Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Warum diese Schweinkram-Pille-danach ganz furchtbar ist

with 2 comments

Ja. Nee. Nicht.
Oder?
Muss ich doch nicht begründen, weiß doch jeder!
Wie jetzt? Verstehen Sie nicht? Wollen Sie wohl nicht verstehen, ist klar. Na gut, dann sage ich jetzt mal, was gesagt werden muss:
Also, es gibt so so Sachen, äh, also da hat sich die Natur was bei gedacht. Also zum Beispiel bei so Sachen wie wo die kleinen Kinder herkommen. Also, hat ja niemand was dagegen, dass man auch ein bisschen Spaß haben darf dabei, aber bitte dann mit Moral! Also gerade jetzt, wo das Abendland so in einer Krise ist, da ist es doch wichtig zu zeigen, dass wir das auch können mit der Moral.
Und Moral, das heißt, das Sachen, die wo man zu zweit macht, da macht man dann gefälligst die Vorhänge zu, und natürlich alles unter der Bettdecke und Licht aus und geredet wird da auch nicht drüber, weil das gehört sich nunmal nicht, geht ja keinen sonst was an.
Und überhaupt, wenn man sowas macht und nicht verheiratet ist, dann muss man auch für die Folgen einstehen. Ja, und überhaupt ist das ja gar nicht gut, was diese jungen Leute heute alles so machen, ohne verheiratet zu sein, igittigitt, jeder mit jedem und Sodom und Gomorrha und wie bei den Karnickeln, nein, ist doch klar, dass das nicht immer gut geht.
Ja, und der Doktor, der soll’s dann richten!
Haben sie also ihren Spaß gehabt, diese jungen Dinger, und dann kommen sie zum Arzt, und meistens dann ja noch mitten in der Nacht oder am Wochenende, und ist ja nicht so, dass die Doktors sonst nichts zu tun hätten…. also wissen Sie was? Das war nämlich wirklich so, hat man mir erzählt und im Fernsehen ist’s auch gekommen, dann wird’s ja schon stimmen!
Also: kommt da so’n Flit… also, kommt da so’n blutjunges Früchtchen in die Ambulanz, nachts natürlich, am Wochenende, und sagt sie dem Arzt doch ins Gesicht: wissen Sie was?, sagt sie ihm, Wissen Sie was, Herr Doktor? Während Sie sich Hier die Hacken ablaufen und sich die Hände blutig machen, während Sie sich also die Nacht in diesem Laden um die Ohren schlagen, da habe ich….. Nee, das wollen Sie jetzt gar nicht hören, was die dem noch alles erzählt hat, hätte man der gar nicht zugetraut, blutjung war die und faustdick hatte die es hinter den Ohren, und der Doktor ist knallrot geworden, so rot wie die Laterne vorm „Club Jaqueline“.
Naja, auf jedenfalls ist da so’n Gummidingsda geplatzt und jetzt wollte sie was verschrieben kriegen damit sie kein Kind kriegt.
Ist klar, was der gemacht hat, der Doktor: Dir zeig ich’s, hat er sich gedacht, gesagt hat er natürlich nichts, aber untersucht hat er die, von innen und von außen, das war schon nicht mehr feierlich und nachher hat er ihr das Rezept doch nicht gegeben, weil hätte ja sein können, dass sie schon schwanger war – also musste sie dann noch zum anderen Doktor und danach dann in die Apotheke, und natürlich alles selbst bezahlen, aus eigener Tasche, ist ja auch klar, geht ja nicht, dass die Krankenkasse, also die Allgemeinheit, also Sie und ich noch für deren Privatvergnügen bezahlen müssen. Wo kämen wir da hin? Was kommt als nächstes? Zahlt mir die Kasse dann auch den Besuch bei Mademoiselle Jaqueline? Aber ich schweife ab….
Hat sie natürlich nicht gemacht, das Flit… also die Kleine, die hat das Rezept nicht eingelöst.
Und ist trotzdem nicht schwanger geworden. So’n Mist aber auch, das hätte man ihr doch echt gegönnt. Und überhaupt gehören diese Pillen verboten, weil, wer rummacht, der soll gefälligst aufpassen, und wo kommen wir da hin, wenn demnächst alle Babys chemisch entsorgt werden, wer pflegt uns dann mal, wenn wir alt geworden sind?

Written by medizynicus

16. März 2015 um 14:49

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

2 Antworten

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  1. Grrrrrrrrr

    sweetkoffie

    16. März 2015 at 15:22

  2. 😀 Köstlich!

    Molly L.

    16. März 2015 at 16:08


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