Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Washabich.de – Opfer des eigenen Erfolgs? Hoffentlich nicht!

with one comment

Am Anfang war die Idee. Eine verdammt gute Idee. So einfach und genial, dass man sich fragt, weshalb vorher noch nie jemand darauf gekommen ist: weder Ärzte, noch irgendeine Gesundheitsorganisation und schon gar keine Krankenkasse. Obwohl doch gerade Letztere womöglich eine Menge Geld einsparen könnten, wenn… haben sie aber nicht.
Und so war es ein Grüppchen von Studenten, die vor ein paar Monaten auf die Idee kamen, man könnte ja… ja, man könnte einen medizinischen Übersetzungsdienst anbieten. Also von Arzt zu Mensch, sozusagen.
Wie, versteht ihr nicht? Also nochmal für den zweiten Bildungsweg: Mensch fühlt sich krank und geht zum Arzt. Arzt schreibt ihm was, aber erklärt’s nicht. Soll vorkommen. Mensch traut sich nicht, nachzufragen und fühlt sich noch kränker… oder geht zum zweiten Arzt… oder… fragt nach bei www.washabich.de. Dort kann man seine Befunde übersetzen lassen, aus der medizinischen Fachsprache in verständliches Deutsch, kostenlos und anonym und ohne jegliche weitere Verpflichtung.
Die Sache schlug ein wie eine Bombe. Die Initiative wurde in der Presse mehrfach erwähnt und hoch gelobt kämpft nun mit dem eigenen Erfolg: Wer heutzutage etwas übersetzt haben möchte, landet zunächst im digitalen Wartezimmer. Dort kann man eine Email-Adresse angeben und wird dann gegebenenfalls benachrichtigt, wenn man an der Reihe ist.
Leicht kommt einem der Verdacht, das Team aus Studierenden und Ärzten habe die Grenze seiner Kapazitäten erreicht. Neue Mitstreiter sind jedenfalls willkommen. Ärzte mit Berufserfahrung sind übrigens nicht nur als „Übersetzer“, sondern auch als „Supervisor“ oder „Konsiliarii“ gefragt. Übrigens habe ich daim Team auch schon mindestens einen Mit-Blogger entdeckt, verrate natürlich nicht, wen 🙂
Wer keine Zeit, aber stattdessen etwas Geld übrig habt, kann übrigens auch spenden. Das ist wichtig, um die Unabhängigkeit des Projektes zu bewahren.

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Written by medizynicus

6. September 2011 um 20:46

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

Eine Antwort

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  1. Ich wollte im April einen Befund übersetzt haben und musste wochenlang im virtuellen Wartezimmer Platz nehmen. Als ich endlich meinen Befund hätte übermitteln dürften, war die Sache schon erledigt….
    Gut, dass es das Internet gibt und man dort mittlerweile so gut wie alle Fachbegriffe suchen und übersetzen lassen kann. Damit hatte ich meinen Befund selbst deutlich schneller übersetzt als das Team von washabich

    Susanne

    19. September 2011 at 19:40


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