Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Will keiner mehr Hausarzt werden?

with 21 comments

Es war einmal, vor langer, langer Zeit… da war die Welt noch in Ordnung.
Draußen auf dem Lande waren die Leute glücklich und zufrieden und wenn man sich bei der schweren, harten Arbeit auf dem Feld einmal verhoben oder den Fuß verstaucht hat, dann ging man zum Doktor.
Der Herr Doktor war immer da, wenn man ihn brauchte und wusste eine Lösung für jedes Problem. Hatte man Schmerzen, gab’s eine Spritze, litt man Seelenqualen, dann fand er ein tröstendes Wort. Und den Simulanten und Hypochondern, den sagte der Herr Doktor auch schonmal mit klaren und deutlichen Worten, dass sie sich einfach mal ein wenig zusammenreißen sollten.
Ach ja, das waren noch Zeiten…
Der Herr Doktor bewohnte das größte Haus im Dorf und jeden Freitag Abend traf er sich zum Stammtisch mit dem Herrn Pfarrer, dem Lehrer und dem Bürgermeister und da wurden dann die Geschicke des Dorfes bestimmt.
So war das halt, damals. Aber die Zeiten sind vorbei. Niemand will mehr Hausarzt werden. Ärzteverbände und Funktionäre schlagen Alarm. In den einschlägigen Gazetten ist von tatsächlichem oder drohendem Ärztemangel die Rede.
Was ist los?
Natürlich ist es viel cooler, Neurochirurg zu sein oder Kardiologe. Dann kann man abends in der Szene-Bar spannende Stories aus OP oder Herzkatheter vom Stapel lassen. Und ein dickeres Auto als der Landarzt-Dackel kann man sich allemale leisten…
Aber liegt es wirklich daran?
Oder gibt es vielleicht ganz andere Gründe?

Advertisements

Written by medizynicus

7. März 2011 um 05:08

Veröffentlicht in Nachdenkereien

Tagged with ,

21 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. >Aber liegt es wirklich daran?
    Yep.
    >Oder gibt es vielleicht ganz andere Gründe?
    Nö.

    chammann

    7. März 2011 at 06:20

  2. Berichtigung: Der Doktor bewohnte das zweitgrößte Haus im Ort; das größte bewohnte der Veterinär!
    😉

    bard jun.

    7. März 2011 at 09:17

  3. ich haette auch keinen bock aufs land zu ziehen. mal vom gehalt abgesehen, aber da is es halt einfach langweilig und ich hab noch kein dorf gefunden, das ich schoen gefunden haette.

    Ich

    7. März 2011 at 09:57

  4. Die Gründe sind doch alle bekannt.
    Man hat nie Frei. NIE.
    Es gibt keinerlei Kulturleben oder sonstige Dinge in der Nähe, wo man etwas unternehmen könnte.
    Und auf geistvollem Austausch mit seinen Mitbürgern kann man auch kaum hoffen, weil die, mit denen man das könnte, auch nicht aufs Land ziehen.

    docadenz

    7. März 2011 at 13:39

  5. … es ist zunächst der erste Schritt im Hinblick auf das Aussterben der Niedergelassenen.

    Auf dem Land wird man sich noch einige Zeit mit Ärzten/innen die einen osteuropäischen Akzent besitzen über die Runden quälen. Praktischerweise bringen de dann ihre Helferinnen, Raumpflegerinnen etc. gleich mit. Man möchte schließlich unter sich sein.

    Mittelfristig wird es aber nicht nur auf dem Land mit dem großen Praxissterben enden, sondern, und das ist politisch so gewollt, es werden nach und nach auch so ziemlich alle anderen Praxen sterben, Stadt groß, mittel oder klein.

    Die Patienten finden sich dann in mehr oder weniger großen sogenannten „medizinischen Versorgungszentren“ wieder. Größtenteils werden diese praktischerweise den Klinikketten angegliedert sein. Ärztinnen und Ärzte werden dort dann (vermutlich im Schichtsystem incl. Wochenenddiensten) als normale Angestellte tätig sein.

    Weder die Politik, noch die Klinik- und Pharmakonzerne werden sich von den paar lächerlichen Drohgebärden „auswanderungswilliger“ Mediziner beeindrucken lassen. Denn: (wen wundert es) auch im „Ausland“ wird sich die Gesundheits- sorry, Krankheitsversorgung ähnlich oder identisch entwickeln.

    Wenn dieser Prozess weitestgehend abgeschlossen ist, sind nicht nur die gesetzlich Krankenversicherten die „Dummen“, nein nein, es wird auch die Privaten, und, ja leider auch viele ehemalige Niedergelassene und ob des Konkurrenzkampfes auch das Klinikpersonal erwischen. Es gibt einfach viel zuviel Personalbestand.

    Es wird eine geringfügige medizinische Grundversorgung geben (0-15 Versorgung) und wer tatsächlich „Heilung“ erwartet und will, der muss sehr viel Geld ausgeben. Geheilt wird er dann aber auch nicht wirklich, eher (wie heute bereits) abhängig gemacht.

