Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for Mai 2012

Wieder mal: Kaffee ist gesund!

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…allerdings nur dann, wenn man nicht raucht und auch sonst halbwegs gesund lebt. Und wer anstelle von Kaffee zuckerhaltige Softdrinks schlabbert, hat eh verloren.

Written by medizynicus

17. Mai 2012 at 21:17

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Alles eine Frage des Standpunktes

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Tief Luftholen. Einatmen. Ausatmen. Anklopfen.
Und dann ein Strahlendes Lächeln aufgesetzt.
Türklinke gedrückt und rein ins Zimmer.
„Einen wunderschönen guten Morgen!“
Herr Stroppke antwortet nicht. Stattdessen dreht er seinen Kopf in Richtung Wand. Auf dem Stühlchen neben dem Krankenbett sitzt jemand. Dieser Jemand wirft mir einen genervten Blick zu, aber mein Lächeln wird noch strahlender, denn bei besagtem Jemand handelt es sich um niemanden anderes als Jenny.
„…ist doch wirklich ein wunderschöner Morgen heute, nicht wahr, Herr Stroppke?“
Ich trete näher, fasse seine Hand und Herr Stroppke antwortet immer noch nicht.
„Wie geht’s Ihnen denn, Herr Stroppke?“
„Schlecht!“
„…dem geht’s doch immer schlecht!“ zischt Jenny mir zu.
„…ja, das freut mich doch, Herr Stroppke, zu hören, dass es Ihnen schon besser geht!“
„Nein!“ grummelt Herr Stroppke.
„Doch!“ sage ich.
Jenny bemüht sich sichtlich um einen betroffenen Gesichtsausdruck.
„Mir geht’s aber schlecht!“
„Ja sehen Sie, Herr Stroppke, wie ist es Ihnen denn gestern gegangen?“
„Beschissen!“
„Eben, Herr Stroppke, gestern beschissen und heute nur noch schlecht, das ist doch ein Fortschritt, nicht wahr!“
„Hmmm.“
„Was hmmm?“
„Krieg ich meine Tabletten?“
„Aber natürlich, Herr Stroppke, die Schwester hat sie Ihnen gerade gebracht, und in Gegenwart von so einer schönen Frau…“
Jenny wird noch nicht einmal rot.
„…in Gegenwart von so einer schönen Frau, da macht das Leben doch gleich wieder richtig Spaß, meinen Sie nicht, Herr Stroppke?“
Entdecke ich da etwa den Anflug eines Lächelns auf seinen Lippen? Er bemüht sich hartnäckig, selbiges zu verkneifen, aber es gelingt ihm nicht ganz.
„Erzählen Sie mir doch mal einen Witz, Herr Stroppke!“
„Kenn keinen!“
„Dann erzähle ich Ihnen einen. Also. Kommt ein Mann zum Arzt….“
„Nein!“
„Warum nicht?“
„Dann muss ich lachen.“
„Na und?“
„Tut mir der Bauch weh.“
„Sehen Sie, dann wird Ihnen die Schwester gleich ein paar Schmerztropfen bringen und Sie haben einen weiteren Grund um die Anwesenheit dieser bezaubernden jungen Frau noch einmal genießen zu dürfen!“
Jenny hält sich die Hand vor den Mund.
„Aber jetzt darf ich Ihnen diese Dame einen Moment lang entführen, Herr Stroppke, Sie wissen schon…“
Ich nicke Jenny zu, bewege mich in Richtung Tür und zwinkere ihm noch einmal verschwörerisch zu.
Er zwinkert zurück.

Written by medizynicus

16. Mai 2012 at 16:33

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Prokri.. Prokrasti…. Aufschieberitis

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Achtung, achtung…. Eins zwei drei…. Test….
Augenverdreh… Seufz…. Rewind-Taste gedrückt… Achtung…. Okay, funktioniert.
Ich lege das Diktiergerät zur Seite. Blick auf die Uhr. Zwanzig Uhr dreizehn, und ich habe immer noch zwei Entlassbriefe vor mir und Frau Leischmann und Herr Borell brauchen was zum Schläfen und Herr Espell hat Schmezen, ist kein Bedarf angeordnet, gebt ihm doch einfach zwanzig Tropfen Novalgin, geht klar, Herr Doktor, aber Sie kommen doch gleich runter und schreiben es in die Kurve, ja?
Alles klar. Nochmalseufz.
Und was ist mit den Briefen?
Beide Patienten gehen morgen Heim, der erste wird gleich um kurz nach acht abgeholt. Um viertel nach sieben wird Schwester Paula mich anrufen und fragen, wo der Brief ist. Noch nicht fertig, ist die Antwort. Und warum nicht? Weil ich ihn noch nicht geschrieben habe, Du blöde Nuss!
Also das mit der blöden Nuss werde ich natürlich nicht sagen, noch nichtmal in Gedanken, ich bin ja prinzipiell ein höflicher Mensch, meistens jedenfalls, also manchmal, nich immer zu Schwester Paula, aber ist auch egal, sind ja noch fast elf Stunden Zeit.
Hat zufällig jemand einen Zauberstab für mich?

Written by medizynicus

15. Mai 2012 at 22:06

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Noch zehn Stunden übrig vom Wochenende

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…und ich sitze wieder mal bei Gepetto und warte auf meine Pizza Cosa Nostra, extrascharf und mit ganz viel Zwiebeln und doppelt Knoblauch, kleine Rache an Fred Fiesling, der muss mich nämlich morgen den ganzen Tag lang ertragen….
Aber ich schweife ab.
Mannomanoman, was war das für eine Woche! Wieder mal Sooo viel passiert, dass man nicht zum Bloggen gekommen ist, nicht ein einziges Mal…
Tja… Wir haben wieder mal eine Leiche im Keller… Genaugenommen handelt es sich um die von Oma Pachulske, die hat’s am Freitag leider nicht mehr gepackt. Oma Schoenflies, die Bettnachbarin, hingegen schon, trotz neununddreißig Fieber, Leukos von zwanzigtausend und CRP von fünfzehn. Ob sie morgen früh immer noch da ist?
Werden wir sehen!
So, aber jetzt kommt meine Pizza.
Und aus dem Lautsprecher, wie passend, I hate Mondays von den Boomtown Rats…..

Written by medizynicus

13. Mai 2012 at 22:13

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Gastbeitrag: Warum Politiker keine guten Ärzte basteln können und trotzdem niemand auf die Trillerpfeifen der Studierenden hört

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Ein Gastbeitrag von Prof. Michael Mang, Mainz
Es ist grotesk! Und das immer wieder von neuem! Politik entscheidet, hat aber von der Materie, über die entschieden wird, oft keine Ahnung!
Ich habe gestern die Demonstration der Medizinstuenten „gegen das Pflichtfach Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr“ gesehen, ich stand deswegen im Stau und sah die weissen Kittel, hörte die Trillerpfeifen, die Sprechchöre…
Es war ein Déjà-vu!!
Es war die exakt gleiche Situation wie vor über 20 Jahren, als ich als Student mit den Kommilitonen in einem Demonstrationszug von der Klinik zum Ministerium gezogen bin: Transparente, Kittel, Sprechchöre… Nur damals nicht die Forderung „Wahlfreiheit“, sondern „Nieder mit dem AiP“… Wir waren ein Menschenzug, der quer durch die Mainzer Innenstadt lief, wir äusserten unseren Unmut vorm Ministerium, das Fernsehen war anwesend, damals noch der Südwestfunk!
Abends war ich gespannt auf die Berichterstattung im Fernsehen und: NICHTS! Nirgendwo ein Beitrag, weder bei ARD, noch bei ZDF, noch nicht mal im Reginalprogramm von SWF oder HR. NICHTS! Obwohl bundesweit gestreikt worden war und fast alle Medizinstudenten Deutschlands auf den Beinen gewesen waren! Und ich lernte zum ersten Mal ein entscheidendes Merkmal unseres Staates kennen: wenn kein politisches Interesse an einer Sache besteht oder kein starker Lobbyismus besteht, werden Dinge totgeschwiegen! Wenn es nicht „passt“, wird darüber auch nicht berichtet!!
Und während ich im Auto saß und die Studierenden beobachtete, taten sie mir leid! All das, was sie da machen, ihr Engagement, Ihre Frustration, all das wird NICHTS bewirken! Mediziner haben keine Lobby!
In Berlin und früher Bonn werden Staatssekretäre beauftragt, politische Lösungen auszuarbeiten! Das sind oft 35-jährige Emporkömmlinge, die meinen, das Rad neu erfunden zu haben! Und dann wird sich selbst verwirklicht: Organigramme werden am PC presentiert, Flip-Charts werden vorgeführt, eine Melange von Ideen wird gesammelt, es wird viel geschwatzt und sich wichtig getan… Leider oft ohne jede echte Fachkenntnis! Entscheidungen werden gepuscht, die die ultimative Sparmaßnahme darstellen sollen, usw…
Ermüdend, denn mit wiederkehrender Sicherheit, stellen sich diese Neuerungen als völliger Flopp heraus!
So musste damals ganz dringend der Arzt im Praktikum eingeführt werden (AiP), um ganz dringend die Ausbildung der Ärzte zu verbessern! Tatsache war, dass sich die Krankenhäuser über viele Jahre mal schön sanieren konnten, weil die „Ärzte im Praktikum“ die gleiche Arbeit wie ein Assistenzarzt machten, dafür aber 1,5 Jahre nur ein Drittel des ihnen zustehenden Geldes bekamen!
Der „praktische Arzt“ wurde im gleichen Zuge abgeschafft, man wollte verhindern, dass man sich nach dem Studium niederlassen konnte! Es war plötzlich so wichtig, dass man mindestens Allgemeinmediziner sein müsse, um Patienten medizinisch angemessen versorgen zu können! „Belohnung“ damals; Die Facharztweiterbildung sollte nur noch drei Jahre dauern! Hat sie dann auch… ein paar Jahre lang… dann machte man sich Sorgen um die Ausbildung der Allgemeinmediziner und die Weiterbildungszeit wurde wieder auf 5 Jahre erhöht! Das heisst im Ergebnis: „Praktischer Arzt“ war abgeschafft, Allgemeinmedizinerausbildung war so lang wie vorher, 5 Jahre!
Ja, was war denn mit denen, die vorher als praktischer Arzt tätig waren? Die wurden von den Ärztekammern ohne Facharztprüfung zu Fachärzten für Allgemeinmedizin erklärt und durften das fortan an Ihre Tür schreiben! Die Überraschung für manchen Kollegen in der Augenheilkunde oder sonstwo: plötzlich wurde man auch noch Facharzt für Allgemeinmedizin, weil man 30 Jahre vorher mal ein Jahr in der Allgemeinmedizin gearbeitet hatte.
Dann veränderte man das Examen der Mediziner! Kosten sollten gespart werden. Physikum plus drei Stattsexamen! Viel zu teuer! Wie in einem Optimierungsprozess in der Industrie kam man zu dem Ergebnis: Bei der „Fertigung“ (Entschuldigung, ich meinte Ausbildung) von Medizinern reicht auch eine „Endabnahme“ von Wissen, das Hammerexamen war geboren!
Inzwischen hat man gelernt, dass man in der „Fertigung“ wohl doch besser auch mal eine Zwischenkontrolle gemacht hätte, denn das Wissen der „gefertigten“ Assistenzärzte wurde zwar digital modern in der „Endabnahme“ geprüft, Problem nur, von Patientendiagnostik, Patientenführung und Complianceförderung hatten die jungen Ärzte zunehmend weniger Ahnung.
Inzwischen gibt es neue Staatssekretäre, die wieder neue Räder erfinden! Die vorhergehenden sind auf gut bezahlten Beamtenstellen nach oben gelobt! Neueste Idee: Man kann die „Qualität“ der kommenden Ärzte erhöhen, indem man sie examenstechnisch öfter zwischenprüft! Welche Erkenntnis!!
Tja, und jetzt die letzte Idee: der Landflucht von Ärzten begegnen, indem man eine Zwangsausbildung in Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr, dem letzten Teil des Studiums, initiiert! Klar, jemand, der Orthopäde oder Augenarzt werden will, wird das mit brennendem Interesse wahrnehmen! Was für „dumme“ Menschen sitzen da an den politischen Entscheidungspositionen, dass solche undurchdachten Dinge sogar im Bundesrat zur Abstimmung landen??
Leider wird alles Demonstrieren nichts nutzen… Diese Dinge laufen ab wie eine unkontrollierte Maschinerie!
Man wird eines Tages erkennen, dass die Landflucht der Ärzte deshalb besteht, weil auch Ärzte heutzutage nicht mehr zu Arbeitsbedingungen wie vor 100 Jahren arbeiten wollen, vor allem ohne finanziellen Anreiz! Aber die Politiker glauben ja, alle Ärzte seien so unermesslich reich… der Landarzt ganz sicher nicht!
Ärzte haben keine Lobby! Deshalb wird man erst schlauer, wenn Patienten sterben, um es etwas überspitzt zu sagen!
Bis dahin wird im Gesundheitswesen gespart! Denn manche Krankenkasse braucht dringend einen Verwaltungsbau mit Glasfassade und Granitapplikationen… ausserdem müssen wir im Gesundheitswesen ein paar Milliarden einsparen, der Euro muss ja finanziert und stabilisiert werden! Sagt die Automobil-Lobby… wegen des Exportes…
Armes Deutschland, du vernachlässigst sträflich deine Medizinstudenten! Gute Ausbildung kann nicht auf dem Papier stattfinden! Nicht in einem solchen Beruf!
Aber die Politiker stehen da ja aussen vor, die machen sich keine Sorgen! Wenn DIE mal krank sind, wird nur allerbeste medizinische Versorgung wahrgenommen! Da wird kein unerfahrener, gerade approbierter Arzt gewählt für die eigene Behandlung! Man begrüsst sich mit Handschlag mit den Chefärzten der Bundeswehrzentralkrankenhäuser und der Charité! Diese Wahl hat der Kassepatient nicht! Er muss mit dem Ausbildungsstand von Medizinern vorlieb nehmen, den unser Staat zu bezahlen bereit ist!

