Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for August 2013

Medizynicus Reise-Challenge Teil 2

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Liebe Leute, ich bin unterwegs!
Und diesmal blogge ich in Echtzeit, wo und wann auch immer ich ein freundliches WLAN finde, Life aus dem Land, wo die Zitronen blühen. Das tun sie derzeit zwar gerade nicht, weil ihnen offenbar gerade zu heiß ist. Deswegen hat mein Hotelzimmer auch Fensterläden aus dunklen Holzlamellen, die tagsüber fest geschlossen sind wie alle Fensterläden in diesem Ort.
Also wegen der Hitze meine ich natürlich, nicht wegen der Zitronen.
Wo ich bin?
Irgendwo in der Toscana.
Ortsnamen werde ich auch weiterhin nur in Ausnahmefällen nennen, aber Ihr seid ja schlau.
Was ich hier will?
Urlaub machen natürlich, was sonst.
Die große Herausforderung dabei: Italien im August, absolute Hochsaison überall, und ich weigere mich standhaft, irgendwas langfristig voraus zu planen.
Kurz und gut: ich will den Massen, Touristenhorden und Touristenfallen aus dem Weg gehen und trotz Hochsaison ein wenig „richtiges Italien“ erleben…. Und meine vier-Sterne-nicht-mehr-als-fünfzig-Euro-Regel (Via Onlinebuchung maximal zwei Tage voraus) gilt weiterhin.
Dafür bin ich ja geographisch flexibel…
Ja, und jetzt brauche ich wieder mal Eure Hilfe: ich suche nämlich einen Strand…. Und ein schönes, gemütliches Örtchen am Meer….
….sowas gibt’s hier, hab ich gar keinen Zweifel. Aber der Trick ist ja… Siehe oben.
Vielleicht sollte ich doch noch ein paar hundert Kilometer auf der Autostrada nach Süden düsen?
Schaun wir mal, ich werde berichten!

Written by medizynicus

19. August 2013 at 21:38

Veröffentlicht in Reise

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Lieber Krank Feiern als Gesund schuften… oder: wie man in den Achtzigern subversiven Krieg gegen den Kapitalismus führte

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Wenn ich mir so anschaue, mit welchen Suchbegriffen es die geneigten Leser auf mein Blog verschlägt, dann muss ich doch immer wieder schmunzeln.
Ungeschlagener Spitzenreiter ist dieser Beitrag, der schon über drei Jahre alt ist und immer wieder Anlass zu neuen Kommentaren gibt.
Also, krankfeiern wollt Ihr, Leute!
Und im Internet wollt Ihr Euch Tipps holen. Natürlich gibt’s solche Tipps.
Klassiker ist übrigens ein skurilles zwanzig bis dreißig Jahre (so genau weiß das wohl keiner) altes Pamphlet aus den achtziger Jahren. Irgendwann Anfang der achtziger Jahre war das Ding plötzlich da und verbreitete sich mit der Geschwindigkeit einer Norovirus-Infektion in Szene-Buchläden sowie auf Veranstaltungen und Büchertischen in der damaligen linksalternativ-anarchistischen Szene.
„Lieber Krank feiern als Gesund schuften“ war der Titel und die Autoren gaben sich phantasievolle Namen wie Dr. A Narcho, Dr. Marie Huana und Dr. Kiff-Turner (witzig, witzig… aber wie gesagt, dreißig Jahre her!). Ob die Identität der Doktores jemals aufgeklärt wurde, ist mir nicht bekannt.
Was stand drin?
In schönstem Szene-Jargon wurde beschrieben, welche Lügen man seinem Arzt auftischen sollte, um den begehrten gelben Schein zu bekommen.
Den Lesern wurde suggeriert, auf diese Weise an einer Art subversivem Kampf gegen das böse kapitalistische System teilzunehmen:

Aus allen Ecken und Enden tönt uns das Krisengeschrei der Kapitalisten und ihrer Politiker in den Ohren.

heißt es gleich zu Beginn, wobei man dann kurz darauf allerdings einsieht, dass der Kapitalismus mit Krankfeiern alleine nicht zu besiegen ist:

Das Krankfeiern selbst ändert jedoch nichts am Fabriksystem oder der Bürohierarchie. Das geht bloß durch gegenseitiges Vertrauen, gemeinsam langsamer arbeiten, Sabotage und wilde Streiks.