    Die Pharmariesen und Klinikgiganten werden sich dumm und dämlich verdienen (wie schon immer) und das dumme Fußvolk löhnt widerstandslos ganz nach dem preussischen Kadavergehorsam.

    Fast noch vergessen; Damit das so auch künftig bleibt, erhalten die willigen und koruppten Politiker nach ihrer „Abhalfterung entsprechende Pöstchen innerhalb der Konzerne.

    Glaubt ihr nicht?

    Abwarten! (Sicher, kommt immer auf das jeweilige Alter der Wartenden an)

    DocConsult

    7. März 2011 at 16:30

  6. .. ich stehe zwar auf der Patienten-Seite, aber mein Instinkt sagt mir das DocConsult recht haben könnte und das wäre echt bitter.

    Lebensumbau

    7. März 2011 at 16:53

  7. Noch eine Berichtigung: Der Apotheker fehlt am Stammtisch. Und der hat das grösste Haus, denn unten ist die Apotheke und oben wohnt die Apothekerfamilien.

    Mr. Gaunt

    7. März 2011 at 20:32

  8. An der Reaktion zu diesem Medizynicusköder kann man das Problem schon erkennen.
    Bis auf Doc Consult kommen nur kleine Blas und Bla Blas. Na gut, man muss ja nicht immer was Tiefschürfendes sagen. Aber dieses Thema wird in den kommenden 3 Jahren zum Brandthema für Alle. O.K., vielleicht sind lauter Gesunde hier vertreten.
    Doc Consult hat Recht und Unrecht. Was stimmt: Die Absicht ist die Zerstörung der gesamten bisherigen Niederlassung. Die Absicht ist die von Doc Consult geschilderte Versorgungsstruktur mit Klinik-MVZs. Was aber nicht stimmt ist der Personalüberschuss. Was nicht stimmt ist der Kadavergehorsam, da brennt seine Aggression mit ihm durch und erst recht bei diesem ihn medizinisch völlig disqualifizierenden Kommentar über gewünschte Abhängigkeitsentwicklung.

    Ich bin der Meinung, es wird durch den zunehmenden Landarztmangel und die gleichzeitige unverschämte Vergällungstaktik der KV-Funktionäre und der Klinikkonzerne (Bertelsmann rechne ich dazu) zu einer kritischen Masse an Landarztwut kommen. Diese Wut wird mit der Patientenwut zusammenwachsen und zum Sturz des nächsten ( und bisher unfähigsten ) Gesundheitsministers Lauterbach führen.
    Es wird in der Folge dieser ( Facebook gesteuerten Revolte) zu einer Renaissance der Landarztpraxen kommen, in dem man den entsprechend qualifizierten Leuten eine Menge Geld bieten wird, diesen unbeliebten Job zu machen. Denn erst nach dem Zusammenbruch der bisherigen Versorgung wird man mal in Ruhe das Problem erkennen und verändern: Ständige Gängelei von hochqualifizierten Leuten führt nur zu Aversion und Rückzug. Wenn man Menschen belohnt, dann arbeiten sie motiviert. Die Beträge die da fließen müssen will ich hier gar nicht erwähnen, sonst geht hier schon wieder die leidige Neiddebatte los.
    Auch in Angestelltenverhältnissen kann gute Landarztmedizin erbracht werden. Aber sie muss auch dort sehr gut dotiert werden, vor allem aber müssen es entsprechend ausgebildete Leute sein, die man aber nicht in genügender Zahl hat. Und alle lügen sich in die Tasche, wenn sie glauben, man könne einen frischen Klinikassistenten oder gar einen Heilpraktiker in diese Jobs stecken. Da herrscht eben ein eklatanter Mangel an breit ausgebildeten Ärzten. Und wenn man mal sieht wie voll die Angebotsanzeigen von Doc to Rent sind, dann begreift man, wie völlig daneben die Personalüberschussvermutung ist.
    Für DocConsult: Keineswegs gehen alle Länder den Klinikkettenweg. Das ist ein Informationsdefizit.

    Aber definitiv kein anderes Land versucht seine Landärzte so zu vergällen, dass sie in Frührente flüchten oder auswandern. Dafür und speziell dafür werden die Patienten die Rechnung bezahlen. Nicht in Geld.

    Kreativarzt

    7. März 2011 at 21:41

  9. @Kreativarzt
    Das Zukunftsszenario ist gut vorstellbar.
    Ein Aspekt kommt jedoch nicht vor: Es wird in der Zukunft auf dem Land in schöner Umgebung materiell und personell topausgestattete Kliniken geben. Für die örtliche Bevölkerung unbezahlbar stehen sie nur ausgesuchten Privatpatienten mit besonderen Beziehungen (Politiker, Ministerialbeamte, ausländische Despoten) zur Verfügung.
    Was Konzerne angeht? Da werden sich die Großen nicht die Finger verbrennen, da gehen einige kleiner viel aggressiver ran, weil sie wenig zu verlieren haben. Wenn einer auffliegt kommen 3 neue, siehe Merkle (ratiopharm) der Ärzte, Apotheken und Politik über Jahrzehnte verarscht hat.

    Wenn die Entwicklung der letzten Jahrzehnte weitergeht kommt ein Ergebnis wie von DocConsult und Kreativarzt prognostiziert heraus. Der Zusammenbruch.
    England hat sein NHS ja schon längst gegen die Wand gefahren. Die USA werden auch unter Obama kein Gesundheitssystem bekommen.
    Revolution im Gesundheitswesen: ja!
    Erste Maßnahme: Verbot des Wortes „Leistungserbringer“, denn es tritt das Engagement, daß weit über das rein fachliche Können hinausgeht mit Füssen.

    Wir sind keine Reparatur- und Ersatzteilversorgungsbetriebe, sondern Heilberufe!

    Murgs

    8. März 2011 at 00:08

  10. „Halb zog sie ihn, halb sank er hin“, ich wehre mich immer gegen einseitig Feindbilder. Sicher ist die Entwicklung der (Landarzt-)Medizin alles andere als befriedigend, eher beänstigend! Aber jeder sieht die Welt halt durch seine Augen, auf der Basis seiner Lebensumstände und seiner Moral (Marie Antoinette: „Ich verstehe die Klagen des Volkes nicht. Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie halt Kuchen essen“) und entwickelt daraus entsprechende Lösungsansätze, die er – je nach politischen oder gesellschaftlichen Gewicht – umzusetzen versucht.

    Anstatt aus diesen – natürlich z.T. egoistisch – gemeinten Lösungen der Gegenseite Verfolgungswahn-Phantasien zu pflegen sollten wir Ärzte uns lieber Gedanken machen, warum wir in diesem Staat inzwischen so einflußlos geworden sind, was wir versabbelt haben und wie wir es ändern können.

    Der vergeigte Nürnberger Aufstand der Hausärzte ist der Tiefstpunkt dieser Entwicklung: auf der einen Seite ein sich hoffnungslos überschätzender Egomane, auf der anderen Seite eine Mehrheit, der es am nötigen Mumm, am Teamgeist und am Weitblick fehlt. Damit kann man niemand beeindrucken!

    Wir brauchen endlich eine ärztliche Öffentlichkeitsarbeit, die der Bevölkerung, dem Staat, der Wirtschaft den Wert unserer Arbeit, unserer Präsenz, unserer Aufopferung etc f ü r s i e klar macht und erreicht, dass die dann unsere Arbeit besser honorieren w o l l e n. Arbeiter (derzeit die Lokführer) können das durch Streik. Selbstständige Unternehmer (die wir ja sind) können nicht streiken. Wir brauchen andere Methoden, die Überzeugung!

    Dann wird sich die Situation der Medizin verbessern, dann werden die Honorare steigen und die Bürokratie (ist doch nix anderes als ein gigantisches Mißtrauen) abgebaut werden. Und dann wird auch die Arbeit für Landärzte wieder attraktiver werden und es wird – ganz von selbst – mehr Landärzte geben (nicht alle wollen nämlich ständig in die Nobel-Disco!)

    der Landarsch

    8. März 2011 at 10:36

  11. P.s.: ich wäre jedenfalls gerne bereit, pro Monat auf 100€ Honorar zu verzichten (die Hälfte zahlt/frißt eh der Fiskus), wenn dies dann in eine effektive Öffentlichkeitsarbeit investiert würde.

    Wenn dies jeder niedergelassene Arzt täte, dann hätten wir pro Monat 10 Mio €, wenn dies alle Ärzte (vielleicht abgestaffelt) täten, sogar ca 25 Mio für eine Presse- und öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung, dies sich gewaschen hat!!!

    der Landarsch

    8. März 2011 at 11:44

  12. ad Lebensumbau: „ich stehe zwar auf der Patienten-Seite, aber mein Instinkt sagt mir das DocConsult recht haben könnte und das wäre echt bitter“

    Eigentlich ist es das ureigene Interesse des Patienten, dass es seinem Doc gut geht. Dann hat er nämlich Zeit, nimmt seine Probleme ernst und macht, was angebracht ist.

    Der „Beitragszahler“ hat evtl. andere Motive. Aber da muss man sich halt entscheiden, ob man lieber Beitragszahler oder Patient ist, wenn man ärztliche Hilfe braucht …

    ad generelle Gründe: Zu den Gründen wäre noch zu ergänzen, dass das Ganze politisch zwar gewollt ist (auch wenn die Politik ständig etwas anderes erzählt), dass aber der Hauptgrund für die Misere wir selbst sind. Wir haben Probleme mit dem aufrechten Gang und triefen vor Ambivalenzen, was ja auch in den Kommentaren hier zu verfolgen ist.

    Würden alle Hausärzte ihre Praxen schliessen, würden sich die Verhältnisse schnell ändern. Bloss sind wir dazu nicht in der Lage. Die Abstimmung in Nürnberg vor Weihnachten hat das gezeigt: Grosse Beifallorgien, die kostenlose Wurst noch mitgenommen und dann den einzigen Ärztefunktionär mit Stehvermögen voll ins offene Messer laufen lassen. Und hinterher waren es dann die anderen oder der angebliche Egotrip Hoppenthallers.

    Der Punkt zur Umkehr ist längst überschritten, der Hausarzt wird in Deutschland aussterben. Nein, er ist schon tot.

    klabauterdoc

    10. März 2011 at 15:29

  13. @der Landarsch
    der im PS genannte Vorschlag funktioniert nicht und zwar aus zwei Gründen.
    1. Würde sich über kurz oder lang eine mit solcher Lobbypolitik beauftragte Organisation verselbständigen und ihre eigene Lobbypolitik betreiben.
    2. Ist nicht die KV letztlich eine Organisation, der wir bereits Geld zu diesem Zwecke abgeben? Und seht was aus dieser geworden ist! Es bedürfte nur wenige fast unscheinbare Gesetzesänderungen und einige arrogante, egozentrische Funktionäre und das ganze läuft gegen uns.

    Im übrigen ist Lobbypolitik kein Mittel Lobbypolitik zu bekämpfen. Genauso wie man Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen kann, sondern nur noch mehr Gewalt erzeugt, genauso rechtfertigt man mit eigener Lobbypolitik nur die Lobbypolitik der anderen.

    @klabauterdoc
    Ich sehe hier in dieser Diskussion keine direkte Ambivalenz nur eine optimistische oder pessimistische Sichtweise des selben Problems. Ich persönlich habe mich noch nicht entschieden.

    Es gibt auch Chancen für eine positive Entwicklung.
    Wenn wir Erfolg haben sollten, dann nur, wenn wir uns nicht den Partikularinteressen kleiner Gruppen (Stichwort Lobbypolitik für Hausärzte), widmen, sondern stattdessen gegen jegliche Lobbypolitik auftreten. Gegen die mächtigen und gewieften Lobbyisten bei Krankenkassen, Pharma und KH-Industrie haben wir als Ärzte ohnehin nichts entgegenzusetzen. Wir können uns halt nur hinsetzen und sagen: „Wir sind das Volk.“ Wer uns mit Füßen tritt, der tritt elementare Grundrechte mit Füßen und darunter leiden alle, nicht zuletzt auch diejenigen, die da treten. Ob das allerdings auch in deren grauen Hirnzellen ankommt???

    Kamhameha

    10. März 2011 at 17:15

  14. ad Kamhameha:

    „Wenn wir Erfolg haben sollten, dann nur, wenn wir uns nicht den Partikularinteressen kleiner Gruppen (Stichwort Lobbypolitik für Hausärzte), widmen, sondern stattdessen gegen jegliche Lobbypolitik auftreten.“ … „Wir können uns halt nur hinsetzen und sagen: „Wir sind das Volk.““

    Berufspolitik heisst letztlich, dass man für seine Interessen hinsteht. Das ist übrigens in der Demokratie auch so gewollt. Das Brot fällt nicht vom Himmel, sondern man muss vorher das Feld bestellen.

    Bei den Ärzten läuft es aber so: Es gibt unzählige Berufsverbände, die zu allem eine Meinung haben, nur mit den Interessen ihrer Mitglieder, damit kennen sie sich nicht aus. Der Hausarztverband muss die Hausärzte vertreten, der BDI die Internisten, die DGN die Neurologen usw. Für das grosse Ganze ist Angie zuständig, nicht die Berufsverbände. Wenn z.B. die Vertretung der Piloten „Cockpit“ sich für das Kabinenpersonal, die Aktie der Lufthansa und das Wohl der Luftfahrt verantwortlich fühlen würde, statt nur für ihre Mitglieder, wäre man die letzten 20 Jahre mit den deutschen Piloten genauso Schlitten gefahren wie mit uns. Hoppenthaller hatte das erkannt und wusste wie man mit Marktmacht umgeht. Sein Problem war, dass der wahre Feind nicht im anderen Lager sass, sondern sich in der trägen Masse der 60% manifestierte, die nach wie vor nicht in der Lage ist wirtschaftliche und politische Zusammenhänge zur Kenntnis zu nehmen.

    Genau deshalb geht es um Partikularinteressen. Die der Hausärzte, der Internisten, der Urologen usw. Wenn alle Hausärzte die Praxis dichtmachen, haben sie mit einem Schlag eine unglaubliche Verhandlungsmacht. Das gilt für jede Arztgruppe.

    Zur KV: Dass es ihre Aufgabe wäre die Interessen der Ärzte zu vertreten ist ein Märchen. Es handelt sich um Körperschaften öffentlichen Rechts, die die jeweils beschlossene Politik zu exekutieren haben.

    Vielleicht zu guter letzt noch ein Wort zu den Patienten: Die von uns, die sich gegen das, was im deutschen Gesundheitssystem passiert nicht wehren, weil man das ja angeblich auf dem Rücken der Patienten austragen würde, schaden eben diesen eklatant. Im Bereich der amulanten Medizin herrscht seit Jahren eine politisch gewollte zunehmende Rationierung. Wenn der Patient davon nichts merkt, weil so viele die Realität nicht 1:1 weitergeben, sondern meinen es sei eine besondere Barmherzigkeit dies abzupuffern (in einem der reichsten Länder der Erde …), dann sind wir Mittäter – und dumm dazu.

    Klabauterdoc

    10. März 2011 at 19:16

  15. Klabauterdoc, das ist ein komplett richtiges Statement! Besonders das mit den Patienten gefiel mir. Ich kann diese mit ärztlichem Pathos vorgetragene brustschwellende Bereitschaft zur Kompensation von Systemmängeln nicht ertragen. Es kostet nämlich viel mehr Mumm, die kostenlosen Überstunden bleiben zu lassen und dafür die Ursachen anzuschuldigen, als sich als Gutmensch schmeicheln zu lassen und damit leider, leider genau den Mist zu zementieren, der die deutsche Medizin charakterisiert: “Man packt dem Esel immer noch eins drauf und er läuft einfach weiter. Ein Esel halt.”
    Ich kann der Hoffnung auf bessere Publicity nach Landarschmodell auch nicht glauben. Die Einflussmöglichkeiten auf die eigene Arbeitssituation wird nur durch reale Macht erreicht. Wer in dieser Gesellschaft hat nachweislich gute Arbeuits- und Lebensbedingungen erreicht, weil durch gute PR ihm jemand etwas gönnte, was er nicht mehr hat? Das gehört wohl eher in den Bereich der Mythen. Piloten sind den Ärzten in vielen Dingen sehr ähnlich. Und wenn sie ihre Arbeitszeiten/Pausenregelung und ihr Einkommen optimieren, dann ist das ermutigend. Und wenn sie dann weiterhin berufsfremde Tätigkeiten Verhindern, wie zB Be-und Entladen, Kaffee für die Passagiere, Listen über QM in der Bordküche, dann sind sie den Ärzten Lichtjahre voraus, die sich den letzten Müll noch als zentrale Lebensaufgabe aufdrücken lassen. Ich bin allerdings eine desillusionierten Meinung bezüglich der realen Änderungsoption, denn diese Kraft haben die Ärzte aus den von Klabauterdoc geschilderten Gründen nicht. Die realen Mangelerscheinungen in der Hausarztmedizin werden zum Systemzusammenbruch führen. Danach wird ein Politiker den “Hausarzt” NEU ERFINDEN und die Lorbeeren dafür bekommen.
    Es sind die echten Machtverhältnisse die entscheiden.

    Kreativarzt

    10. März 2011 at 21:23

  16. @ Klaubauterdoc, Kamhameha, Kreativarzt, ihr habt alle absolut recht, ich habe aber nicht von Lobbypolitik gesprochen, sondern von Selbstdarstellung (Werbung, PR, Marketing etc.) in der Öffentlichkeit/Gesellschaft.

    Der Vergleich mit Streik- oder Verweigerungsmaßnahmen (wie z.B. den Piloten) ist nicht zutreffend! Wir sind Unternehmer (oder wollen es angeblich sein). Und Unternehmer verkaufen ihre Leistung (Produkt oder Dienstleistung). Dazu müssen die potentiellen Kunden die Leistung kennen und einschätzen können. Und das macht im Geschafts- und Wirtschaftsleben bekanntlich die Werbung!

    Jeder Unternehmer, ob Daimler Benz oder der Blumenladen um die Ecke,
    – muss erst mal beim Kunden bekannt sein [„oder bei Obi“],
    – seine Angebote müssen als notwendig angesehen werden,
    – der Seriosität seiner Preis-Gestaltung muss vertraut werden,
    – der Qualität seiner Produkte muß akzeptabel sein
    – er muss als „positives Mitglied der Gesellschaft“ gesehen werden
    u.s.w..

    Das muss – das weiß die Werbeindustrie – den Kunden immer wieder ins Hirn gehämmert werden, bis sie wie die Orwell’schen Schafe („Animal Farm“) blöken „Vier Bein guuut, zwei Beine schääächt“. Wer hingegen darauf vertraut, das wüssten seine Kunden schon, der irrt und wird untergehen! Das war und ist der fundamentale Fehler unserer Berufspolitik – und da stehen wir jetzt!!!!

    Natürlich wissen unsere Patienten um unsere Leistungen: wenn sie krank sind erinnern sie sich gerne daran. Aber wenn’s um das Bezahlen der Krankenkassenbeiträge geht, dann heißt’s plötzlich „die Ärzte verdienen zu viel“, und die Politik haut mit Freude in die selbe Kerbe, hat sie doch das Geld dann für andere (hier: Lobby-)Zwecke zur Verfügung!

    Auch die Unternehmer vergessen nur zu gerne, was ihnen das deutsche Gesundheitswesen gegenüber anderen Ländern an Vorteilen bringt. Deshalb reden sie auch von „Lohn-Nebenkosten“, anstatt von „Produktions-Kosten“!

    Und die Krankenkassen taufen sich in „Gesundheitskassen“ um, weil sie vergessen haben (oder besser: unwidersprochen verdrängen können), dass ihre Existenzberechtigung die Versorgung der Kranken ist und nicht das Einsammeln von Gelden von den Gesunden und Verteilen nach eigenem Gusto!

    Das größte Hindernis für die Ärzte ist die „Schweigepflicht“, das heißt, dass weite Bereiche der ärztlichen Tätigkeit nicht öffentlich gemacht werden dürfen. Im Mittelalter wurden – aus ähnlichen Gründen und Mechanismen heraus – Hexen verbrannt und Juden verfolgt, weil sie nämlich auch eher abgeschieden, im Geheimen (wie Verbrecher und Spione) agiert haben und somit die Unsicherheit und den Verdacht genährt haben, dass sie vielleicht dem Gemeinwesen durch ihr Tun Schaden zufügen.

    Warum bauen die Krankenkassen (bes. die AOK) Glaspaläste??? Damit man sieht, dass darin – scheinbar – nichts Geheimes, Schändliches, Verwerfliches stattfindet!

    Als die Herren Daimler und Benz ihre ersten Motoren bauten und einige davon explodierten, hatten sie es schwer, sich damit durchzusetzen. Seit die Funktions- und Arbeitsweise schon in der Schule besprochen wird, gibt es hier keine Fragen mehr: ein Marketing-Geniestreich! Gesundheitskunde ist dagegen immmer noch ein Randbereich des Biologie-Unterrichts!

    Jede andere Berufs- und Wirtschaftsgruppe in Deutschland hat ihren Bundesverband, nur wir Ärzte glauben, dass uns der Staat auch das noch schenkt (als „Anstalten des öffentlichen Rechts“ – KVen und Ärztekammern – die wir im Übrigen auch noch selbst bezahlen dürfen). Ja, wir haben den Hartmannbund, den NAV, den Marburger Bund und die vielen großen und kleinen Fachgruppenverbände und sonstigen Gruppierungen. Aber irgendwann hat sich mal die Meinung etabliert, weil’s in KVen und ÄKen die Sitzungsgelder und Aufwandsentschädigungen „umsonst“ gibt, müssten diese Positionen angestrebt werden („damit man hier die Interessen seiner Wähler umsetzen kann“): Alle die Herrn (und Damen) haben leider Gottes noch nie kapiert, was eine wirkliche „Berufspolitik“ bedeutet: nicht nur Verteilung des hingeschmissenen Batzens Geld, sondern Außendarstellung der Leistung und eigenen Wichtigkeit und Organistion einer erfolgreichen Zukunft!

    Aber bei Geld setzt bekanntlich das Hirn aus: wirf einem Kleinbürger einen Batzen Geld hin, er wird sich nicht mehr fragen wofür, ob das ausreicht, ob das moralisch ist etc. Er wird einfach zugreifen und sagen „jawoll“!

    der Landarsch

    11. März 2011 at 09:56

  17. @Kreativarzt, @Klabauterdoc
    Liebe Kollegen,
    ich würde Ihnen ja so gern Recht geben, und all das, was Ihnen vorschwebt, trifft auch so in einer Demokratie zu, aber wir leben, nach meinem Eindruck, nicht in einer Demokratie. Wir leben in einer Diktatur von Lobbyisten. Die ökonomische Grundlage einer jeden Demokratie ist die freie Marktwirtschaft, und die ist für uns Ärzte faktisch aufgehoben. Was wir arbeiten, wo wir arbeiten, wie wir arbeiten, und was wir letztlich dafür verdienen, wir alles fein säuberlich administrativ festgelegt und steuert sich keinesfalls über Angebot und Nachfrage. Somit sind alle die Dinge, die Sie in der Schule für ein funktionierendes demokratisches System gelernt haben einfach nicht anwendbar. Leider.

    Also geht es erst einmal darum die Rechte und Freiheiten, wie Sie im Westen vielleicht nach dem Zusammenbruch des Faschismus geherrscht haben mögen, wiederherzustellen. Damit dann im zweiten Schritt die Maßnahmen greifen können, die Sie hier vorschlagen.

    In einer Diktatur aufgewachsen, weiß ich, dass es gar nichts bringt, sich ihr kämpfend entgegen zu stellen. Im Gegenteil, eine Diktatur festigt sich noch im Kampf gegen innere und äußere Feinde. Deshalb führen Diktatoren auch so gerne Kriege oder malen innere Feinde an die Wand. (Beim ehemaligen Nachrichtenmagazin heißt das Schreckgespenst die den Staat erpressende Ärztelobby.)

    Auf der anderen Seite aber zerbröselt eine Diktatur von ganz allein, wenn eine kritische Masse die diktatorischen Maßnahmen für überflüssig und sogar schädlich hält.

    @der Landarsch
    So richtig und so klug diese Überlegungen zu einer Gesundheitserziehung auch sind. Ich glaube, dass sich das in einer funktionierenden freien Marktwirtschaft sofort von ganz allein regeln würde. So habe ich beispielsweise, als man noch ohne Budgetierung lebte, regelmäßig Patientenschulungen durchgeführt. Eine ganze Serie von PowerPoint-Präsentationen schmort nun in meinem Datenarchiv. Ich denke viele von uns besitzen solche ungenutzten Potentiale, wir benötigen nur ein freiheitliches System, um diese anwenden zu können.

    Kamhameha

    11. März 2011 at 10:35

  18. ad Landarsch: “ … Der Vergleich mit Streik- oder Verweigerungsmaßnahmen (wie z.B. den Piloten) ist nicht zutreffend! Wir sind Unternehmer (oder wollen es angeblich sein) …“

    Es lebe die Ambivalenz … Fangen wir mal mit dem zweiten Teil des Satzes an: Niedergelassene Ärzte sind in Deutschland weder Unternehmer noch Freiberufler. Das mag vor 30 Jahren so gewesen sein. Der Hausarzt ist heute ein scheinselbständiger Angestellter der KV resp. der Krankenkassen. Er trägt das unternehmerische Risiko, hat aber keine unternehmerische Gestaltungsfreiheit und ist im überwiegenden Teil seiner Arbeit weisungsgebunden. Darüber hinaus bewegen sich unternehmerische Kenntnisse vieler Kollegen im Promillebereich.

    Wenn er Unternehmer wäre, wie Du behauptest, dann wäre übrigens der erste und wichtigste Schritt in der derzeitigen Situation, nur die Leistung zu erbringen, die auch bezahlt wird. Darauf wurzelt jedes Unternehmertum. Solange dies nicht der Fall ist, ist die Debatte um Marketing und PR bloss intellektuelle Onanie. Wer für eine Flatrate differenzierte Leistung anbietet, Hausbesuche für ein paar Silberlinge oder umsonst erbringt, beweist nur, dass er vom Unternehmertum ungefähr genausoviel versteht wie Erich Honecker von der Marktwirtschaft.

    Zum ersten Teil des Zitats: Ich muss mich insofern korrigieren, dass natürlich die Situation der Ärzte und Piloten tatsächlich nicht ganz gleich ist. Die niedergelassenen Ärzte sind in der Tat formal keine Angestellten. D.h. sie sind an das Streikrecht mit Friedenspflichten, Urabstimmungen etc. nicht gebunden, sondern könnten sofort ihr Angebot auf das zusammenstreichen, was auch vergütet wird. Insbesondere dann, wenn sie sich ihrer freiberuflichen Wurzeln erinnern würden.

    Kompliziert wird es durch den vermutlich verfassungswidrigen Wahnsinn der Sozialgesetzbücher. Aber dass es Wege gäbe, dem zu entkommen, hat ja die Diskussion in Bayern gezeigt. Wer sich für die Hintergründe interessiert, findet bei http://www.luege-der-woche.de/ und http://www.brain2doc.de/ gute Einstiege ins Thema. Vielen, die hier lesen, ist das wahre Ausmass der SGB- und KV-Knebelei vermutlich gar nicht bekannt.

    Was die Patienten betrifft, so gibt es dazu auch noch eine andere kritische Überlegung: Die aktuelle Situation ist bei aller Mitschuld der schweigenden Mehrheit der Ärzte letztlich natürlich durch die Politik bewusst herbeigeführt worden. In einer repräsentativen Demokratie bedeutet dies zumindest formal, dass die Bevölkerung das so will. Wer Medizin zu Dumpingpreisen möchte, damit das Geld für Auto, Haus, 2 x Ferien, Flachbildschirm und Nikotin weiterhin ungekürzt zur Verfügung steht, der muss in Zukunft auch akzeptieren, dass er dafür nur den realen Gegenwert bekommt – nämlich Instant-Medizin ohne Hausbesuche und knackigen Wartezeiten von mehreren Wochen (oder bei bestimmten Fachärzten auch Monaten). Wer das nicht will, muss vor dem Konsum eben auch etwas für die Gesundheit beiseite legen. Es gibt Patienten, die das verstanden haben, beispielsweise http://www.patient-informiert-sich.de/

    Interessant ist, dass es Länder gibt, in denen dem Patienten schon immer ein gewisses Mass an Selbstverantwortung zugemutet wurde. Beispielsweise zahlt man in der Schweiz pro Jahr eine Selbstbeteiligung von 300 – 2500 CHF (kann man wählen). Dazu kommt ein Anteil an den stationären Behandlungskosten von max. 750 CHF pro Jahr. Dabei ist der Patient mein Vertragspartner, dem ich nach der Konsultation eine Rechnung schreibe. Die muss er mir direkt bezahlen. Wie er das Geld von der Krankenkasse bekommt, ist sein Problem. Patienten, die gemahnt sind, müssen beim nächsten Arztbesuch barzahlen, sonst werden sie nicht behandelt (ausgenommen echte Notfälle). In vielen Praxen auf dem Land ist es heute sogar noch üblich, dass der Patient immer nach der Konsultation bar bezahlt, damit man sich die Mahnbürokratie sparen kann.

    Für Leute, die schon Schaum vor dem Mund bekommen, wenn sie die Fahrt zum Arzt selbst bezahlen müssen, erscheint das sicher unglaublich. Komischerweise ist das schweizer Sozialsystem dennoch mit viel weicheren Kissen ausgestattet als das deutsche. Das Problem ist nicht das Geld, das Problem ist die Mentalität: Nördlich des Rheins soll der Staat alles richten, südlich davon nimmt man sein Schicksal selbst in die Hand.

    Klabauterdoc

    11. März 2011 at 11:09

  19. Es geht wirklich um so basale Dinge wie Freiheit. Die Streikmöglichkeit eines Angestellten ist natürlich nicht für einen (theoretisch) freien Unternehmer in der Hausarztpraxis anwendbar. Er könnte aber wie jeder Unternehmer sonst auch (vorausgesetzt er WÄRE frei) seine Leistung nicht für einen Preis hergeben, der unter seinen kalkulierten Daten läge. Das nennt man dann nicht Streik, sondern „nicht Arbeiten“. Der Einfachheit halbe redet man immer von Streik. Ärzte aber dürfen ihre Arbeitsleistung nicht , entsprechend einem Streik zurückhalten, sonst werden sie für 6 Jahre ihrer Arbeitsmöglichkeit in D beraubt. Diese Drohung eines Berufsverbotes war ja auch das eigentliche Thema des bayrischen Ausstiegsversuches.
    Als Folge dieser Zwangsmittel sind dann alle anderen Details ebenfalls nicht mehr angreifbar.
    Ich halte es für völlig unmöglich, hier durch eine „Aufklärung“ der Bevölkerung zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Hausärzte kommen zu wollen, lieber Landarsch. Wenn zB über Werbespots der Hausarzt in seiner Arbeit positiv rüberkäme, dann kann ich keinen Mechanismus erkennen, der die KV, die Kassen oder die Politik dazu bewegen sollte, den Hausarzt von Irrwitz zu entlasten, ihm für mehr Arbeit auch mehr Einkommen zu geben ( No Flatrate). Diese Dinge kosten Geld. Und so lange man sie auch für Lau bekommen kann, bleibts dabei. NUR die Freiheit kann es richten. Aber dann muss man den Patienten auch den Zahn ziehen, dass alles immer kostenlos sein müsse. Nur wenn eine Schutzgebühr überwunden werden muss, erlebt der Patient den Wert der Leistung. Bedürftigenregelungen sind natürlich machbar. Wenn der Patient wieder das Regulativ wird, ist der ganze planwirtschaftliche Irrsinn unnötig. Die Regelungswut ist die Pest in D, kein Vertrauen, nur in Bürokratie ausgedrücktes Misstrauen. Werbekampagnen für was auch immer sind angesichts des Tsunami an Bürokratie-Odels ein frommer Wunsch. Wenn die Gesetze nicht weichen, bleibt es bei dem DDR-Wahnsinn im KV-System. Nur die Freiheit kann helfen.

    Kreativarzt

    11. März 2011 at 17:13

  20. Übrigens stimme ich Klabauterdoc in seinem letzten Beitrag in jedem Punkt zu, den jedoch mit der Mentalität der Patienten in D versus CH, den möchte ich mit Megaphon in diese Schlaraffenland Flatrate Geiz ist Geil Gegend posaunen. Aber das nützt auch nix, denn die Mentalität in D wird sich erst ändern, wenn der Laden hier zusammenkracht.

    Kreativarzt

    11. März 2011 at 19:28

  21. Ich bin jetzt seit 20 Jahren in der unteren und mittleren Berufspolitik (Verbände, nicht KV oder ÄK) tätig und höre von allen Seiten nur immer „können wir nix tun“, „ist halt so“ „wir müssen fordern, …“ . Diese kollektive Jammer-Depression hängt mir so was von zum Hals raus!!!

    Wenn ich nix tun kann, dann hilft auch kein Jammern! Das sag ich meinen Patienten, und das gilt auch für uns Ärzte! Hach, was wär das schön, wenn ich gesund und schön und obendrein noch klug und reich wäre (oder in der Schweiz oder in Skandinavien arbeiten würde). Ist aber nich. Warum wandert keiner aus? Dr.Geldgier wollte es ja, hat sich aber kürzlich doch wieder gemeldet.

    Wer nicht mehr kämpft geht unter und sein Jammern wird nur als Schwäche gedeutet! Auch wenn ich etwas tue, was auf den ersten Blick nicht sofort zum ultimativen Erfolg führt, ich tue wenigstens was und vielleicht hilfts ja doch!

    Aber ihr habt ja alle so recht! Warten wir – wie @Kreativarzt meint – bis alles zusammenkracht. Und dann? Wer wird dann ernsthaft glauben, dass das Volk wieder einem Haufen depressiver Jammerlappen vertraut?

    Oh santa simplicitas, bitt‘ für uns!

    der Landarsch

    14. März 2011 at 11:56


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: