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Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

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Unerwartete Hilfe für Trump: Finanziert Putin die Mauer?

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Amerika steht still. Selbst im Weißen Haus gibt es nur noch Fastfood in dekorativer Plastikverpackung. Tausend Hamburger will Donald Trump besorgt – und selbst bezahlt! – haben um sie an ein Football-Team zu verfüttern. Innerhalb einer Stunde war alles Ratzeputz-weggefegt. Sagt er.
Die Sache mit dem Haushaltsstreit hingegen ist noch lange nicht gegessen. Weil die bösen Demokraten alles blockieren. Denn die wollen die Rechnung für die böse Mauer nicht bezahlen…
Läppische fünf Milliarden!
Ist doch kein Ding… fast geschenkt… könnte man doch glatt aus der Portokasse nehmen, müsste man nur den einen oder anderen Oligarchen etwas nachdrücklich um eine kleine Spende bitten…
Also, Onkel Putin, worauf wartest du noch? Mach schon, lass die Kohle rüberwachsen, bevor noch ein Unglück passiert und der nächste Football- oder Baseballspieler sich an einem Hamburger verschluckt!

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Written by medizynicus

17. Januar 2019 at 21:55

Gruß aus dem Gefängnis

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War ein langer Tag heute. Das Übliche halt, eigentlich nichts Ungewöhnliches. Gegen siebzehn Uhr schaffe ich es, mir einen Schokoriegel zwischen die Kiemen zu schieben und mit ein paar Litern Krankenhauskaffeeplörre nachzuspülen: mein Frühstück. Gegen achtzehn Uhr stehe ich in Zivilkleidung auf dem Flur und belle der versammelten Schwesternschaft ein betont aggressiv klingendes „Ich gehe jetzt!“ entgegen, aber Jenny strahlt mich ganz besonders süß an: „Da wären noch Angehörige da, die wollen unbedingt nen Arzt sprechen…“
Okay. Mach ich doch. Grummelnd werfe ich mir noch schnell einen Kittel über. Und wo ich gerade dabei bin, kann ich doch auch noch schnell zwei Viggos legen, und dann….
„Jetzt geh ich aber wirklich!“
„Und was ist mit dem Zugang?“ Schwester Paula guckt gar nicht lieb. Die guckt nie lieb, aber das ist ein anderes Thema.
„Was für ein Zugang?“
„Die Dame auf Zimmer fünfzehn!“
„Sarah hat da vorhin so eine Oma aufgenommen!“ erklärt Jenny.
„Und?“
„Alles in Ordnung. Sarah hat schon alles Notwendige geregelt. Und der Rest kann bis Morgen warten!“
Jenny schiebt Paula zur Seite und strahlt wieder. Ich atme hörbar erleichtert aus.
„Also bis morgen!“ sage ich und ziehe den Kittel wieder aus, aber dann drehe ich mich nochmal um.
„Was is’n das für ’ne Oma?“
Jenny lacht.
„Och, die ist halt ’n bisschen dement!“
Jetzt aber nix wie raus hier! Ich stolpere die Treppe herunter und nix wie raus hier!
„He, Sie da!“
Wie bitte?
„He, Sie da unten, helfen Sie mir doch!“
Äh, was’n jetzt kaputt? Ich drehe mich um.
„Helfen Sie mir! Ich bin hier eingesperrt!“
Im zweiten Stock ist ein Fenster aufgerissen. Eine ältere Dame winkt aufgeregt zu mir herunter.
„Eingesperrt! Helfen Sie mir! Rufen Sie die Polizei!“
Moment mal… Ist das da oben nicht ungefähr Zimmer zweihundertfünfzehn?
Plöztlich geht mir ein Licht auf.
„Is klar!“ sage ich nach oben gerichtet, „Ich sag Bescheid!“
Aber jetzt nix wie weg von hier.

Written by medizynicus

18. Oktober 2011 at 22:11