Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

manchmal ist es zu peinlich…

with 11 comments

…zum Doktor zu gehen, also läßt man’s lieber sein.
Das kann Folgen haben.
Zum Beispiel wenn man…. äh…. also, Ihr wisst schon, Bienchen und Blümchen und so… und wenn man dabei…. äh… wie soll ich das jetzt sagen, ohne rot zu werden? Also, wenn dabei, sagen wir mal, wenn dabei etwas schief gelaufen ist. Also so zum Beispiel, wenn da so’n…. also, Ihr wisst schon, diese Dinger, die man jetzt nicht direkt als Luftballon bezeichnen kann…. also, wenn die halt geplatzt oder abgerutscht sind, kann halt passieren, und kann halt auch passieren, dass man gar keins draufmacht, weil man denkt…. eben, richtig, sollte man eigentlich wissen, hätte man halt aufpassen sollen, hat man aber nicht, und darum ist das halt auch so furchtbar peinlich.
Okay.
Kann passieren.
Muss aber nicht tragisch sein.
Kann man ja was tun.
Wenn man dran denkt.
Früh genug.
Und wenn man sich traut…
….und wenn einem das Ganze nicht so furchtbar peinlich wäre.
Aber damit ist jetzt Schluss.
Ein diskreter Anruf reicht aus.
Ein ausführliches telefonisches Beratungsgespräch mit Dr. Ed, der natürlich im Ausland wohnt, weil in Deutschland geht sowas ja nicht, und dann kommt das gewünschte Medikament zuverlässig per Post.
Mit etwas Glück sogar noch rechtzeitig.

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Written by medizynicus

15. Januar 2013 um 08:29

11 Antworten

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  1. Verhütung scheint in einigen Fällen wirklich absolute Glückssache zu sein. Und wer hat schon immer Glück, hm?! ;o)

    skriptum/skryptoria

    15. Januar 2013 at 12:45

  2. Dr. Ed von Schleck?

    Thomas

    15. Januar 2013 at 13:21

  3. @Thomas: Nee, anders! Mr. Ed, das sprechende Pferd aus den USA, hat jetzt seinen M.D. gemacht und therapiert von London aus ganz Europa (speziell aber Deutschland) via Internet.

    Ich kann ehrlich verstehen, dass manche Frauen wohl schlechte Erfahrungen gemacht haben, mit manchen Praxen, mit manchen Apotheken, und wahrscheinlich erst recht mit manchen katholischen Krankenhäusern…

    Aber was hält mich als Mann denn ab, mich via Internet-Bestell-und-Abfrageschein mit solchen verschreibungspflichtigen Medikamten einzudecken, um z.B. anschließend meiner Nicht-Mehr-Freundin und meinem Von-Mir-Nicht-Gewollt-Von-Ihr-Aber-Schon-(-Weges-Des-Unterhalts-)-Kind etwas böses anzutun? Hier wird dem Missbrauch und dem Fehlgebrauch Tür und Tor geöffnet. Aber es sind ja moderne Zeiten, da muss das wohl so…

    gedankenknick

    15. Januar 2013 at 13:56

  4. Ach bei uns muss man zu der alten Frau, die hinten im Wald in einem verfallenen Forsthaus wohnt, die macht das dann mit Kräutern und einem Schürhaken.

    Thomas

    15. Januar 2013 at 16:30

  5. Ich sehe, Du hast auch ein Angebot von denen bekommen, für sie Werbung zu machen …
    (nicht, dass sie das soo gedacht haben …)
    was zahlen sie denn? 😉

    Pharmama

    15. Januar 2013 at 17:13

  6. @Pharmama – Nein, ich kriege von denen keine Prozente. Weiß auch ehrlich gesagt nicht, was ich von dem Laden halten soll und mir ist natürlich klar, was Ihr als „richtige“ Apotheker von diesen Internet- Versandapotheken haltet.
    Trotzdem denke ich mir.. es ist nicht alles schlecht daran, oder?

    medizynicus

    16. Januar 2013 at 09:06

  7. @medizynicus – Findet es ein Arzt wirklich gut, wenn ein anderer, vollanomysierter „Arzt“, der genausogut ein Callcentermitarbeiter mit einer Abhakliste sein könnte, per telefonischer oder via „Umfrageblatt“ Ferndiagnosen erstellt und ferndiagnostisch erstellte Diagnosen (wohlgemerkt, der Patient wird mitnichten behandelt, behandelt wird die Diagnose in diesem Fall) behandelt? Oder um es mit „Dr. House“ zu sagen: Alle Patienten lügen! Ich weiß ja nicht, aber wenn nicht alles schlecht ist – ist dann wirklich der ganze Rest gut?

    gedankenknick

    16. Januar 2013 at 10:40

  8. @medizynicus – nun, wenn man den Arzt per Telefon will / braucht, gibt es bei uns (CH) auch die Möglichkeit. Das sind lokale Ärzte (meist -innen) die das Teilzeit und sehr sorgfältig machen. Am Telefon kann man (im Gegensatz zum Internet) auch nachfragen um etwas genauer abzuklären. Das Rezept wird in die gewünschte Apotheke gefaxt und … die meisten Krankenkassen übernehmen diese telefonische Konsultation. Ein richtiger Arzt, in der richtigen Sprache, ein richtiges Rezept, das Medikament von der (richtigen) Apotheke.
    Aber natürlich ist das nicht anonym genug für die, die den Internetarzt nur für ihr Potenzmittel oder die Pille danach brauchen?

