Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Vor 29 Jahren ist eine Mauer gefallen…

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…und jetzt baut man ein paar hundert Kilometer weiter neue Mauern auf.
Kleiner Zeitsprung gefällig? Man muss schon mindestens fünfunddreißig Jahre alt sein, um sich zu erinnern: damals gab es eine Grenze. Eine Grenze, die nicht nur unseren Kontinent, sondern die ganze Welt in zwei feindliche Lager teilte. Heute rast man ganz selbstverständlich im Schnellzug mit 300 KM/h darüber hinweg, und das ist gut so.
Aber auch heute stehen Menschen vor Zäunen, die sie nicht überwinden können.

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Written by medizynicus

9. November 2018 um 23:34

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

3 Antworten

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  1. Wobei den Unterschied nicht übersehen sollte, der darin liegt, dass die eine Mauer die eigene Bevölkerung drinnen halten sollte und die andere „Ausländer“ draußen. Dieser Unterschied ist durchaus nicht irrelevant, denn es ist ein Menschenrecht, sein Herkunftsland zu verlassen und dorthin zurückzukehren, nicht aber, in jedes beliebige Land einreisen zu dürfen. Die Staaten sind grundätzlich frei darin, zu entscheiden, wen sie einreisen lassen, sie dürfen aber nicht ihre eigenen Bürger „einsperren“.

    -thh

    10. November 2018 at 10:27

  2. Wobei man den bedeutenden Unterschied nicht übersehen sollte, der darin liegt, dass die eine Mauer die eigene Bevölkerung drinnen halten sollte und die andere „Ausländer“ draußen.

    Dieser Unterschied ist deshalb bedeutsam, weil es ein Menschenrecht ist, sein Herkunftsland zu verlassen und dorthin zurückzukehren, nicht aber, in jedes beliebige Land einreisen zu dürfen. Die Staaten sind grundätzlich frei darin, zu entscheiden, wen sie einreisen lassen, sie dürfen aber nicht ihre eigenen Bürger „einsperren“.

    -thh

    10. November 2018 at 10:28

  3. Es ist ganz offenbar so, dass Bewohner bestimmter Länder eher in andere Länder gelassen werden als die Bewohner anderer Länder. Die Frage muss erlaubt sein, warum das Menschenrecht mancher Menschen an der Entscheidungsfreiheit anderer Länder praktisch gesehen scheitert.
    Es ist Ihnen offenbar wichtig, „rausgelassen“ zu werden, mir auch. Das hängt aber auch davon ab, ob uns andere Staaten (Ihre Wortwahl) auch reinlassen.
    Ganz offenkundig ist es tatsächlich so, dass es Gruppen von Menschen gibt, die sich weiß der Teufel was von dem Paradies-Land erhoffen, in das sie einreisen. Es ist aber aus Sicht der Neuankömmlinge extrem schwer, in einem fremden Land Fuß zu fassen. Klarheit zu schaffen, welche Möglichkeiten sich in einem fremden Land bieten, und welche Voraussetzungen man für die Möglichkeiten erfüllen muss, könnte da durchaus helfen. Ein Teil der Klarheit ist: die Menschen reinzulassen, damit sie zu Hause als Multiplikatoren für die Informationen dienen können.
    Dazu gehört: Touristische Reisen, Bildungsangebote (mit Aufnahmeprüfungen im Heimatland), und zwar relativ breit, für Schulen, berufliche Bildung, Fachhochschulen und Universitäten. Das sind längere, mehrjährige Aufenthalte, die einige davon dazu nutzen werden, sich weitere Voraussetzungen für Aufenthalt und gesellschaftliche Teilhabe zu erarbeiten. Andere werden ihre so erlernten Fähigkeiten zurück nach Hause tragen und das Bild Deutschlands (oder anderer Länder) in die Heimat tragen, und zwar auch das, dass man für das, was sie erreicht haben, ordentlich ackern muss. Sie werden aber auch dazu beitragen, mit diesen Fähigkeiten die Voraussetzungen in ihren Heimatländern zu verbessern.
    Dazu gehört aber auch: Notfalls Menschen aufnehmen, die keine Voraussetzungen erfüllen, und die im Gegensatz zu uns beiden ganz unmittelbar mit Leib und Leben bedroht sind.

    schiffmo

    27. November 2018 at 13:53


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