Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

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O Du schönes Landarztleben… Ächt jetzt?

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Land.Arzt.Leben ist toll.
Und man kann es auch genau auf diese bescheuerte Art und Weise schreiben, natürlich mit Ausrufezeichen dahinter, wir sind ja schließlich kreativ.
Landärzte haben offenbar ein Imageproblem. Anders ist es nicht zu erklären, dass eine Kassenärztliche Vereinigung viel Geld – und zwar mein Geld als Krankenkassenbeitragszahler – für Unternehmensberater und Webdesigner ausgibt um wieder einmal das das Propagandamärchen vom schönen Landarztleben zu verkünden.
Ach ja, es geht ja um ärztlichen Nachwuchs… den landärztlichen Nachwuchs natürlich. Also um Dich, lieber Kollege und liebe Kollegin, und vielleicht auch um mich. Ein unverbindlicher Persönlichkeitstest zeigt uns, ob das Landarztleben mit Ausrufezeichen das Richtige für uns ist. Kostprobe gefällig?
Du schläftst gerne bei offenem Fenster und hast lieber ein großes Haus mit riesigem Garten als eine enge muffelige Wohnung? Du joggst lieber im Wald als über nächtliche Klinikflure?
Dann nichts wie raus in die Pampa mit Dir!
Also, jetzt mach schon, geh los und kauf Dir für schlappe hunderttausend Euro eine Praxis in Grooteschietnordermoorfehn!
(denn die Macher und Geldgeber jener Seite kommen schließlich aus Schleswig Holstein)
Und dann kannste, verschuldet bis über beide Ohren loslegen: Zunächstmal jeden Tag sieben Stunden lang damit verbringen, die zentnerschweren Papiere ebenjener vorgenannten Kassenärztlichen Vereinigung zu lesen und die entsprechenden bürokratischen Vorgaben bestmöglichst zu befolgen. Und natürlich darfst Du keine Angst davor haben, noch mehrere Jahre lang mit eigenem Haus und Hof dafür gerade zu stehen, weil Du vielleicht irgendwann mal zu teure Pillen verschrieben zu hast.
….oder was sagen die hier mitlesenden hausärztlichen Kollegen?

Written by medizynicus

16. April 2011 at 22:50

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

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Die Geschichte von Dr. MacButterbread: das Happy-End

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Dr. MacButterbread, Landarzt, allein auf weiter Flur ist arm dran. Bedingt durch das in Großbritannien übliche “Einschreibesystem” sind per Definition quasi alle Einwohner des Dorfes in seiner Patientenkartei, auch wenn sie noch nie in Behandlung waren.
Das heißt, er darf – eigentlich – mit niemandem von ihnen ein Techtelmechtel oder gar eine ernsthafte Beziehung anfangen.
Eigentlich ist er auch, was andere Dinge angeht, sehr eingeschränkt: Auch mit sozialen Kontakten sollte er vorsichtig sein. Und auch mit geschäfttlichen Kontakten.
Nun ist solch eine rigorose Regelung schlicht und einfach nicht durchsetzbar. Gerade in so einer Dorfgemeinschaft ist der Herr Doktor eine wichtige Figur im sozialen Leben, und niemand kann von ihm verlangen, für den Rest seiner Tage zölibatär zu leben.
Solch eine Regelung ist schlicht und einfach nicht durchsetzbar.
Muss er sich seine nächste Lebensgefährtin also „von außen importieren“ oder im Internet kennenlernen?
Tatsache ist: In der Wirklichkeit würde es sich wohl kein Dr. MacButterbread in so einer Situation verbieten lassen, mit seiner Angebeteten etwas anzufangen.
Sollte die sich allerdings in nächster Zeit noch einmal den Fuß verknacksen und medizinische Hilfe benötigen, dann sollte man allerdings den Doktor aus dem Nachbardorf aufsuchen.
Und trotzdem ist eines klar:
Sollten die beiden sich trennen und sollte die Frau es auf einen Rosenkrieg ankommen lassen, dann muss sich der Herr Doktor warm anziehen und auf einige peinliche Fragen gefasst sein.

Written by medizynicus

16. Juni 2009 at 19:00

Veröffentlicht in Nachdenkereien

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