Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Medizin ohne Mitleid

with 3 comments

Ein Arzt sollte empathisch sein.
Ein Arzt sollte sich seinen Patienten höflich vorstellen und ihm zuhören. Er sollte den Patienten über geplante Diagnostik und Therapie aufklären, und zwar in verständlichen Worten. Und er sollte den Willen und die Wünsche des Patienten respektieren und dann gemeinsam eine Entscheidung treffen…
Äh…
wirklich?
Echt?
Wozu brauchen wir so ’ne Psychokacke, wenn es auch anders geht?
Der Name des Arztes bleibt grundsätzlich anonym. Therapieentscheidungen werden nicht mitgeteilt.
Der Patient weiß noch nicht einmal, wo er eigentlich ist.
Ob ein Patient überhaupt eine Behandlung erhält hängt nicht vom Gesundheitszustand des Patienten ab, sondern…. von strategischen Entscheidungen. Denn Arzt und Patient sind Feinde in einem Kampf mit ungleichen Waffen. So besteht das Zeil der Behandlung auch in erster Linie darin, den Patienten „Haft- und verhöhrfähig zu machen!“
es geht um das Stasi-Krankenhaus in Berlin-Hohenschönhausen.
Was da passiert ist…?
Einfach nur erschütternd.

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Written by medizynicus

2. Dezember 2011 um 22:30

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

3 Antworten

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  1. Ich war im September mit meinem Mann auf Tour – durch Berlin. Eine sogenannte Bürgerreise. Auf unserem Plan stand auch ein Besuch des ehemaligen Stasi Knastes und glaub mir, dass, was uns da eine ehemalige Insassin erzählte, ließ keinen kalt. Ich bin ein Kind der ehemaligen DDR und mein Mann und ich zögern noch heute, unsere Akte anzufordern. Das es eine gibt, wissen wir. Unsere Eltern meinen, wir sollen es belassen, denn wir wöllten gar nicht wissen, wer unser Spitzel war.

    Der Besuch im Stasiknast hat mich arg mitgenommen. Ich habe damals viele Fotos davon gemacht, es aber noch nicht geschafft, darüber in einem Blog zu berichten.

    Wer weiß, vielleicht schaffe ich es doch noch. Liebe Grüße zu dir. Mandy

    Er

    2. Dezember 2011 at 22:37

  2. Solche widerlichen Auswüchse lassen einen wütend werden über die Leute, welche die DDR immer noch verklären. Es spricht Bände, wenn es für die Oberbonzen ein offenbar in Kauf zu nehmendes notwendiges Übel war, um den „Arbeiter- und Bauernstaaat“ aufrecht zu erhalten.

    Mr. Gaunt

    3. Dezember 2011 at 21:11

  3. Na ja, das gibt es in der westlichen Welt aber auch immer noch Z.B. in der USA , da werden sogar Gefängnisse teilweise zu Psychiatrien umdisponiert, da es keine allgemeine Gesundheitsversorgung mehr gibt! Die Häftlinge werden teilweise in Einzelhaft und Käfigen untergebracht…Gibt einige Dokus von PBS, Arte, HBO dazu…(Also keine Boulevard Sender)

    Und das mit der Empathie/der Diagnostik etc…Davon konnte ich bei meinen letzten beiden Klinikaufenthalten auch wenig feststellen…

    blogwesen

    5. Dezember 2011 at 02:07


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