Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Die Sache mit den Zecken und der Impfung

with 28 comments

Kaum ein medizinisches Thema polarisiert so sehr wie die Sache mit den Impfungen.
Impfungen und verbesserte Trinkwasserhygiene – diese beiden Dinge sind der Hauptgrund dafür, dass wir heute, im 21. Jahrhundert viel, viel länger leben dürfen als noch vor hundert Jahren, als zahlreiche Kinder an Pocken, Diphterie, Kinderlähmung und Wundstarrkrampf gestorben sind. Diese Krankheiten gelgen in Mitteleuropa als weitgehend ausgestorben. Dank der Impfungen.
Das sagen zumindest die Einen. Also diejenigen, die wie ich von der internationalen aus CIA, Mossad und reptiloiden Ausserirdischen gesteuert sind. Denn in Wirklichkeit sind Impfungen ja nur eine Erfindung der profitgeilen Pharmaindustrie und Teil des Konzeptes von denen um der Menschheit in die Irre zu führen. Oder so ähnlich.
Medizinisch unbedarfte Eltern von Kindern sind verunsichert: Soll man Klein-Luca und die Leonie jetzt gegen die Zecken impfen, wie es der Kinderarzt empfiehlt, oder lieber doch nicht, wie der Heilpraktiker sagt?
Gar nicht so einfach.
Der Wissenschaftsjournalist Bernd Ehgartner zitiert in seinem Blog eine interessante Studie (Hier der Link zur Originalstudie via PubMed):
In der Steiermark (ca. 1,1 Millionen Einwohner) wurden zwischen 1981 und 2005 insgesamt 116 Fälle von FSME bei Kindern diagnostiziert. Sieben Kinder wurden auf die Intensivstation aufgenommen, zwei erlitten langfristige neurlogische Folgeschäden, eines davon musste mehrere Jahre lang mit Antiepileptischen Medikamenten behandelt werden, ist aber inzwischen gesund, und das andere ist immer noch halbseitengelähmt.
Die meisten der erkrankten Kinder waren nicht oder nicht vollständig gegen FSME geeimpft, nur ausgerechnet das halbseitengelähmte Kind war geimpft.
Ehgartner zieht daraus folgende Schlüsse:

* Kinder unter 16 Jahren sehr selten an FSME erkranken
* Dass die FSME-Impfung dieses geringe Risiko noch deutlich reduziert
* Dass Kinder, die auf Grund eines Zeckenstichs an FSME erkranken, normalerweise keine Folgeschäden zurück behalten
* Dass in den extrem seltenen Fällen, wo so etwas trotzdem passiert auch eine Impfung keinen sicheren Schutz bietet

Man kann es auch anders formulieren: Die Impfung bringt nix. Zumindest nicht bei Kindern. Haben die reptiloiden Verschwörungstheoretiker also doch recht?

Advertisements

Written by medizynicus

14. Juli 2011 um 07:30

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

Tagged with , , ,

28 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. ich wurde als Kind auch nicht gegen Zecken geimpft, war wohl damals nicht modern, und lebe immer noch

    psychoMUELL

    14. Juli 2011 at 07:33

  2. Warum verwechseln die Eltern von Klein-Luca und Leonie (göttlich!) immer Statistik und Einzelfall?

    Christoph Hammann

    14. Juli 2011 at 08:10

  3. „Man kann es auch anders formulieren: Die Impfung bringt nix.“

    Das kann man nur herauslesen, wenn man es herauslesen möchte.

    Der Artikel konstatiert nämlich auch, dass die Anzahl der Fälle seit Einführung der Impfung gesunken ist.
    Von den 116 erkrankten Kindern waren zudem 112 ungeimpft. Nun weiß man nicht, wieviele Kinder im Allgemeinen geimpft sind, aber das deutet doch schonmal stark darauf hin, dass die Impfung vor Infektion schützt.
    Eben jener Schutz ist doch die Kernaufgabe einer Impfung, oder? Dass sie nach Ausbruch der Krankheit dann nicht mehr hilft, kann man ihr wohl kaum zur Last legen.

