Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

Für eine gute Zigarette lasse ich mich doch glatt erschießen!

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Rauchen schadet Ihrer Gesundheit?
Raucher-Bashing einmal anders: Diese Zigarettenwerbung war seinerzeit zwar auch auf irgendeine Art und Weise humorig gemeint, aber ganz bestimmt nicht so, wie man es heute interpretieren würde.
(via Spiegel Online)

Written by medizynicus

18. Juni 2014 at 22:43

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

Ein neuer Stern am Blogger Himmel: Molly geht von der Uni an den Herd

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Molly ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt auf’m Land. Der Mann geht brav arbeiten und Molly macht zu Hause das, was Hausfrauen mit drei Kindern so tun. Da ich weder Hausfrau bin noch drei Kinder in die Welt gesetzt habe, weiß ich gar nicht so genau, was Hausfrauen mit drei Kindern eigentlich so tun. Ehrlich gesagt, hatte ich mir das bislang immer ziemlich langweilig vorgestellt.
Aber Molly ist nicht blöd. Molly hat nämlich studiert und anscheinend sogar einen ziemlich tollen Abschluss hingelegt. Jetzt macht Molly sich so ihre Gedanken. Die schreibt sie auf und lässt die Welt daran teilhaben.
Ihr Blog ist heute genau zehn Tage alt und momentan gibt’s jeden Tag einen neuen Beitrag. Und was man da liest das ist Satire vom Feinsten.
Also, weiter so!

Written by medizynicus

14. Juni 2014 at 09:02

Schwarzbraune Haselnüsse jenseits des Tales am Brunnen vor dem Tore

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Mit Musik geht alles besser. Musik hebt die Stimmung, Musik bessert die Konzentration, Musik macht klug.
“…jenseits des Tales standen ihre Zelte….schrumm…schrumm…”
dröhnt es mir aus Zimmer zwölf entgegen. Montag Morgen. Sieben Uhr früh. Gefühlte hundertzwanzig Dezibel. Ungefähr so wie ein startender Düsenjäger, ein baggernder Bagger oder ein schlagbohrender Schlagbohrer direkt neben Deinem Ohr.
“….schrumm….schrumm….zum roten Abend Himmel quoll der Rauch!”
Wie bitte?
Was’n hier los?
Eigentlich war ich ja bloß auf dem Weg ins Schwesternzimmer und wollte nachsehen, ob es Kaffee gibt, weil morgens um sieben bin ich noch nicht so richtig aufnahmefähig, aber jetzt muss ich doch erstmal Schwester Paula interviewen, die gerade um die Ecke biegt”
“…das war ein Singen in dem ganzen Heere…schrumm….schrumm…und ihre Reiterbuben sangen auch!…. schrumm….schrumm….”
Hilfe, was’n hier los? Die Stimme gehört eindeutig zu einem berüchtigten Albino mit Sonnenbrille, von dem ich gar nicht wusste, dass er offenbar immer noch sein Unwesen treibt. Und die Quelle des Lärms lässt sich in Zimmer siebzehn lokalisieren.
“…das war ein Singen, in dem ganzen Heere….schrumm…schrumm…..und ihre Reiterbuben sangen auch…!”
Ja, das sagtest Du schon, Junge, hab ich kapiert. Bilder aus einem Mittelalter-Kostümfilm drängen sich auf, aber was haben die hier verloren, auf einem Krankenhausflur, Montag Morgen um sieben Uhr früh?
“…sie putzten klirrend am Geschirr der Pferde, schrumm, schrumm, es tänzelte die Marketenderin, schrumm, schrumm…”
Ja und? Was geht mich das an?
“Herr Wannenpüster!” sagt Schwester Paula atemlos, als sie mit einer aromatisch duftenden Bettpfanne an mir vorbeihechtet, “Muss wieder sprechen lernen!”
Äh?
“….und unterm Singen sprach der Knaben einer: Mädel, du weißt, wohin der König will! Schrumm Schrumm!”
Wohin der König will?
Schauen wir mal!
Erhobenen Kopfes betrete ich das Zimmer. Herr Wannenpüster liegt auf seinem Bett und starrt in die Luft. Links von ihm sitzt Frau Wannenpüster und hält Händchen. Rechts von ihm sitzt Frau Wannenpüster junior und hält das andere Händchen. Beide strahlen sie mich an.
“Wir wollen ihm helfen, Sprechen lernen!” sagen sie, also brüllen sie gegen das Schrumm-Schrumm an.
Opa Wannenpüster hat nämlich einen Schlaganfall. Und damit er wieder sprechen lernt, muss man halt ganz viel mit ihm reden, ihm was vorlesen oder vorsingen, stand neulich in der Apotheken-Umschau. Und diese Lieder, die hat er doch immer schon gerne gehört!
Wenn er nicht bloß so stocktaub wäre, der Oppa!

