Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Ebola in Deutschland

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In Westafrika ist das Ebola-Fieber ausgebrochen. Fast dreitausend Menschen sind dem Virus bereits zum Opfer gefallen, mehr als doppelt so viele Patienten mit bestätigter Diagnose bangen derzeit um ihr Leben – mindestens jeder zweite von ihnen hofft wahrscheinlich vergeblich. Bei einer Sterblichkeit von 50 bis 90 Prozent gehen die düstersten Prognosen von mehr als einer Millionen Todesopfer innerhalb der nächsten Monate aus.
Sind also auch wir in unserem kuscheligen Europa hier bald nicht mehr sicher?
Müssen wir Angst haben, dass das Virus durch Einwanderer – natürlich durch illegale Einwanderer, die sich auf abenteuerlichen Wegen über schrottreife Boote über das Mittelmeer, als blinde Passagiere auf Frachtschiffen oder mit Hilfe von kriminellen Menschenschmugglern zu uns durchgeschlagen haben uns jetzt nicht nur um unseren Wohlstand, sondern auch noch um unser Leben bringen werden?
In den Schmuddelecken des Netzes, auf den Blogs der bekannten Berufsverschwörer findet man solche Mutmaßungen inzwischen zu Hauf. Und damit einher gehen die Forderungen nach Härterem Durchgreifen…. und so weiter und so fort, lassen wir das….
Aber was würde denn passieren, wenn…?
Gehen wir einmal vom Schlimmsten aus.
Also: ein unkontrollierter Ebola-Ausbruch in Deutschland. Wie könnte das ablaufen?
Hier das Szenario:

Thorben M. ist dreiundzwanzig Jahre alt, Medizinstudent und Idealist. Er studiert Medizin, weil der den Ärmsten der Armen helfen will. Und seitdem er nach dem Abi zum ersten Mal ein halbes Jahr lang mit dem Rucksack durch Afrika gereist ist, hat der Schwarze Kontinent ihn in den Bann gezogen. Jetzt hat er ein Freisemester eingelegt und arbeitet sechs Monaten in einer Gesundheitsstation in einer ländlichen Region in Sierra Leone. Dort wurde er von der Ebola-Epedemie überrascht. Aber da er immer sorgfältig und gewissenhaft alle Hygienevorschriften beachtet hat, blieb er verschont.
Heute ist er gesund und wohlbehalten am Frankfurter Flughafen angekommen. Gestern haben seine afrikanischen Freunde und Kollegen noch eine kleine Abschiedsparty gegeben, jetzt schließt er nach vielen Monaten endlich seine Freundin wieder in die Arme und bevor das Semester wieder losgeht, will man noch ein wenig Urlaub machen…

Written by medizynicus

29. September 2014 um 06:32

Veröffentlicht in Nachdenkereien

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3 Antworten

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  1. oh ja, bitte auch noch ebola -.-
    wir hatten hier an der uni ja erst vor kurzem einen tuberkulose-fall, der dazu geführt hat, dass massenhaft studenten zum tuberkulose-test antreten durften…

    sternenpfad

    29. September 2014 at 07:37

  2. Ich sehe das (noch?) relativ locker, was die Gefahr für uns hier angeht. Die infrastrukturellen Bedingungen sind bei uns zum Glück doch deutlich besser als in Afrika.
    Außerdem: Das Leben an sich ist lebensgefährlich und endet in der regel tödlich.

    Old_Surehand

    29. September 2014 at 07:45

  3. Oh Mann! Jetzt lass uns hier aber bitte nicht 10 Jahre lang auf die Fortsetzung warten, ja? *hibbel*🙂

    Molly L.

    29. September 2014 at 09:18


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