Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Flash-Snob unterwegs: vom Tümpelsee in die Steppe

with 3 comments

Aufstehenduschenfrühstückenlosfahren.
Es ist kühler geworden.
Die Morgenluft schmeckt frisch.
Vom Tümpelsee heben sich die Nebelschwaden… über die Wiesen… die Gipfel der Berge sieht man nicht
Ich brauche ein paar Minuten bis zur Hauptstraße, dann passiere ich einen Ort, der so abgrundtief hässlich ist, dass er eigentlich verboten gehört.
Und dann…
…führt mich eine kurvige Nebenstraße zum Eingang der Schlucht.
Dramatische Nebelschwaden wabern an den Berghängen vorbei…
Es ist still… noch früh am Morgen…
…einzigartig….
…atemberaubend…
Einfach schön!
Die Straße schlängelt sich durch die Schlucht, manchmal ist noch Platz für einen handtuchbreiten Streifen Wald… parallel verläuft übrigens eine Bahnstrecke, was eine geniale Idee ist, denn so kann man diese wunderbare Gegend auch ökologisch und abgasfrei erkunden… äh… konnte man früher. Die Bahnlinie ist nämlich stillgelegt.
Aber das kann mir ja eh egal sein, ich habe ja meine Lady, die mich brav und zuverlässig weiter bringt, auch später, als der Fluß hinter einer scharfen Kurve wieder breiter wird… da mache ich dann einen Schlenker, weg vom Fluß, auf und ab durch ein Hügelland…
Hügelland….?
Bin ich hier noch in den Bergen oder schon draußen?
Es kommt noch ein richtig tiefes Tal und die Berge sehen wieder zackig-felsig aus und die Landschaft zieht sich dahin… viel Landschaft… ziemlich viel Landschaft und kaum Orte… (doch, einen Ort gibt’s, und der heißt… Nomen est Omen!) das ist eine echte Geheimtippgegend!
Ich erreiche einen berühmten Wallfahrtsort. Da gibt’s eine große Kirche – wie das so üblich ist in Wallfahrtsorten – und die Endstation einer Bimmelbahn. Und die erste von dreizehn Serpentinenkehren.
Ab und zu erhascht man einen Blick auf einen freistehenden Felsenberg – der Letzte seiner Art, der die Zweitausendmetergrenze so gerade nicht geschafft hat, aber trotzdem markant ist.
Dann habe ich auch die letzte Kehre hinter mir und jetzt kommen nur noch waldige Mittelgebirgstäler und bald sind auch die zu Ende.
Pause in einer größeren Stadt, kurz bevor ich dann die Schnellstraße nehme und den großen Fluß überquere und am anderen Ufer auf der Autobahn dahin heize… würde ich jetzt einfach weiterfahren, dann käme ich in einer spannenden Kulturmetropole aus, aber die kenne ich schon und lasse sie daher rechts liegen, biege ab, und hier ist die Landschaft dann richtig flach… so die Art von Steppe, über welche seinerzeit Dschingis Khans Horden galoppiert sind…
In einem riesengroßen Einkaufszentrumkomplex gibt’s den üblichen Plastikfritten-und Fleischklopsbräter mit Wlan und da suche ich nach einer Bleibe.
Vier Sterne?
Nix zu machen!
Zumindest drei?
Sogar das wird schwierig!
Okay, dann halt das Nächstbeste… es handelt sich um eine Fernfahrerspelunke aus auseinandergesetzten Fertigcontainern, direkt am Straßenrand, so Tag und Nacht die schweren Lastzüge in Richtung Spelunkistan brettern.
Ich gehe in den Ort.
Flache, langgezogene Häuser, die sich in einer geschlossenen Front von der Straße weggucken… stillgelegte Gleise… breite Straßen… In der Dorfkneipe steht ein halbes Dutzend Männer an der Theke und raucht.
Doch, es gibt noch was zu Essen!
Ja, ich darf auch ausnahmsweise draußen im Innenhof sitzen, wenn mir nicht zu kalt ist.
Die Luft schmeckt angenehm nach Sommerabend.

Written by medizynicus

2. August 2013 um 07:00

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn, Reise

3 Antworten

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  1. Du könntest glatt einen Reiseführer für Raucher schreiben! Rauchen in der Kneipe? Und vor allem IN EINER PIZZERIA???? – Seit Jahren nicht gesehen!

    Jeb

    2. August 2013 at 15:17

  2. Alles weg, alles nochmal in Kürze:😦

    Bergregion Grimming
    Über Irding nach Donnersbach,
    dann die Erzherzog-Johann-Str. und den Panoramaweg Enstal
    Über den Sölkpass zu den (niederen) Tauern durch den Naturpark Sölktal.
    Der Murrtalstr gefolgt, die hier keine Ortschaften hat und nach Mariapfarr gefahren. Dort steht die Wallfahrtskirche: Mutterkirche des Lungaus, als „ecclisia ad lungovue“.

    Jetzt weiß ich nicht mehr recht weiter: Die Burg und Serpentinen weiß ich nicht, passen auch wohl nicht zu meiner (falschen) Lösung?

    Pause in St. michael im Lungau? Aber dort gibt’s nur die Autobahn, aber keine Flußüberquerung.
    Die Tauernautobahn Richtung Salzburg, vorher ins platte Land raus. rainberg? Immerhin über 500 m.
    Ich muss leider los, sorry.

    Nads

    2. August 2013 at 15:26

  3. So, Internet funktioniert nach 2,5 Stunden Intervention wieder. Provisorisch zwar – aber immerhin.
    Nun, die Trattoria Castello habe ich jetzt auch auf Google Maps entdeckt. War auf den anderen Karten nicht (mehr) drauf. Also nun zurück auf die Ennstal Straße, weiter Richtung Süd-Westen. Unterwegs sind wir nun in der Steiermark, dem zweitgrößten Bundesland Österreichs. Du folgst immer noch dem Verlauf der Enns. Der schlimm aussehende Ort muß ja nun relativ nah sein.

    Weißenbach bei Liezen enthält 4 denkmalgeschützte Gebäude, die nun nicht so verboten aussehen (ist ja auch alles Geschmackssache). Das Gemeindeamt in Irdning sieht auch etwas seltsam aus, würde ich aber auch noch nicht als verboten einstufen. Auch Gröbming macht noch einen normalen Eindruck auf mich. Wahrscheinlich sind es die seltsamen Gebäude, die Liezen zu bieten hat, die dich die Stadt verbieten lassen wollen. Das Projekt der Siedlungsgenossenschaft wirkt noch dezent bunt, während das StarMovie und der EuroSpar (auch zu bewundern bei Björn im Blog) für eine 8000er-Stadt seltsam anmuten.

    Danach gibt es also dein Eingang zur sagenumwobenen Schlucht. Und parallel dazu eine Bahn. Ok, Schmalspur haben sie fast alle in der Steiermark. Und vielfältig sind die Bahnen. Es gibt da nciht nur Personenbahnen, sondern auch Industriebahnen und Waldbahnen und noch so einige Arten mehr. Vielfältig.

    Aber zurück zur Schlucht. Sie führt letztlich in die Richtung einer Wallfahrtskirche. Davon hat Österreich, selbst die Steiermark eine ganze Menge (30 bzw. 5). Aber eben südlich von deiner Position, so daß ich eine Fahrt Richtung Süden annehme. Wobei natürlich nicht nur Graz, sondern auch Linz und Wien Kulturhauptstädte waren. Schwierig. Denn die hohen Berge befinden sich weiter östlich von dir. Und dieses Hotel aus Containern, alles sehr verworren.

    So, jetzt habe ich dieses Hotel gefunden – es scheint in Krems zu liegen. Das hätte ich nicht erwartet. Und in der Wiener Neustadt gibt es auch ein relativ neues. Öhm ja. Mal sehen, was mir jetzt zu den Routen einfällt.

    Mögliche Routen sind somit:
    irgenwie viel zu viele. Hab hier jetzt die Karte voll mit Möglichkeiten – wenn ich könnte, würde ich einen Screenshot anhängen.

    Ergo: keine Kirche, keine Täler, nur das Endziel. Krems oder die Wiener Neustadt.

    Da du den Fluß überquerst, die Stadt _rechts_ liegen läßt, dann abbiegst Richtung Nachtlager, hast du wahrscheinlich vorher in St. Pölten Rast gemacht, überquerst auf der S 33 die Donau, fährst auf der S 5 weiter, die in die A 22 übergeht und an Wien vorbeiführt. Das wäre dann die Kulturstadt. Du biegst rechts ab auf die A 23, um dann auf der A 2 bis in die Wiener Neustadt zum Container-Hotel zu gelangen (Hotel Orange Wings). Mit Spelunkistan ist dann wohl Ungarn gemeint und wahrscheinlich versuchst du, ins diametral entfernteste Eck zu Bregenz gelangen. Ist dann noch ncith ganz korrekt udn wäre das einzige, was mir einfällt, da du sicher keinen Espresso dort genießen willst.

    Und so im Nachhinein könnte der Wallfahrtsort Schollach sein udn der Berg die Hohe Veitsch. Das ist jetzt aber lediglich geraten an Hand der geografischen Lage.

    Eigentlich dachte ich ja, du hättest als Ziel Italien. Aber irgendwie muß ich wohl davon freimachen. Ich bin ja mal gespannt, ob ich richtig liege und wo die Reise noch hinführen wird.

    Und jetzt endlich hab ich erstmal wieder provisorisch Internet (nach einem weiteren Ausfall) *seufz*

    ednong

    3. August 2013 at 03:22


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