Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Arzt sein ist manchmal mordsgefährlich

with 8 comments

Kommt ’n Mann zum Arzt.
Zieht ne Pistole und knallt ihn ab. Knallt dann auch noch den Kollegen ab, fährt nach Hause und bringt sich um.
Booa ey, der ist sowas von……. gar nicht lustig!
Nee, lustig nicht, wirklich nicht… aber wahr.
Kommt ja immer wieder mal vor. Diesmal hat’s in Rheinland Pfalz zwei Hausärzte erwischt. Letztes Jahr war es im oberbayrischen Weilheim eine Kollegin aus der chrirurgischen Ambulanz. Und damals in Lörrach – auch noch nicht so lange her – da hat’s einen Krankenpfleger erwischt.
Und das ist nur die Spitze des Eisberges: Dass Ärzte und medizinisches Personal von Patienten verprügelt, mit Messern und anderen Waffen attackiert und anderweitig angegriffen wird, ist leider Teil längst Teil unseres Alltags geworden. Die meisten Kollegen haben irgendeine Geschichte auf Lager von einem Kollegen, der da einen kennt, welcher…
Und was machen wir? Nur noch mit Pfefferspray in die Notaufnahme am Samstag Abend, wenn Volksfest ist? Zum Hausbesuch die dickste MagLite mitnehmen, auch wenn es gar nicht dunkel ist? Einen bissigen Köter anschaffen?
Oder lieber Deeskalationstraining, und dann gleich noch einen Selbstverteidigungskurs dazu, bitteschön?
Den Angehörigen der beiden Kollegen aus Weilerbach gilt jedenfalls mein tiefstes Mitgefühl.

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Written by medizynicus

5. März 2012 um 23:37

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

8 Antworten

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  1. Wenn Volksfest ist, oder man Notarzt fährt und auf massiv betrunkene Patienten oder Psychatriekandidaten trifft, kann man wenigstens sein Vorsichtsniveau vorher heraufschrauben. Da ist das erhöhte Risiko bekannt. Aber wer rechnet in einer beschaulichen Hausarztpraxis mit sowas?
    Ich persönlich würde versuchen, mich trotz solcher Nachrichten der allgemeinen Panik zu widersetzen und normal weitermachen, bis es mich (hoffentlich nicht zu heftig) irgendwann erwischt und ich das wahrscheinlich überdenke. Von Angst möchte ich mir nicht das Leben bestimmen lassen.
    Neben den Angehörigen gehört mein Mitgefühl auch den Zeugen der Tat, die hoffentlich früh genug Hilfe in Anspruch nehmen.

    Mr. Gaunt

    5. März 2012 at 23:57

  2. Schlimm, daß soetwas geschieht. Trotzdem kann ich nicht erkennen, daß Ärzte mehr gefährdet sind als andere Berufsgruppen. Was ist mit Lehrern, deren Schüler Amok laufen, Taxifahrern, die von Fahrgästen bedroht werden, Kassiererinnen, denen für die Tageseinnahmen auf den Kopf gehauen wird …
    Ich lese dieses Blog sehr gerne und habe gewaltigen Respekt vor dem Arztberuf, der einem, wenn er denn Berufung ist, sicher einiges abverlangt. Ihr seid schon etwas Besonderes – auch ohne das selbst immer noch herausstellen zu müssen.

    Thomas

    6. März 2012 at 11:44

  3. Ich verstehe nicht, was jemanden zu so einer Tat treibt. Aber ich glaube, das würde selbst nach einer Erklärung meinen Horizont überschreiten.

    Mr.Gaunt: ich hab gestern irgendwo gelesen, dass die Leute aus der Praxis direkt notfallseelsorgerisch betreut wurden.

    Blogolade

    6. März 2012 at 14:51

  4. aber wehe die Ärzte würden manch Vollpfosten mal eine runterhauen,
    der sich nicht benehmen kann….

    was da los wäre tztztz

    Ich bin für schußsichere Westen für Ärzte, ganz in weiß 😉

    Auf dem Namensschild würde ich direkt noch ein „bullet proof“ einmeiseln 🙂

    Ne, mal Spaß beiseite. Heute im Radio hieß es, der Mann wäre verwirrt, hatte ein gutes Verhältnis zu den Ärzten…

    ….

    Frau Muschel

    6. März 2012 at 20:38

  5. @Frau Muschel: Das mit den schusssicheren Westen ist in einigen Notaufnahmen der USA und Südafrika schon Realität. 😦

    Mr. Gaunt

    7. März 2012 at 02:09

  6. 😦
    Shit… 😦

    Frau Muschel

    7. März 2012 at 08:25

  7. Das Fatale an der Geschichte ist noch, dass ein psychatrische Gutachten vorliegt, das den Patienten für unbedenklich erklärt, sogar nach Hausbesuch.

    Croco

    9. März 2012 at 13:23

  8. Gibt ja auch genügend Sanis, die nur noch mit schuß- und stichsicherere Weste rumfahren und das generell, nicht nur beim Dorfbesäufnis.

    DD

    12. März 2012 at 18:49


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