Written by medizynicus

12. Mai 2014 at 21:44

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

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Der schlechteste Blogbeitrag aller Zeiten

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Also das ist so. Wenn man lange nichts geschrieben hat, dann muss man sich ja erstmal wieder warmschreiben. Und um sich warmzuschreiben, gibt es zwei Methoden: entweder, man versucht, etwas halbwegs sinnvolles zustande zu bringen oder man versucht das Gegenteil, nämlich mal so schlecht wie möglich zu schreiben. Und was dabei rauskommt…. voilà, der schlechteste Blogbeitrag aller Zeiten. Möglichlicherweise ist er ja noch steigerungsfähig, also schaun wir mal:
Also ich will euch jetzt mal erzählen, was ich immer so mache am Tag und da fange ich dann mal an, also ich fange dann ganz vorne an, also da, wo der Tag anfängt.
Das ist morgens. Also heute Morgen, da hat erstmal der Wecker geklingelt. Also das sagt mal ja so weil früher haben die Wecker ja so richtig geklingelt und wenn sie nicht geklingelt haben, dann haben sie getickt. Manchmal konnte man auch gar nicht einschlafen weil der Wecker immer so laut getickt hat. Aber heute ticken die Wecker ja gar nicht mehr. Und klingeln tun sie auch nicht mehr. Also mein Wecker hat gar nicht geklingelt und das, was nicht geklingelt hat, das war ja auch gar kein Wecker sondern ein Handy was da auf meinem Nachttisch liegt. Und das hat mich wach gemacht. Weil es war ja auch schon morgen. Also die Sonne hat noch nicht geschienen aber es war schon morgen. Und dann bin ich aufgestanden und bin aufs Klo gegangen und habe Pipi gemacht und dann bin ich wieder zurückgegangen in mein Schlafzimmer und habe das Fenster aufgemacht damit frische Luft reinkommt. Also vorher habe ich natürlich die Vorhänge zurückgezogen. Also, da war ich natürlich schon angezogen, also habe ich vergessen, zu schreiben, dass ich mich angezogen habe, weil da brannte ja auch schon Licht und wenn Licht brennt dann können die Nachbarn, also die von Gegenüber, die können mich dann ja sehen und die sollen mich ja nicht sehen, wenn ich nackig oder im Schlafanzug bin weil sonst reden die noch so blöd. Und als ich dann angezogen war, dann habe ich Kaffee getrunken. Also natürlich nicht im Schlafzimmer, sondern in der Küche. Also da in der Küche, da habe ich den Kaffee gemacht mit der Kaffeemaschine. Den habe ich dann getrunken. Also als er fertig war. Ich nehme immer vier Löffel Kaffeepulver, die tu ich in den Filter rein und dann tu ich das Wasser in die Kaffeemaschine und dann schalte ich die an. Manchmal tu ich das auch schon bevor ich Pipi machen gehe weil dann ist der Kaffee schon fertig wenn ich in die Küche komme. Also jetzt habe ich ja noch gar nicht erzählt, dass ich auch unter die Dusche gehe morgens. Also manchmal mache ich vorher Pipi und manchmal auch nachher. Aber in der Dusche mache ich nicht Pipi. Ja, und wenn ich dann fertig bin dann trinke ich Kaffee. Und beim nächsten Mal erzähle ich Euch was ich mache wenn ich meinen Kaffee ausgetrunken habe.

Written by medizynicus

30. April 2014 at 13:17

Veröffentlicht in nicht so richtig ernst

Goldene Sonne im Schwarzwaldklinikland

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Letztens hatten wir es ja schonmal mit idiotischen Werbe-Videos für ärztliche Dienstleistungen. Und da ein Unglück selten alleine kommt, hat der Kinderdoc schon vor ein paar Wochen noch so eins ausgegraben, dagegen sieht der vormals erwähnte Softporno…. äh, also das Infomationsfilmchen richtig alt aus. Also:
Here Comes… Hausarzt im Spätzleland
Szene: Chefvisite in irgendeinem Krankenhaus. Hartes, weißes Licht. Bedrohliches Monitor-Piepsen. Junger Assistenzarzt beginnt zu träumen…
Schnitt: warme, goldene Farben. Eine bukolische Landschaft mit Weinbergen, Schlössern, Fachwerkstädtchen, Feuerwerk und schönen Frauen. Und dazwischen kurvt Doktorchen im Mercedes-Cabrio hin und her. Doktorchen ist nämlich Hausarzt. Und zwar in Baden-Württemberg, da werden bekanntlich die Mercedesse gemacht und weil da immer die Sonne scheint, braucht das Auto da auch kein Dach.
Was lernen wir daraus?

