berichtet, welche vor Gericht stand, weil sie mehrere Patienten durch Überdosen von Medikamenten getötet haben soll.

War es einfach nur hochdosierte Schmerzbehandlung bei schwerstkranken Tumorpatienten? War es aktive oder passive Sterbehilfe? Oder war es gar heimtückischer Mord?

Wir wissen es nicht und wir werden es auch nicht mehr erfahren.  Sie ist tot. Heute wurde bekannt, dass sie sich vermutlich das Leben genommen hat.

Schuldeingeständnis? Oder einfach nur Ausweglosigkeit?

Auch das werden wir nicht mehr erfahren

 

(Dank an Monsterdoc für den Link via Twitter)

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Written by medizynicus

24. Januar 2011 um 20:50

9 Antworten

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  1. Traurig.

    Nina

    24. Januar 2011 at 21:03

  2. Hallo, fahre mit meiner Mutter seit 4 Jahren jeden Monat in die Onkologische Praxis. Die Chemo-Therapie kann helfen oder diese Ärztin aus Bad Salzdetfurth……
    Mrs. Jones

    ohnevorwaesche

    24. Januar 2011 at 21:52

  3. Wieso denn Schuldeingeständnis? Dass die BLÖD-Zeitung solches fragt, würde ich noch verstehen, aber wie man ernsthaft solche Fragen nach einem Verfahren über 7 Jahre stellen kann, ist unverständlich. Zumal ja wohl ernsthaft vesucht wurde ihr auch Mord anzuhängen, also „Heimtücke“. Da gibt es wohl viele andere Gründe die zunächst mal in Frage kämen, warum sie sich dem nicht mehr aussetzen wollte.

    klabauterdoc

    25. Januar 2011 at 14:01

  4. wenn sie Suizid begangen hat, wird das wohl bekannt werden, da ja sicher eine Obduktion erfolgt. und ich glaube nicht, dass das nicht durch die Medien geht, wenn es stimmt, dass sie sich das leben genommen hat.
    vermutlich ja, weil sie sicher wußte, dass sie schuldig war, und das Gefängnis wie ein Damoklesschwert über ihr hing. Wer will da noch weiterleben.

    Maja

    25. Januar 2011 at 19:37

  5. Ausweglosigkeit und Schuldeingeständnis denke ich

    Maja

    25. Januar 2011 at 20:04

  6. Wahrscheinlich bin ich blöd (oder nicht katholisch genug?), aber warum ist es ein Schuldeingeständnis wenn man sieben Jahre öffentlich an den Pranger gestellt wird und sich dem ganzen schliesslich durch Suizid entzieht?

    KlabauterDoc

    25. Januar 2011 at 23:35

  7. Also an ein Eingeständnis glaube ich auch nicht so recht. Aber dass sie sich einem weiteren Gerichtsmarathon entziehen wollte, das könnte ich verstehen.

    ednong

    26. Januar 2011 at 00:40

  8. Für Interessierte finden sich hier interessante Details:
    http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Uebersicht/Ist-Mechthild-Bach-aus-Hannover-eine-Moerderin
    Man beachte die Chronik am Ende des Artikels.

    Klabauterdoc

    26. Januar 2011 at 07:38

  9. Manchmal kommt man im Leben an einen Punkt, da liegt die Zukunft klar und deutlich vor einem – um das Unwort des jahres zu bemühen – „alternativlos“.

    Und dann fragt man sich: „Will ich mir das antun?“. Wenn das Ganze vorübergehend ist, wenn man sozusagen erst durch den Tunnel aus Griesbrei (bäh) muß, um dananch (wieder) im Schlaraffenland zu sein, kann man ja sagen „Augen zu und durch“. Aber wenn das ganze bis zum Lebensende so weiter geht, wenn man unheilbar krank ist und nur noch Leid, aber keine Freude mehr hat – oder wenn man, obwohl man eigentlich Gutes und Menschliches getan hat, rotzdem von einer eitlen und selbstggefälligen Juristerei (das ehrenwerte Wort „Justiz“ möchte ich in solchen Fällen nicht benutzen) zum Prügelesel freigegeben wird (was dann eine geld- und skandalgeile Journaille skrupellos austobt), dann darf man sein Leben in Würde beenden. Auch wenn das den Juristen nicht in ihr heiles Weltbild passt und die genannte Journaille nur zu weiteren – ehrverletzenden Fragen und Vermutungen anspornt, um von eigenem Verschulden abzulenken.

    Den Mord-Vorwurf und die angebliche Heimtücke sehe ich in einem solchen Schritt keineswegs „zugegeben“, eher die klare Erkenntnis einer absoluten Hilf- und Ausweglosigkeit.

    der Landarsch

    26. Januar 2011 at 10:53


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