    Pharmama

    16. Januar 2013 at 13:17

  9. @Gedankenknick: Soweit ich weiß, wird man bei Dr. Ed (oder seinem Konkurrenten Dr. Thom) tatsächlich von einem Arzt beraten und eben nicht von einem anonymen Call-Center-Mitarbeiter. Und der Arzt ist auch nicht anonym. Zumindest dann, wenn er wirklich ein ausführliches telefonisches Beratungsgespräch führt, ist das aus medizinischer Sicht eigentlich korrekt und nicht angreifbar (okay, nach deutschem „Standesrecht“ ist es verboten, aber wir Deutschen sind ja nicht immer Maß aller Dinger, oder?).
    Wichtig ist halt, dass in dem Gespräch die wichtigen Punkte angesprochen werden: Hinweis auf Kontraindikationen, Frage nach möglicher Schwangerschaft, Hinweis auf „Versagerquote“ und was man dann tun sollte und so weiter. Ein Schwangerschaftstest ist nach internationalen Leitlinien nicht immer notwendig (wohl aber die Frage nach einer möglichen Schwangerschaft! – und wenn die Antwort „vielleicht ja“ ist, dann wäre natürlich ein Test indiziert). Eine gynäkologische Untersuchung ist völlig unnötig (und dann, wenn sie aus „disziplinarischen“ Gründen durchgeführt wird streng genommen sogar ein Kunstfehler). Sinnvoll wäre lediglich eine Blutdruckmessung.
    Wichtig ist vor allem, dass der Telefon-Arzt seine Grenzen kennt und sich auch daran hält. Also wenn im Gespräch irgend etwas auffällig ist, die Pille danach nicht verschreibt und der Patientin empfiehlt, persönlich einen Arzt aufzusuchen.

    medizynicus

    16. Januar 2013 at 13:25

  10. @Pharmama: Genau so, wie es bei Euch läuft ist es richtig! – Telefonische Beratung, von mir aus als Privatärztliche Leistung kostenpflichtig und ein Rezept, das zeitnah von einer örtlichen Apotheke eingelöst wird. Natürlich kann man auch dieses System austricksen und wer Arzt oder Apotheker belügen will, wird das immer tun.
    Auch die Abgabe durch Apotheker – nach ausführlichem Beratungsgespräch – finde ich sinnvoll.
    Wichtig ist das Beratungsgespräch, ob das nun von einem Arzt oder von einem Apotheker durchgeführt wird und ob „face to face“ oder telefonisch ist eigentlich egal.
    Leider ist das in Deutschland nicht möglich, da unsere Ärztekammern die telefonische Beratung von nicht vorbekannten Patienten ablehnen.

    medizynicus

    16. Januar 2013 at 13:34

  11. @medizynicus (letzter Kommentar): Stellt sich die Frage, ob es wirklich so geschickt ist, bei einer so wichtigen Sache wie der Verhinderung einer Schwangerschaft das mal so eben am Telefon abzuhandeln. Ich bin da eher für „face to face“. Das mag zwar etwas unangenehm sein, führt aber eher dazu, dass die „Pille danach“ auch richtig eingenommen wird. Ich hatte selbst schon während meiner Apothekenzeit das Vergnügen, ein ca. 15jähriges Mädel mit ihrer Zufallsbekanntschaft vom Zeltplatz zu beraten, die mir in der Apotheke weinend zusammengebrochen ist. Die beiden musste ich erstmal in unseren Kaffeeraum mitnehmen und das Mädel erstmal beruhigen. Das hat dann auch ne 3/4 Stunde gedauert und war dann nicht nur fachlich orientiert, da war ich dann auch kleiner Psychologe. Das Mädel hatte ich nach ner halben Stunde überhaupt erst auf ansprechbar gebracht. Das kriegt man übers Telefon so nicht hin.

    Wenn ich mal zynisch werden darf: Glaubst Du echt, dass es Dr. Ed wirklich darum geht, da nen unkomplizierten Zugang zur Pille zuschaffen? So dutzidutzi? So selbstlos? Ich bin der Meinung, dass es denen alleine um die Kohle geht.

    Fachlich sehe ich bei der PiDaNa übrigens auch das Problem, dass die Wirkung der „Pille danach“ zeitlich rasch nachlässt. So ne Auslandssendung dauert schon mal 1-2 Tage. Da kann das Zeitfenster der Wirksamkeit der PiDaNa verstrichen sein.
    Aber gut: Wirds halt ne Abtreibung, der Frauenarzt freut sich über das Geschäft.

    McCloud

    18. Januar 2013 at 19:39


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