    Fabian Seitz

    14. Juli 2011 at 08:36

  4. Weil wissenschaftlich nicht gebildete Menschen nicht zwischen Anektode und signifikanter Korrelation unterscheiden können. Die Aussage der Tante der Schwester der Nachbarin zählt sowieso immer mehr als eine doppelblinde placebokontrollierte Studie mit > 10T Teilnehmern. Und wehe, wenn dann noch einer mit Meta-Analyse kommt.

    Das wird ja nichtmal im Medizinstudium richtig gelehrt und selbst naturwissenschaftliche Doktoranden werden selten in korrekte statistische Auswertung eingeführt, zumindest wenn der Chef wenig engagiert ist. Wenn also noch nichtmal die „Profis“ Bescheid wissen, wie soll man das dann von „Bild-verblendeten“ „Normalbürgern“ erwarten? Ich habe übrigens im Nachbarlabor eine MTA (med. techn. Assistentin) sitzen, die ihre Kinder aus Prinzip nicht geimpft hat und sowieso der Meinung ist, dass die CIA/reptiloide/Pharmalobby sich Afrika und das Mittelalter nur ausgedacht haben um mehr „unnötige“ Medikamente unters Volk zu bringen.

    Zu der FSME Studie muss ich allerdings sagen, dass die Fallzahlen wirklich sehr klein sind. Von 116 Erkrankten waren 112 nicht geimpft, also ~97%. Die 3% dürften doch einer sehr guten Rate an Impfversagern entsprechen. Die Impfung wirkt also sehr gut. Ob man jetzt bei einer Inzidenz von ~ 5 Fällen im Jahr (~ 0.0005 %) und relativ guten Heilungsaussichten die Impfungen öffentlich fördern oder empfehlen sollte, ist eine andere Frage. Da finde ich die Entwicklung eines wirksamen Borrelien-Impfstoffes eigentlich dringlicher (jährl. Inzidenz in D ~ 0.02 %).

    Dr. Sonne

    14. Juli 2011 at 09:10

  5. @psychoMUELL: Egal wie viele Leute es immer wieder versuchen: n =1 ist und bleibt n=1 und nicht aussagekräftig. Das wird auch immer so bleiben egal wie hoch das n derjenigen ist, die das nicht verstehen (wollen).

    achtelgott

    14. Juli 2011 at 09:12

  6. Ich mein FSME ist ja auch eine rel. seltene Geschichte die AFAIK nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist, sondern nur durch den Zeckenbiss, aber das gleiche Drama gibts ja auch bei Masern etc, und da komm ich echt nicht mit

    Hightower

    14. Juli 2011 at 09:24

  7. psychoMUELL: Gegen Zecken kann man nicht impfen 😉

    Unsere Kinderärzte schlagen die Impfung nicht vor weil wir nicht im Hochrisikogebiet sind. Das ist auf der anderen Rheinseiten. Dennoch hatte mein Sohn dieses Jahr schon 3 Zecken. Der scheint die irgendwie magisch anzuziehen.

    Blogolade

    14. Juli 2011 at 09:27

  8. Folgende Information ist interessanter, die Herr Ehgartner auf seiner Homepage selbst schreibt: Von den 116 erkrankten Kindern waren 112 Kinder ungeimpft und weitere 3 Kinder hatten keine vollständige Impfung. Nur ein einziges dieser Kinder hatte eine Impfung.
    Weiterhin wäre die Information interessant, wie viele Kinder erkrankt wären, wenn man übehaupt nicht geimpft hätte, das steht dort nicht.
    Seine getroffenen Schlussfolgerungen sind daher unhaltbar, wenn man sich etwas mit Statistik auskennt.

    Allerdings muss man dazu sagen, dass FSME ein blödes Beispiel ist, um den Wert von Impfungen zu erklären, da ja allgemein eine FSME-Impfung nur für Risikogebiete empfohlen wird. Und das sind in Österreich nur ca. 5-10% der gesamten Landfläche (dort allerdings HOCHrisikogebiet).