Erstens:
Die Schwarzwaldklinik gibt es also doch.

Zweitens:
Der eigentliche Hauptdarsteller, der gezeigte Mercedes R 107, gebaut zwischen 1971 und 1989 ist eigentlich noch kein so richtiger Klassiker, sondern eher eine alte Kiste, die heute im gutsortierten Altmetallhandel durchaus auch für kleines Geld erworben werden kann. Guten Gewissens empfehlen kann man so eine Rostlaube allerdings nur hartgesottenen Masochisten, Bastlern oder Leuten mit einer wahren Engelsgeduld und Nerven wie Stahlseilen. Offenbar handelt es sich hier also um die richtigen Qualitäten, die von Hausärzten, nicht nur im Spätzleland, erwartet werden.
Die etwas schickeren Karossen aus jüngeren Baujahren sieht man dann wohl eher vor den Krankenhäusern auf den Chefarztparkplätzen…

Written by medizynicus

29. April 2014 at 21:27

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

v****n bis der Arzt kommt – oder: warum man fünfzehn Ärzte braucht für das, was man normalerweise zu zweit macht

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Ein junges Paar macht… äh, Ihr wisst schon, das was man als Paar nun mal so machen kann.
Schmalzige Musik, wegblenden, Abspann.
Es erscheint eine Liste von Ärzten verschiedener Fachrichtungen die… äh, ja, so will dieses Filmchen vermitteln, daran beteiligt sein sollen, dass es diesem Paar so gut geht, angefangen vom Urologen, der für das …räusper…. Stehvermögen des männlichen Hauptdarstellers verantwortlich sein soll bis hin zum Kopfschmerz-Wegzauber-Spezialist für die Dame.
Es handelt sich nämlich nicht um ein Schmuddelfilmchen aus einer der dunkleren Ecken des Netzes sondern um eine Werbekampagne der kassenärztlichen Bundesvereinigung, unterstützt von zahlreichen Verbänden niedergelassener Fachärzte.
Was will uns das Filmchen sagen?
Lieber einmal zuviel zum Arzt gehen, wenn’s irgendwo zwickt. Glaubt mal nicht, dass Ihr alleine zurecht kommt und hinter einem harmlosen Husten könnte sich eine Lungenentzündung oder Schlimmeres verbergen…
Wir leben in einem Land mit einer Ärztedichte, die so hoch ist wie kaum sonst irgendwo in der Welt und die Kollegen wollen schließlich auch leben und in ihrer Verzweiflung drehen sie sogar P… äh, lustige Werbefilmchen.
Also, Leute, geht zum Arzt! Aber hurtig! Jetzt!

Written by medizynicus

17. April 2014 at 06:27

Veröffentlicht in Gehört und gelesen

Klingeln an der Tür

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Normalerweise gehe ich ja nicht dran, wenn es an der Tür klingelt. Was hauptsächlich daran liegt, dass ich in der Regel nicht zu Hause bin. Und wenn ich doch einmal am Wochenende oder so aus dem Bett gekungelt werde, dann bleibe ich lieber drin liegen, denn das Klingeln ist dann in der Regel entweder der Schornsteinfeger oder der Vertreter irgendeiner Religionsgemeinschaft, der mir meinen sündigen Lebensstil nicht gönnt.
Jetzt gerade hat es innerhalb von zehn Minuten gleich zweimal geklingelt. Und weil ich mich kurz zuvor zwecks Brötchenkaufs auf der Straße habe blicken lassen, habe ich keine Chance, der Welt gegenüber zu behaupten, nicht da zu sein. Vermutlich ist es der Nachbar, der mir sagen will, dass ich schon wieder die Treppe nicht gefegt habe.
Beim ersten Mal waren es dann Vertreter einer Religionsgemeinschaft, die mich herzlich dazu einladen, an einer Gedenkfeier anlässlich des Ablebens eines nahöstlichen Wanderpredigers teilzunehmen. Haben die tatsächlich so gesagt, diesen sperrigen Ausdruck mit der Gedenkfeier. Ein vielleicht zwölfjähriger Junge hat brav das Sprüchen aufgesagt und seine Mama stand zwei Schritte hinter ihm und hat aufgepasst. Beim Jungen habe ich mich artig bedankt und das Zettelchen auch entgegengenommen, der Mama habe ich hingegen nicht gesagt, was ich von ihr halte.
Dann klingelte es nochmal und jetzt war es der Briefträger und der hatte kein Einschreiben, keine Gerichtsvorladung und auch keine Zwangsvollstreckungsankündigung sondern ein Päckchen für mich.
Darin war das Buch von einer lieben Mitbloggerin.

Ich bin gespannt und werde berichten, wenn ich weiß, was drinsteht!

Written by medizynicus

29. März 2014 at 13:12

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

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