Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

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Balthasar und die Kunst des Heilens…

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Balthasar und die Kunst des Heilens


Arzt zu sein ist nicht schwer – vor allem dann, wenn man gar keiner ist.

Für Geld tut Balthasar Stroop fast alles. In einer kleinen Provinzklinik behandelt er kranke Menschen. Dass ihm dazu jegliche Qualifikation fehlt, stört ihn nicht. Der Rubel rollt noch viel besser, als Balthasar beginnt, neue Wege zu gehen. Wege, die allerdings hin und wieder mit der einen oder anderen Leiche gepflastert sind. Gemeinsam mit dem durchgeknallten Althippie Shanty und dem abgebrühten Pfarrer Gotthilf Katzer macht Balthasar sich daran, im eins so beschaulichen Niederlümmelbach den Begriff der Heilkunst völlig neu zu definieren.

Anna und Medizynicus
Balthasar und die Kunst des Heilens
Verlag Books on Demand Norderstedt
ISBN 9783842364103, 208 Seiten, EUR 11,95


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Written by medizynicus

14. Juni 2011 at 21:27

Wolga Inkasso

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„’n Abend, Doc!“
Balthasar grinst dreckig, als er mir auf dem Flur entgegenkommt.
Ich schaue auf die Uhr und schüttele den Kopf.
„Wo kommst Du denn her?“
„Vom Balkon!“
Nachts um halb zwölf? Um diese Uhrzeit treiben sich normalerweise nur die allerärgsten Suchtbolzen draußen herum: die kettenrauchende Verwandschaft von Herrn Chromsky zum Beispiel.
„Ich wusste gar nicht, dass Du rauchst!“
„Nee, ich war geschäftlich unterwegs!“
Balthasar bemüht sich um einen seriösen Gesichtsausdruck.
„Aha?“
„Ja, ein Termin mit einem vielversprechenden geschäftlichen Kontakt…“
Ich schiele in Richtung Balkon.
„Aber doch nicht etwa mit der Mischpoke von Chromsky?“
Balthasar nickt.
„Der Wanja, der hat einen Cousin, der fährt öfters nach Moldawien und kennt da wen…“
„Und?“
„…der kommt billig an Zigaretten. Wenn man die hier auf den Markt bringt…“
Ich runzele die Stirn.
„Du redest doch nicht etwa von Schmuggelware?“
Balthasar schüttelt vehement den Kopf.
„Nee, ich habe mit der Ware nichts zu tun. Bei mir wird man nie etwas finden. Mir geht es nur um die Kontakte…“
„Aha, Kontakte also…“
„Ja, weißt Du, eine Hand wäscht die andere. Der Wanja hat nämlich noch einen Cousin, und der hat ein Unternehmen, dem könnte ich Kunden vermitteln…“
Das klingt ja immer abenteuerlicher!
„Was für ein Unternehmen denn?“ bohre ich nach.
Balthasar grinst.
„Nennt sich Wolga-Inkasso!“ sagt er und dann fügt er, noch breiter grinsend hinzu: „Die haben einen genialen Werbespruch!“
„Und der lautet?“
Wir stehen vor Balthasars Zimmer. Er hält einen Moment inne und schaut mich an. Er räuspert sich und dann deklamiert er feierlich: „Unsere Kunden brauchen nicht russisch zu sprechen um zu verstehen, was wir wollen!
Sagt’s und verschwindet hinter seiner Tür.

