Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Wir müssen reden (Teil 2)

with 12 comments

Mit einem gehörigen Kater bin ich am Morgen nach dem nächtlichen Treffen mit Balthasar aufgewacht. Ich greife zum Telefon und rufe Anna an. Eine halbe Stunde später sitzen wir einander gegenüber.
„Du könntest Dich mal rasieren!“ sagt Anna und nippt an ihrem biologisch-dynamischen Dharma-Chakra-Chai-Sojalatte.
„Mach keine Witze!“ gebe ich zurück und ordere einen vierfachen Espresso, „die Lage ist zu ernst!“
„Wie hat der das denn eigentlich überhaupt gemeint?“ fragt Anna.
„Keine Ahnung. Aber ich habe nicht die geringste Lust, mit einem Betonklotz am Bein im Hafen von Palermo zu landen!“
„Ist es wirklich so ernst?“ fragt Anna.
Ich versuche, die Geschehnisse der letzten Nacht vor meinem geistigen Auge Revue passieren zu lassen. Was war das für eine verdächtige Beule in Balthasars Manteltasche? Und zu welchen möglichen oder unmöglichen Leuten der Kontakte hat, möchte ich lieber nicht so genau wissen…
„Balthasar will Ergebnisse sehen. Verkaufszahlen. Positionen in Bestsellerlisten!“
„Ich könnte mal mit Shanti reden…“ meint Anna nachdenklich.
„Und was sollte der áusrichten?“
Sie zuckt mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Andere Blogger schreiben auch Bestseller… wenn ich da an Frau Freitag denke…“
„Vergiss Frau Freitag. Die hilft uns jetzt auch nicht weiter!“
„Wir drehen uns im Kreis…“
„Und wer hilft uns dann?“
Ich nehme einen großen Schluck Espresso.
„Wer uns hilft? Unsere Leser vielleicht?“
„Wie meinst Du das?!“
„Na, wir machen einen Wettbewerb! Wer uns den besten und erfolgreichsten Marketing-Tipp liefert, kriegt ein Buch von uns. Mit Widmung und allem, was dazu gehört!“
„Und Du meinst wirklich…“
„Schaun wir mal…“

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Written by medizynicus

14. September 2011 um 15:59

12 Antworten

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  1. EIN Buch für einen Wettbewerbtipp??? Anders ausgedrückt, er will uns abspeisen mit einer Lektüre die eh schon wie Blei liegt :-))

    docconsult

    14. September 2011 at 16:38

  2. @docconsult
    Du mußt das anders sehen – er wird das Blei los, dass ihn sonst runterzieht 😉 Obwohl – dann wäre es logisch, dass es mehrere Bücher als Gewinn für einen gibt ….

    Hm, ernsthaft: Marketing is nich mein Ding. Vielleicht mal eine Leseprobe so bis zum spannendsten Punkt – ohne Auflösung. Oder so. So dass man es vor Spannung nicht mehr aushält und sofort bestellt. Irgendwie müsst ihr uns Leser süchtig machen …

    ednong

    14. September 2011 at 20:16

  3. Storytelling – und das machst du hier ja schon wunderbar – ist ein gutes Mittel zur Marketingstreuung.
    Vielleicht auf viraler Ebene als Hörbuchsnippet oder Kurzvideo? Zur Verbreitung via Twitter/Facebook/G+ kann ich beitragen.

    Myriam Vittinghoff (@My_XS)

    14. September 2011 at 21:09

  4. Ihr solltet euch fragen…wer soll (würde) das Buch kaufen und wo findet ihr diese Zielgruppe!? Ganz klar im Krankenhaus, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen. Überall da wo Mensch auf „Gott in Weis“ trifft gibt es potenzial, dass jemand Ihr Buch in die Hand nimmt und kauft.

