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Mit Murphy unterwegs (Teil 2)
Vor Schreck kippt mir der Kaffeebecher um und die braune Brühe ergießt sich über den wackeligen Bistrotisch und tropft hinunter auf mein Trolleyköfferchen. Alles halb so wild… abgesehen von den Spritzern auf meinem zuvor blütenweißes Hemd und dem hellen Leinensakko.
Also gut. Wo muss ich jetzt hin? Gibt’s irgendwo einen Stadtplan? Ausgehängt ist keiner, aber in der Buchhandlung liegt ein ganzer Stapel… die Frau an der Kasse beobachtet mich mit Argusaugen als ich darin herumblättere. Okay okay, wird mir wohl nichts übrig bleiben als so ein Teil käuflich zu erwerben, obwohl… Moment, hat mein Handy nicht so eine tolle Navigationssoftware?
Die funktioniert sogar… quälend langsam zwar, aber immerhin.
„Biegen Sie jetzt rrrechts ab!“ sagt die Computerstimme mit undefinierbarem Akzent und lotst mich zielsicher zum Tagungsort, der ist zum Glück in Fußentfernung zum Bahnhof. Unterwegs nimmt das Handy langsam aber sicher die Temperatur des gerade verschütteten Kaffees an.
„Sie…. habben… Ihr… Ziel…. errrreicht!“
Na endlich! Fußentfernung war nun doch etwas untertrieben, aber immerhin bin ich da und mein kaffeegepunktetes Hemd ist jetzt auch noch unter den Armen durchgeschwitzt. Und der erste Vortrag hat gerade vor zehn Minuten erst angefangen! Schnell unterschreiben und Tagungsunterlagen einstecken, Namensschild an die Brust und dann in den Saal gehechtet. Wie war nochmal das Thema?
„Kommunikationshindernisse zwischen Arzt und Patient“
Written by medizynicus
19. September 2010 at 05:13
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Mit Murphy unterwegs
Also, ich will mich ja fortbilden. Will nämlich mal groß und stark werden und vor allem ganz, ganz besonders schlau.
Einen schönen Kurs habe ich schon gefunden und die Anmeldung per Fax hat auch geklappt.
Dann hab’ ich mir das Kursprogramm aufs Laptop gezogen, flugs die Anreisebeschreibung dazu, und schon kann’s losgehen. Mit viel Glück habe ich sogar ein Online-Bahnticket zum Sonderpreis ergattern können.
Und jetzt stehe ich mit frisch gewaschenen Ohren und gepacktem Köfferchen am Bad Dingenskirchener Bahnhof. Um vier Uhr fünfundfünfzig in der Frühe! Gähnend klettere ich in den Regionalzug, der schraddelt dann durch ziemlich viel dunkle Landschaft bis ich in den ICE umsteigen und weiterdösen kann bis…
„Die Fahrausweise bitte!“
Okay, okay.
Okay…. okay?
Okay????
Wo ist das verdammte Ding? Sollte ich etwa….? Mir schwant Böses…
„Habs leider vergessen auszudrucken. Äh… kann ich Ihnen vielleicht mein Laptop zeigen…?“
Schaffner-Kontrollettis, die heutzutage Zugbegleiter heißen sind grundsätzlich nicht für ihre Milde bekannt. Dieser hier jedenfalls läßt sich nicht beeindrucken.
Steht ja auch überall ganz groß drauf. Eigene Schuld. Kann man nichts machen. Grün und blau ärgern bringt nichts.
Take it easy, dann gönne ich mir lieber auf den Schreck einen überteuerter Kaffee aus dem Speisewagen!
„Meine Damen und Herren, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass aus betrieblichen Gründen…“
Schon verstanden, dann halt nicht.
So lange dauert die Fahrt auch wieder nicht und am Zielort gibts zum Glück eine Bäckerei wo man zum kochendheißen Pappbecherkaffee für passables Geld auch noch ein Schinkenbrötchen kriegt.
Ja, und dann mal das Handy rausholen.
Ich hab ja jetzt so’n schickes Teil mit viel Schnickschnack, das habe ich mit meinem Laptop synchronisiert und dabei Seminarprogramm und die Wegbeschreibung…. ähem… aus Versehen gelöscht.
Written by medizynicus
18. September 2010 at 05:31
Veröffentlicht in Alltagswahnsinn
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