Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Warum bloggt der Mensch?

with 11 comments

Wuff!, sagt Waldi.
Genau, sage ich, Recht hast Du.
Wuffwuff, sagt Waldi, warum bloggst Du nicht mehr?
Weil ich keinen Bock mehr hab. Keine Zeit. Keinen Nerv. Zu viele andere Dinge im Kopf. Morgens bin ich zu müde, dann muss ich arbeiten und dann bin ich wieder müde und will ins Bett.
Wuff, wuff, wau!, sagt Waldi.
Genau so isses, sage ich, Wenn Du Dir die Mühe machst und regelmäßig Artikel schreibst und Dir vorher sorgfältig überlegst, was für Themen interessant sein könnten und ein bisschen recherchierst und dann auch noch Kommentare beantwortest… was bringt Dir das?
Wuff, wuff, grrr!, sagt Waldi.
Richtig. Gar nichts bringt das. Den Traum, dass ein Literaturagent oder Verleger Dich entdeckt, den kannste knicken. Und wenn Du einem aus dieser Branche ein Manuskript schickst, dann kannst Du gerne erwähnen, dass Du seit sieben Jahren einen tollen Blog schreibst, Eindruck schindest Du damit nicht.
Wuff!, sagt Waldi.
Bingo, sage ich, in der Literatur-Szene gibt es zwei Arten von Menschen: die einen haben es geschafft, was zu veröffentlichen, die anderen Nicht. Die anderen schauen zu den Einen auf, die Einen schauen auf die anderen herab und lächeln müde, wenn man sie fragt, wie sie an ihren ersten Verlagsvertrag gekommen sind. Du musst halt gut sein, sagen sie.
Grrrr., sagt Waldi.
Genau, sage ich, dieser Blog war nicht gut genug. Und deshalb kann man es auch bleiben lassen, oder?

Written by medizynicus

29. Oktober 2015 um 00:25

Veröffentlicht in Das Leben an sich

11 Antworten

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  1. …wie man`s nimmt🙂 aber Dein Schreibstil gefällt mir… Gruß zu Dir Lis

    Lis

    29. Oktober 2015 at 00:35

  2. Wenn es Literatur werden soll und Du meinst, dass es dafür nicht reicht, und Du sowieso eigentlich keine richtige Lust hast und es keinen Spaß macht kannst Du es tatsächlich bleiben lassen.

    Ansonsten, warum nicht hin und wieder einfach mal was schreiben, mal mehr, mal weniger, mal öfter, mal seltener, wenn man meint was sagen zu wollen oder zu müssen, oder einfach mal so. Ohne gut sein zu MÜSSEN, ohne auf Klicks oder likes zu schielen, sondern weil Du das so willst.

    Auch wenn ich nicht jeden Beitrag „verschlungen“ habe, hin und wieder würde ich schon gern mal vorbeischauen, wenn’s was Neues gibt …

    Karl

    29. Oktober 2015 at 02:49

  3. Am besten ist, man bloggt für sich selbst. Und wenn es dann noch Leute gibt, denen das gefällt, dann umso besser. Und wenn man keine Lust hat, dann lässt man es bleiben. Geht die Welt auch nicht von unter.

    Der Maskierte

    29. Oktober 2015 at 09:22

  4. Wenn es wirklich nur dafür war als Literat groß rauszukommen, dann solltest du es bleiben lassen.

    Wenn du jedoch dadurch deinen Alltag reflektieren konntest, Geschichten aus Situationen entworfen hast und so besser damit umgehen konntest, liebe, herzliche Menschen kennengelernt hast und mit denen Spaß hattest, wieso dann nicht weiterführen?

    jaynesabbath

    29. Oktober 2015 at 10:14

  5. Oh nein, bitte nicht! Ich lese deinen Blog schon lange (fast seit den Anfängen), und fand ihn immer super gut. Nicht so flashy-hyper-übertrieben-aufgeregt wie viele andere, sondern angenehm nüchtern, augenzwinkernd und auch lustig! Dadurch hab ich auch die Seite des Arztes viel besser verstanden, was ihn so bewegt und wie alles von der anderen Seite aussieht. Ich fänd’s sehr schade, nichts mehr von dir zu lesen. Vor allem die Fortsetzungsgeschichten waren super. Und was sagt die heutige Buchwelt schon über Qualität aus? Meine Fre**e, was da für Bu**sh*t rumliegt.