    McCloud

    14. Juli 2011 at 09:41

  9. Die Durchimpfungsrate für FSME in Österreich ist sehr hoch, und die Impfung wird hier für das gesamte Bundesgebiet empfohlen (und ist im Schulimpfprogramm enthalten).

    Anna

    14. Juli 2011 at 10:17

  10. also erstens richtig, gegen zecken kann man nicht impfen, nur gegen die von zecken übertragene fsme (zecken können ja noch einiges andere übertragen).

    zweitens: nicht jede zecke ist mit fsme-erregern infiziert, daher kann auch nicht jede zecke fsme übertragen. dass nach hundert zeckenbissen noch nichts passiert ist, heisst gar nichts.

    drittens: ausbrecher gibt es überall, auch bei impfungen.

    viertens: fsme ohne folgeschäden ist so eine sache. ich kenn persönlich zwei (in der zwischenzeit über fünfzigjährige) personen, die „keine“ folgeschäden haben. die sind nur ein wenig langsam, schwerfällig, haben konzentrationsstörungen, neigen zu lethargie und aggressivität, können sich immer nur kurz und mit einer sache intensiv beschäftigen (z.b.: unterhalten beim essen ist schon zu viel), und sind überhaupt ein wenig „neben der spur“ seit der fsme. aber folgeschäden haben die keine, nur kein richtiges leben. beide stehen in der zwischenzeit unter sachwalterschaft.

    ich persönlich nehm ja regelmässig den pieks, und der hund wird gegen borreliose geimpft. wir fahren manchmal in hochrisikogebiete.

    kelef

    14. Juli 2011 at 13:02

  11. Owohl ich nicht im Hochrisikogebiet wohne wurde ich immer geimpft (hab sogar als Kind ausversehen eine Erwachsenendosis abbekommen und irgendwann mal eine zu viel..ich bin wahrscheinlich auf Dauer dagegen Immun..so Obelix-like). Und siehe da..ich lebe noch und habe keine neurologischen Schäden..

    jaynesabbath

    14. Juli 2011 at 15:28

  12. Die Schlüsse, die Autoren der Originalstudie ziehen („Our study provides further evidence that tick-borne encephalitis in children has a substantial morbidity and in single cases severe long-time neurological sequelae are observed“), sind nicht die, die Herr Ehgartner zieht. Das ist zunächst schon mal bemerkenswert.
    Wie er aus den vorliegenden Zahlen zu seinen genannten Schlüssen kommen kann, ist mir schleierhaft. Weder geht aus den Zahlen hervor, dass eine Impfung das Risiko zu erkranken vermindert (was zwar aus anderen Gründen wahrscheinlich aber eben _aufgrund der vorliegenden Studie_ nicht evident ist) noch dass die Impfung keinen Schutz vor Langzeitfolgen bietet. Einen _sicheren_ Schutz (im Sinne von 100% unter allen Umständen) kann _keine_ Impfung bieten. Da hat Herr Ehgartner das Prizip und die Statistik gründlich missverstaden.

    drkall

    14. Juli 2011 at 16:10

  13. @drkall: Sie haben einerseits recht, die Info geht aus den auf der Homepage angegeben Daten nicht hervor (die Studie selbst hab ich mir jetzt nicht angesehen).
    Wenn man sich aber anschaut, dass von 116 erkrankten Personen 115 nicht geimpft und 1 Person geimpft war, gibt es zwei Möglichkeiten, was diesen Fakt erklären würde:
    a) Entweder gibt es in Österreich 115mal so viele ungeimpfte Personen wie geimpfte Personen, so dass auch 115mal so viele ungeimpfte Personen an FSME erkranken als geimpfte Personen (was absurd ist).
    b) Oder obwohl der Personenkreis der geimpften Personen deutlich höher sein sollte als der der ungeimpften Personen, erkrankt nur eine einzige geimpfte Person an FSME im Vergleich zu 115 ungeimpften Personen.

    Ich gehe mal von der Möglichkeit b aus. Dann zeigen die Daten deutlich, dass eine Impfung gegen FSME wirkt, wenngleich hier eher qualitativ als quantitativ.

    McCloud

    14. Juli 2011 at 16:48

  14. Gehen wir von einer ergoogelten Impfrate von 82% bei den Steirern unter 16 aus und schätzen pi*Daumen nach der Alterspyramide. Gäbe es die Impfung nicht so müssten wir mit ca. 639 Infektionen rechnen. Hätte man alle Kinder geimpft wären nur 1,2 erkrankt. Das ist zwar alles nach Schätzometer, ich würde aber eher „Impfung funktioniert super“ als „Impfung bringt nix“ schlussfolgern.

    Wolf Martinus

    14. Juli 2011 at 17:33

  15. Natürlich gehe ich ebenfalls davon aus, dass die Impfung das Erkrankungsrisiko senkt. Das ordentlich zu zeigen, wäre vermutlich auch nicht weiter schwierig, man bräuchte dazu nur die anteiligen Zahlen der geimpften Personen an der Gesamtbevölkerung der untersuchten Altersgruppe um die Erkrankungswahrscheinlichkeiten der geimpften und nicht geimpften Kinder zu berechnen. Diese liegen aber eben in _dieser_ Studie nicht vor, daher kann man diesen Schluss aus _dieser_ Studie eben auch nicht ziehen. Und das sollte Ehgartner als Wissenschaftsjournalist eigentlich wissen.

    Strenggenommen müsste man andere Einflussfaktoren, wie z.B. unterschiedliche Zeckbisswahrscheinlichkeiten/-häufigkeiten bei geimpften bzw. nichtgeimpften Personen auch noch mit einkalkulieren, wofür es aber vermutlich keine Datenbasis gibt.

    drkall

    14. Juli 2011 at 17:37

  16. Bitte nicht wieder jeden Heilpraktiker als Impfgegner darstellen, dachte über die Zeiten wären wir hinaus. Kenn viele Kollegen, die ihre Kinder impfen lassen und es auch ihren Patienten empfehlen.
    Ich persönlich bin auch ein Freund von Impfungen, wobei ich eigentlich nur 3Impfungen hab, bei denen ich keine Empfehlung ausspreche. Das ist die oben genannte FSME, HPV und Hep. B bei Kindern, wobei letzteres egal geworden ist, weil sie eh mit der 7fach Impfung dabei ist und man sie dann halt notgedrungen mitnehmen muss.
    Und sein doch so lieb Medizynicus und lass die Verallgemeinerungen. Ich behaupte ja auch nicht, alle Ärzte sind Aufschneider, wenn es doch nur die Chirurgen sind. 😉

    HpYoungster

    14. Juli 2011 at 18:00

  17. @HpYoungster:
    Warum sprichst du keine Empfehlung für FSME, HPV und Hep. B bei Kindern aus? (wobei HPV ja schon eher Jugendliche betrifft)

    Ronja

    14. Juli 2011 at 20:28

  18. @Ronja und @HpYoungster:
    Da das Robert-Koch-Institut mit der STIKO eine Impfempfehlung für HPV und Hep. B ausspricht, würde mich das auch interessieren, aufgrund welcher Datenlage das ein Heilpraktiker ablehnt.