Und zwei, drei Sätze später war dann der Bogen gespannt zu der Nazi-Parole „Arbeit macht frei“.
Nun ja.
Das Imperium schlug zurück.
Krankenkassen erstatteten Anzeige wegen Anstiftung und Aufforderung zum Betrug.
Szene-Buchhandlungen erhielten Besuch von Polizeibeamten und ab und zu wurden diese auch fündig. Hier und dort wurden ein paar hundert Exemplare beschlagnahmt, aber die waren schnell nachgedruckt.
Die Herren Kollegen A. Narcho, Kiff-Turner und co. hatten nämlich großzügigerweise auf ihre Uhrheberrechte verzichtet und zur massenhaften Verbreitung aufgefordert:

Vertreibt diese Broschüre! Überall, vor den Betriebs- und Behördentoren, Berufsschulen, auf Veranstaltungen, auf Büchertischen, einfach überall, und gebt sie euren Freundinnen und Freunden. Druckt die Broschüre nach! Wir erheben keinen Anspruch auf Urheberrechte! Wenn ihr sie nicht kriegen könnt, druckt oder kopiert sie ruhig nach, auch in großer Auflage, ist uns alles Recht, finden wir prima!
Aber verkauft sie billig! Krank machen ist gut. Nie mehr krank werden ist besser Es lebe die Revolution

Die Revolution ist bekanntlich bislang nicht eingetreten.
Auch dreißig Jahre später ist der Kapitalismus immer noch ungeschlagen. Und im Zeitalter des Internets ist der Text der Broschüre inzwischen auf zahllosen Seiten im Volltext zu lesen und kann bei Bedarf auch leicht heruntergeladen werden (ich verzichte an dieser Stelle bewußt auf Links – aber wer googeln kann braucht nicht lange zu suchen).
Über die inhaltliche Qualität möchte ich hier gar nicht reden.
Aber Tatsache ist, dass innerhalb der letzten dreißig Jahre wohl kaum ein zweites Buch zu der Thematik eine derartige Verbreitung gewonnen hat.

Written by medizynicus

5. August 2013 at 23:24

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

…und nochmal Sommerrätsel

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Ja, liebe Leute, damit beende ich dann vorerst mal dieses Sommerrätsel.
Es hat mir riesigen Spaß gemacht und ich verspreche Euch, irgendwann gibt’s eine Fortsetzung. In der einen oder anderen Form. Und bis dahin findet Ihr mich in dem kleinen Café an der Piazza eines kleinen Städtchens in Bella Italia, wo ich am Tresen lehnend einen Espresso nach dem anderen zu mir nehme, der mir von einer glutäugigen schwarzhaarigen Schönheit serviert wird.
Ja, seufz.
Da wäre ich jetzt gerne…
…womit ich bei meinem ersten Geständnis wäre: die Geschichte ist natürlich nicht in Echtzeit erzählt, aber das habt Ihr Euch ja sicher schon gedacht. Obwohl… ganz so weit weg von der Realität war es nun auch wieder nicht, alle beschriebenen Orte habe ich wirklich besucht… nicht unbedingt in exakt der beschriebenen Reihenfolge und… ob mein schnittiger Sportwagen in Wirklichkeit ein verbeulter zehn Jahre alter Fiesta war, das sei mal dahingestellt.
Aber was ich jedem von Euch wirklich empfehlen kann ist die Grundidee: wenn man örtlich ein bißchen flexibel ist, dann kann man auf den gängigen Hotelbuchungsportalen manchmal wirklich tolle Schnäppchen machen und in tollen Edelhotels für wenig Geld übernachten. Klappt natürlich nicht immer. Geht aber im Prinzip auch in der Hauptsaison.
Und noch etwas habe ich gelernt: nämlich dass man Orte und Wege wunderbar treffend beschreiben kann, ohne Namen zu nennen. Okay… ab und zu kam man nicht ohne Platzhalter aus („Glamoursee“ oder das berühmt-berüchtigte „Spelunkistan“). Perfektioniert hat diese Technik übrigens der österreichische Krimi-Autor Thomas Raab, der niemals irgendeinen Ortsnamen nennt – obwohl man genau weiß, dass seine skurillen Geschichten überwiegend in Wien spielen (aber nicht nur dort – die Lokalisierung der anderen Schauplötze bereitet mir immer noch Kopfschmerzen).
Aber genug geplaudert… ich sollte dann mal lieber wieder ein paar sachdienliche Blogbeiträge aus Bad Dingenskirchen schreiben.
Habt Ihr besondere Themenwünsche?

Written by medizynicus

5. August 2013 at 21:42

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

Ihr seid genial, Leute, Ihr seid sowas von super-genial!

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Mit vereinten Kräften habt Ihr es tatsächlich gelöst.
Obwohl ich es Euch wirklich nicht einfach gemacht habe, habt Ihr tatsächlich fast alle wichtigen Punkte herausgefunden… zwar nicht immer auf Anhieb und manchmal ward ihr auch ziemlich auf dem Holzweg, aber letzendlich habt Ihr’s geschafft! Und zwar in Gemeinschaftsarbeit!
Und deshalb gibt es nun drei Sieger:

  • …erstens: Ednong, welcher am Anfang klar in Führung war, aber dann ab und zu ziemlich daneben lag…
  • …dann natürlich den Michi, der gut aufgeholt hat…
  • …und last not least Frau K. – welche die Route durch Niederösterreich exakt beschrieben hat

Außerdem haben sowohl Nads als auch Jeb weitere wertvolle Infos beigetragen, aber die haben ja schon gewonnen 😉 !
Also: Ednong, Michi und Frau K. – teilt Ihr mir bitte per Email Eure Versandadressen mit?
Jeb, Nads und Orthopaedix bekommen übrigens in den nächsten Tagen Post von mir!
Bitte melden, falls bis Mitte kommender Woche nichts im Briefkasten sein sollte.

Ach ja, die Auflösung will ich Euch natürlich nicht vorenthalten:

  • Aus dem schönen Ennstal mit dem wunderschönen Grimming und der häßlichen Stadt Liezen bin ich dann weitergefahren…
  • …durch das Gesäuse, einen schluchtartig engen Teil des Ennstales, da gibt’s eine kurvige Straße und eine kürzlich stillgelegte Bahnlinie.
  • Hinter Hieflau bin ich nach rechts abgebogen in eine Landschaft, die sich nicht so recht entscheiden kann ob sie nun noch zu den Alpen gehört oder eher ein Vorgebirge ist… immerhin komme ich durch einen Ort mit dem Namen „Wildalpen“
  • Weiter geht’s nach Mariazell – bedeutender Wallfahrtsort, hier gibt’s eine große Kirche, ziemlich viele Andenkenläden mit abstrusem Kitsch und die Endstation einer Schmalspurbahn…
  • …welche nach St. Pölten führt. Die Straße geht nicht direkt parallel, aber über 13 (sind es mehr? oder weniger?) Serpentinenkehren hinunter ins Flachland. St. Pölten ist nicht häßlich, nicht schön, kann man sich ansehen oder auch nicht. Ich bin weitergefahren…
  • …habe auf der Schnellstraße die Donau überquert, dann parallell zur Donau, dann nach links abgebogen ins Weinviertel wo ich in der Nähe von Mistelbach übernachtet habe…
  • …dann ging’s weiter an der March entlang (der Grenze zur Slowakei) über Marchegg, am Neusiedler See vorbei zum Semmering und von dort zum…
  • Wörthersee
  • Dann weiter über die Grenze nach Tarvisio, wo ich meinen ersten italienischen Espresso zu mir nehme.

Written by medizynicus

4. August 2013 at 23:51

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

Flash-Snob: endlich im Espressoland

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Aufstehn, duschen, Frühstücken, Auschecken und los. Draußen strahlt, wie immer die Sonne.
„Wo geht’s heute hin?“ hat mich der junge Mann an der Rezeption gefragt, „In den sonnigen Süden?“
Mal sehn, habe ich ausweichend geantwortet. Ehrlich gesagt, weiß ich es selbst noch nicht genau….
„Vielleicht mal ’n paar Passstraßen ausprobieren…“ sage ich.
Der Typ schaut mich mit großen Augen an.
„Sind Sie etwa mit dem Motorrad unterwegs?“
Nun ja nicht direkt… aber ich hab doch ’n schickes Auto, oder?
Trotzdem, merke: Motorrad ist anscheinend noch cooler. Muss ich mir merken fürs nächste Mal.
Draußen, vor dem Parkplatz, schluft ein älterer Mann vorbei. Als er sieht, wie ich gerade mit der Schlüsselfernbedienung das Dach im Kofferraum verschwinden lasse, schaut er auf. Schluft zu mir hinüber, lacht und strahlt.
„So einen habe ich auch gehabt!“ sagt er und fügt hinzu: „Fünfunddreißig Jahre lang!“
Wie bitte?
„Natürlich den Vorgänger von Ihrem Modell!“
Also ein Oldtimer?
„War damals das beste Auto der Welt! Hat ein Vermögen gekostet!“
Und ist heute doch bestimmt auch wieder eine Menge wert…
„Natürlich. Ich hab ihn gut gepflegt. Letztes Jahr habe ich ihn abgeben müssen!“
Der alte Mann streichelt den Kotflügel meiner Lady.
„Ist ein schönes Auto. Viel Spaß wünsche ich Ihnen damit!“
Er nickt mir noch einmal zu und wackelt davon.
Ich verstaue mein Gepäck, steige ein und brause los…
…auf die Autobahn…
In welche Richtung?
Zur Grenze? Da hätte ich sogar gleich zwei Länder zur Auswahl… aber ich brauche gar nicht lange nachzudenken, welches davon mir mehr zusagt…
Da stehen Uniformierte.
Kelle raus, Anhalten.
Was wollen die? Drogen? Waffen? Schmuggelware? Nee… wollen nur sehen, dass ich brav meine Maut bezahlt habe, habe ich, also gute Fahrt und weiter… was mich auf den Gedanken bringt… da drüben muss man doch auch wieder Maut bezahlen… abgesehen davon… sind Landstraßen doch eh schöner.
Also fahre ich ab und schaue mir den Ort an.
Bröckelige Steinmauern, Fensterläden, Wäsche, die über die Straße gespannt ist… und ein Markt für Billigramschprodukte aller Art.
Aber viel wichtiger als der Markt ist die Piazza.
Natürlich gibt’s hier eine Piazza, wie es sich gehört, mit Kirche dran und Denkmal drauf und Cafés drumrum.
Und in den Cafés gibt’s…. einen genialen authentischen Espresso.
Wie in fast jedem Café in diesem Land.

Written by medizynicus

4. August 2013 at 00:23

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn, Reise

Flash-Snob unterwegs: aus der Steppe zum Glamoursee

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Vor dem Containerhotelfenster ist es hell geworden.
Systemcheck: ich bin wach.
Status: ausgeschlafen und nicht mehr morgenmuffelmüde.
Fenster aufgerissen. Frische Luft. Dahinter eine langweilige Nicht-Landschaft. Felder. Gestrüpp. Wiesen. Immerhin sommerlich grün.
Ich klettere in meine Lady und gebe Gas.
Die Gegend ist flach wie ein leicht verzogenes Baumarktbrett, Rapsfelder, Wiesen, dreiflügelige Stromwindräder, ab und zu der eine oder andere Kirchturm.
Ab geht’s, eine Kurve und dann immer geradeaus. Links von mir ist Gestrüpp und irgendwo dahinter verbirgt sich eine Art Fluss.
Dahinter ist die Welt zu Ende.
Im nächsten Dorf gibt’s eine Fähre. Die führt hinüber nach Spelunkistan. Was will ich da?
Dann kommt ein Ort mit breitem, langgezogenen Hauptplatz, in der Mitte Grün, darauf Kastanienbäume. Links und rechts gelb getünchte und Stuckverzierte Häuser, links ein zünftiges Gasthaus, rechts ein Café. Der Besitzer ist soeben dabei, aufzusperren und stellt Tische und Sonnenschirme nach draußen.
Ich habe die Lady geparkt und ordere einen Kaffee. Der ist sogar ganz ordentlich.
„Waren Sie schon bei den Störchen?“ fragt der Wirt, als er mir die Tasse bringt.
Was hat es mit den Störchen auf sich?
„Ach, alle Fremden wollen doch die Störche sehen! Sonst gibt’s hier ja nichts…“
Danke für den Tipp… und wo…?
Der Wirt macht eine unbestimmte Handbewegung.
„Da drüben hinterm Schloss!“
Ich trinke aus.
Das Schloss ist ein ausladendes, niedriges gelbgetünchtes Gebäude mit einem parkartigen Hof davor, auch hier schattige Kastanienbäume, und dahinter ist ein Bach, der von einem Deich geschützt ist.
Jenseits des Baches ist Gebüsch und Gestrüpp. Darin klappert es. Einmal fliegt auch irgendwas auf… war das ein Storch?
Ich gehe am Bach entlang bis zu dessen Mündung in den größeren Fluss, und dessen anderes Ufer gehört schon zu Spelunkistan.
Damit habe ich ein Etappenziel erreicht: Ich habe dieses Land einmal der Länge nach durchmessen… bin so ziemlich die längste Strecke gefahren, die man in diesem Land fahren kann ohne zwischendurch eine Grenze zu überqueren.
Aber dieses Ende ist eher unspektakulär… reizlos… jetzt mache ich mich auf den Weg zum nächsten Ende!
Ich gehe zurück zum Auto, fahre weiter, parallel zur spelunkistanischen Grenze – hier und dort sieht man jenseits des Flusses in der Ferne die Häuser einer spelunkistanischen Hauptstadt hindurchblitzen, aber da will ich ja gar nicht hin, also biege ich ab, einmal rechts, einmal links, Landstraßen durch Raps- und Weinfelder… und dann gelange ich zum Steppensee.
Der Steppensee liegt inmitten einer weiten, leichtwelligen Ebene und die Straße führt ein wenig oberhalb an ihm vorbei. Der Steppensee verbirgt sich hinter einem kilometerweiten Schilfgürtel und einmal führt eine Stichstraße zu ihm hin – aber die endet prompt an einem kostenpflichtigen Schwimmbadparkplatz, das brauche ich jetzt nicht, drehe um und fahre durch den Schilfgürtel zurück.
Es ist heiß geworden.