Written by medizynicus

10. Juni 2011 at 23:34

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

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Schon wieder Balthasar

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Diesmal bin ich spät dran mit der Visite und jage deshalb im Tiefflug durch die Patientenzimmer: Na, alles in Ordnung? Keine Probleme? Wunderschön! Fein! Handschlag. Alles Gute, bis Morgen, nächstes Zimmer.
Schwester Gaby kommt kaum noch hinterher.
„Wen haben wir in Zimmer dreiundzwanzig?“ frage ich.
„Zugang!“ sagt sie.
„Schön. Irgendwas Besonderes?“
Schwester Gaby schüttelt den Kopf.
„Alles klar, dann gehen wir rein!“
„Äh, Doktor?“
Aber ich habe schon den Türgriff in der Hand und…
Nein!
Nein, das gibt’s doch nicht!
„Bist Du nicht aus der Notaufnahme abgehaun?“
Balthasar strahlt mich an.
Im Zimmer riecht es nach Saftgulasch mit Sauerkraut und Knödeln und Balthasar kaut mit vollen Backen.
„Bin ich auch, Doktorchen! Und jetzt bin ich wieder da!“
„Und Dein Rücken hat Dich nicht daran gehindert, aus dem Fenster zu springen…“
„Der Rücken ist nicht das Problem, Doc!“
„Sondern?“
Schwester Gaby räuspert sich hinter meinem Rücken.
„Äh… wir sollten uns verkleiden!“
Ich drehe mich um und starre Schwester Gaby ungläubig an.
„Verkleiden?“
„Herr Stroop ist doch isoliert!“
„Wie bitte?“
„Na, wegen EHEC natürlich!“ grinst Balthasar und schiebt sich eine weitere Gabel Gulasch in den Mund.
„Jetzt erzählst Du mir auf der Stelle die ganze Geschichte von vorn….“
Balthasar starrt mich an wie ein Auto.
„Da gibt’s nicht viel zu erzählen! Deine nette Kollegin hat mich gestern Abend aufgenommen, und jetzt bin ich halt da!“
„Verdacht auf EHEC!“ fügt Schwester Gaby unnötigerweise hinzu.
Jetzt macht Balthasar also einen auf Killerkeim. Ich glaube, demnächst ist eine disziplinarische Darmspiegelung fällig.
Oder, noch besser, ich schreibe es auf und bringe es schnellstem Weg an die Öffentlichkeit!

Written by medizynicus

5. Juni 2011 at 14:59

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

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Monsterdoc’s Buch ist da!

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Der Nikolaus hat mir dieses Jahr etwas ganz Besonderes gebracht: nämlich das legendäre und vom Autor hochgelobte Buch vom Monsterdoc.
Ich hab’s also ausgepackt und gelesen.
Was steht drin?
Dem aufmerksamen Blog-Leser mag so Einiges bekannt vorkommen: Der überwiegende Teil der Texte (oder vielleicht sogar alles?) war auch schon innerhalb des letzten Jahres irgendwann einmal in elektronischer Form bei Cheffe zu lesen gewesen. Allerdings nicht so schön zusammengestellt und gegliedert und abgesehen davon eignet sich ein Paperbackbändchen natürlich besser, um es mit ins Cafe, an den Strand oder aufs Klo mitzunehmen als ein Laptop.
Das Buch zum Blog ist ein Sachbuch. Ein Buchhändler würde sagen: ein „erzählendes Sachbuch“, ein Buch, welches zwar Fakten beschreibt, aber dies nicht auf nüchtern-trockene Art und Weise sondern welches witzig und unterhaltsam geschrieben daherkommt. Nicht alles ist tierisch ernst zu nehmen, und nicht immer ist sofort auf den ersten Blick zu sehen, wo die Satire beginnt.
Inhaltlich ist es ein großer Rundumschlag: Es geht um Ärzte-Typen und all das, was sie im Beruf und in ihrer Freizeit tun, aber auch um Patienten und ihre Krankheiten.
Für wen also ist dieses Buch geschrieben? In erster Linie natürlich für Insider aus dem Gesundheits-Business. Ein großer Teil des subtilen Humors erschließt sich nur dem Leser mit einschlägigen Vorkenntnissen.
Aber auch für interessierte Laien bietet das Buch einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Medizinergewerbes – sofern man sich durch den hier und dort durchblitzenden Zynismus nicht abschrecken läßt.
Das Buch ist lesenswert und mit knapp dreizehn Euro auch nicht zu teuer.
Kleiner Tipp noch: Man muss es nicht unbedingt bei Amazon bestellen! Auch jede örtliche Buchhandlung kann es innerhalb weniger Tage besorgen!

Written by medizynicus

8. Dezember 2009 at 14:09

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

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