    KL

    29. Oktober 2015 at 19:26

  6. … und es sind nicht sieben, sondern acht Jahre! Lass dir bei dieser Gelegenheit gratulieren!! So lange hält nicht jeder durch, und vor allem nicht in dieser Qualität!!

    KL

    29. Oktober 2015 at 19:27

  7. Also ich sag mal „Nein!“ auf deine letzte Frage. Du schreibst doch gut, es gefällt vielen (mir auch) – da sind doch die Verlage egal, oder? Bist du denn in deinem Beruf unzufrieden und willst jetzt auf Literatur umsatteln? Dann solltest du dir – genau wie für deinen jetzigen Beruf – Zeit geben und nehmen, um zu lernen, was dafür notwendig ist. Oder ist schonmal einfach so ein Mediziner vom HImmel gefallen?

    ednong

    30. Oktober 2015 at 20:10

  8. Ach komm.. nich schlapp machen jetzt!😦 Nicht bloggen ist auch keine Lösung!
    Wenn Du gerade ein Hängerchen hast…. kein Problem…. wir harren Deiner Motivationsauferstehung!😉
    Und als Erste-Hilfe-Maßnahme gehört dieser adipöse Waldi auf Diät gesetzt! Jawoll!

    sawio

    2. November 2015 at 11:55

  9. Jaaaaa, das kann ich sehr gut vestehen. Es ist manchmal echt frustrierend. Dabei wäre ich glücklich, wenn ich Deine Zahlen hätte,😀
    Aber: Ist das wirklich der einzige Grund, aus dem Du bloggst?
    Ich blogge auch, weil es Spaß macht. Um mir mal wieder auf anderen Gebieten Mühe zu geben. Um nette Leute kennenzulernen und mit ihnen zu plaudern. Um mich zu entfrusten. Und ja, ich denke schon, dass meine Schreibe (Ich HASSE diesen Ausdruck!) dadurch besser wird, langsam aber sicher.
    Allerdings ist so ein Blog ein waaaaahnsinniger Zeitfresser, klare Sache. Und wenn Du eh wenig hat, wäre es vielleicht sinnvoller, diese Zeit in ein Buch zu investieren.
    Weiß ich nicht.
    Aber: Ohne Dich wäre doof!!!!!!
    -> Habe ich schonmal erwähnt, dass Dein Blog das Kleinste gerettet hat? Denn ohne Dein Blog, das ich immer nachts beim Stillen gelesen habe, wäre ich bestimmt eingeschlafen und hätte das Baby fallen lassen, jawollja! Soziale Verantwortung nennt man das also!😉
    Vielleicht klappt es ja, wenn Du ganz blöd gesagt mal ohne Erwartungen bloggst, das wirklich nur noch als Hobby betrachtest. Und wenn Hollywood dann klingelt, ist das ein toller Bonus, *strahl*

    Molly L.

    3. November 2015 at 13:53

  10. Nicht für den großen Verlag bloggen wir, sondern fürs Leben
    Es geht nicht immer um große Geschichten, lebenswichtige Fakten…. außer wir wollen es so.
    Ein Blog, ein YT-Channel oder Twitch und was es nicht alles gibt ist bzw. sollte generell egoistisch betrieben werden…. es ist eine Plattform unsere Gedanken und Erlebnisse aufzubewahren.
    Wenn es andere erfreut oder auch zum nachdenken bringt… um so besser.

    Aber wir sollten das machen weil wir Spass dran haben, weil es uns wichtig ist😉
    Sonst würd mir jedesmal das Herz brechen wenn wieder eine Film-Review 0 Zuschauer auf YT bekommen hat… aber die paar Minuten waren und sind mir wichtig die ins Video geflossen sind und das kann einem keiner nehmen🙂

    Nur mal so meine 5 Cent bzw. wenn ich das anguck beinahe schon mein Euro

    sven

    9. November 2015 at 16:28

  11. Mir gehts ein bisschen wie dir. Früher habe ich jede Woche einen Artikel raus gehauen, heute dauert es mal Monate bis wieder was kommt. Mein Ziel war es aber nie entdeckt zu werden, ich habe früher immer gehofft, hoffentlich ließt es irgendjemand. Heute freue ich mich, wenn es 3 Kommentare gibt und ein paar Likes. Denn ich schreibe nicht für Ruhm, sondern für mich und wenn es anderen gefällt, freut es mich.

    alltagimrettungsdienst

    11. November 2015 at 20:46


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