Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

neulich in der gynäkologischen Ambulanz… oder: wie das mit der Pille danach wirklich funktioniert

with 31 comments

Freitag Nacht, etwa halb drei.
Telefon geht.
Dr. Palermo (Dank an Chaos-Josephine und ihren sympathischen Kollegen Dr. Napoli), der diensthabende Gyn-Doc geht ran, gähnt dreimal herzlich und schlurft dann missgelaunt in die Ambulanz. Unter den Augen hat er nach mehreren durchwachten Nächten längst tiefe dunkle Ringe und er riecht auch nicht mehr ganz lecker, eher so nach Nachtschweiß und Mundgeruch mit einer leichten Kopfnote von Kaffee und Zigaretten. Jedenfalls schluft er also in die Ambulanz und da sitzt ein junges Pärchen, eng umschlungen.
Die Frau ist vielleicht neunzehn, nuttenblond gebleichtes Haar, an den Fingern zentimeterlange Pornokrallen aus dem Nagelstudio. Dazu billigen Pseudodesignerfummel und…. okay, das Übliche halt, denkt unser Doc.
„Was’n los?“ grummelt er ohne Begrüßung.
„Wir hatten einen Unfall!“ giggelt die Kleine und wird rot dabei.
„Unfallchirurgie ist zwei Etagen tiefer!“ grummelt Doc und weiß natürlich ganz genau, was los ist.
„Nee, halt… so’n Unfall, Sie wissen schon…“ fügt der junge Mann hinzu, der übrigens aussieht wie die billige Kopie eines gerade angesagten Holywoodstars.
„Sie hatten ungeschützten Geschlechtsverkehr?!“ sagt Doc betont drei Stufen zu laut, so dass alle anderen Wartezimmersitzer es mitbekommen hätten, wenn welche dagewesen wären.
Die Kleine nickt.
„Wie konnte das denn passieren?“
Rhetorische Frage, klar.
„Kondom geplatzt!“ sagt der junge Mann.
„Kondome platzen nicht!“ sagt der Doc, „jedenfalls nicht, solange man nicht mit diesen Krallen da rangeht. Allerdings können Kondome abrutschen. Das sollte man wissen und das Ding rechtzeitig wieder abnehmen, in jedem Fall bevor die Erektion nachlässt, also am besten unmittalbar nach der Ejakulation…“
Der junge Mann wird rot.
„…ist ja egal. Jetzt kommense mal rein!“
Doc schließt die Tür zum Untersuchungszimmer auf. Sie geht zögerlich rein. Er will ihr folgen. Doc hält ihn zurück.
„Moment mal!“
„Darf mein Freund nicht mit rein?“
„Sind Sie verheiratet?“
Kopfschütteln.
„Dann muss er draußen warten. Wegen Schweigepflicht und Vertraulichkeit, Sie wissen schon!“
Tür zu.
„Also, dann mal Hose runter!“
Doc deutet zum gynäkologischen Untersuchungsstuhl. Die Kleine glotzt etwas verdutzt.
„Warum?“
„Ich muss Sie doch untersuchen!“
„Äh.. muss das wirklich sein?“
„Natürlich. Könnte ja sein, dass Sie schwanger sind. Jetzt machen wir einen Schwangerschaftstest, eine gynäkologische Untersuchung, einen Ultraschall…“
Sie zieht sich zögerlich aus und nimmt Platz.
Doc feuert seine Fragen ab.
„Wann war die letzte Regel? Schonmal schwanger gewesen? Rauchen Sie? Migräne? Allergien? Nehmen Sie die Pille? Schonmal die Pille genommen? Schonmal ne Thrombose gehabt? Irgendwer sonst in der Familie?“
Die Kleine antwortet zögerlich.
„Sie wissen, dass die Pille danach keine Infektionen verhindern kann? Hatten Sie schonmal irgendwelche Geschlechtskrankheiten? Wan war der letzte HIV-Test?“
Die Kleine ist sichtlich erschrocken.
„Was ist mit Ihrem Sexualpartner?“ fährt Doc ungerührt fort.
„Mein Freund hat kein Aids!“
„Woher wollen Sie das wissen?“
„Hatter nich!“
„Wirklich nicht?“
„Woher denn?“
„Naja, wie man’s kriegt, wissen Sie ja! Und angesichts der Tatsache, dass Sie gerade einen ungeschützten Sexualkontakt mit ihm hatten, sollten Sie sich mal fragen, was der sonst noch alles gemacht hat, und mit wem…“
Sie beginnt zu weinen.
Doc tätschelt ihr jovial die Schultern.
„Naja… lassen Sie sich halt bei Gelegenheit mal testen. Und Ihren Sexualpartner auch!“
Die Patientin zieht sich wieder an.
Doc unterschreibt ein Stück Papier.
„Was ist das?“
„Ein Privatrezept. Damit gehen Sie jetzt zur diensthabenden Apotheke…“
„Wo ist die?“
„Woher soll ich das wissen? Schauen Sie doch in die Zeitung! Oder ins Internet. Jedenfalls müssen Sie die Pille danach selbst bezahlen. Wäre ja zu schön, wenn Sie auch noch auf Kosten der Allgemeinheit Ihren Spaß haben könnten!“
Doc geleitet die beiden zum Ausgang.
„Seien Sie übriens froh, dass ich Sie überhaupt behandelt habe!“ sagt Doc noch zum Abschied, „Wenn Sie zu Dr. Heiligenschein gegangen wären, hätten Sie Pech gehapt. Der macht sowas nämlich grundsätzlich nicht. Aus Gewissensgründen!“

Written by medizynicus

16. Januar 2013 um 09:30

31 Antworten

Subscribe to comments with RSS.

  1. Tja, der Dr. Heiligenschein – ob diese „Gewissengründe“ tatsächlich ethische Ursachen haben, welche der hippokratische Eid deckt, oder doch eher moralische, welche die (Katholische?) Kirche vorschreibt? Genau dass ist das Problem mit den schlechten Erfahrungen, die ich im letzen Blogeintrag in meinem Kommentar ansprach. Und da reicht es, dass die Freundin der Freundin der Nachbarin gegenüber erzählt hat, wie furchtbar das alles war.

    Also lieber gleich ins Internet, ein Formular lockerfluffig ausgefüllt, keine blöder Untersuchungsstuhl, nichts mit „Hose runter!“, keine Untersuchungen auf Schwangerschaft oder gefährliche Zysten, ab dafür eine „Untersuchung“ via Formular selbst auszufüllendem Formular, die „Pille“ kommt ja mit Express nach Hause, Rechnung per Überweisung bezahlbar 14 Tage später, und beknackte Informationszettel zur dringlichen Einnahme und zu um sich greifenden geschlechtlich übertragbaren schweren Krankheiten kann man dann ungelesen der Rundablage mit blauem Deckel überlassen. (Wie jetzt, „Geschlechtskrankheiten“ sind immer noch nicht ausgestorben? Und die sollen wirklich gefährlich sein? Nee.. Sie wollen mich doch vera…lbern! Da sollte sich die Regierung aber mal kümmern! Aber nichts, was mir passieren kann – ich kenne ja alle Karnevals-Kölner persönlich!) Und alles wird gut!

    Oder vielleicht doch gleich ein Wochenendtrip nach London? Da kann man im Hotel gleich noch ein paar mal das Kondom platzen lassen… Und da im Freiverkauf gleich 10 Pillen-Schachteln auf Vorrat mitgenommen? Beim Zoll bekommt man das schon ohne Probleme durch, wenn man nur glaubhaft versichert, dass das ein Monatsbedarf ist, weil alle 3 Tage ein Kondom versagt…

    Aber nicht umsonst werden „vor Ort“ alle Anforderungen immer höher, QMS, Beratung mit Dokubogen, am besten noch einen Abstrich und 3 Bluttests kostenlos dazu (von heute Blutabnahme bis gestern das Ergebis!), das ganze bitte zu Lasten eines Anderen und für die Hälfte vom Preis von letztes Jahr. So soll es sein! Oder eben doch gleich ab ins Netz – nix Doku, nix Beratung, nix Aufklärung; dafür schnell – und auch nicht billiger. Schließlich darf ja jeder Mensch selber wissen, was für (unverantwortlichen?) Mist er mit seinem eigenen Körper macht. Und wenn es doch schief geht? Na dann wird der Körper repariert. Zahlt ja die Solidargemeinschaft!

    Ich bitte um Entschuldigung, dass es diesmal vielleicht ein wenig medi-zynisch wurde bei mir.

    gedankenknick

    16. Januar 2013 at 12:01

  2. @Gedankenknick: danke für den ausführlichen Kommentar, der mindesten so zynisch war wie mein Beitrag. Ja, letztendlich ist jeder selbst für seinen eigenen Körper verantwortlich.
    Ich kenne übrigens Frauen, denen es tatächlich – fast! – so gegangen ist, wie beschrieben. Tatsache ist natürlich, dass der Wunsch nach der Pille danach uns Ärzten natürlich in einer anstrengenden Wochenend-Dienst-Nacht in denen wir bis Oberkante Unterlippe genug zu tun haben mit „richtig kranken“ Leuten nicht unbedingt ein Lächeln auf die Lippen zaubert…. was natürlich kein Grund ist, sich dermaßen überheblich zu benehmen.
    Und einem Dr. Heiligenschein gehört eigentlich die Approbation entzogen.
    Aber sind das nicht alles Argumente, die dafür sprechen, dass es Dienstleister wie Dr. Ed & Co wirklich vermehrt auch bei uns geben sollte?

    medizynicus

    16. Januar 2013 at 13:30

  3. @Mediznyicus:
    Ich sehe da das schweizer Modell [bei dem der Apotheker – oh Schreck! – ohne ärztliches Rezept ein verschreibungspflichtiges Präparat in einer sinnvollen Menge (gewöhnlicher Weise eine Packung) abgeben kann, nachdem er zusammen mit der Patienten einen passenden Beratungs- und Dokubogen durchgearbeitet hat, in dem auch die ganzen bitterbösen Belehrungen enthalten sind] also durchaus sinnvoll an. Auch, wenn ich bisher nicht wirklich ein Befürworter für noch mehr Bürokratie in der Apotheke war/bin.

    Aber einem anonymen „Dienstleister“ volle Verfügungsgewalt über Patienten zu gewähren, damit dieser zum Schluss alle aufgetretenen Probleme mittels des Kommentars Patient hat unwahrheitsgemäß gehandelt! Schuld liegt allein beim Patienten! abwatschen kann, finde ich weder ethisch noch moralisch richtig. Nichts anderes ist es, wenn ich mir bei Dr. Ed einen selektiven PDE-5-Hemmer „selbst verordne“, und anschließend am Herzinfarkt auf meiner Herzallerliebsten wegsterbe, weil ich die Frage nach bisherigen Herz-Kreislauf-Problemen fast wahrheitsgemäß mit Kann mich nicht erinnern, dass mich ein Arzt deswegen je behandelt hat. beantworte. Klar hatte ich hab und an Schmerzen im linken Arm, aber das liegt doch an meiner Bundeswehr-Schulter-Verletzung. Klar hatte ich schon mal Stechen in der Brust, aber das waren doch nach vorne gerutsche Seitensiche! Der komische rote Mundspray? Den nehme ich doch so gut wie nie! Und die Athemnot? Soll schon mal vorkommen, bei „körperlichen Anstrengungen“ in meinem Alter (Und lassen Sie sich gesagt sein, für meine Liebste strenge ich mich an!…)😉

    Die Menschen sind nicht zu blöd dafür, die „Lücken“ eines Systems auszunutzen. Insbeosndere dann nicht, wenn ich hell leuchtende und rot blinkende Hinweisschilder aufstelle, um den Verbraucher auf eben diese Lücken hinzuweisen. Das Angebot von „Dr. Ed“ finde ich zutiefst unethisch und unmoralisch. Und sollte da auch nur ein approbierter Arzt arbeiten, sollte dieser es genau so sehen. (Das ist aber nur meine unqualifizierte und unbedeutende Meinung.) „Dienstleister“ wie „Dr. Ed“ sind eben nicht für ein Vertrauensverhältnis da; „Dienstleister“ werden von mir für einen „Dienst“ bezahlt – in diesem Fall ist es der Dienst, mir auf Zuruf ein verschreibungspflichtiges, hochwirksames und nebenwirkungsrisikobehaftetes Medikament zu verschaffen. Dabei interessiert mich als Verbraucher überhaupt nicht, was dagegen spricht. Und den Dienstleister interessiert möglichst wenig, warum er auf den Umsatz/Gewinn verzichten sollte. (Klar, wenn ich „Herzinfakt + Nitrobehandlung“ angebe, werde ich wohl auch keinen PDE-5-Hemmer bekommen. Aber wie will Dr. Ed mir denn via PDF-Formular die Herztöne abhören oder ein EKG abnehmen?) Und eine Politik, die dieses genau weiß, aber „verfassungsrechtliche Bedenken“ vorschiebt, um diesem munteren Treiben besser zuschauen statt Einhalt gebieten zu können (wo Deutschland sowieso keine Verfassung sondern ein Grundgesetz hat), tastet die Würde des Patienten dramatisch an. Und auch die Würde des Arztes und des Apothekers vor Ort, aber das ist eine andere Baustelle.

    gedankenknick

    16. Januar 2013 at 15:30

  4. @Gedankenknick: jede ärztliche Handlung ist eine Dienstleistung – bei der wir zwischen Kundenwunsch, medizinischer Notwendigkeit bzw. Sinnhaftigkeit und unsere eignen (u.a. wirtschaftlichen) Interessen abwägen.
    Beispiel: Ein Patient kommt zum Hausarzt und will „seine übliche Spritze“. Es handelt sich um die unsägliche Diclo/Dexa-Kombination, die heutzutage als Kunstfehler gilt. Hausarzt macht’s trotzdem. Patient würde sonst anderswohin gehen… irgendwo kriegt er die Spritze.
    So passiert‘ halt in unserer Branche.
    Wir können nur aufklären, die Aufklärung dokumentieren… und wenn ein Patient uns bescheissen will weil er gegen unseren Rat mit seiner Gesundheit Raubbau betreibt, dann wird er das tun.
    Ein Dr. Ed ist da nicht mehr oder weniger Dienstleister als ein Dr. Schulze-Sowienoch aus der Dorfpraxis nebenan.
    Deshalb muss die Arbeit eines Dr. Ed „kontrolliert“ werden, er muss sich an Leitlinien halten, ein Qualitätsmanagement implementieren und so weiter… wie jeder andere Arzt auch.

    medizynicus

    16. Januar 2013 at 15:58

  5. @Medizynicus:
    Und wer kontrolliert dieses QMS bei den Internet-Dr.Ed, der angeblich in London sitzt, über 7 Proxys umgeleitet aber genauso gut in Neapel oder auch Nepal sein könnte? Wer kontrolliert Dr.Ed? Wie oft? Nach welchen Leitlinien? Und geht dieser Kontrolleur auch nach D und schaut sich die von Dr.Ed behandelten Patienten an? Oder kontrolliert er nur die (Kranken)Akten vor Ort? Logisch, die sind fehlerfrei! Dr.Ed wird nie einen Fehler machen, denn die Fehler werden bei Dr.Ed immer nur durch lügende, betrügende, auf ihren Vorteil schielende und/oder auch unwissende Patienten gemacht werden, was Dr.Ed mit den lückenlosen und fehlerfreien Akten beweisen wird. Logisch. Bloß dass ein Mediziner vor Ort eine Frau im 6. Monat eben nicht die Nicht-Schwangerschaft bescheinigen wird auf bloßen Zuruf, im Gegensatz zu Dr.Ed, der sich ja auf die wahrheitsgemäße Aussage der Patientin – die natürlich einen Schwangerschaftstest bei der Bestellung gemacht hat – beruft, die fehlerlos dokumentiert ist. (Nur um beim Ursprungsbeispiel zu bleiben.)

    Es ist wie mit DocM in den Niederlanden. Gegen die Niederländischen Behörden sagt DocM:“ Wir liefern ja nur nach D.“, also kontrollieren die Niederländer nicht (trotz gegenteiliger Versprechen), weil D ja in der Pflicht steht. Gegen D wird gesagt: „Wir sitzen in den Niederlanden.“, also ist es den deutschen Gesundheitsbehörden ganz egal, die Niederländer sind ja zuständig. Toll!

    Menschen sind Menschen, das schließt Ärzte und Apotheker genauso ein wie alle anderen Menschen auch. Menschen suchen natürlich ihren (wirtschaftlichen) Vorteil. Das läßt sich nicht wegdiskutieren. Aber Verantwortung an jemanden abzuschieben, der für diese Verantwortung nicht ausgebildet ist, ist einfach nur verwerflich. Genauso gut kann ich scharfe Schusswaffen im Kindergarten verteilen, und protokolliere per QMS, jedes Kind einzeln darauf hingewiesen zu haben, dass diese Waffen gefährlich sind und auf keine Fall benutzt, aber auf gar keinen Fall gegen andere Kinder benutzt werden dürfen. Ich bin raus, ich hab mein QMS-Protokoll! Jetzt mache ich das ganze von den USA aus via Internet, und berufe mich auf den 2. Verfassungszusatz. Die Welt ist so großartig! Mein Sildenafil-Beispiel oben sollte zeigen, wie leicht so ein Ferndiagnose-System zu manipulieren ist. Ein Dok vor Ort, der noch nie meine Krankenakt gesehen hat, würde zumindest mein Herz abhorchen, bevor er mit einen PDE-5-Hemmer zugesteht. Das Internet-Protokoll gebietet, dass ich ehrlich zu sein habe, was ich ja, wie ich belegte, auch bin, wenn ich mir meine eigene Welt nur genug zurechtlüge – oder wenn ich es als Laie gar nicht besser weiß (und wahrscheinlich auch nicht wissen will). Davon abgesehen, vielleicht wäre es nicht die unschönste Art zu sterben – aber ganz schön fies gegenüber der Liebsten, oder?

    Sich die Welt schön zu glauben, wenn ich sie „anfassen“ muss, ist eben viel schwerer, als sich die Welt schön zu glauben, wenn sie weit weit weg ist. Nicht umsonst spielen Märchen im Königreich „Far Far Away“, wo „Prinz Charming“ auf seinem sprechenden Begleiter Mr.Ed reitet, und Glücksseligkeit und Herzensgüte kostenlos an alle seine Untertanen verteilt…

    Gedankenknick

    16. Januar 2013 at 17:06

  6. @Gedakenknick: Dr. Ed kenne ich nicht, aber bei einem seiner Konkurrenten habe ich mich mal ein wenig nachrecherchiert.
    Dieser Online-Service wurde von einer namhaften Apotheken-Kette betrieben, ebenfalls in Großbritannien (nehmen wir einfach mal hin, dass Apotheken dort genauso als Franchise bzw. Filialgeschäfte geführt werden wie hierzulande Supermärkte oder Drogerien).
    Die Telemedezin-Ärzte waren Angestellte dieser Firma und hatten selbstverständlich eine gültige britische Approbation und unterlagen, was Fortbildung, Kontrolle usw. angeht den örtlichen Gesetzen – und die sind prinzipiell nicht weniger streng als die Gesetze in Deutschland. Nur mit dem Unterschied, dass Telemedizin in Großbritannien halt schon seit Langem etabliert ist und nicht als „anrüchig“ gilt.

    Vor zwei Jahren habe ich diese Problematik übrigens schon einmal beschrieben, etwa hier, hier oder hier.

    medizynicus

    16. Januar 2013 at 18:44

  7. „“Sie hatten ungeschützten Geschlechtsverkehr?!” sagt Doc betont drei Stufen zu laut, so dass alle anderen Wartezimmersitzer es mitbekommen hätten, wenn welche dagewesen wären.“

    Köstlich!

    In Ö braucht man gottseidank kein Rezept mehr, habe mich allerdings noch nicht damit beschäftigt ob die Pille danach jetzt öfter verkauft wird oder nicht.

    Viele GynäkologInnen haben das Rezept einfach nur ausgestellt, ohne SS-Test oder anderen Untersuchungen, dafür braucht man nicht in ein Krankenhaus fahren. ApothekerInnen *können* auch gut beraten.

    Menschenhandwerkerin

    16. Januar 2013 at 18:49

  8. Danke für die freundliche Erwähnung *knicks* – aber mal ächt jetzt – SO VIEL REDEN nachts??? Ich bin schon froh, wenn ich „hier rein pinkeln“ irgendwie pantomimisiert und anschliessend den Namen der Pille halbwegs lesbar aufs Privatrezept bekomme…*gääääähn*

    heldinimchaos

    16. Januar 2013 at 20:10

  9. @Medizynicus:
    Ich mag „technikfeindlich“ rüberkommen, was ich eigentlich nicht bin. Ich finde Telemedizin nicht mal schlecht, wenn es denn wirkllich das ist, was das Wort verspricht. Wenn ein OP-Team via Robotter und 3D-Kameras von der Erde aus auf dem Mars ein Leben rettet, dann ist das großartig, und wenn ein anderes Team von NY aus auf den Philipinen Leben rettet, und vielleicht nur, weil sie via moderner Datenkommunikation Diagnosen verbessern oder erstellen können, ist das keinen Deut weniger großartig. Aber manche Dinge muss ich nicht gut finden, nur weil sie machbar sind. Und das Online-Verschreibungsangebot aus England, was exakt für den Deutschen Markt (und an den deutschen Gesetzen vorbei) maßgeschneidert ist, zähle ich zu meinen Nicht-Gut-Finde-Dingen.

    Aber wenn ich lese, dass das [Arzt-]Onlineangebot von einer Apothekenkette angeboten wird – wess Brot ich ess, des Lied ich sing? Vor vielen hundert Jahren wurde kaiserlich eine Trennung von Arzt und Apotheker eingeführt, und das war gut so. Denke ich zumindest. Und nun wird es halt wieder abgeschafft. Ob das wirklich besser ist, wird sich zeigen.

    Gedankenknick

    16. Januar 2013 at 21:03

  10. oh ja, oh ja, oh ja. mir wird auch immer ganz schlecht wenn ich solche geschichten höre von „patient hat wahrheitsgemäss etc.“ – das würde voraussetzen, dass patient über das erforderliche wissen verfügt um eine wirklich wahrheitsgemässe und aussagekräftige antwort auf die einzelnen fragen so einer selbstauskunft geben zu können, und, mit verlaub, die allermeisten menschen haben dieses wissen eben nicht. was sich sehr deutlich z.b. daran erkennen lässt, dass sie keinen arzt des vertrauens haben sondern immer nur zu dem gehen, der gerade der nachbarin von der kollegin von der frau was verschrieben hat was der dann sooo gut geholfen hat. die sinnhaftigkeit einer vollständigen krankenakte bei einem praktischen arzt, der dann die ergebnisse und befunde zusammensammelt resp. die ergebnisse in der karte einträgt, erschliesst sich diesen menschen auch nicht. wie sollen die dann einen medizinischen fragebogen so ausfüllen, dass der arzt in wo-auch-immer wirklich eine vollständige und fundierte beurteilung abgeben kann, was er ja muss bevor er ein medikament welcher art auch immer verschreibt?

    das wäre – wenn ich hier ein wenig spintisieren darf – ein guter ansatzpunkt für eine elektronische gesundheitskarte: alle bisherigen befunde etc. eintragen, mit einer entsprechenden nummer versehen, und internet-bestellungen dann nur mit dieser nummer. und schon wäre der umsatz der meisten dr. sowiesos um zumindest die hälfte gesunken.

    oder was wäre mit: der hausarzt kann über das internet für patienten bestellen, die weitab von jeder apotheke wohnen und vielleicht – hier in wien schneit es gerade wie verrückt, deshalb – den weg in eine apotheke nicht zurücklegen können? auch auf dem land wäre das eine idee: es gibt eine menge orte hier in österreich von denen aus man in die nächste apotheke 25 km zurücklegen muss (ohne jede öffentliche anbindung welcher art auch immer), hausapotheken werden den ärzten nicht genehmigt, da wäre doch eine internetbestellung toll.

    aber so, wie das derzeit gehandhabt wird, scheint mir das sehr oft an fahrlässiger grober körperverletzung vorbeizuschrammen. und die besondere crux an der sache ist – ich kenn‘ ein paar solche fälle – dass die patienten, wenn sie probleme mit der selbstmedikation haben, dem in aller eile notkontaktierten notarzt auch nicht die wahrheit sagen, weil sie sich nämlich irgendwie schämen, und nicht zugeben wollen dass sie sich dies oder jenes unter angabe falscher daten erschlichen haben.

    es wird noch ein weiter weg sein bis da eine vernünftige lösung gefunden ist. bis dahin gehe ich mit den beschriebenen erziehungsmassnahmen völlig d’accor. man könnte auch einen kurs anschliessen, z.b.: wie verwende ich ein kondom richtig: weiblein und männlein üben zehnmal hintereinander, der doktor schaut kaffeetrinkend zu. die folgen von priapismus auf einem grossen monitor, in farbe, wäre für manche auch ganz gut.

    kelef

    17. Januar 2013 at 09:52

  11. Unnötige Untersuchtung = Körperverletzung Hätte die Patientin gewusst, dass eine Untersuchung
    für die Verschreibung der Pille dannach gar nicht nötig wäre, hätte sie nicht eingewilligt. Und dass sie das nicht wollte, war offensichtlich.
    Und auch Unterschichtenfernsehzuschauer haben ein Anrecht auf ein Mindestmass an Respekt.
    Wieso meint Dr. Palermo einer Patientin seine schlechte Laune und seine Moralvorstellungen aufzudrücken zu dürfen. Aufklärung und Beratung ist gut und notwendig, aber nicht so. Die Entscheidung des Patienten/Mandanten/Kunden muss man nach gehöriger Aufklärung dann auch respektieren, auch wenn sie nicht mit der eigenen Vorstellung oder Vorgehensweise übereinstimmen.
    Ich finde die Idee, das Internet auch für Apotheken/Ärzte zu nutzen wirklich nicht schlecht.
    Die Versorgung in „Nichtballungsräumen“ wird doch zunehmend schlechter
    Warum soll also der informierte Patient nicht bei Bagatellerkrankungen via Internet agieren können.
    Keine Wartezeit, keine moralinsauren Predigten wie von Dr. Palermo.
    Damit geht natürlich ein gewisses Risiko für den Patienten einher, aber shit happens.
    Für ernste Sachen natürlich dann der Facharzt. Ob es diesen in Zukunft noch vor Ort gibt, ist eine andere Frage.

    @ Medizynicus der will Patient will seine Spritze, wenn nicht geht er zu einem anderen Arzt… ist das heutzutage überhaupt noch praktisch? es gibt des öfteren bereits Unterversorgung, der Patient hat also keine Alternative.
    Und ehrlich: lieber einen Patienten verloren, also einen Arzthaftungsprozess am Hals. Der Patient wird sich in diesem Prozess sicher NICHT erinnern, über die Risiken aufgeklärt worden zu sein.
    Gruss Landkrauter
    Gruss Landkrauter

    Landkrauter

    17. Januar 2013 at 10:53

  12. @Landkrauter: Genau das ist mein Punkt! Bagatellerkrankungen und „Routinesachen“ können durchaus per Telefon- oder Internetkonsultation „abgewickelt“ werden, wenn man bestimmte Regeln beachtet und vor allem der Fernbehandelnde Arzt seine Grenzen kennt und beachtet. Das funktioniert in vielen Ländern – und der einzige Grund, warum es in Deutschland nicht funktioniert ist, weil wir einfach zu viele Ärzte haben. Und damit die alle etwas zu tun haben, muss man Bedarf schaffen… und weil sie sich ziemlich viel Bedarf schaffen, gibt es auch nie genug Ärzte…. und trotzdem konkurrieren die untereinander, selbst da, wo es angeblich zu wenige Ärzte gibt. Klingt komisch, ist aber so… und das mit den Spritzen stimmt leider auch

    medizynicus

    17. Januar 2013 at 13:20

  13. @Gedankenknick: Ganz klar, ein Arzt, der vom Apotheker angestellt wird, wird dessen Medikamente verkaufen wollen. Aber besteht dieser Interessenskonflikt nicht überall? In England (und auch in z.B. in Österreich, in der Schweiz und in vielen anderen Ländern) gibt es auch zahlriche dispensierende Ärzte. Das sind Ärzte, welche in ihrer Praxis bzw. Klinik eine „Hausapotheke“ zur Verfügung haben und die Medikamente, welche sie verschreiben auch gleich ausgeben. Ist nicht immer unbedingt schlecht (auch wenn die Apotheker das logischerweise anders sehen).
    Und abgesehen davon…. wir wissen doch, was die Pharmaindustrie alles anstellt um Einfluss auf die Ärzte auszuüben. Und ganz so erfolglos kann es ja nicht sein….

    medizynicus

    17. Januar 2013 at 13:25

  14. @Josephine-Chaos-Heldin: Danke, danke! Und viel Erfolg mit Deinem Buch, ich bin ja schon richtig neidisch, dass Du eins schreiben darfst und ich nicht. Musst mal erzählen, wie Du da drangekommen bist!

    medizynicus

    17. Januar 2013 at 13:26

  15. @Landkrauter:
    Wieso meinen Patienten, uns ihre schlechte Laune und Zeitplanung aufdrücken zu dürfen? Ach ja, wir werden ja dafür „bezahlt“.

    „Damit geht natürlich ein gewisses Risiko für den Patienten einher“ – Das Risiko muss vermieden werden, wenn das zumutbar und möglich ist. Ist es hier, ergo hält im Zweifelsfall der Arzt seinen Kopf hin.

    Bei den Grundsätzlichen Dingen stimme ich dir zu, aber es ist halt nicht so einfach, wie es aussieht.

    @Medizynicus: Habe dir einen Link geschickt, kam mir dabei grad unter die Nase.

    Galahad

    17. Januar 2013 at 14:46

  16. Ihre ethischen Bedenken in allen Ehren, Herr Landkrauter, aber ich finde die Lektion von Dr. Palermo völlig angemessen. Das Pärchen war bisher ja offensichtlich allenfalls in der Lage, seinen Urinstinkten zu folgen. Mit dieser Reizung des Schamgefühls hat Palermo evtl. auch andere Gehirnfunktionen initiiert, die für späteren Sexualverkehr durchaus von Nutzen sein können.
    Der von Ihnen verwendete Begriff „Unterschichtenfernsehzuschauer“ beweist schon, daß auch Sie nicht frei von Vorurteilen sind. Ich habe leider ebenfalls die Erfahrung machen müssen, daß Apelle an die Vernunft solcher Leute meist die reine Zeitverschwendung sind.

    Thomas

    17. Januar 2013 at 14:56

  17. @Medizynicus:
    Das Problem ist weniger, dass der Arzt beim Apotheker angestellt ist oder umgekehrt (obwohl auch dieses schon einen Interessenkonflikt darstellt). Aber beide haben sich (mehr oder weniger) dem Wohle des Patienten verpflichtet.

    Das Problem ist, dass Arzt und Apotheker bei einer Kapitalgesellschaft angestellt sind. Und diese hat sich mitneffen (und mitnichten) dem gesundheitlichen Wohl und der Fürsorge des Patienten verschrieben, diese hat sich nur des finanziellen Wohls der Gesellschafter und Kapitalgeber verschrieben – und hier haben wir ein handfestes Problem im Gesundheitswesen. Warum ist wohl Prof. Dr. Karl „die rote Fliege“ Lauterbach, seines Zeichens Gesundheitsexperte der SPD(!), wohl im Aufsichtsrat der Rhön-Kliniken, und kämpf wie irre für MVZs in Klinikbesitz? Bestimmt, um die Situation der Patienten mit SPD-Mitgliedschaft zu verbessern…😉 Warum hatte Gesundheitsministerin Ulla Schmid in ihrer Zeit als Ministerin Aufsichtsratsposten in 8(!) gesetzlichen Krankenkassen gleichzeitig? Warum hat Herr Hecken im Saarland zu seiner Zeit als Wirtschafts- und Justizminister eine Apotheke im Fremdbesitz (von DocM, welche damals zur METRO-Gruppe gehörte, für die Herr Hecken jahrelang vorher als Jurist gearbeitet hat) die Betriebserlaubnis gegen geltendes deutsches Recht erteilt? Ich wiederhole meinen obigen Spruch: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.

    Zum Thema „selbstdispensierende Ärzte“ schaue mal hier: http://pharmama.ch/2009/06/22/noch-ein-argument-gegen-selbstdispensierende-arzte/. Ich will wirklich nicht alles schlecht reden, aber ich höre mir immer auch gerne die andere Seite an.

    Und zum Thema „Not- und Wochenend(arzt)dienst in England“: Ich kenne persönlich einen Arzt, der das eine Zeit lang gemacht (und dabei sehr gut verdient) hat. Die Geschichten, die der erzählt, traue ich mich gar nicht wiederzugeben. „Gute Versorgung“ geht anders. Aber auch zu Apothekenketten wußte der einiges zu berichten, so z.B: Arzt: „Können Sie diese antibiotischen Augentropfen nicht zu morgen [Samstag] besorgen?“ – Ketten-Apotheke: „Diese Augentropfen besorgen wir gar nicht, die sind von einem anderen Konzern, mit dem unterhalten wir keine Handelsbeziehung.“ Die nächste Apotheke lag dann so ca. 50km entfernt, wurde mir erzählt. Ja, solch erstrebenswerte Modelle wünsche ich mir auch für Deutschland (und die antibiotischen Augentropfen bestelle ich mir dann vom Dorf mit meinem 28.8er Modem aus den Niederlanden für 4 Tage später, weil DSL, UMTS und LTE sind im Dorf noch nicht angekommen, und Expressversand kann ich mir leider nicht leisten.) Nicht alles, wo „Besser!“ drangeschrieben wurde, ist auch eine Verbesserung.

    gedankenknick

    17. Januar 2013 at 18:25

  18. Schnettel

    17. Januar 2013 at 20:46

  19. Wenn jeder Arzt so drauf ist wie Dr. Palermo, ist es kein Wunder, dass die Leute lieber mehr bezahlen und dafür per Onlineformular die Pille danach bestellen. Allerdings wird der Onlinedoc keine Einschätzung abgeben zu der Notwendigkeit, oder? Wenn ich dran denke, wieviele Mädels in Schwangerschaftspanik geraten, die Pille danach wollen (4 Wochen später) weil ihnen mal übel war oder der Bauch gezwickt hat. Obwohl sie mit Kondomen verhütet haben. Oder obwohl sie die Pille nehmen und es keine Panne gab. „oh mein Gott, ich bin sicher schwanger, was mache ich denn jetzt? Ich nehm die Pille danach“ und das völlig unnütz, 4 Wochen später und sowieso ohne Verhütungsfehler. Ab und zu lohnt es sich, mal in einschlägige Aufklärungsforen reinzulesen, Aufklärung tut meiner Meinung nach mehr not als ein Onlinedoc.

    Wenn die Standardfrage „wann war ihre letzte Regel“ kommt, würde ich wohl niemals die Pille danach bekommen, sollte ich sie jemals brauchen. Schade dass in den Köpfen der Ärzte immernoch dieser dumme 28-Tage Zyklus rumspukt und alles außerhalb dieser norm schon per Definition entweder schwanger oder krank ist.

    Blogolade

    17. Januar 2013 at 21:06

  20. Als der „Dienstleister“, dessen Angebot hier diskutiert wird, freuen wir uns natürlich über diese angeregte Debatte. Ihre Argumente, sowohl jene dafür als auch die dagegen, reflektieren die Diskussion, die in Deutschland seit Jahren immer wieder im Kreis geführt wird. Leidtragende des überwiegend von ethischen und moralischen Untertönen dominierten und emotional geführten Diskurses sind dabei nach wie vor die betroffenen Frauen. Anders als in der Mehrzahl der anderen europäischen Länder verteidigt die Ärzteschaft in Deutschland nach wie vor das Recht, den Zugang zu Levonorgestrel zu kontrollieren – Ein Medikament, das als so sicher gilt, dass es 28 Ländern in Europa in der Apotheke rezeptfrei erhältlich ist.

    Unser Bestreben, wie auch in unseren anderen Sprechstunden, ist, unnötige Hürden aus dem Weg zu räumen und Zugang zu evidenz-basierter ärztlicher Beratung und Behandlung zu erleichtern. Ohne weißen Kittel und Wartezimmer.

    Wir sind uns der vier Prinzipien der Medizinethik täglich bewußt. Zur Erinnerung, diese sind:

    1. Respekt vor der Autonomie des Patienten: Patienten haben Entscheidungsfreiheit, von welchem Arzt sie welche Behandlung in Anspruch nehmen. Mit diesem Prinzip tun sich viele unserer Kollegen schwer. Es setzt einen autonomen, informierten und mündigen Patienten voraus – jene Patienten, die uns am liebsten sind. Patienten, die nachfragen. Wir haben unsere Online-Arztpraxis gegründet, um Patienten eine Wahl anzubieten. Mehr als 15.000 Patienten haben inzwischen die Sprechstunden von DrEd besucht und nicht wenige kehren regelmäßig zurück.

    2. Nicht Schaden („Primum non nocere“): Unsere Sprechstunden sind sehr sorgfältig ausgewählt. Wir bieten jedem gerne per Video oder Telefon Beratung oder Zweitmeinungen an. Eine Behandlung allerdings, und insbesondere eine pharmakologische, reservieren wir für ausschließlich jene Patienten mit minimalem Behandlungsrisiko. Unsere Anamnesen sind genau. Wir stellen mehr und detailliertere Fragen (und Fragen häufiger nach) als wir glauben, dass das in einer traditionellen 10 oder 15-Minuten Facharztkonsultation geschieht. Wir lehnen Behandlungen großzügig ab, wenn Zweifel an Indikation oder Sicherheit der Behandlung bestehen und verweisen an einen Kollegen vor Ort. Unsere Behandlungsleitlinien basieren auf den jeweils relevanten internationalen Leitlinien. Unsere Arztpraxis unterliegt, wie traditionelle Arztpraxen auch, der Aufsicht der britischen Care Quality Commission. Unsere Ärzte werden durch das General Medical Council überwacht. Führende deutsche Universitätsprofessoren beraten uns bei der Erstellung der klinischen Leitlinien und stehen auch unseren Patienten im Rahmen einer Second Opinion zur Verfügung.

    3. Fürsorge/ Hilfeleistung: Wir sehen uns sehr genau an, was unsere Patienten uns mitteilen und laden bei jedem Kontakt dazu ein, uns auch über das aktuelle Thema hinaus, um Rat zu fragen. Unsere Patienten können uns jederzeit anrufen und tatsächlich mit uns sprechen, nicht nur mit der Sprechstundenhilfe. Ganz ohne Termin. Einfach so. Und ohne Gebühr. Wir können uns die relative Vertraulichkeit des Internets zu Nutze machen: Patienten, die aus Schamgefühl sonst nicht trauen, eine Behandlung nicht in Anspruch zu nehmen, stehen bei DrEd die Möglichkeiten offen, echten ärztlichen Rat und Behandlung zu erhalten – ohne uns dabei ins Auge sehen zu müssen.

    4. Gleichheit und Gerechtigkeit: Unsere Patienten erhalten die bestmögliche Beratung und Behandlung unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion, sexueller Orientierung, Wohnort. Als Online-Sprechstunde können wir unsere ärztlichen Leistungen auch für jene Patienten anbieten, die ausserhalb der Ballungsräume wohnen. (Versuchen Sie mal, in ländlichen Regionen rechtzeitig an die „Pille danach“ zu kommen oder, schlimmer noch, an eine Behandlung für Gonorrhö.

    Jenen misstrauischen Kollegen, die einfach nicht glauben können, dass echte Ärzte tatsächlich das Internet nutzen, um die Nähe unserer Patienten zu suchen, empfehlen wir, sich kurz die Mühe zu machen, im Internet unsere Arztpraxen zu finden, in denen wir auch weiterhin ganz traditionell unsere hiesigen Patienten behandeln. Leider sind die nicht, wie angedeutet in Neapel oder Nepal, sondern im bitterkalten London.

    dredonlinedoktor

    17. Januar 2013 at 22:26

  21. @dredonlinedoktor
    Dass ich Ihren Namen in den direkten Kontext und damit leider in den direkten Zusammenhang des „geographischen und rechtlichen Nachvollziehbarkeits“-Problems gestellt habe, war unüberlegt, schlecht gewählt, dumm und von mir so nicht beabsichtig. Ich möchte nachträglich darauf hinweisen, dass es mir bei dem London-Neapel-Nepal-Bespiel nicht um eine bestimmte (juristische oder natürliche) Person, insbesondere nicht um Sie, ging, sondern um das allgemeine Problem, und bitte Sie hierfür um Entschuldigung. (Wobei ich vermute, dass es derzeit in Nepal nicht wärmer ist als in London.)

    @Problem allgemein:
    Leider ist dieses „Nachvollziehbarkeits-Problem“ für den „Endverbraucher“ recht schwierig in den Griff zu bekommen, da die „Guten“ immer in der Konkurrenz der leider auch existenten „Bösen“ stehen, und auch „Behördliche Zertifizierungen“ sich nicht immer für den Verbraucher verlässlich nachvollziehbar sind. Vor wenigen Jahren hat ein deutscher Pharmakologieprofesser 3 seiner Studenten beauftragt, eine Online-Apotheke zu „fälschen“. Innerhalb vom ca. 2 Tagen haben diese Studenten das Projekt (welches durch Passwort vor Zugriffen von Außen geschützt war) fertig gestellt, inclusive aller (gefälschten) Zertifikate, die deutsche Behörden für die Verifizierung einer „sicheren Online-Apotheke“ (damals) vergeben konnten. Dabei ging es nicht einmal um ein „Gewinnstreben“, sondern nur um das Aufzeigen der Machbarkeit. Den Aufsichtsbehörden wurde das Ergebis präsentiert – diese fielen aus allen Wolken, zeigten sich schwer betroffen – und machten anschließend? Genau: nichts.

    Ich gebe offen zu, gerade bei gesundheitlichen Problemen sehr konservativ zu agieren, insbesondere bei den zum Teil sehr beratungs- und abratungsintensiven Patientengesprächen, die ich in meinem Beruf fast täglich erlebe. Und – ohne „die Konkurenz“ schlecht machen zu wollen – ärgert mich ein Unternehmenskonzept, welches den Europäischen Gedanken konterkariert, in dem es eine Dienstleistung, die vor Ort (aus welchem Grund auch immer) verboten ist, einfach an einen Ort auslagert, wo sie nicht verboten / gedultet / wasauchimmer ist. Diese Ausnutzung von Gesetzesdifferenzen in unterschiedlichen Ländern läuft für mich auf eine „Inländer-Diskriminierung“ hinaus, insbesondere dann, wenn die (eigene) Regierung das „ausländische Projekt“ bejubelt, das selbe Projekt im eigenen Land aber unter höchste Strafandrohung stellt. (Und ich meine jetzt niemanden speziell.) Dieses Problem dem „ausländischen Projekt“ vorzuwerfen, ist von mir nicht ganz fair. Allerdings finde ich erstaunlich, dass diese Projekte (ich meine keinen bestimmten Dienstleister) hauptsächlich Angebote nach Deutschland richten, und eben (meines Wissens nach) nicht oder nur sehr begrenzt auch andere europäische Länder mit einbeziehen. Dieser Fakt macht mich stutzig und läßt mich ratlos dastehen – insbesondere wenn mich meine Patienten und Kunden beschimpfen, wenn ich eine „Dienstleistung“ auf Grund gesetzlicher Bestimmungen ablehnen muss (obwohl ich sie vielleicht gar nicht ablehnen wollen würde), die ein Dienstleister mit anderen gesetzlichen Hintergrund offensichtlich ohne Schwierigkeiten erbringen darf.

    Vielleicht habe ich mich mit dieser Klarstellung meines Standpunkts selbst disqualifiziert. Jedoch kommt es mir ab und an (und in letzter Zeit leider immer häufiger) so vor, als würde mich meine Regierung mit einem in Indien produzierten (Billig-)Schwert in ein (wirtschaftliches) Gefecht schicken, in welchem meine „Gegner“ mit von (in meinem Land) von H&K produzierten hochmodernen Schusswaffen gegen mich antreten, deren Gebrauch mir allerdings von meiner Regierung aus moralischer Gründen unter Androhung der Todesstrafe verboten wurde. (Und ja, der Entzug einer Approbation ist für die Ausübung eines Berufs, welcher diese Approbation erfordert, tötlich.) Und das finde ich eben auch nicht fair. Deswegen möge man es mir nachsehen, dass ich die moralischen Maßstäbe, an die ich mich halten muss, auch dazu heranziehe, mein Gegenüber zu messen. Dieses Verhalten mag verwerflich sein, ist aber auch menschlich. Und ich bin nun mal auch (nur) ein Mensch.

    gedankenknick

    18. Januar 2013 at 10:33

  22. @ Landkrauter, vollste Zustimmung zum Beitrag, die Zeiten in denen wir paternalistisch und moraltriefend komische Erziehungsrituale durchführen sollten allemal vorbei sein. Wenn einem daran gelegen ist zum Nachdenken anzuregen, dann geht das viel besser ohne Beschämung und Erniedrigung des anderen!
    So wie das Ritual hier dargestellt führt es evtl. bei einem Teil der Patienten dazu es lieber mal drauf ankommen zu lassen, als eine erneute Erniedrigung in Kauf zu nehmen, selbst wenn unterm Strich vielleicht ein paar wenige durch die Erniedrigung abgeschreckt werden.

    Moby

    18. Januar 2013 at 11:11

  23. Noch schnell 2 Nachträge:
    1. Nein, ich bin kein Arzt. Aber darf meinen Beruf auch nur mit vorhandener Approbation ausüben.
    2. Das ein Kapitalbesitzer Einfluss auf ethische Entscheidungen nehmen kann, heißt nicht, dass er auch Einfluss nehmen wird. Aber dass sich ein ethisch verantwortlicher Entscheidungsträger, der sich in einer (Kapital-)Abhängigkeit vom (ethisch nicht verantwortlichen) Kapitalgeber eventuell in einem Interessenjonflikt befindet, sollte nicht vergessen werden. (Hier sei nur mal beispielhaft die „blutige Entlassung“ aus deutschen Krankenhäusern erwähnt, die durchaus schon eingesetzt wurde, wenn die Kostenpauschale für die „abrechenbare Erkrankung“ halt weit kleiner ausgefallen ist als die „multiblen Heilungen“ nun mal kosteten. Oder die „Nichtbehandlung von Vergewaltigungsopfern“, wie sie aktuell hier: http://www.spiegel.de/panorama/koeln-vergewaltigungsopfer-von-katholischen-kliniken-abgewiesen-a-878210.html berichtet wird – womit wir wieder genau beim Ursprungsthema angekommen sind. Hier schließt sich der Kreis.)

    gedankenknick

    18. Januar 2013 at 12:25

  24. Holla die Waldfee, hier ist ja richtig was los!
    @ Galahad nein, schlechte Laune muss sich niemand, also weder Arzt noch Patient – gefallen lassen. Es spricht nichts dagegen, hier höflich aber nachdrücklich um eine Verhaltensänderung zu ersuchen.
    „Das Risiko muss vermieden werden, wenn das zumutbar und möglich ist. Ist es hier, ergo hält im Zweifelsfall der Arzt seinen Kopf hin.“ das verstehe ich leider nicht. Wenn ein Patient sich via Internet an einen Arzt wendet, wieso hält dann ein Arzt den Kopf hin
    @ Thomas widersprechen Sie sich da nicht ein bisschen.
    Auf der einen Seite, es muss aufgeklärt werden, auch wenn auf der Seite des Patienten signalisiert wird, dass dies nicht gewollt ist, auf der anderen Seite „hat ja eh keinen Sinn“?
    Es muss m.E dem Patienten überlassen bleiben, ob er die Aufklärung nun will. Und mal ehrlich,
    auch wenn Dr. Palermo müde war, sein Verhalten war schlicht mies, und die Untersuchung eine KV.
    Im übrigen haben die beiden ja ein Kondom benutzt, es ist halt offensichtlich abgerutscht/kaputtgegangen. Und sie waren vernünftig genug, sich die Pille dannach zu holen.
    Sie haben also fast alles richtig gemacht, und das Mädel bekommt dafür noch einen geklatscht. Hohe pädagogische Leistung von Herrn D. Palermo. Abgesehen, dass der Hinweis auf die Schweigepflicht nun völlig daneben war. Menschlich wie auch sachlich.
    @Moby ja, genau die Konsequenz hatte ich gemeint, hab es aber nicht so hübsch rübergebracht (-;
    @ gedankenknick Huch, lass doch dem armen Medizynicus noch nen bisschen Zeit, über die Nummer mit den katholischen KK einen eigenen Blogbeitrag zu verfassen (-:
    Gruss Landkrauter

    Landkrauter

    18. Januar 2013 at 13:38

  25. @dredonlinedoktor
    …den Zugang zu Levonorgestrel zu kontrollieren – Ein Medikament, das als so sicher gilt, dass es 28 Ländern in Europa in der Apotheke rezeptfrei erhältlich ist…
    Genau dieses Argument ist aber eben gerade nicht zielführend, denn es suggeriert, dass man(n?) in diesem 28 Ländern Levonorgestrel einfach so zu kaufen bekommt, und dieses ist eben nicht so. Zumindest in der Schweiz wird ein Beratungsgespräch „erzwungen“ und protokolliert, und wenn ich bei http://pharmama.ch richtig mitgelesen habe, ist die Einnahme der Tablette zwingend unter Sichtkontrolle des Abgebenden durchzuführen. Ich unterstelle, dass der Gesetzgeber sich dort dabei etwas gedacht hat. Und ich vermute, dass in einigen der 27 anderen fraglichen Länder die Anforderungen an die Abgabe von Levonorgestrel ebenso hoch sind. Und obwohl ich noch vor wenigen Monaten anders gedacht habe, tendiere ich langsam aber stetig für eine apothekenpflichtige Freigabe der „Pille danach“ in Deutschland unter ähnlichen Bedingungen wie in der Schweiz. (Ja, auch ich bin durchaus sinnvollen Argumenten zugänglich.)

    Das Gegenteil erleben wir zur Zeit in Deutschland, wo ein …ähäm!… „Expertengremium“ schon seit mehreren Jahren die totale Rücküberstellung in die Verschreibungspflicht für Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure fordert auf Grund des dramatischen Nebenwirkunspotentials bei NSAR. Bloß gut, dass diese Leute jetzt zum ich glaube 3. Mal mit dieser Forderung vor dem BMG gescheitert sind! Wenn ich das Nebenwirkungsprofil (irgend einer) „Pille danach“ mit dem von Paracetamol oder Ibuprofen vergleichen sollte, würde ich aus dem Bauch heraus den letzteren ein besseres Wirkungs-Nebenwirkungs-Verhältnis (bzw. Nutzen-Risiko-Verhältnis) unterstellen – wobei man natürlich auch die Relation im Verhältnis zum Verbrauch in der Bevölkerung berücksichtigen sollte. Ich gebe zu, das jetzt nicht belegen zu können. Aber ich mache mich gerne mit Studien vertraut, die das anders sehen.

    [Davon abgesehen wir in Deutschland meiner Erfahrung nach eher weniger zu Levonorgestrel als eher zu Ulipristalacetat gegriffen – wahrscheinlich, weil das Zeitfenster dann 5 statt 3 Tage beträgt -, aber dieser Fakt hat mit der Urspungsdiskussion nur noch sehr begrenzt zu tun.]

    @landkrauter:
    Das mit dem Kath. Träger zweier KKs zeigte nur einfach so schön (bzw. auf so traurige Weise), wie sich die Weisungen eines ethisch nicht gebundenen bzw. eines sich an andere ethisch-moralisce Grundsätze gebunden fühlenden Kapitalgebers auf das Verhalten eines (eigentlich) ethisch gebundenen, aber vom Kapitalgeber (finanziell) abhängigen Entscheidungsträgers auswirkt. Zitat von obigem Link: […] Einerseits wollte sie helfen, andererseits hat sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben und muss daher der Weisung folgen.“ Eine Kollegin sei bereits entlassen worden, weil sie sich der Regelung widersetzt habe […] Ich entnehme diesem Bruchstück, dass die Ärztin entgegen ihrer ethischen und morlischen Meinung aus Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes gehandelt hat. Wirklich jeder Mensch ist erpressbar, wenn nur das passende druckmittel gefunden wird! Anderes Beispiel: Ich kenne selber einen Krankenhausvorstand, der kein Problem damit hat, zu verkünden, dass eine angestellte Krankenschwester doch bitteschön wenigstens 1 unbezahlte Überstunde pro Woche leisten solle, damit es dem KK finanzell besser gehe. Ob ein Klinikvorstand weniger oder aber mehr als eine bei ihm angestellte Krankenschwester bei gleicher Arbeitsleistung vergütet bekommt, überlasse ich der Selbstrecherge jedes Mitlesenden. (Allerdings hat in diesem Fall die Gewerkschaft ein kleines bisschen mitgeredet.)… Nur zwei Beispiele, wie ein Kapitalgeber die Entscheidungen eines von ihm Abhängigen beeinflussen kann…
    …was den Medizynicus nicht abhalten soll, separate Artikel zu schreiben!😉

    gedankenknick

    18. Januar 2013 at 15:06

  26. @ Thomas „Das Pärchen war bisher ja offensichtlich allenfalls in der Lage, seinen Urinstinkten zu folgen. Mit dieser Reizung des Schamgefühls hat Palermo evtl. auch andere Gehirnfunktionen initiiert, die für späteren Sexualverkehr durchaus von Nutzen sein können.!

    Kondome können platzen, egal aus welch sozialer Schicht die NutzerInnen stammen. Was soll das Herumgehacke auf den beiden Youngsters?

    zwiegespalten

    18. Januar 2013 at 19:51

  27. „Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Deswegen wird die Pille danach nicht erstattet.“

    Zitat einer Privaten Krankenkasse nachdem eine Bekannte die hier Urlaub gemacht hatte die kosten für das Medikament+Arztbesuch wieder haben wollte.

    Für die Dame war das ziemlich mieß, ich fands im Nachhinein irgendwie lustig.

    L.

    24. Januar 2013 at 08:48

  28. Lieber Zwiegespalten

    „Kondome können platzen, egal aus welch sozialer Schicht die NutzerInnen stammen. Was soll das Herumgehacke auf den beiden Youngsters?“

    Tja, wie wahr, aber anscheinend kennst du die „lustige“ josephine und ihr Gefolge nicht. Herumgehacke auf Patienten ist das Prinzip, etwas anderes hat man nicht zu bieten. Bei der Dame frage ich mich ja immer wieder, ob die echt ist. Wenn ich dann hin und wieder die Ekelgrenze überwinde und einen Blick auf das herablassende Gerede in ihrem Blog werfe, weiß ich: Das kann wirklich nur ein Arzt…Mehr von mir an anderer Stelle….

    @Medizynicus
    Ach, die Jott „darf“ also jetzt ein Buch schreiben? Wie das kommt? Ja, dann schau doch mal, wer sonst noch so Bücher schreiben darf, der Dieter Bohlen z.B. und da ist dann unsere Jott nicht weit.

    Sag ihr doch einen recht schönen Gruß von mir und ich lasse fragen, wie sie da die bösen Kommentare unterdrücken will, wie sie es ja in ihrem Blog zu tun pflegt.

    dasentlein

    31. Januar 2013 at 10:13

  29. oh Mann, oh Mann, da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln. Ich meine wenn ich – aus welchen Gründen auch immer! – nun die Pille danach bräuchte hätte ich auf so ein herablassendes Verhalten und eine Moralpredigt aber SOWAS von keinen Bock. Wenn das mit der Verhütung immer pannenfrei und rational (!) passieren würde bräuchte es keine Pille danach. Und wer noch nie mal nicht richtig aufgepasst, wem noch nie der Gummi abgerutscht ist und wem das noch nie mal betrunken im Eifer des Gefechtes einfach pupsegel war mit der Verhütung – der möge den ersten Stein werfen. Es ist schon schlimm genug, dass man in Deutschland dafür immer noch einen Arzt braucht und nicht einfach wie in den allermeisten EU-Ländern in die Apotheke gehen kann, da muss sowas nicht auch noch sein. Da ist es doch schon wirklich gut, wenn eine Frau den Weg auf sich nimmt (denn auch die wird wohl besseres zu tun haben als stundenlang in der Notaufnahme warten zu müssen) anstatt womöglich zu pokern und später einen Abbruch machen zu lassen wenn sie dann doch schwanger ist.

    Da bin ich ja echt froh, dass ich im Grenzgebiet wohne – ich würde mir das in dem Fall jedenfalls nicht antun, sondern ein paar Kilometer fahren und mir die Pille danach dort in der Apotheke holen und fertig. Denn je schneller man sie nimmt, desto besser!

    U

    7. Februar 2013 at 12:51

  30. Und hier geht die Diskussion weiter http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/politik/nachricht-detail-politik/dred-online-aerzte-london-singhammer-falk-montgomery/?tx_ttnews%5BsViewPointer%5D=1&cHash=8a5a5bbc85a0507d09b2eacdaed7708c

    Übrigens, U, hast Du einen Stein für mich zum werfen? Ich hab noch nie so blau gevögelt, dass ich den Verhütungsgedanken ganz vergessen habe, und mir ist noch nie ein Kondom abgerutscht. (Und nein, ich lebe nicht im Zölibat.) Nein, ich werfe natürlich nicht mit Steinen, denn wahrscheinlich hatte ich bisher nur einfach kein Pech…

    gedankenknick

    15. März 2013 at 15:25

  31. “Eine Schwangerschaft ist keine Krankheit. Deswegen wird die Pille danach nicht erstattet.”

    Zitat einer Privaten Krankenkasse nachdem eine Bekannte die hier Urlaub gemacht hatte die kosten für das Medikament+Arztbesuch wieder haben wollte.
    Für die Dame war das ziemlich mieß, ich fands im Nachhinein irgendwie lustig.“

    Das gibt es nicht. Außerdem, ich verstehe immer noch nicht, warum die „Pille danach“ in Deutschland noch nicht rezeptfrei erhältlich ist. Eine kurze Suche im Internet und man findet schon mehrere Produkte von unterschiedlichen Herstellern, diese Angebote gelten leider nur in A und CH, ich hoffe bald siegt die Vernunft.

    Nick

    6. Januar 2014 at 13:17


Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: