Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Archive for the ‘Das Leben an sich’ Category

Nachtigall, ick hör Dir….

with 5 comments

Keine Post ist gute Post.
Alles was nett und lieb ist, kommt ja heutzutage überwiegend als Email oder SMS oder auf anderen elektronischen Wegen… Die Weihnachtskartensaison hat noch nicht angefangen und abgesehen davon kann man auch darauf gut verzichten ohne ernsthaft Schaden zu nehmen. Kurz: das meiste von dem, was ab und zu im Briefkasten raschelt und rappelt, ist Behördenspam, und dann natürlich Rechnungen, Mahnungen, Vollstreckungsankündigungen, Inkassodrohungen… das Übliche halt.
Also:
Hochoffiziell aussehender Brief. Rot. Mit Zahlschein. Wenn ich den nicht umgehend ausfülle und auf die Bank bringe, kommt morgen der Exekutor?
Erstmal durchatmen.
Ach ja, halb so wild. Sind ja bloß fünf Euro sechzig!
Und dann: Blick auf das Kleingedruckte: „Schön, dass Sie sich für unsere genialsupertolle Versicherung entschieden haben. Wir bieten Ihnen blablablubb und alles, was Sie sonst noch nicht brauchen. Und das für geniale Fünf Euro sechzig pro Woche. Das einzige, was Sie tun müssen, ist den beiliegenden Zahlschein auszufüllen und mit der Zahlung der ersten Fünf Euro sechzig erkennen Sie unsere Vertragsbedingungen an und kriegen dann eine Regung über den Restbetrag!“
Jetzt aber schnell ab damit in den Rundordner!

Written by medizynicus

16. November 2013 at 16:27

Veröffentlicht in Das Leben an sich

Tagged with ,

Wochenendküche: Pasta Funghi a la Medizynicus

with 11 comments

…und heute zur Abwechslung – ist ja Wochenende, und da sind Off-Topic-Beiträge erlaubt – mal wieder ein leckeres Kochrezept aus der Reihe Nicht-mehr-als-zehn-Minuten (CityGirl kennt’s schon, der hab ich’s in einem Kommentar verraten). Also, für alle Anderen, voilá:

1.) Man nehme einen Haufen FRISCHE Champignons (um diese Jahreszeit eigentlich überall erhältlich, wohl dem, der in einem Bundesland lebt, in welchem die Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet sein dürfen) und brate sie in einem leckeren Öl (Olivenöl, Rapsöl) an. Gerne auch die eine andere Zwiebel oder Knoblauchzehe mit anbraten.
2.) In separatem Topf Nudeln kochen. Besser keine Spaghetti, die dauern zu lange, außerdem braucht man einen großen Topf und bekleckert sich nachher beim Essen.
3.) Einen Becher Sourcream, Saure Sahne, Creme Fraiche oder ganz gewöhnliche Sahne (natürlich nicht gesüßt) über die Pilzsosse kippen.
4.) Einen Schuss Weißwein oder trockenen Sherry – in der allergrößten Not auch von Station geklauten Pepsinwein – hineinkippen. Noch besser: Kirschwasser oder so etwas ähnliches.
5.) Noch eine Weile brutzeln lassen.
6.) Mal schauen, was es so an Gewürzen gibt. Irgendwas Oreganoartiges findet sich in den meisten Küchen. Vielleicht gibts sogar einen Käse, den man drüber reiben kann. Nach Geschmack salzen.
7.) Soße über Pasta kippen und genießen.
8.) Dazu ein alkoholisches Getränk konsumieren. Snobs nehmen Weißwein. Rotwein ist bekanntlich gesünder, schmeckt auch besser, auch wenn der Knigge auf Weißwein besteht. Genießer trinken Bier.

Prost!

Written by medizynicus

24. November 2012 at 12:50

Veröffentlicht in Das Leben an sich

Gepetto hat mir gerade einen Grappa spendiert…

with 2 comments

…und ich hab ihn auf ex getrunken. Bin ja Opportunist.

Written by medizynicus

28. Juni 2012 at 22:46

Veröffentlicht in Das Leben an sich

Citybike: ein Erfahrungsbericht (off topic)

with 5 comments

Es ist Wochenende, langes Wochenende genau gesagt, Feiertag, Frühling mit sommerlichen Temperaturen und Medizynicus nutzt die Gelegenheit um ein wenig hinauszuziehen in die große Weite Welt… hier also ein Live-Bericht aus einer großen europäischen Metropole
Samstag Abend, kurz vor Mitternacht. Samstagabend um halb Zwölf im Szene- und Ausgehviertel dieser Metropole. Hab genug erlebt für heute und sehne mich nach meinem Bettchen, welches sich drei oder fünf Kilometer entfernt befindet.
Zu weit für meine wunden Füße, die heute schon viel gelaufen sind und ein Taxi…. ist mir zu teuer, schließlich bin ich bekennender Geizkragen. Bleibt also der öffentliche Nahverkehr, und der ist auch gar nicht mal so schlecht, schließlich befinden wir uns ja in einer Metropole und gleich dort vorn ist ja eine Bushaltestelle… eh… wie bitte…? In zwanzig Minuten erst?
Nee, nicht mit mir, Leute, mein Bettchen wartet! Also doch zum Taxistand? Oder… aber holla, was ist das denn?
Gleich neben mir stehen etwa zwanzig funkelniegelnagelneue Fahrräder. Die sind mit elektronischen Dingsdas an ihren Ständern festgeschlossen. Und zwischendrin befindet sich eine Säule mit einem Bildschrim und einem Kreditkartenlesegerät…
…klingt doch gar nicht so schlecht!
Für einen lumpigen Euro kann man sich anmelden, dann darf man eine Stunde lang gratis fahren, und von der zweiten Stunde an kostet es Geld. Erst wenn man das Rad nach vierundzwanzig Stunden nicht zurückbringt, wird es richtig teuer. Okay. Warum nicht einen Versuch starten?
Eine Kreditkarte besitze ich ja, die braucht man nämlich. Der Anmeldeprozess geht erstaunlich glatt. Name und Adresse eingeben – okay, muss sein, dann einen User-Namen und Passwort, dann den einen Euro bezahlen und jetzt kann’s losgehen!
Mit einem Knopfdruck entriegele ich das Rad aus der gewünschten Halterung… und radel los…
Erfahrung Nummer eins: Die breiten Prachtboulevards dieser Stadt haben tatsächlich Fahrradwege.
Erfahrung Nummer zwei: Jene Fahrradwege hören manchmal plötzlich einfach so auf.
Erfahrung Nummer drei: Bald ist es ganz natürlich, sich im Großstadtdschungel zu bewegen wie Django in der Prärie: über rote Ampeln hinweg und gegen Einbahnstraßen, an Stretchlimusinen und anderen Dicken Karossen vorbei, mitten durch Junggesellinnenabschiedsgrüppchen hindurch, meinem Bettchen entgegen… ein Kollege von Fusel-Franze winkt mir zu. Am Stadtpark frage ich einen Typen nach dem Weg. Der dreht sich hastig um, er war nämlich gerade dabei, die nächtlichen Blumenbeete zu wässern.
Unaufhaltsam nähere ich mich meinem Bettchen und….
…fahre dran vorbei. Denn ich muss dieses Rad ja schließlich loswerden. Aber wo? Ein uniformierter Freund und Helfer kratzt sich am Kopf. Ja, solche Stationen gibt’s hier irgendwo… aber wo?
Nach zehnminütigem Herumgekurve werde ich schließlich fündig, Rückgabe geht zügig, nur warten, bis das grüne Lämpchen leuchtet, und fertig ist.
Jetzt noch eine Viertestunde Fußweg, und dann ab ins Bettchen.

Written by medizynicus

28. Mai 2012 at 00:57

Veröffentlicht in Das Leben an sich