    Bei uns im Krankenhaus kommen oft Vertreter und legen Bücher aus…da ist alles vertreten vom Kinderbuch über Roman bis hin zum Kochbuch. Diese Bücher liegen eine Woche aus…wir blättern sie durch und tragen uns bei Interesse in eine Liste ein. Anschließend erscheint der Vertreter mit den Büchern, wir bezahlen…und alle sind glücklich. Versuch doch mal bei solch einer Firma Fuß zu fassen…bzw. dein Buch anzupreisen. Oder Sie legen selbst die Bücher im Kh aus…und klappern diese dann anschließend wieder ab.

    Viel Erfolg

    Hendrik

    14. September 2011 at 21:15

  5. Ich biete nach wie vor Rezension gegen Rezensionsexemplar 😉

    Neri

    15. September 2011 at 14:23

  6. WERBUNG ist das A und O
    z. B. in einschlägigen Medien:
    – Studienführer Medizin an den Unis
    – medilearn (z.B. im Newsletter)
    – vordere Umschlagseite vom Herold 🙂 (bis hinten liest den doch keiner, oder?!)
    – in allen führenden Gesundheits -/ Medizin-Blogs (siehe Deine monatliche Liste)
    – Lehmanns-Medizin-Buchhandlung als Verkäufer gewinnen (mit einem großen Stapel Balthasar-Bücher am Eingang…)

    ODER benutzt aussehendes Exemplar ganz unbeabsichtigt auf einer Fortbildung / Kongress an auffälliger Stelle liegen lassen… einer nimmts mit und liest es, Mundpropaganda oder Geschenkbücher an Kollegen sind die Folge.

    Antje

    15. September 2011 at 21:27

  7. @Neri: Rezensionsexemplare kriegst Du nach wie vor kostenlos direkt bei http://www.bod.de unter „Presse“. (Achtung, Geheimtip! Gilt natürlich nur für Blogs, von denen BoD überzeugt ist, dass sie auch über eine entsprechende „Reichweite“ verfügen. „Papier“-Journalisten haben es da etwas einfacher…)

    medizynicus

    15. September 2011 at 21:31

  8. Balthasar könnte doch auch mal was tun. Seine ganzen tollen Kumpels könnten statt *räusper* Puderzucker ruhig auch mal Bücher verticken 😉

    caro

    16. September 2011 at 09:38

  9. Hallo Medizynicus,

    wie wäre es mit einem (anonymen) Interview bei der Ärztezeitung, nachdem die ja endlich die Blogger dieser Welt entdeckt haben (=> Ärztezeitung entdeckt die Blogger (aber nur in der Schweiz))?
    Vielleicht können die ja auch einen Buchtipp bringen?
    Damit erreichts Du zumindest eine große Zielgruppe 🙂

    Lieben Gruß,

    MonsterBiene

    MonsterBiene

    16. September 2011 at 11:13

  10. Wie wäre es mit der Buchversion für iPhone & iPad. Momentan wird es immer populärer, und das wäre einer der wenigen „humormedizinischen Büchern“ für iPad&iPhone 😉

    Igor

    19. September 2011 at 00:21

  11. Ein Sabbatical planen, eine identitätsverbergende Verkleidung anlegen und auf Lesereise durch Deutschland gehen: sämtliche Wartezimmer in Kliniken und Praxen mit einstündigen Lesungen, ohne Eintritt, erfreuen. Freiexemplare an die ulkigsten Ambulanzpatienten (die mit dem Staubsaugerrohr z.B.) verteilen mit dem festen Versprechen, diese Patienten im Folgeband in die Top100-Deutschlands-Hardcoreversehrter aufzunehmen.
    🙂

    thedollar

    21. September 2011 at 13:03

  12. Wie wäre es mit einem gekürzten Lesexemplar (Kapitel 1 evtl. 2) für Arztpraxen bzw. Deren warteräume? Und am Anfang und Ende nen Verweis aufs Buch?

    praktikon

    8. August 2012 at 22:00


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