Written by medizynicus

11. Mai 2012 at 15:07

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

Die gefährlichsten Tiere Deutschlands?

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…was mag mag das wohl sein?
Krokodil? Löwe? Tiger? Haifisch?
Nee, die gibt’S doch gar nicht in Deutschland… höchstens im Zoo. Okay, da könnte mal eins ausbrechen, aber…. lieber weiterraten!
Bären? Wölfe? Richtig, die gab’s mal hier. Ist aber schon eine Weile her, aber… Halt! Die Nachfahren der Wölfe vielleicht? Also Nachbars Lumpi, genau, dieser lefzende „Der-Will-doch-nur-spielen“-Köter von nebenan, wer weiß, wie viele Postboten der schon auf dem Gewissen hat!
Aber blättern wir doch mal durchs Deutsche Ärzteblatt. Jeder Angehörige der Weißkittelzunft bekommt dieses Druckerzeugnis kostenlos frei Haus geliefert, ob er will oder nicht. Also kostenlos ist natürlich so eine Sache, man bezahlt es schließlich mit seinem Ärztekammerbeitrag mit..
und wenn man das Ding jetzt aufschlägt,dann erfährt man, dass in Deutschland weder Giftschlangen noch Riesenvampirfledermäuse die gefährlichsten Tiere sind, sondern die guten alten Zecken.
Die übertragen bekanntlich so fiese Krankheiten wie Borreliose und FSME, jetzt zum großen Halali beim Zeckenkongress in Hohenheim geblasen… äh… geworben wird.
Jagen kann man die viecher nicht. Und die weitaus Häufigere der beiden übertragenen Krankheiten, die Borreliose, kann mit Antibiotika behandeln. Allerdings erst dann, wenn aufgetreten ist. Gegen die andere – sehr, sehr seltene, aber nicht ungefährliche Krankheit gibt’s bekanntlich eine Impfung. Und der Hersteller dieser Impfung sponsort den obengenannten Kongress. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, die Impfung ist nämlich nicht unumstritten – was nicht nur esoterisch angehauchte Impfgegner, sondern auch der seriös-pharmakritische Arzneimittelbrief 2007 behauptet.
Also: die Krankheit ist gefährlich, aber sehr selten und die Impfung kostet Geld und hat – ebenfalls seltene – Nebenwirkungen.
Ob und wann sich Nutzen und Risiken die Waage halten, muss in jedem Einzelfall entschieden werden: Menschen, die sich häufig und viel in Zeckengebieten aufhalten (z.B. Waldarbeiter) profitieren sicher von der Impfung.
Aber die Alljährliche Panikmache….
Nee, das ist jetzt wirklich nicht mehr schön!

Written by medizynicus

8. Mai 2012 at 00:02

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Der Mittwoch war ein Montag

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Äh…. Der Mittwoch ein Montag? Der Montag ein Mittwoch? Mittwochmontag oder Montagmittwoch?
Egal! Was auch immer! Frisch und ausgeruht und gut erholt mache ich mich des morgens auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz, wo mir Fred Fiesling freundlich lächelnd das Diensthandy in die Hand drückt!
„Schönen Tag noch, Kumpel!“
Danke, gern geschehen. Den werde ich haben, Du Arschloch!
Nachdenklich inspiziere ich mein Reich.
Was ist denn das da, in Kabine drei?
„Zugang von heute Nacht!“
Aha? Kollege hat ihn aufgenommen, wie sich das gehört? Blut abgenommen, Viggo gelegt, Anamesebogen und Medikamentenplan ausgefüllt….?
„Dr. Fiesling war leider soo im Stress….“
Schon kapiert! Wir sehen uns noch, Kollegenschwein!
Das Wesen Zugangswesen in Kabine drei ist dement, hat natürlich keine Papiere dabei und stattdessen eine große Plastiktüte voller Medikamentenschachteln. Ich liebe es!
Erstmal ’n Kaffee.
Und noch ’n Zugang.
Habine vier.
Was haben wir da?
Herrn Oleg Zbiginjew, spricht fließend russisch, das heißt sprach er bis zu seinem vorletzten Schlaganfall, seither spricht er gar nichts mehr und seine Ehefrau, die möglicherweise der deutschen Sprache mächtig ist, zumindest drei oder vier Brocken, das reicht mir ja, zumindest für den Anfang, kommt heute später weil sie hat nämlich den Bus verpasst.
Aber immerhin hat Herr Zbiginjew einen Einweisungsschein dabei, er hat also einen Hausarzt, den kann man anrufen und der weiß doch ganz bestimmt nicht nur, was für Pillen sein Patient schlucken muss sondern vielleicht auch ein wenig zur Vorgeschichte….
Zu früh gefreut!
„Ich bin leider nur die Vertretung. Und ich habe ihn eingewiesen, weil…“
Na, was denn?
Schon wieder AZ-Verschlechterung (Was das ist? Guckst Du hier!)?
Passt schon!

Written by medizynicus

2. Mai 2012 at 22:57

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Vierundzwanzig Stunden Freiheit (4)

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Zurückgekommen.
Aus dem Zug gestiegen.
Selbst die Dönerbude und der Bahnhofsplatz-Chinese sind schon zu.
Heimgestiefelt. Kühlschrank auch ziemlich leer. Käsebrot gemacht. Feta-Käse krümelt vom Knäckebrot auf den Boden. Fenster aufgerissen. Einen halben Liter Leitungswasser getrunken und an dem köstlichen Apfelsaft genippt (nee, kein Bier mehr heute).
Jetzt sind es nur noch sieben Stunden Freiheit.
Dann klingelt der Wecker.
Aber schön war’s!

Written by medizynicus

1. Mai 2012 at 23:24

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Vierundzwanzig Stunden Freiheit (3)

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Ja, natürlich ist es nicht der Orient-Express, sondern die Bimmelbahn nach Sankt Anderswo, dann tuckert er weiter duch löwenzahngelbgesprenkelte Frühlingswiesen und an Obstbaumblüten vorbei nach Weißgottwohausen, da steige ich um und eineinhalb Stunden später bin ich….
…im Paradies?
Naja. in einem Puppenstubenstädtchen mit Puppenstubenmarktplatz und Cafes und Kneipen am Wasser und ich gehe am Wasser entlang, vorbei an hochherrschaftlichen Villen, durch Parks, durch Wiesen, durch Wald, der Himmel ist blau, die Wiesen sind grün, aber das sagte ich schon und dann… dann, kurz bevor Durst und Hunger mich übermannen, erreiche ich einen Bauernhof.
Da gibt’s hausgemachten Apfelsaft, die Literflasche für einen Euro zuzüglich zwanzig Cent Pfand und Äpfel gibt’s auch, den großen Sack für zwei Euro, das Geld wirft man einfach in eine bereitgestellte Bleckkassette und das ganze ist so köstlich, dass ich fast den Zug verpasse. Nicht auf die keifenden Rentnerinnen achtend renne dich durch die geschlossene Bahnschranke auf die andere Seite, wo der Bahnsteig ist und der Zug gerade einfährt.
Weiter geht’s, in die nette kleine Provinzstadt (Gruß an einen ganz bestimmten Bloggerkollegen!), und in einer Kneipe am Wasser gönne ich mir jetzt gerade ein kühles Weizenbier.

Written by medizynicus

1. Mai 2012 at 19:05

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

Vierundzwanzig Stunden Freiheit (Teil 2)

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Die Pizza war gut. Extra scharf und mit ganz viel Knoblauch. Und das zweite Bier war noch viel besser als das erste und als ich aufwache, strahlt die Sonne in mein Schlafzimmer.
Sie strahlt immer noch als die Kaffeemaschine vor sich hinpröttelt (ja, ich habe noch eine Pröttelkaffeemaschine, da bin ich altmodisch!) und sie strahlt auch noch als ich die zweite Tasse Pröttelkaffee getrunken habe.
Pröttelkaffee mit Milch und Zucker und ein paar Kekse, sonst gibt’s nix im Haus.
Nach der dritten Tasse fange ich dann mal an zu überlegen, was ich mit den verbleibenden zweiundzwanzig Stunden Freiheit anfangen will… raus aus Bad Dingenskirchen!
Aber zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder mit der Bahn?
Schaun wir mal!
Erstmal los zum Bäcker. Da gibt’s frische Brötchen und nochmal frischen Kaffee.
Und nebenan steht ein Automat, da gibt’s Fahrkarten. Und da wir uns praktischerweise gerade auf einem Bahnsteig befinden, kommt wenige Minuten später ein Zug.
Na, dann steige ich mal ein…

Written by medizynicus

1. Mai 2012 at 11:08

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn