Medizynicus Arzt Blog

Krankenhausalltag in der Provinz: Medizin und Satire, Ethik und Gesundheitspolitik

R.I.P – Nein, nicht ich, sondern die Anderen!

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Gerade schaue ich meine Blogroll durch. Macht ja sonst keiner mehr. Blogrolls scheinen „out“ zu sein, wer noch bloggt, hat es nicht nötig, andere Blogger zu verlinken. Aber wer bloggt denn überhaupt noch?

Fangen wir an mit den Fünf „Best of“ aus meiner Blogroll:

1.) Über das Ende hinaus – ehemals Anna 8-er-Tubus – hat das Bloggen eingestellt.
2.) Arzt an Bord – letzter Beitrag vom Februar 2017, immerhin, das alte Blog ist noch nicht gelöscht!
3.) Hermione’s Rescue Blog – ebenfalls nichts Neues mehr seit Februar 2017
4.) Der Neue Hippokrates – immerhin ein Artikel im März 2018, davor ein paar aus dem Februar, dann eine Pause seit Anfang 2017, davor 4 Jahre Pause
5.) Psychiatrie to GoHey, der lebt!!! – das ist der einzige Blog, der überlebt hat, kontinuierlich und regelmäßig gibt es hier weiterhin gute und fundierte Beiträge

…dann gehen wir weiter die komplette Blogroll entlang:
KinderDoc und PharMama – beides Urgesteine seit über 10 Jahren, und beide noch voller Leben!
Chaos-Josephine, Monsterdoc, Krangewarefahrer, Avialle – alle mehr oder weniger tot.
Die Assistenzärztin – die seit zwölf Jahren bloggt und mittlerweile bestimmt mindestens Fachärztin sein dürfte schreibt immerhin hin und wieder mal.

Ansonsten: wohin man schaut, entweder tot oder scheintot… die Datenschutz-Grundverordnung dürfte so ziemlich allen die Lust am bloggen vermiest haben. Schade. Aber so ist es halt. Bloggen ist Vergangenheit. Bloggen ist sowas von Nullerjahre, und die sind inzwischen lange vorbei.

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Written by medizynicus

29. Juli 2018 at 12:26

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

Hey, isch seh MoFi!

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SoFi war gestern. Oder vorgestern. Oder vorvorvorvorvorgestern, jedenfalls lange her.
Heute ist MoFi.
MoFi ist einfacher als SoFi, weil ist ja nach Feierabend, wenn man nicht grad Dienst hat und außerdem Wochenende, kann man lecker grillen und Bierchen trinken und Mond gucken, wenn er weg ist.
Aber wo isser denn?
Blick auf die Uhr, Blick auf den Himmel, Großer Wagen, Kassiopeia, Mars, alle da, nur der Mond fehlt. Dabei sollte er eigentlich längst aufgegangen sein, aber da, wo er sein müsste, stehen Häuser und da kann man ja schlecht durchgucken. Könnte höchstens klingeln: Schönen Guten Abend, dürfte ich Ihnen mal aufs Dach steigen, weil heute ist MoFi, muss ich gucken!
Dann kann ich die nächste MoFi gleich von der Psychiatrie aus angucken, und die ist erst in hundert Jahren oder so.
Also nix MoFi. Lieber noch ’n Bier aufmachen. Noch ’ne Bratwurst. Noch’n Klacks Nudelsalat.
Zwei Bier und ein halbes Kotelett später dann: da isser doch! ganz blass ganz dunkelrötlich hinter Nachbars Schornstein.
Also, Prost, lieber MoFi-Mond!

Written by medizynicus

27. Juli 2018 at 22:11

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

Towel Day

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Wer ganz allein in den Weiten des Alls unterwegs ist – womöglich noch als Hitchhiker – sollte auf jeden Fall ein Handtuch dabei haben. Dann ist man für alle Eventualitäten gerüstet: Man kann damit um sich schlagen, sich gegen fiese Aliens und böse intergalaktische Käfer verteidigen und – falls es dann noch sauber ist – sich sogar damit abtrocknen. Ein Handtuch ist also so ziemlich das Nützlichste, was es gibt: Don’t Panic, sagte Douglas Adams seinerzeit in seinem „Hitchhiker’s Guide to the Galaxy“.
Im Gedenken an ihn begeht die Welt heute den World Towel Day.
Ab heute gilt die neue Datenschutz-Grundverordnung.
Im Grunde ist Datenschutz ja eine gute Sache.
Aber unter dem Vorwand einer guten Sache wurde in der Vergangenheit schon viel Unheil angerichtet.
Ob man auch in Zukunft unbeschwert weiter bloggen kann, wird sich zeigen.

Written by medizynicus

25. Mai 2018 at 00:00

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

Noch zweieinhalb Stunden bis Doomsday…

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In zweieinhalb Stunden tritt die neue Datenschutz-Grundverordnung in Kraft.
Dann ist dieses Blog möglicherweise illegal.
Wenn ich weitermache, wie bisher, werde ich zum Verbrecher.
Ich habe niemandem etwas Böses getan. Ich will niemandem etwas Böses.
Aber ich kapiere es nicht.
Innerhalb der Blogger-Community ist die Panik ausgebrochen: Wer von Morgen an noch Fotos mit Menschen drauf posted, Kommentare von Lesern zulässt oder gar deren IP-Nummern speichert, Social-Media-Buttons verwendet, Amazon-Affiliate-Links hat, Akismet-Spamfilter verwendet, geht ein hohes Risiko ein.
Von Morgen an gehört das Netz den Bußgeldjägern und Abmahn-Gangstern.
Sagen die einen.
Kein Grund zur Panik, sagen die Anderen, alles halb so wild. Datenschutz ist ja im Grunde eine gute Sache. Ist es auch.
Aber ich bin nun einmal kein Profi, und wenn ich mich durch all das quäle, was in den letzten Wochen zu dem Thema geschrieben wurde, wird mir heiß und kalt.
Ich verstehe es einfach nicht. Vielleicht bin ich zu dumm dazu, vielleicht habe ich neben meinem Job einfach auch nicht die Muße, mich damit so intensiv beschäftigen zu wollen, wie es der Gesetzgeber oder weiß der Himmel wer verlangt.
Deshalb ist hier erstmal Pause.
Pausen hat es schon öfters immer wieder mal gegeben und wird es auch in Zukunft geben.
Ich würde mich freuen, wenn es die Möglichkeit gibt, irgendwann mal weiter zu machen.

Written by medizynicus

24. Mai 2018 at 20:42

Veröffentlicht in Ein Herz für Blogs

Freier Qualm für freie Bürger

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Man nehme einen geschlossenen Behälter – sagen wir, so eine Art Container, der ungefähr mit fünf bis sieben Kubikmeter fasst. Da hinein stecke man einen Hund – so einen richtig fiesen kläffenden und sabbernden Ködernd. Dann mache man die Klappe zu. Und jetzt wird der Container mit einem Aerosol aus Kohlenmonoxid, Ammoniak, Benzpyren, Cadmium, Benzol, Stickoxid, Formaldehyd, Nitrosaminen, Teerpartikeln und zahlreichen weiteren teilweise hochgiftigen Substanzen begast.
Und jetzt ganz schnell weglaufen, bevor der Tierschutzverein Wind davon bekommt! Denn wer sich erwischen lässt, dürfte wohl ziemlich sicher mit einer Anzeige wegen Tierquälerei rechnen müssen.
So. Jetzt machen wir die Klappe wieder auf, lassen den Köter raus und setzen ein Kind hinein.
Eine süße, schnuffelige Rotzgöre. Klappe zu und wenn die Göre heult, dann kriegt sie noch eine Ladung ab, so lange, bis sie still ist. Ja, das ist fies.
So richtig megafies ist das. Aber es ist erlaubt. Zumindest dann, wenn es sich bei dem Container um einen handelsüblichen Kleinwagen handelt, das Kind ordnungsgemäß im Kindersitz festgezurrt und Papa vorne hinterm Lenkrad eine Kippe nach der anderen wegquarzt.
Sollte Papa zufällig beim Polizeirevier vorbeikommen, dann kann er gerne laut hupen und den Herren Beamten eine Nase drehen – passiert nix, sofern er sich an die örtliche Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Würde man Papa die Tierquälerei verbieten wollen, dann wäre das entsprechende Gesetz sogar verfassungswidrig, behauptete unser ehemaliger Gesundheitsminister.
Wie schön, dass seine Kollegen in anderen Ländern das wohl anders sehen…

Written by medizynicus

6. April 2018 at 17:48

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

Krankenhäuser wieder mal in der Krise

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Nach Ärzte- und Pflegekräftemangel droht hunderten von Krankenhäusern die nächste Krise, darauf hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DGK) in einem Positionspapier hingewiesen. Für die Umsetzung wichtiger Vorgaben aus den Bereichen Qualitätsmanagement, Datenschutz, Arbeitssicherheit sowie Gendergerechtigkeit sind bundesweit mehrere tausend Stellen im Bereich von Krankenhausmanagement und Verwaltung notwendig. Die kostenneutrale Schaffung dieser Stellen ist nur möglich durch die Umwidmung von Stellen aus dem Ärztlichen Dienst und aus der Pflege. Hierzu gibt es mehrere Denkmodelle, u.a. die Schaffung einer neuen Facharztlaufbahn für Verwaltungsmedizin bzw. Pflegekräften zur Aktenpflege. Gemäß dem jüngsten Positionspapier sollen die Kräfte vor allem aus den Notaufnahmen abgezogen werden, so dass deren Kapazität im Sinne eines Flaschenhalses vermindert wird, womit weniger Patienten stationär aufgenommen werden können und somit auch die anderen Abteilungen der Häuser entlastet werden können. Wie die DKG weiterhin mitteilte, stießen die Vorschläge bei Entscheidungsträgern aus Poltik und Krankenkassenverbänden bereits auf großes Interesse.

Written by medizynicus

1. April 2018 at 12:22

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn

Ab in die Häuslichkeit

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Sehr geehrter Herr Kollege,
Wir berichten über den Patienten Dingsda Sowienoch, der sich von Anno Tobak bis zum Drölften Drölften Drölften in unserer stationären Behandlung befand.
Bei Zustand nach Verdacht auf AZ-Verschlechterung in der Häuslichkeit erfolgte die stationäre Einweisung durch den ärztlichen Zuweiser.
Die Anamneseerhebung gestaltete sich aufgrund der Aetas und hierdurch bedingten kognitiven Defizite deutlich erschwert. Auch die körperliche Untersuchung konnte aufgrund der erschwerten Bedingungen nur orientierend in deutlich eingeschränktem Ausmaß durchgeführt werden. Hier waren keine weiteren Auffälligkeiten festgestellt worden.
Nach stationärer Aufnahme und entsprechender Diagnosestellung wurde umgehend eine konservativ-symptomatische Behandlung eingeleitet und partiell erfolgreich abgeschlossen. Imzuge dessen konnten auch allgemein roborierende Maßnahmen durchgeführt werden , so dass eine Entlassung des Patienten zurück in die Häuslichkeit durchgeführt werden konnte.
Wir verbleiben mit kollegialem Gruß,

undsoweiterblablabla

Im Anschluss erfolgte die Nominierung des Wortes „Häuslichkeit“ zum Unwort des Jahres.
Bei weiteren Anmerkungen und Kommentaren wird gebeten, auf Verben (mit Ausnahme von „erfolgen“, „geschehen“, „tätigen“ usw.) zu verzichten, stattdessen ist nach Möglichkeit die Verwendung von Substantivierungen zu bevorzugen. Im Satzbau ist auf die Verwendung von Passivkonstruktionen zu achten.

Written by medizynicus

23. März 2018 at 07:57

Veröffentlicht in Alltagswahnsinn