Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Flash-Snob unterwegs: Das Haus am See

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Ich blicke aus dem Fenster und reibe mir die Augen.
Bin ich wirklich wach?
Über den Bergen ist soeben die Sonne aufgegangen, der Himmel ist strahlend blau, es ist noch still, der See liegt blitzblankblau da, noch kein Mensch unterwegs…
Ich stehe auf, werfe irgendwelche Klamotten über und gehe hinunter, einmal die Seepromenade entlang, an der Strandbar vorbei, die noch leer ist, keine Golfwägelchen, nur der eine oder andere Jogger…
Eine Stunde später sitze ich beim Frühstück.
Heute lasse ich es mal ganz ruhig angehen! Kein Gipfel heute, kein Gewaltmarsch. Nur ein wenig am Ufer entlang… und ab und zu einmal hineinhülfen in den See, der – gemäß Touristeninfopropagnda – annähernd Trinkwasserqualität hat.
Aber jetzt erst noch ein Schlückchen Kaffee (keine Plörre!), ein Schälchen Obstsalat, und noch ein Croissant (und zwischendurch mal auf dem Ipad nachgeschaut, ob schon jemand das letzte Rätsel gelöst und rausgekriegt hat, wo ich bin… :-)) – ja, und als ich dann endlich fertig bin, ist im Dorf eine Menge los. Die Autos schieben sich Stoßstange an Stoßstange in Richtung Parkplatzschranke, die Golfwägelchen schnurren zum Golfplatz und Familien mit Badetaschen machen sich auf dem Weg ins Strandbad.
Ich gehe am Ufer entlang.
Da ist ein breiter Wanderweg, ab und zu eine Bank, ab und zu ein Fleckchen Strand oder Wiese, darauf liegen coole Jugendliche mit Musikbeschallung oder Grillausrüstung und je weiter man geht, desto schmaler und romantischer wird der Weg.
Badelatschentouris werden seltener, Kameratouris mit Mützchen und Wandertouris mit Kniebundhose und Karohemd bestimmen jetzt die Szene.
In einer versteckten Bucht hat sich ein Pärchen niedergelassen, sie zieht sich gerade das Bikini-Oberteil aus und er… ob die wohl wissen, dass man hier oben vom Pfad aus eine gigantisch-tolle Aussicht hat?
Aber erstens bin ich kein Spanner und zweitens, wenn ich einer wäre, würde ich mir etwas hübscheres anschauen, also gehe ich weiter, bis ich eine unbesetzte verschwiegene Bucht finde, entledige mich meiner Wanderschuhe und der qualmenden Socken, breite meine Sachen auf einem Felsen aus und stürze mich (selbstverständlich mit Badehose! – nur damit es keine Missverständnisse gibt) ins…
bibberbibberkalte Nass…
Achtung, ins Wasser pinkeln ist erst erlaubt, wenn man eine hinreichende Tiefe erreicht hat um das entsprechende Organ… lassen wir das. Schnell losgeschwommen.
Umgeschaut.
Da ist ein junges Pärchen, die haben gerade meine verschwiegene Bucht entdeckt, lassen sich nicht weit von meinen Sachen nieder und jetzt gerade… die machen sich doch wohl hoffentlich nicht an meinem Rucksack zu schaffen?
Wieder angezogen. Weiter gewandert.
Und dann kommt da eine idyllische Almwiese, mit einer idyllischen Almhütte, idyllischen Blümchen, Kuhglocken und Bikini-Mädchen.
Almwiese meets Blaue Lagune.
Wenn ich mich nicht irre, dann… dann dürfte dies so ziemlich die einzige Almhütte in diesem Gebirge sein, die einen eigenen Dampferanleger hat.

Written by medizynicus

31. Juli 2013 um 00:01

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn, Reise

Eine Antwort

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  1. Könnte die Gaisalm am Achensee sein.

    Christian

    31. Juli 2013 at 08:36


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