Die Sonne brennt, die Alleebäume bieten ein wenig Schatten, in den Feldern knattert ein Traktor und irgendwo im Schilf liegt ein Boot.
Ich fahre weiter.
Ich will wieder zurück in die Berge.
Die Straße kurvt sich durch Dörfer und kleine Städtchen – eines davon trägt den stolzen Beinamen „am Gebirge“ und liegt doch mitten in einer der flachsten Ebenen, die dieses Land zu bieten hat.
Die Straße wird breiter, wird zur Schnellstraße, wird autobahnartig, und ich brause dahin, die Landschaft wird hügeliger, waldiger… und dann komme ich an einen Ort, dessen Name klingt nach Sommerfrische und Kaiserwetter, hier kann man Skifahren, hier fangen die Berge an!
Es gibt eine Panoramastraße, oben am Hang mit Blick über ein bewaldetes Tal und die Ebene aus der ich gerade gekommen bin, es gibt elegante Hotels an jener Panoramastraße und auf dem Parkplatz ist meine Lady in guter Gesellschaft… abgestellt… Knöpfchen gedrückt… Halt! Was ist das? Das Verdeck klemmt?
Am Armaturenbrett blinkt eine Warnleuchte und ein unangenehmes „Plins!“ fordert mich auf, unverzüglich eine Werkstatt aufzusuchen.
Ich erstarre. Mir läuft es siedend heiß den Rücken hinunter. Wenn das mal nicht…
Ich drücke den Knopf erneut, einmal auf, einmal zu… es plingt immer noch… nochmal auf, nochmal zu…
das plingen hört auf, mit gewohntem Surren schließt sich das Dach.
Mit wackeligen Knien steige ich aus, aber nach Sightseeing ist mir jetzt nicht mehr der Sinn, ich habe eh schon fast alles gesehen, also wieder eingestiegen und weiter.
Hinter der Paßhöhe bin ich tatsächlich wieder in den richtigen Bergen. Je weiter ich fahre, desto höher werden sie, dann hört die Autobahn auf, die Straße wird kurvig, idyllisch, romantisch und zieht sich Stunde um Stunde dahin.
Am frühen Abend erreiche ich den Glamoursee. Mein Hotel (Vier Sterne, fünfundvierzig Euro), liegt vielleicht fünfzehn Kilometer entfernt in einem Dorf, wo… eigentlich sonst nix los ist.
Ich checke ein und steige gleich wieder ins Auto und dann nix wie hin zum Glamoursee.
Und da tobt das Leben! Blauer Himmel, milde Sommerabendluft und endlich kann ich mit offenem Verdeck und cooler Sonnenbrille, die linke Hand locker aufs Fenster gelehnt ganz langsam die Uferpromenade entlangfahren und da schmeckt das Eis gleich doppelt so gut.

Written by medizynicus

3. August 2013 at 01:14

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn, Reise

Sommerreiserätsel: kurzer Zwischenstand

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Inzwischen liefern Ednong und Michi sich ein richtig heißes Rennen, es wird spannend!
Meinen letztes Übernachtungsziel habt Ihr gefunden, Spot on! Toll gemacht, Jungs!
Das heutige Ziel hat allerdings noch keiner erraten. Alle bisherigen Vorschläge sind…. Kalt, eiskalt…
Aber der Abend ist ja noch lang….
Ich Fahr dann mal los ins Wochenende.
Wohin?
….äh, wollt Ihr noch ein Rätsel?
Kriegt Ihr, gerne! alles zu seiner Zeit….
…kann sein, dass ich bis Sonntag Abend kein richtiges Internet mehr habe, aber Ihr hört trotzdem von mir.
…in diesem Sinne: Stay Tuned!

Written by medizynicus

2. August 2013 at 18:33

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

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