Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Wie man als Arzt Karriere macht

with 9 comments

Ja, liebe Leute, ich weiß, Ihr wollt es wissen. Ihr wolltet es schon immer wissen, wie wir Ärzte das so hinkriegen, also das mit der Rolex am locker aus dem Fenster des vor einer Villa an der Costa Soundso geparkten Luxus-Cabrios baumelnden Handgelenks…. okay, okay, ich weiß schon, dass glaubt uns heute niemand mehr und diese Zeiten jemals gegeben hat, dann sind sie heutzutage endgültig vorbei. Aber für ein schnuckeliges Einfamilienhäuschen in guter Lage sollte es trotzdem ausreichen, das Gehalt, wenn man ein paar Jahre lang fleißig war und ein paar Ratschläge beherzigt hat.
Was für Ratschläge?
Genau die will ich Euch jetzt geben. Seid doch nicht so ungeduldig, liebe Leute! Ich schlage ja schon… äh, ich erzähle ja schon!
Also, Ratschlag Numero eins:
Seid zielstrebig. Haltet Augen und Ohren offen. Überlegt Euch früh genug, wo Ihr später einmal landen wollt…. Identifiziert Euer Ziel und haltet stetig darauf zu…..
….okay, okay, ich sehe schon, das brauche ich Euch nicht zu sagen, liebe Kolleginnen und Kollegen, Ihr seid ja längst viel zielstrebiger als die zwei, drei Generationen vor Euch, die seit Achtundsechzig hauptsächlich Kiffen, Saufen und Party im Kopf hatten, dafür habt Ihr heute gar keine Zeit mehr, denn Ihr müsst ja studieren, wollt ja vorwärts kommen und wenn Onkel Medizynicus Euch jetzt ein paar Tipps geben will, dann soll er sich gefälligst nicht lange mit dieser blöden Vorrede aufhalten sondern endlich auf den Punkt kommen!
Also, liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wie Ihr Euch durchs Studium wuselt, das haben Andere Leute besser und ausführlicher beschrieben (zum Beispiel Saskia in ihrem Studienführer) und wie man sich eine Stelle sucht, dazu gibt’s auch genügend Tipps, z.B. im Blog von Arzt-an-Bord.
Fangen wir also da an, wo man gewöhnlich anfängt, nämlich am Anfang.
An Eurem ersten Arbeitstag.
Zum Beispiel im Krankenhaus Bad Dingenskirchen.
Da stehst Du also, im frisch gewaschenen und gebügelten weißen Kittel, das Stethoskop um den Hals und schaust noch ein bisschen dumm aus der Wäsche, bis Dich einer der etwas älteren Kollegen mal an die Hand nimmt, Dir eine Tasse Kaffee in die Hand drückt, ins Arztzimmer schiebt und die Tür schließt….

J… morgen geht’s weiter!

Written by medizynicus

18. November 2014 um 08:54

Veröffentlicht in Nachdenkereien

9 Antworten

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  1. Sch… Cliffhanger!
    Da will ich endlich mal erfahren, was ich falsch gemacht habe und dann sowas!😉

    Old_Surehand

    18. November 2014 at 08:58

  2. Sorry, dass ich wenig elegant dazwischen grätsche und das ganze abkürze: Es gibt in der klinischen Medizin in Deutschland keine „Karriere“. Und es gibt nur einen Tip für die, die trotzdem gern eine hätten: Koffer packen und ab ins Ausland – dorthin, wo individuelle Freiheit mehr gilt als sogenannte Gleichheit.

    dienstarzt

    18. November 2014 at 09:52

  3. @Dienstarzt
    Hm, das verstehe ich nicht. Man kann doch OA werden, Chefarzt… Oder mit eigener Praxis sein eigener Chef sein – mehr Karriere geht doch bald nicht mehr? Bitte um Aufklärung einer unwissenden Hausfrau!😉

    Molly L.

    18. November 2014 at 13:49

  4. @Molly
    Was nutzt die Karriere als Chefarzt, wenn Du der Handlanger der Verwaltung bist und den Mist dann bei Oberärzten und Assistenten durchdrücken musst.
    Eigene Praxis – frag Old Surehand, wer Dir da auf die Finger schaut und das Geld vorenthält.

    Na mal sehen, was uns der Medizynicus rät….😉

    Antje

    18. November 2014 at 18:45

  5. @Dienstarzt
    Du hast recht! Die Koffer sind schon gepackt…

    Antje

    18. November 2014 at 18:47

  6. Hm.
    @alle Ärzte etc.
    Mich bitte nicht erschlagen ABER:
    JEDER Unternehmer muss sich an strenge gesetzliche Vorgaben halten! Bezüglich des Personals, Sicherheit, Gleichstellung, DIN-A-Richtlinien, Brandschutz, Umweltauflagen usw. … Und immerhin: Als Arzt findet man IMMER irgendetwas; das ist ein Luxus, wie er sich in sonst kaum einem Beruf findet! Also ist das nicht Jammern auf hohem Niveau? *duckundweg*
    *wiederkomm*
    Jetzt bin ich echt neugierig: Wie definiert sich denn für einen Mediziner überhaupt „Karriere“?

    Molly L.

    19. November 2014 at 01:08

  7. @Molly:
    Höchst unterschiedlich!😛

    Old_Surehand

    19. November 2014 at 08:50

  8. Gibt ja diverse Fachrichtungen – und die Einkommensunterschiede, die ich zwischen den verschiedenen Ärzten immer wieder sehe, sind enorm…

    Daneben klinische Karrierewege – Assistenzarzt – Oberarzt – Chefarzt – bis hin zur Forschung/Professur…

    Welchen Karriereweg ein Mediziner nach dem Studium einschlägt, ist sicherlich höchst individuell und von persönlichen Interessen und Vorlieben aber auch der eigenen Risikobereitschaft (z.B. hinsichtlich Angestellter/Selbständiger) geprägt.

    PMK74

    19. November 2014 at 11:31

  9. @Molly
    Was in Krankenhausgeschäftsführungen abgeht, hat mit gesetzlichen Vorschriften nichts zu tun – wenn sie sich dran halten würden, wäre das schon ein Fortschritt!
    Als Arzt findet sich natürlich in der heutigen Zeit praktisch immer eine gut bezahlte Tätigkeit, da hast Du recht. Nur ich hätte dann gerne noch Wertschätzung und Freude an der Arbeit dazu – viel verlangt, ich weiß.
    Meine „Karriere“ wäre für 99% der Mediziner der absolute Horror, mir gefällt diese Aufgabe – aber das Umfeld in Deutschland ist unerträglich geworden. Also tschüss und winke winke.

    Antje

    19. November 2014 at 19:33


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