    McCloud

    14. Juli 2011 at 21:51

  19. @McCloud und Ronja: Ist doch ganz klar: Hep B und HPV kriegt man in der Regel von ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Der ist böse. Den haben eh nur Leute die ihre Schwingungen nicht ganz parallel zu „Natur“ ausrichten. Denen ist dann eh nicht mehr zu helfen.
    Abgesehen davon wirkt es einfach besser zu sagen, dass man ja total für Impfungen sei, wenn man dann einzelne als schlecht darstellt, wirkt das viel seriöser und differenzierter, obwohl es immer noch der gleiche Schmarrn ist. das suggeriert dann schließlich, dass man sich mit jeder einzelnen Impfung sinnvoll beschäftigt und pro und contras abgewägt hat und der Entschluss auf irgendwelchen Fakten basiert.

    achtelgott

    14. Juli 2011 at 21:58

  20. Wollen wir sachlich diskutieren oder möchtet ihr einfach alle HP´s als Esoteriker ab tun?
    Es sind alles 3Impfungen, wo die Datenlage noch recht nieder ist und man noch nicht weiß, ob sie auf Dauer wirklich positive Effekte bewirken. Hepatitis B wurde bis vor kurzem nur Hochrisikogruppen empfohlen. Deswegen hat man noch recht wenig Daten, was eine generelle Durchimpfung der Bevölkerung an geht. Der folgende Link fasst einige Studien zusammen, da ich keine Lust habe die einzelnen Artikel rauszusuchen: http://www.impfschaden.info/de/hepatitis-b/impfung.html
    Was FSME an geht, sieht man schon im Artikel, dass es immer noch zweifelhaft ist, ob es wirklich sinnvoll ist, prinzipiell durchzuimpfen. Auch hier gilt Hochriskogruppen sollten sich impfen lassen.
    Für HPV verweise ich auf folgenden Link: http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag3/downloads/Stellungnahme_Wirksamkeit_HPV-Impfung.pdf
    Das sind die Gründe, warum ich es nicht vorbehaltlos empfehlen kann. Nicht weil diese Impfstoffe per se schlecht sind. Und das hat nix mit Schwingungen oder sonst einem Esoterikmüll zu tun.

    HpYoungster

    14. Juli 2011 at 22:38

  21. @achtelgott: Jetzt lass mal. Ganz so plump wird die Argumentation dann doch nicht sein.
    Aber beim RKI arbeiten doch schon ganz vernünftige und kluge Leute, die sich da ein paar Gedanken zu den Impfempfehlungen gemacht haben.
    FSME lass ich gern gelten, falls wir von Niedersachsen und nicht von Baden-Württemberg sprechen, da das nur in bestimmten Gebieten in Deutschland ein Problem darstellt und daher auch vom RKI nicht deutschlandweit empfohlen wird, sondern nur in den Risikogebieten. Aber HPV und Hepatits B seh ich als harmlose Impfungen an, Gebärmutterhalskrebs und ne Leberzirrhose halt ich dafür weniger für den Hit.

    Mit vernünftigen Argumenten lasse ich mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

    McCloud

    14. Juli 2011 at 23:08

  22. Da meine letzte Nachricht irgendwo verloren ging, nochmal ein Versuch.
    Zum Thema HPV hier ein etwas älterer Artikel, hab aber noch nichts aktuelleres bzw keine neue Informationen gesehen. http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/ag3/downloads/Stellungnahme_Wirksamkeit_HPV-Impfung.pdf
    Wer eine neuere Studie hat, der die Kritik widerlegt, lass ich mich gern überzeugen.
    Zu Hepatitis B verweise ich auf folgenden Link: http://www.impfschaden.info/de/hepatitis-b/impfung.html
    Ist nur eine Zusammenfassung, aber die einzelne Artikel, auf die ich meine Meinung stütze, sind aus diversen geschriebenen Medien und da hab ich keine Zeit für diese einzel rauszusuchen.
    Insgesamt kann man sagen, dass mir persönlich einfach die Datengrundlage fehlt um wirklich uneingeschränkt diese 3Impfungen zu empfehlen und nicht weil irgendwelche Schwingungen mies sind. Wieder mal eine Unterstellung, die aus Vorurteilen und ohne Grundlage geboren wird. Kritisier mich als bitte sachlich, achtelgott, dann kommen wir gut miteinander aus. 😉
    Anders sieht das natürlich bei Hochriskogruppen aus, da hab ich überhaupt kein Problem mit diesem Impfungen

    HpYoungster

    15. Juli 2011 at 00:09

  23. @HpYoungster:
    eine Recherche bei Pubmed kann dabei helfen, die persönliche Datenlage zu verbessern.
    Man muss selbstverständlich alle Studien und Untersuchungen kritisch lesen – auch die von dir geschickten Links.
    Viele der über PubMed auffindbaren Artikel sind entweder frei zugänglich oder zumindest aber der Abstract wird gezeigt.

    Dass Kinder eher selten zu Hochrisikogruppen für Hepatitis B zählen ist klar. Aber der Sinn der frühen Impfung ist hier eher langfristig zu sehen. Denn irgendwann werden aus den Kindern Jugendliche, die dann durchaus zu einer Risikogruppe gehören oder (sexuellen) Kontakt zu Menschen aus Risikogruppen haben. Und die Jugendlichen sind in der Regel schwieriger zu erreichen (fängt ja schon bei der konsequenten Nutzung von Kondomen an…).
    Dass das Impfen (zumindest von bestimmten Menschen) als zunehmend kritisch gesehen wird, liegt wohl auch daran, dass ein Großteil der Krankheiten, gegen die geimpft wird, inzwischen so selten ist, dass die Krankheiten nicht mehr als gefährlich erscheinen, da man kaum noch Menschen mit Spätschäden der KRANKHEITEN kennt.

    Ich habe mir den Link zur Hepatitis B-Impfung angeschaut und auch ein wenig bei PubMed recherchiert.
    Inzwischen kommt McQuillan zu dem Schluss, dass durch die HBV-Impfung die Prävalenz von HBV unter Kindern in den USA signifikant gesenkt wurde. Aber auch, dass erst seit 1991 die flächendeckende Impfung gegen HBV bei Kindern empfohlen wurde.
    (The prevalence of hepatitis B virus infection in the United States in the era of vaccination., The Journal of Infectious Diseases, 202(2):192-201, 2010)

    Die meisten der im Link als Quelle verwendeten Artikel sind älter als 10 Jahre.
    Viele konnte ich nicht finden, da sie bei PubMed nicht erscheinen oder die Links selbst nicht mehr funktionieren.
    Zu HBV-Impfung und MS habe ich eine Metaanalyse gefunden, die (mir) zeigt, dass da wohl doch etwas gern und viel reininterpretiert wird.
    (Vaccine. 2005 Jun 10;23(30):3876-86. Epub 2005 Apr 7. Consequence or coincidence? The occurrence, pathogenesis and significance of autoimmune manifestations after viral vaccines. Schattner A.)

    Aber klar: es ist durchaus möglich, dass die von mir gefundenen Artikel und Analysen sind von den „Impflobbyisten“ beeinflusst sind.

    Ach ja…
    Impfreaktionen wie Fieber sind völlig normal (auch wenn sie nicht bei allen auftreten), daran sieht man, dass es wirkt (wird so auch bei einigen Phytopharmaka gesagt, die gespritzt werden).

    Und noch etwas, hat jetzt überhaupt nichts mit Impfen zu tun, aber:
    den gefährlichsten Dingen setzen wir unsere Kinder doch ganz freiwillig aus… Alkohol in der Schwangerschaft, Rauchen, emotionale Vernachlässigung…. die Liste könnte noch erheblich verlängert werden.

    Ronja

    16. Juli 2011 at 00:15

  24. Mal ganz am Rande gesagt, sind auch Impfkommissionen nicht ideologiefrei. In welche Richtung auch immer.
    Aus akutem Anlaß mußte ich mich diese Woche mal belesen über Varizellen (Windpocken). Da gibt es Länder, die die Impfung unbedingt empfehlen (angesichts des Risikos, später mal eine Gürtelrose einzufangen, hätte ich auch lieber die Impfung gehabt, als mit 30 Windpocken), andere – wie Frankreich – tun das gerade nicht. Mit der Begründung: „eine Impfung in der Kinderzeit würde die Erkrankung ins Erwachsenenalter verlagern, wo sie wesentlich mehr Nebenprobleme verursacht.“ (aus dem Gedächtnis wiedergegeben.)
    Dieselbe Impfkommission war aber dringend dafür, Schwangere mit dem ungeprüften Mexico-Impfstoff zu impfen…

    Wolfram

    16. Juli 2011 at 11:01

  25. Ronja hat schon fast alles gesagt, bis auf eins: Ich soll tatsächlich die Meinung einer Seite über HepB Impfungen ernst nehmen, die noch immer auf der Masern-Autismus Schiene fährt?!
    „In den letzten Jahre wird ein Zusammenhang mit dem Auftreten von Autismus beobachtet und diskutiert(bei MMR Impfung)“
    Ok ja, diskutiert wurde es, dass jeglicher Zusammenhang als gekauftes Hirngespinnst entlarvt wurde könnte man aber auch noch erwähnen um wirklich zu informieren, oder?

    achtelgott

    16. Juli 2011 at 11:01

  26. Ich wurde hier, glaube ich, etwas falsch verstanden. Meine Einschränkung bezog sich darauf, dass ich diese Impfungen meinen Patienten nicht generell ohne Einschränkung empfehle. D.h. nicht, dass ich davon abrate. Ich weiße sie nur auf die oben erwähnten Fakten hin.
    Bei Hepatitis B ist das mittlerweile, wie oben beschrieben, egal, da die Leute durch die 7fach Impfung nicht mehr drumherum kommen. Deswegen spare ich mir meist sogar die Aufklärung, da die Leute sowieso nichts ändern können und sie dadurch verunsichert werden, was wiederrum zu einer kompletten Impfverweigerung führt, was definitiv nicht in meinem Sinne ist.
    @Ronja Danke für die Recherche. Werd mich mal die Tage dran setzen und einige Studien lesen.
    @Achtelgott Hatte oben erwähnt, dass die Seite nur eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse aus Printmedien ist und ich hab mich ausschließlich auf die kritischen Studien von Hep B bezogen. Den Rest der Seite hab ich keines Blickes gewürdigt.
    Abschließend ist zu dem Thema zu sagen, dass es keine absolute Wahrheit gibt und man sich einfach auf dem laufenden halten muss und dabei nie den kritischen Blick verlieren darf oder mit den Worten von E.v. Hirschausen: “Wissenschaft ist immer nur der aktuelle Stand des Irrtums” (Ich glaub, das hatte er sogar von Robert Koch geklaut, bin mir aber nicht mehr sicher)

    HpYoungster

    16. Juli 2011 at 12:15

  27. @HpYoungster:
    Der Impfschaden.info -Link IST nicht ernstgemeint, oder?
    MS und Hep.B…. echt mal… da geht mir die Galle hoch. Panikmache mit hahnebüchenen oder widerlegten Statistiken ohne echten Beweis. ARGL!

    knoetchen

    17. Juli 2011 at 22:57

  28. Ich hab bisher alle meine FSME-Impfungen (und das waren viele!) gut vertragen. Da war nie irgendwie irgendwas. Und selbst wenn ich mal Impfnebenwirkungen gehabt hätte, liesse ich weiterimpfen – ich wohne in Bayern, in einem Hochrisikogebiet. Wir haben mehr Zecken als Ameisen in einigen Gärten! Und das in einer Großstadt! Ganz davon abgesehen wie es in den Auen, Naturparks, Wäldern ausschaut… Klar, die Borrelliosegefahr ist damit nicht gebannt, man muss trotzdem aufpassen, das weiß ich. Und ich freu mich jetzt schon auf einen Borrellioseimpfstoff. Aber ich werde, wenn ich mal Kinder hab, auch diese gegen FSME impfen lassen! Ich will die doch dann auch mal im Garten spielen lassen – ohne die Gefahr, dass sie davon ne Hirnhautentzündung kriegen.

    Mel

    21. Juli 2011 at 14:13


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: