Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Richtig fiese Bazillen

with 30 comments

Kurzer Blick in die Akte, Klopfen an der Zimmertür, Griff zur Klinke und….
„Halt!“ schreit Schwester Anna.
Ich ziehe meine Hand zurück.
„Was ist los?“
„Der ist doch positiv!“
„Wie bitte?“
„Der Herr Schreiner auf Zimmer zwölf hat MRSA!“
Anna beginnt, sich umständlich mit Handschuhen, Mundschutz und Plastikschürze zu verkleiden und erwartet von mir Selbiges. Ich versuche zu protestieren.
„Und wenn ich nichts anfasse?“
„Trotzdem, Vorschrift ist Vorschrift!“
Also Verkleidung an, nochmal klopfen und dann eintreten. Einen guten Meter vom Patientenbett entfernt bleibe ich stehen.
„Guten Morgen, Herr Schreiner!“
Patient rührt sich nicht.
„Alles in Ordnung?“
Zustimmendes Grummeln.
„Dann machen wir einfach weiter so!“
Auf dem Absatz umdrehen, raus aus der Tür, Verkleidung ablegen und alles in die bereitstehenden Mülltonnen. Keine dreißig Sekunden haben wir im Zimmer verbracht.
„Und was kostet das jetzt?“ frage ich während ich einen halben Liter Desinfektionslösung über Hände und Unterarme verteile.
Schwester Anna runzelt die Stirn.
„Was jetzt?“
„Das Zeug, was wir da gerade in den Müll geschmissen haben?“
„Drei Euro… oder vier…“
„Vier Euro für dreißig Sekunden… soviel zum Thema Kostendämpfung im Gesundheitswesen…“
„Aber wenn wir uns nicht verkleiden und den Patienten im nächsten Zimmer anstecken, was glaubst Du, was das wohl kostet?“
Das mag wohl richtig sein. Jedenfalls ist mir klar, warum man dieses Zeug allgemein als Problemkeim bezeichnet.

Written by medizynicus

18. Februar 2011 um 07:01

30 Antworten

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  1. Wenn ich eins absolut nicht ausstehen kann, sind es Kollegen, die dank laxer Auslegung der Hygienevorschriften die ihnen anvertrauten Patienten gefährden!

    DrMang

    18. Februar 2011 at 08:26

  2. Ich finde, wir sollten den Keimen endlich beibringen, im Zimmer zu bleiben, so würden wir uns allen das Leben leichter machen.
    @DrMang Kritik schreibt sich immer schnell, v.a., wenn jemand mal sehr ehrlich sagt, wie es einfach ist. Ich halte von dieser Verkleiderei auch nicht viel, wenn ich fünf Meter vom Patientenbett weit stehe. Am besten noch neben dem Abwurfbehälter, in den ich dann meine Sachen werfe, wenn ich auf Wiedersehen gesagt habe. Natürlich sieht man immer wieder Kollegen, die trotz MRSA einfach so ohne Handschuhe und ohne Kittel an den Patienten rangehen, um nur mal kurz was zu sehen. Das muss echt nicht sein. Ich bin mir aber sicher, dass der Keim nicht bei meinem Anblick zwei Meter weit springt um an meine unbehandschuhten Hände zu gelangen, nur weil ich im Zimmer stehe. Anfassen ist da nochmal was anderes.

    anna

    18. Februar 2011 at 08:39

  3. Ich habe mir fest vorgenommen, sollte ich mal im Spital liegen, jeden Arzt (vermutlich wird es dann der „Herr Professor“ sein), der mit Krawatte an mein Bett tritt zu fragen, wann er seine Krawatte das letzte mal gewaschen und desinfiziert hat. Im Anschluss auf das dabei lange Gesicht des Befragten, möchte ich dann natürlich den Mut haben, diesen aufgrund Infektionsgefahr aus meinem Zimmer zu werfen.
    Weil die Krawatten sind nicht vom Arztkittel bedeckt, kommen weit herum, da hustet jeder drauf und gewaschen werden sie wohl nie…

    Gestern habe ich mir auch vorgenommen, Ärzte nach der Menge zusammenhängenden Schlafes zu fragen, die sie in den letzten 24 Stunden gehabt haben. Und wenn weniger als z.B. 6, sie wegen Übermüdung raus zu werfen. Sorry, aber jeder Taxi-Fahrer muss eine Ruhezeit einhalten. Ärzte dürfen arbeiten bis sie tatsächlich umfallen und kassieren dann noch eine Zurechtweisung wegen „Schlafen während des Dienstes“, oder?

    Sind diese Szenarien realistisch?

    lorem42

    18. Februar 2011 at 08:54

  4. Naja, solange wir nicht in Deutschland anfangen grundsätzlich alles zu screenen was ins KH rein kommt werden wir das Problem noch lange haben und uns alle weiterhin für ein paar Sekunden verkleiden müssen

    Jane Doe

    18. Februar 2011 at 09:34

  5. @Anna, Medizynicus
    Das ist die gleiche und genauso sinnlose Diskussion wie um angeblich an dieser Stelle absolut unsinnige Geschwindikeitsbeschränkungen und -kontrollen und viele, viele andere Sicherheitsmaßnahmen. Bei jeder dieser Maßnahmen, die den Beteiligten selbstverständlich lästig sind, finden sich „Experten“, die genau wissen, dass das Eine ja doch nicht so schlimm sein kann und das Andere ja wohl hoffnungslos übertrieben ist und Geldverschwendung. Einige von denen machen dann widerwillig zwar wie in diesem Fall mit, sehen es aber eigentlich nicht wirklich ein. Andere schlimmere Finger, wehren sich aus Trotz mit Händen und Füßen. Und von denen hatte ich schon etliche am Krankenbett, denen sind Handschuhe und Händedesinfektion grundsätzlich unbekannte Dinge bzw. nur was für Warmduscher und Krankenschwestern, obwohl sie, zwar nicht MRSA (vielleicht auch das?), aber nichts desto Trotz infektiöse Patienten auf der Station hatten. Die schauen sich dann mit nackten Fingern und herunterschabbernder Krawatte die frisch genähte Wunde an. Bei den heutigen kurzen Liegezeiten kriegen sie ja oft die Infektion hinterher gar nicht mehr mit. Da darf sich dann der Hausarzt mit beschäftigen.

    Überlasst das Nachdenken in diesem Fall doch einfach den Fachleuten, sprich den Hygienikern. Wenn Ihr weniger zweifelt, müsst Ihr Euch auch weniger aufregen. Die Infektionsstatistiken werden es Euch irgendwann danken, die nicht infizierten Patienten auch, wenn auch nicht persönlich 😉

    Nicht böse sein, aber ich hab in meiner bescheidenen Krankenhauskarriere schon zu viele Schlampereien gesehen und auch im Bekanntenkreis eine MRSA-Inkeftion mitbekommen (im Schienbein nach Behandlung eines konplizierten Bruchs), da müssen die Statistiken endlich mal runter.

    drkall

    18. Februar 2011 at 09:43

  6. Nicht umsonst werden afaik in den Niederlanden alle Patienten, die die (ich glaube) 3 Monate in einem deutschen Krankenhaus waren, als Infektionspatienten behandelt!

    Der Anteil Methicillin-resistenter Staphyloccus-aureus-Infektionen liegt in manchen europäischen Ländern heutzutage bei über 50% und erreicht damit ungeahnte Dimensionen. In niederländischen Krankenhäusern wird diesbezüglich ein aggressives Vorgehen gehandhabt („search and destroy“), sodass die Situation beherrschbar bleibt: Die Zahl der MRSA-Infektionen liegt in den Niederlanden zurzeit unter einem Wert von 1% (etwa 0,3%).

    http://www.mrsa-net.nl/de/answers.php?type=1&answer_id=10201

    http://www.inter-ned.info/base/page/show_article.php?a=1163

    http://www.springerlink.com/content/j87036mv6l046h16/

    Du hast in letzter Zeit wirklich ein Händchen dafür coole Artikel zu schreiben die richtig schön lange und kontroverse Diskusionen auslösen.

    Weiter so!

    stachel

    18. Februar 2011 at 10:47

  7. Irgendwie wird mein Posting nicht angezeigt?
    Daher hier der zweite Versuch…
    Wenns doppelt kommt bitte löschen.

    Nicht umsonst werden afaik in den Niederlanden alle Patienten, die die (ich glaube) 3 Monate in einem deutschen Krankenhaus waren, als Infektionspatienten behandelt!

    Der Anteil Methicillin-resistenter Staphyloccus-aureus-Infektionen liegt in manchen europäischen Ländern heutzutage bei über 50% und erreicht damit ungeahnte Dimensionen. In niederländischen Krankenhäusern wird diesbezüglich ein aggressives Vorgehen gehandhabt („search and destroy“), sodass die Situation beherrschbar bleibt: Die Zahl der MRSA-Infektionen liegt in den Niederlanden zurzeit unter einem Wert von 1% (etwa 0,3%).

    http://www.mrsa-net.nl/de/answers.php?type=1&answer_id=10201

    http://www.inter-ned.info/base/page/show_article.php?a=1163

    http://www.springerlink.com/content/j87036mv6l046h16/

    Du hast in letzter Zeit wirklich ein Händchen dafür coole Artikel zu schreiben die richtig schön lange und kontroverse Diskusionen auslösen.

    Weiter so!

    stachel

    18. Februar 2011 at 10:50

  8. Guten Morgen!

    Natürlich kosten die Schutzmassnahmen gegen jeden Keim Geld, aber was ist mit den Kosten, wenn diese Schutzmassnahmen nicht wären? Wenn jeder jeden anstecken könnte und würde und alle krank werden könnten.
    Diese Kosten wären mMn um ein vielfaches höher als die Kosten der einzelnen Schutzmassnahmen.

    Solange wir in Deutschland nicht den Schutzstandard beim Thema MRSA haben, wie zum Beispiel in den Niederlanden, werden wir diese Kosten akzeptieren müssen.

    Und @lorem 42:
    Du hast wirklich Recht. Nicht nur der Kittel ist dreckig, auch die Krawatte, die Schuhe, und und und…zum Glück haben die „Normalen“ Doc i.d.R. selten Schlips um.

    Was mich auch immer aufregt, wenn RettDler in Jacke in die Kantine gehen, Chrugen/Anästhesisten iun Bereichskleidung und Stationsärzte in Kittel….dafür gibt es draussen so schöne Aufhängestangen.

    MRSA ist ein Problem, dass in Deutschland leider nicht wirklich ernst genommen wird und mit dem zu schlampig umgegangen wird.

    Hierzu hatte ich auch schon mal was geschrieben:

    http://rettungsdienstblog.wordpress.com/2010/11/22/mrsa-eine-exkursion-hinab-in-die-welt-der-mrsa/

    und eine Super 3sat-Reportage dazu:

    http://rettungsdienstblog.wordpress.com/2011/02/04/videotipp-3sat-killer-keime/

    Gruss
    RDBlog

    rettungsdienstblog

    18. Februar 2011 at 10:53

  9. Kann es sein dass mein erster Beitrag im Spamfilter landet oder sowas?

    Nicht umsonst werden afaik in den Niederlanden alle Patienten, die die (ich glaube) 3 Monate in einem deutschen Krankenhaus waren, als Infektionspatienten behandelt!

    Der Anteil Methicillin-resistenter Staphyloccus-aureus-Infektionen liegt in manchen europäischen Ländern heutzutage bei über 50% und erreicht damit ungeahnte Dimensionen. In niederländischen Krankenhäusern wird diesbezüglich ein aggressives Vorgehen gehandhabt („search and destroy“), sodass die Situation beherrschbar bleibt: Die Zahl der MRSA-Infektionen liegt in den Niederlanden zurzeit unter einem Wert von 1% (etwa 0,3%).

    http://www.mrsa-net.nl/de/answers.php?type=1&answer_id=10201

    stachel

    18. Februar 2011 at 11:04

  10. Hab das Posting von Rettungsdienstblog gar nicht gesehen weil ich zuvor schon ein paar mal versucht hab was dazu zu schreiben was aber leider nicht ging.

    Dann wenigstens die Links:

    http://www.springerlink.com/content/j87036mv6l046h16/

    http://www.inter-ned.info/base/page/show_article.php?a=1163

    stachel

    18. Februar 2011 at 14:01

  11. Bei MRSA läuten bei mir immer alle Alarmglocken. Ich gehöre da mit Freuden zu den Übervorsichtigen. Jeder der die Zimmertür nur ansieht muss sich vorher umziehen. 🙂

    Avarion

    18. Februar 2011 at 18:30

  12. Hmm, klar – wenn man 30 Sekunden in 4 m Entfernung vom Patienten steht, findet nicht wirklich Keimübertragung statt.

    Aber was ist, wenn der Patient dann just in diesem Moment vornüber kippt – gehst du dann wieder raus, Kittel anziehen… oder springst du doch sofort zur Hilfe?
    Oder was ist wenn dich der Patient anrotzt, so wie der aus einer früheren Geschichte?

    Und was ist mit den ganzen unbewussten Gesten und Handlungen? (Ich weiß auch nie, wie die ganzen Fingerabdrücke an meine Brillengläser kommen – da fasse ich NIE hin! …zumindest nicht mit Absicht…)

    Benedicta

    18. Februar 2011 at 18:49

  13. Diese „Experten“ wie sie drkall nennt, sind nicht nur „Experten“ sondern Experten.
    Wir wissen sicherlich alle um die Gefahr eines MRSA und es landen dauernd neue Studien zu diesem Thema auf unseren Tischen die wir zwar nur überfliegen aber das wesentliche nehmen sicherlich alles daraus mit.

    Dass die Hygieniker immer schön angeführt werden find ich persönlich extrem lächerlich, ich habe nur sehr sehr wenige Krankenhäuser gesehen die auch Überschuhe haben.

    Warum?! Ganz einfach, die Dinger sind ARSCHTEUER und bringen theoretisch nichts, da man hygienischerweise dazu angehalten wird, keine kontaminierten Gegenstände auf den Boden zu legen und dieser somit EIGENTLICH nicht kontaminiert ist.
    Dass der Patient in Abwesenheit unhygienische Dinge tut und auch mal Exkremente auf dem Boden landen weiß scheinbar kein „Experte“(höhö)

    Das btw. um diese „Experten“-Rolle mal zu klären, die mir immer wieder unterkommt und mich solangsam tierisch aufregt.

    Wir arbeiten alle im Gesundheitswesen und sollten, sofern in unserer Ausbildung nichts falsch gelaufen ist Experten auf diesem Gebiet sein und dass wir das nicht einsehen ist keine Frage der Einsicht oder des Trotzes sondern einfach des herrschenden Zeitmangels der in diesem Beruf ist und da kommt so n blöder Elektrostatisch aufgeladener Einmalkittel grade recht um das Gemüt noch unnötig zu belasten.

    Bevor wir das MRSA Problem angehen, sollten wir mal viele viele viele andere Probleme angehen, die weit wichtiger sind als dieser Keim…

    Tobi

    18. Februar 2011 at 22:52

  14. Beim Thema Krankenhaushygiene geht mir jedesmal regelrecht der Hut hoch – und das nicht nur wegen der jüngsten Skandale zB im Klinikum Kassel (verdrecktes Op-Besteck). Ich hatte selbst einmal das Vergnügen in einer solchen Klinik zu arbeiten, in der man es mit der Hygiene nicht so genau nahm – keine Bettenzentrale, sprich: die benutzten Patientenbetten wurden auf Station abgewaschen und nicht etwa desinfiziert, sondern mit Geschirrspülmittel! Das ganze auf einer chirurgischen Station – und da wunderte man sich noch über die vielen Sekundärheilungen.

    Äußerste Hygiene sollte das A und O in einer Klinik sein und wenn die nicht gewährleistet ist, muss man sich nicht wundern, wenn sich multiresistente Keime wie MRSA & Co. immer rasanter ausbreiten.

    Meiner Mam wurde dieser Keim während einer Op, oder auch danach, in die Wunde geschleppt – seit dem ist sie ihn nicht mehr losgeworden. Nach Feststellung lief natürlich auch das volle Schutzprogramm (auch für besuchende Angehörige) an. Interessant in dem Zusammenhang, dass diese ‚Verkleidungsaktionen‘ ziemlich unterschiedlich gehandhabt werden und es scheinbar keine einheitlichen Vorschriften gibt. Meine Mam hat insgesamt 3 Kliniken MIT MRSA durchlaufen und von der bescheidenen Pflege, die eine Patientenisolierung mit sich bringt, will ich jetzt lieber gar nicht anfangen. Letztendlich ist und bleibt der Papien der Leidtragende.

    anima

    18. Februar 2011 at 23:02

  15. Sorry … sollte natürlich ‚Patient‘ heißen im letzten Satz. Man merkt … meine Galle kocht schon wieder hoch.

    anima

    18. Februar 2011 at 23:04

  16. Ja bei uns gibt es jetzt seit neuestem einen MRSA-Algorithmus. Sprich, für JEDEN patienten ist bei Aufnahme eine ganze Reihe von Fragen zu beantworten (Wird der Patient aus Süd-/Osteuropa verlegt? War er im KH im letzten Jahr? Kommt er aus dem Pflegeheim? usw usw (eine Din A 4 Seite voll…). Wenn auch nur ein Ja dabei ist, muss gescreent werden. Ich bin ja dann schon mal gespannt, wo wir die ganze Isos noch unterbringen soll, zumal man die ja eigentlich noch nicht mal kohorten-isolieren darf.
    Aber- es bleibt uns halt einfach nix anderes übrig…

    chilara

    18. Februar 2011 at 23:51

  17. Sollte ich mal stationär ins Krankenhaus müssen und habe dabei die Wahl (und das Geld) ziehe ich ernsthaft ein skandinavisches Land in Erwägung. Die Einhaltung von Hygienestandards in deutschen Krankenhäusern ist unterdirdisch.Ich kenne mehrere Leute, die ohne MRSA in ein KH rein sind und mit MRSA wieder raus kamen.

    Sofern ich noch einigermaßen ansprechbar bin, würde mich im KH kein Arzt und keine Krankenschwester auch nur anfassen, ohne sich vorher die Hände zu desinfizieren. Und ich würde ganz sicher fragen, wie lange die letzte Hygiene-Fortbildung zurückliegt.

    Eine Ärztin (!) gab mir den Tipp, im Falle eines KH-Aufenthaltes darauf hinzuweisen, dass ich kürzlich Kontakt mit MRSA-Patienten hatte, auch wenn das nicht zutrifft. Vernünftige Idee, wie ich finde. Wenn schon kein Pflicht-Screening stattfindet, wie in anderen Ländern, dann eben auf diese Weise.

    Und nein, ich bin nicht hysterisch, was Hygiene angeht, aber das, was hier Standard ist, geht einfach gar nicht.

    antagonistin

    19. Februar 2011 at 11:37

  18. @antagonistin:
    Dafür brauchst du erst gar nicht so weit fahren. Nicht nur die Skandinavier haben bessere Hygiene-Standards als wir, auch die Niederländer haben beachtlich gute Hygiene!

    Aber die lassen es sich auch kosten…und als Deutscher bist du da generell erstmal MRSA-verdächtig…nur mal so als Anmerkung!

    Gruss
    RDBlog

    rettungsdienstblog

    19. Februar 2011 at 13:59

  19. Finde die Studie über die durch konsequente Infektionsprävention eingsparten Kosten grade nicht mehr hab aber derweil das hier für euch:

    Es gibt ausreichend Studien darüber, die zeigen, dass Screeningprogramme auf MRSA im Krankenhaus kosteneffektiv sind (Karchmer 2002 J Hosp Inf, Jernigan JA 1995. Inf Control Hosp Epidem, Wernitz et al. 2006. J Clin Microbiol., Chaix C, et al. JAMA 1999, Diller et al. 2007).

    Jede MRSA-Infektion verursacht bis zu 17.000 € Mehrkosten. Da MRSA sich klonal ausbreitet und 25% der Kolonisationen zu einer Infektion führen, bedeutet jede neue Kolonisation bis zu 4.000 € Mehrkosten. Die durchschnittlichen Kosten für ein Screeningprogramm liegen bei 3 bis 15 € pro Patient. 260 bis 1.300 Abstrichuntersuchungen sind bei Vermeidung von einer einzigen MRSA-Übertragung bereits kosteneffektiv.

    Quelle:
    http://www.mrsa-net.org/DE/faq.html#9

    stachel

    19. Februar 2011 at 14:53

  20. Finde die Studie über die durch konsequente Infektionsprävention eingsparten Kosten grade nicht mehr hab aber derweil das hier für euch:

    Es gibt ausreichend Studien darüber, die zeigen, dass Screeningprogramme auf MRSA im Krankenhaus kosteneffektiv sind (Karchmer 2002 J Hosp Inf, Jernigan JA 1995. Inf Control Hosp Epidem, Wernitz et al. 2006. J Clin Microbiol., Chaix C, et al. JAMA 1999, Diller et al. 2007).

    Jede MRSA-Infektion verursacht bis zu 17.000 € Mehrkosten. Da MRSA sich klonal ausbreitet und 25% der Kolonisationen zu einer Infektion führen, bedeutet jede neue Kolonisation bis zu 4.000 € Mehrkosten. Die durchschnittlichen Kosten für ein Screeningprogramm liegen bei 3 bis 15 € pro Patient. 260 bis 1.300 Abstrichuntersuchungen sind bei Vermeidung von einer einzigen MRSA-Übertragung bereits kosteneffektiv.

    Quelle:
    http://www.mrsa-net.org/DE/faq.html#9

    stachel2

    19. Februar 2011 at 14:55

  21. Warum werden eigentlich meine Beiträge oft nicht mehr angezeigt?

    Hab zu dem Thema vor ein paar Tagen schon mal was geschrieben das wurde trotz mehrmaligen absenden nicht angezeigt.

    Und jetzt eben auch wieder!

    Wird hier seit neuesten zensiert?

    Ich mag deinen Blog eigentlich recht gerne, finde das aber doch irgendwie suspekt…

    stachel

    19. Februar 2011 at 14:57

  22. Hier noch ein guter Link die Kosten eines MRSA-Screenings und die Kosten einer „Verkleidung“ betreffend:

    Klicke, um auf Kostenaspekte_bei_MRSA.pdf zuzugreifen

    Ich muss schon mal anmerken dass die es in letzter Zeit echt drauf hast sehr kontroverse und interessante Diskusionen zu provozieren.

    Weiter so.

    stachel

    19. Februar 2011 at 15:16

  23. @Tobi
    Die Experten, die das genagelte Schienbein meines Bekannten und seinen restlichen Körper vom MRSA in einer äußerst aufwändigen, langwierigen, unangenehmen und _extrem teuren_ Prozedur befreien durften, waren über das „Experten“tum derjenigen, bei denen er sich den Keim eingefangen hatte, durchaus anderer Meinung, wie auch mein Bekannter selbst über die Aussicht bei Versagen der Prozedur ggf. mit zumindest einem Unterschenkel weniger rumlaufen zu dürfen ebenfalls wenig begeistert war.

    drkall

    19. Februar 2011 at 15:30

  24. Jaja drkall… Und alle Ausländer sind Verbrecher o.o

    Nur weil’s bei dir nen Fall gibt sind nicht gleich alle die ne Meinung zum Thema haben, die nicht der deinigen oder landläufigen Meinung entsprechen nicht weniger Expertentümlich.
    Aber wayne ;D

    Tobi

    19. Februar 2011 at 21:05

  25. @stachel:

    Ich bin sicher, dass hier nicht zensiert wird. Das deine Beiträge nicht veröffentlicht werden, kann mit WP und dem Spam-Check zu tun haben…
    Lass mich raten, die Beiträge, die Probleme machen, haben in der Regel diverse Links dabei, richtig? Deshalb werden sie sicherlich ausgesondert…einfach mal Medizynicus anschreiben..

    Gruss
    RDBlog

    rettungsdienstblog

    19. Februar 2011 at 22:00

  26. @Stachel: Habe gerade im Spamfilter nachgeschaut – es waren tatsächlich mehrere Kommentare von Dir drin, die habe ich alle rausgeholt. Ist ein Automatismus von WP und keineswegs böse gemeint. Wahrscheinlich lag es an den Links. Ab und zu ist der Filter halt Über-Scharf, sogar Monsterdoc und andere gut bekannte Mitblogger sind schon drin hängen geblieben Möchte das Ding aber aus wohlbekannten Gründen nicht abschalten, da er mir wirklich eine Menge Mist rausfiltert….
    Abgesehen davon: Selbstverständlich findet hier eine Zensur statt, das war schonimmer so und wird auch weiter so sein: Kommentare mit Schleichwerbung und plumpe Links auf kommerzielle Seiten fliegen grundsätzlich raus, aber das kommt zum Glück nicht so oft vor…

    medizynicus

    19. Februar 2011 at 22:09

  27. @Tobi:
    Zu Deinem Argument, dass Überschuhe sauteuer sind, mal kurz ein Einwand von der pharmazeutischen Seite:
    Bei nem Laborgroßhändler (VWR) kosten 4000 Stück Überschuhe 214 Euro Listenpreis, somit kostet 1 Paar 11 cent.

    Zu dem Argument „Wir arbeiten alle im Gesundheitswesen und sind Experten“: Ja, jeder Arzt hat ein Studium, jede Krankenschwester hat eine vernünftige Ausbildung. Dennoch sollten gewisse hygienische Verhaltensregeln festgelegt sein, da ist sowas wie QMS nicht unbedingt schlecht.
    Auch in der Industrie hat man hier Verhaltensmaßregeln bei der Herstellung von Medis festgelegt, dort werden diese als GMP bezeichnet.
    Natürlich nerven diese Verhaltensmassregeln manchmal und man sagt sich, ach komm: Jetzt die ganze Schutzausrüstung anlegen für 10 Sekunden Arbeit, da kann eigentlich doch nix passieren. Wenn aber dann das Parenteralium mit nem Keim kontaminiert ist, ist der Jammer groß.

    Steven

    20. Februar 2011 at 20:15

  28. MRSA ist nicht harmlos, überhaupt kein bisschen. Für das Krankenhaus nicht, weil es irre Kosten produziert, und für die Patienten schon gar nicht. Weiß man doch. Ohne mich durch sämtliche Studien gewühlt zu haben, quasi nur mit gesundem Menschenverstand analysiert: Wem es wichtig ist, der kriegt es in den Griff. Und zwar so, dass erst gar keine Besiedlung stattfinden kann (oder so wenig wie möglich). Hinterher blöd aus den Schmutzwäschebergen gucken ist nicht lustig. Kann ich verstehen. Hätte man aber vorher mal dran denken können. Wie man das macht, scheint ja kein Geheimwissen zu sein.
    Nix für ungut.

    Silke

    21. Februar 2011 at 21:43

  29. @antagonistin: sich mutwillig isolieren zu lassen, ist übrigens keine gute Idee. Es dauert Jahre bis jemand kommt, wenn man klingelt, jeder geht seltener in das Zimmer, natürlich auch die Ärzte, JEDE Untersuchung findet an letzter Stelle statt, was bedeutet den ganzen Tag nüchtern zu bleiben. Außerdem bist du in deinem Zimmer eingesperrt. Bei allem was du brauchst, auf andere angewiesen, nicht mal eben zum kiosk, ne zeitung holen, oder so… Nein, mach dich lieber unbeliebt und nerv jede Schwester und jeden Arzt bevor er dich anfasst: „haben sie sich die Hände desinfiziert?“ man wird dich für paranoid halten, aber das kann dir ja egal sein 😉

    chilara

    23. Februar 2011 at 06:42


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